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 Veranstaltungen
Dienstag, 22. Juni, 19 Uhr Künstlergespräch mit Eva Paulitsch und Uta
Weyrich (Gast im Deutsche Börse Residency Program)
Das deutsch-österreichische
Künstlerduo Eva Paulitsch und Uta Weyrich (leben beide in Stuttgart), sammelt
seit vier Jahren im öffentlichen Raum gedrehte Handyfilme von Jugendlichen. Sie
retten
diese Filme vor dem „delete“ und ordnen sie chronologisch in einem
Archiv ein.
Ihre künstlerische Arbeit besteht im Zerlegen, Sortieren und Untersuchen
dieses
ganz besonderen Filmmaterials, das die Basis für ihre Auseinandersetzung
mit
kulturellen und gesellschaftlichen Phänomenen der Gegenwart herstellt.
In
multimedialen Installationen thematisieren Eva
Paulitsch und Uta Weyrich die Grenzen zwischen Kunst und Leben und
schaffen
neue Erfahrungsräume. Durch die Kompilation der so genannten
No-Story-Filmformate entstehen intensive Atmosphären aus Bildern und
Räumen, in
denen jedoch keine Leserichtungen vorgegeben werden.
Im
Rahmen des Deutschen Börse Residency Programms führen
die Künstlerinnen ihr nomadisch angelegtes Projekt im Frankfurter
Stadtraum
fort und erweitern ihr Handyfilmarchiv. Mit ihrer Videoclipstation
unterwegs,
werden sie in Frankfurt junge Leute auf ihre Handyfilme ansprechen.
Am Dienstag 22. Juni stellen Eva
Paulitsch und Uta Weyrich ihr Archiv im Frankfurter
Kunstverein vor und sprechen über ihre künstlerische Arbeitsweise. Eintritt frei Ort: Café im Kunstverein
Mittwoch,
23. Juni, 19 Uhr „Robert Frank und die Bilder dazwischen - Gedanken zu ‚The
Americans‘" Vortrag von Sabrina Mandanici
(Kunsthistorikerin) im Rahmen
der Vortragsreihe „My Theme“
„When people look at my pictures I want them to feel
the way they do when they want to read the line of a poem twice“. Wenn diese Worte Robert Franks
auch sehr persönlich sind, so beschreiben sie vielleicht doch am Treffendsten
die Beweggründe für die langjährige öffentliche und wissenschaftliche
Auseinandersetzung mit dem Werk des Fotografen und Filmemachers. Auffällig ist,
dass bisher viele Versuche einer
photoästhetischen Kategorisierung der Bilder des in Nordamerika lebenden
Schweizers gescheitert sind. So findet man in diesem Zusammenhang sowohl
Schlagworte wie ‚Dokumentarfotografie‘ und ‚Subjektive Fotografie‘ als auch
‚Streetphotography‘ oder ‚Fotojournalismus‘, oder sogar die Bezeichnung
‚Photo-Poet‘. Der Vortrag von Sabrina Mandanici hat es nicht zum Ziel, dem eine
weitere Kategorie hinzuzufügen oder eine bereits existierende These zu stützen.
Vielmehr soll mit Hilfe des Vergleichs und der Abgrenzung ein Einblick in das
für Robert Frank typische Bildverständnis vermittelt werden. Anhand des
fotografischen Hauptwerks ‚The Americans‘ (1950er Jahre) nähert sich die
Referentin Franks besonderem Bildbegriff und diskutiert, inwieweit hier das
„wie“ das Sehen des „was“ determiniert.
Sabrina Mandanici, geb. 1985, absolviert ein Studium der
Kunstgeschichte und Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft in
Mainz und Florenz. Zur Zeit arbeitet sie an ihrer Magisterarbeit zum Thema
„Moving Stills - Zum Bildbegriff von Robert Franks ‚The Americans‘".
„My
Theme“ gibt
angehenden Wissenschaftler/innen aus Frankfurt und Umgebung die Möglichkeit, im
Rahmen des Veranstaltungsprogramms vom Frankfurter Kunstverein ihre
Interessens- und Forschungsschwerpunkte einem breiteren Publikum vorzustellen.
Dabei steht nicht ein Vortrag nach klassisch akademischen Maßstäben im
Mittelpunkt, sondern ein spannender Einblick in aktuelle Forschung.
