In den vergangenen zwei Jahren hat der Frankfurter Kunstverein innerhalb der Institution ein eigenständiges Forum etabliert, ein lebendiger Think Tank zusätzlich zum Ausstellungsprogramm, der innovativen Kulturinitiativen und Ideengebern einen Anlaufpunkt in Frankfurt bietet.
Weltweit gibt es unzählige Initiativen die daran arbeiten, im kulturpolitischen Sinne neue Strategien der Vermittlung und Produktion zu entwickeln. Für sie wird eine Plattform zur Verfügung gestellt, auf der neue Denkmodelle erprobt und präsentiert werden und Synergien mit dem spezifisch lokalen Kontext entstehen können. Die eingeladenen Kulturproduzenten übernehmen dabei auf internationaler Ebene die Rolle von Multiplikatoren, die die Aktivitäten des Frankfurter Kunstvereins bereichern sowie nach außen weiter tragen.
Die besondere Förderung von Gruppeninitiativen, Kulturaktivisten und Kuratoren ist bei diesem Projekt einmalig. Ihren Recherchen und Ideen wird hier ein Platz eingeräumt, an dem Forschung in direkten Kontakt mit dem Publikum tritt und so ein produktives Feedback ermöglicht wird. Es soll die Frage gestellt werden, wie eine neue Sprache der Kulturvermittlung zwischen Institution und Publikum, Wissenschaft und Gesellschaft formuliert werden kann.
Speaking of Others ist ein heterogenes Präsentationsforum, das kulturpolitischen Denkansätzen sowie künstlerischer Produktionen und dokumentarischen Berichten gleichermaßen Ausdruck verleiht. Es geht darum verschiedene „Geschwindigkeitsmodelle“ zu realisieren: Dies können einmalige Präsentationen einzelner Positionen sein oder langfristige Entwicklungen komplexer Denkmodelle.
When Kittens become Cats
Der Frankfurter Kunstverein präsentiert regelmäßig Reihen von Künstlergesprächen: When Kittens become Cats. Die Gespräche finden immer mittwochs um 19.00 Uhr im Café im Kunstverein statt.
In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts hat sich das Künstlergespräch als eigenes Veranstaltungsformat etabliert. Es ist keine einfache Aufgabe für den Künstler über seine Arbeiten und sein künstlerisches Schaffen zu sprechen. Zunächst geschieht dies an der Akademie, dann im Atelier vor Freunden und Kollegen und erreicht schließlich die Öffentlichkeit, der sich der Künstler vorstellt.
Mit der Präsentation seiner Arbeiten erhält jeder Künstler gleichzeitig die Gelegenheit seine praktische und methodische Vorgehensweise zu erläutern und eröffnet dem Publikum die Möglichkeit zur Diskussion. Die Reihe von Künstlergesprächen im Frankfurter Kunstverein kann als ‚Salon‘ verstanden werden: ein gesellschaftliches Treffen, bei dem der Künstler im Mittelpunkt steht. Jeder Termin wird ein kleines Abenteuer sein. Einige Künstler präsentierten das erste Mal öffentlich ihre Arbeit, für andere ist es schon zu einer Art Routine geworden, die sie jedoch jedes Mal wieder neu herausfordert.
Die gesamte Gesprächsreihe läuft unter dem ironischen Titel „When Kittens become Cats“, ein Zitat aus einer Fotoserie von William Wegman, in der er den Titel der berühmten Ausstellung von Harald Szeemann „When attitudes become form“ (1969) verdreht. „When Kittens become Cats“ befasst sich mit den Schwierigkeiten, die bei der Auseinandersetzung mit dem Begriff des ‚jungen Künstlers‘ entstehen und schafft außerdem eine Plattform, die Künstlern mit unterschiedlichen professionellen Erfahrungen die Möglichkeit zum Gedankenaustausch bietet.
Dem Frankfurter Kunstverein ist es gelungen das Veranstaltungsformat der Künstlergespräche in den letzten beiden Jahren als dauerhaften Bestandteil des Programms erfolgreich zu etablieren und auf dieser Weise neben dem Ausstellungsprogramm neue Wege der Kontaktaufnahme zwischen Künstlern und Publikum zu eröffnen. Nach Ablauf der zweijährigen Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes freuen wir uns sehr, ab diesem Jahr zwei lokale Förderer in Helaba - Landesbank für Hessen-Thüringen und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main für die Fortführung der Veranstaltungsreihe gefunden zu haben.
Der Eintritt zu den Künstlergesprächen ist frei.
Ort: Café im Frankfurter Kunstverein
When Kittens become Cats wird gefördert durch: