19 Uhr
„Mimesis ist ein Schlüsselbegriff der
europäischen Ästhetik. In der Antike wird er zuerst als Nachspielen anderer
Menschen durch Schauspieler, dann als Darstellung von Mythen in der Tragödie
und schließlich als Nachahmung der Natur verstanden. Bis in das 20. Jahrhundert
spielt Naturnachahmung als künstlerisches Prinzip eine wesentliche Rolle in der
Kunst, Literatur und Musik. Die Kunstrevolutionen seit Beginn des 20.
Jahrhunderts vertreiben dieses Prinzip aus der Ästhetik; es wird aber in neuerer
Zeit in grundsätzlich veränderter Form wieder aktuell. Im Vortrag wird die
Geschichte der Mimesis mit der Absicht aufgezeigt, seine erneute Aktualität
darzustellen.“ (Gunter Gebauer)
Prof. Dr. Gunter Gebauer
(*1944) studierte Philosophie, Allgemeine und Vergleichende
Literaturwissenschaft, Linguistik und Sportwissenschaft in Kiel, Mainz
und Berlin (FU und TU). 1969 promovierte er mit einer Arbeit zur
Sprachphilosophie Wittgensteins an der TU Berlin und habilitierte sich 1975 an
der TU Karlsruhe mit einer Arbeit zur Theorie des Verstehens. 1978 folgte er
dem Ruf an die Freie Universität Berlin, wo er als Professor am Institut für Philosophie lehrt und forscht.
Er ist Mitbegründer und Sprecher des Interdisziplinären Zentrums für
Historische Anthropologie, Leiter des
Forschungsprojekts „Die Aufführung der Gesellschaft in Spielen“ im
Sonderforschungsbereich „Kulturen des Performativen“ und Projektleiter im
Exzellenzcluster „Languages of Emotion“. Seine Arbeitsschwerpunkte sind
Historische Anthropologie, Sprachtheorie und Sozialphilosophie.
Zu seinen
Veröffentlichungen zählen u.a. Mimesis. Kultur – Kunst – Gesellschaft (zus. mit Ch. Wulf), Reinbek 1992; Spiel – Ritual –
Geste. Das Mimetische in der sozialen Welt (zus, mit Ch. Wulf), Reinbek 1998 und Mimetische Weltzugänge (zus. mit Ch. Wulf), Stuttgart 2003.
Eintritt frei
Ort: Café im Kunstverein