Ort: Frankfurter Kunstverein, 1. OG Eintritt frei
Freitag,
25. Juni, 19 Uhr Fotografie
Forum zu Gast im Frankfurter Kunstverein: „Art
is risk made visible“ Vortrag von Arno Rafael Minkkinen (Fotograf und Professor)
Seit über
35 Jahren setzt der finnisch-amerikanische Fotograf Arno Minkkinen in erster
Linie seinen Körper ein, um surrealistische Ansichten des Menschen und der
Natur ins Bild zu setzen. In der Fotografie der Gegenwart eine bestimmte
Richtung zu etablieren, erfordert mehr als ein gutes Auge für das Medium. Es
bedeutet vielmehr aus Hunderten von Bildern jenes herauszusuchen, das die
eigenen Intentionen am besten ausdrückt, so dass ein Werk entstehen kann, das
nicht nur für andere eine Offenbarung darstellt, sondern auch der eigenen
Inspiration und Erkenntnis dient.
Während des Vortrags
im Frankfurter Kunstverein wird Arno Minkkinen versuchen, in vierzig Minuten
vierzig Jahre des Selbstporträts vorzuführen, die die menschliche Figur in
einem Rahmen von elementaren Naturkräften und Lebensräumen zeigen: zwischen
Meer und Himmel, Bäumen und Wäldern, aber auch in Innen- und Außenräumen, unter
Frauen und an der Seite eines heranwachsenden Sohnes. Die niemals manipulierten
Fotografien offenbaren das surreale und seltsame Wesen der menschlichen
Erfahrungswelt.
Arno Rafael Minkkinen
(*1945) erhielt seinen Master of Fine Art (MFA) in Fotografie an der Rhode
Island School of Design. Seit Mitte der 1970er Jahre ist er weltweit als
Hochschullehrer tätig und arbeitete zudem als Kurator und Essayist. Zu
seinen Monografien zählen: Frostbite (Morgan & Morgan, 1978); Waterline
(Marval, Aperture, and Otava, 1994), Grand Prix du Livre at the 25th Rencontres
d'Arles; Body Land (Motta, Nathan, and the Smithsonian Institution Press,
1997-1999); SAGA (Chronicle Books, 2005) und Homework: The Finnish Photographs,
1973 to 2008 (Like Publishing, Ltd., 2008).
Eine
Veranstaltung des Fotografie Forum Frankfurt in Kooperation mit dem Frankfurter
Kunstverein.
Ort:
Frankfurter Kunstverein, 1. OG Eintritt frei Sprache: Englisch
Donnerstag, 8. Juli, 19 Uhr „Internationale
Kooperationen“ Kuratorengespräch mit Elsy Lahner (Gast im Deutsche Börse Residency
Program) In der
Arbeit von Kuratorinnen und Kuratoren spielen internationale Kooperationen eine
wesentliche Rolle. Sie arbeiten meist mit Künstlerinnen und Künstlern aus
verschiedenen Ländern zusammen, realisieren Ausstellungen in oder gemeinsam mit
internationalen Ausstellungshäusern und Galerien und kooperieren oft auch
projektbezogen mit Kolleginnen und Kollegen. Residence-Programme auf
künstlerischer wie kuratorischer Seite dienen dem internationalen Austausch und
fördern die Vernetzung von Strukturen.
Wie und
unter welchen Voraussetzungen findet ein Kunst- und Wissenstransfer im
internationalen Kontext statt? Welche Dynamiken und Modalitäten werden dabei
relevant? Welche Unterschiede in der kuratorischen Praxis und im Umgang mit
Ressourcen bestehen im internationalen Vergleich? Welche
Funktion haben internationale Kooperationen im non-profit-Bereich?
Elsy
Lahner berichtet anhand dieser Fragestellungen aus ihrer eigenen Praxis und
stellt verschiedenste Projekte vor.
Elsy Lahner (geboren 1975 in
Frankfurt a.M.) arbeitet seit 2003 als Kuratorin in Wien. Sie kuratierte
verschiedene Ausstellungen u.a. seit 2006 die Ausstellungsreihe „Space
Invasion"; „Into Position" (2007),
Bauernmarkt, Wien; „DISPLACE- Junge Fotografie aus Wien", Frauenmuseum, Bonn.
2007 gründete sie gemeinsam mit Alexandra Grausam den Kunstverein „das weisse
haus" und leitet seit 2008 mit Georg Russegger die O-sutoria Freespace
Foundation (O.F.F.) in Yokohama und Wien. 2008 war sie als curator-in-residence
an der Akademie der bildenden Künste in Wien.
Eintritt frei Ort: Café im Kunstverein
Mittwoch,
14. Juli, 19.30 Uhr Fotografie
Forum zu Gast im Frankfurter Kunstverein: „HIJACKED
Volume 2: Australian and German Photography“ Buchpräsentation
mit den Herausgebern, Autoren und Fotografen
Anknüpfend
an den erfolgreichen Vorgängerband „Hijacked 1 - Australia and America“ legen
der Australier Mark McPherson und seine Mitherausgeber wieder eine umfassende
fotografische Anthologie vor, die uns zwei gesellschaftlich äußerst
unterschiedliche fotografische Nationen vor Augen führt. „Hijacked 2“ präsentiert die vielfältigen Talente und Sichtweisen von 32 zeitgenössischen
australischen und deutschen Fotografen. Mit einem deutlichen Fokus auf jungen
Fotografen, Grenzgängern und abseits des Mainstream angesiedelten Künstlern
weist „Hijacked 2“ vielschichtige Bildwelten auf: bewegend, provokativ,
traumhaft und verstörend.
Das Buch
wird in Form von laufenden Projektionen und Gesprächen zwischen den
Herausgebern, Autoren, Fotografen und Verleger von „HIGHJACKED
Volume 2, Australian and German Photography“ vorgestellt.
„HIJACKED
Volume 2: Australian and German Photography" (Juni 2010) wurde von Mark
McPherson, Ute Noll und Markus Schaden im Kehrer Verlag, Heidelberg
herausgegeben mit Beiträgen von Blixa Bargeld, Robert Cook, Uta
Daur, Bec Dean, Anna Funder, Bill Kouwenhoven, Katja Melzer, Ute Noll und Daniel Palmer. Die
englische Ausgabe erscheint in der Big City Press, Mosman Park, Australien.
Beteiligte Künstler: Australien: Narelle Autio, James Brickwood, Michael
Corridore, Andrew Cowen, Tamara Dean, Suzie Fox, Lee Grant, Derek Henderson,
Rebecca Ann Hobbs, Ingvar Kenne, Bronek Kózka, Georgia Metaxas, Conor O'Brien,
Polixeni Papapetrou, Louis Porter. Deutschland: Johanna Ahlert, Natalie Bothur,
Jörg Brüggemann, Thekla Ehling, Albrecht Fuchs, Jan v. Holleben, Karsten
Kronas, Anne Lass, Jens Liebchen, Myriam Lutz, Julian Röder, Josef Schulz,
Oliver Sieber, Ivonne Thein, Olaf Unverzart, Sascha Weidner.
Eine
Veranstaltung des Fotografie Forum Frankfurt in Kooperation mit dem Frankfurter
Kunstverein.
Ort: Café im Kunstverein Eintritt frei Sprache: Englisch Weitere
Informationen unter www.fffrankfurt.org und www.kehrerverlag.com
Mittwoch, 21. Juli 2010, 19 Uhr „Et in Suburbia ego?
Überlegungen zum Motiv der Vorstadt in der US-amerikanischen Fotografie“ - Vortrag von
Andreas Prinzing (Kunsthistoriker) im Rahmen der Vortragsreihe „My Theme“
Im Zuge von Industrialisierung, steigendem Wohlstand und Bevölkerungswachstum
kommt es in den USA der Nachkriegszeit zur rasanten Ausbreitung von Vorstädten,
die sich als Agglomerationen über enorme Flächen außerhalb der Zentren größerer
Städte erstrecken. Diese in Architektur wie Ausmaß mit den deutschen Vorstädten
nicht vergleichbaren „suburbs“ stellen einen spezifisch amerikanischen Typus
der Urbanisierung dar. Zahlreiche Untersuchungen von Soziologen und
Städteplanern haben sich bereits mit der treffend als „urban sprawl“
bezeichneten Entwicklung eines expansiven Ausgreifens städtischer
Siedlungsstrukturen ins Umland befasst. Während der Fokus dabei auf gesellschaftlichen
und landschaftlichen Umstrukturierungs-prozessen lag, sind sie als
künstlerische Inspirationsquelle und Sujet bisher kaum thematisiert worden.
Der Bildervortrag versucht hier anzusetzen und, nach einer
kulturgeschichtlichen Einführung, einen ersten Überblick über die wichtigsten
Vertreter eines namenlosen fotografischen Genres zu geben, deren Bildfindungen
sich meist als Hybride aus Landschafts- und Architekturfotografie
charakterisieren lassen. Dabei werden das Frühwerk Dan Grahams und die dokumentarischen
Werkgruppen Robert Adams’ ebenso in den Blick genommen wie die zeitgenössischen
Bild-inszenierungen von Gregory Crewdson. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Was
für ein Bild von Stadt(rand) und Gesellschaft wird hier entworfen? An welche künstlerischen
Traditionen und Kontexte knüpfen die Künstler an? Und auf welche Art und Weise
findet eine kritische Auseinandersetzung mit suburbaner Alltagsarchitektur,
Einwohnern, Lebensstil und den damit verbundenen Mythen des „American Way of
Life“ statt? Abgerundet wird der Einblick in das spannende Thema durch kleine
Exkurse in die Bereiche Film, Literatur und Pressefotografie.
Andreas Prinzing,
geb. 1980, hat Kunstgeschichte, Germanistik und Buchwissenschaft an der
Johannes Gutenberg-Universität in Mainz studiert und kürzlich seine
Magisterarbeit zum Thema „Picturing Suburbia – Die US-amerikanische Vorstadt im
Spiegel der Fotografie 1965-1975“ geschrieben. Nebenbei arbeitet er im
Führungsteam der Kunsthalle Mainz.
Ort: Café im Kunstverein Eintritt frei Kuratorenführungen
Donnerstag,
27. Mai, 18 Uhr Kuratorenführung
„Sven Johne: Berichte zwischen Morgen und Grauen“ mit
Holger Kube Ventura
Dienstag,
13. Juli, 18 Uhr Kuratorenführung
„Sven Johne: Berichte zwischen Morgen und Grauen“ mit
Lilian Engelmann
Donnerstag,
15. Juli, 18 Uhr Kuratorenführung
„Deutsche Börse Photography Prize 2010“ mit
Stefanie Braun
My Theme – Call for Papers Mit My Theme startet der Frankfurter Kunstverein ab Mai
2010 eine neue Vortragsreihe. My Theme möchte angehenden
Wissenschaftler/innen die Möglichkeit geben, ihre Interessens- und
Forschungsschwerpunkte einem breiteren Publikum vorzustellen. Das Publikum des
Frankfurter Kunstvereins erhält somit einen Einblick in die aktuelle Forschung,
gleichzeitig bietet sich für die jungen Wissenschaftler/innen die Gelegenheit,
das eigene Thema einmal abseits der Universität zu präsentieren und zur
Diskussion zu stellen. Daher ist My Theme offen für die Erprobung von
Formen des Vortrags jenseits der klassischen akademischen Maßstäbe. Die Vorträge von My Theme müssen sich nicht direkt auf die
in den laufenden Ausstellungen gezeigten Werke und Künstler/innen beziehen,
sollten aber Berührungspunkte mit dem Programm des Frankfurter Kunstvereins
haben. Mögliche Aspekte in Bezug auf die Ausstellung Sven Johne: Berichte
zwischen Morgen und Grauen (12.5.-25.7.2010) wären z.B. recherchebasierte Kunst,
Dokumentarfotografie und -film, Umgang mit Geschichten des Alltags in der
zeitgenössischen Kunst, Kunst und Journalismus oder Journalismus und Social
Media, künstlerischer Zugriff auf jüngere Geschichte, der Künstler als
Chronist. Zur Ausstellung Learning from ... Context(s) in Contemporary
Argentine Art (20.8.-31.10.2010) z.B. zeitgenössische Kunst in Argentinien,
der Künstler als Ethnograph, Thematisierung und Reflektion von Lernprozessen
(durch Austausch und Dialog) in der zeitgenössischen Kunst, Umgang mit
krisenhaften Erfahrungen und deren Einwirkung auf Formen künstlerischer
Organisation, künstlerische Praktiken der Erforschung, Analyse, Zusammenarbeit,
Beschäftigung mit Ausschluss und Einbeziehung. Aber auch andere Perspektiven und Anknüpfungspunkte sind bei My
Theme willkommen - wir freuen uns auf spannende Vorschläge! Zielgruppe: Studierende im höheren Semester bzw. in der
Abschlussphase, Promovierende, wissenschaftliche Assistent/innen Einsendeschluss für My Theme: zur Ausstellung Sven Johne: Berichte zwischen Morgen und Grauen:
bis 3.5.2010 zur Ausstellung Learning from ... Context(s) in Contemporary Argentine Art: bis
15.7.2010 Verfahren: Bitte senden Sie uns ein Exposé, mit dem Sie Ihr Thema
und das Format Ihres Vortrags kurz umreißen (max. 2 DinA4-Seiten,
gegebenenfalls mit Bildmaterial, als pdf), ebenso einen knappen Lebenslauf. Der
Vortrag sollte so konzipiert sein, dass er eine Länge von 40 Minuten nicht
überschreitet. Bei Fragen und für die Einsendung der Unterlagen: Marco Hompes, assistenz@fkv.de |
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