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04.02.2012
Anna Mendelssohn: Cry me a River
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04.02.2012
Frankfurter Stadtgespräch: Demokratie in der Krise? Welche Einmischungen die aktuellen...
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05.02.2012
Anna Mendelssohn: Cry me a River
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© Copyright 2006, Frankfurter Kunstverein


 

Ausstellungseröffnung

Donnerstag, 19. Januar | 20 Uhr
Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen

Samstag, 21. Januar 2012 | 16 Uhr
Yorgos Sapountzis: Die Herausberufenen

Die Performances von Yorgos Sapountzis oszillieren zwischen Prozession und Versammlung: in silberfarbene Rettungsdecken gehüllt oder ausgerüstet mit Konstruktionen aus Alustangen und wehenden Stoffen erforscht er das kulturelle Erbe einer Stadt. Der monumentalen Ästhetik der Denkmäler setzt er das Fragile seiner Performances entgegen. In Frankfurt erkundet er zusammen mit den „Herausberufenen" den öffentlichen Raum zwischen Römer und Paulskirche.

Eintritt frei
Treffpunkt: Frankfurter Kunstverein


Samstag, 4. Februar + Sonntag, 5. Februar | 20.30 Uhr
Anna Mendelssohn: Cry me a River

Anna Mendelssohn redet, appelliert, flüstert, schreit und weint. Sie spricht über den Lebensraum Eis, die globalen Zusammenhänge der Finanzkrise und kämpft für die Rettung der Welt. In ihrer eindringlichen Rede versammelt sie verschiedene Stimmen in einer vielschichtigen Figur. Geschickt wechselt sie die Perspektive zwischen gesellschaftlicher Handlungsmöglichkeit und individueller Ohnmacht: ein Kaleidoskop zwischen Wut und Hoffnung, Revolution und Stillstand, Zweifel und Legitimation.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Gallus Theater.
Konzept/Performance: Anna Mendelssohn; Regie: Yosi Wanunu; Musik: Jorge Sánchez-Chiong; Lichtdesign: Jan Maertens
In Koproduktion mit: Tanzquartier Wien
Gefördert durch: Kulturabteilung der Stadt Wien und bm:ukk.
Mit Unterstützung von: PACT Zollverein (Essen)

Eintritt: 8 €/12 € (6 € für FKV-Mitglieder)
Karten: 069.219314-0 (FKV) / 069.75806029 (Gallus Theater)
In englischer Sprache
Ort: Gallus Theater, Kleyerstr. 15, Gallusviertel, Frankfurt


Donnerstag, 9. Februar | 19 Uhr
Discoteca Flaming Star: Eigentlich 12 Mal Alissa / Duett #(4 Körper)

Anwesende bei dieser Performance sind Cristina Gómez Barrio und Wolfgang Mayer sowie vier Körper mit auf den Rücken geschriebenen Texten. Unterstützt von der Sound-Skulptur „Fever", umarmt von der Blinky Palermo Wandmalerei im Treppenhaus des Kunstvereins und dem großen „Treppenbanner 1", reden und singen sie von und über Monstrosität: Wir hören ein Kampflied, ein Gedicht über Ayn Rand und von Jacques Brel, und es gibt noch eine nackte ältere Dame im Pelzmantel. Anda Jaleo!

Eintritt: 2 € (für FKV-Mitglieder frei)
Mit Anmeldung unter: post@fkv.de
Ort: Frankfurter Kunstverein


Freitag, 17. Februar (öffentliche Probe) + Samstag, 18. Februar (Try out) | 19 Uhr
Claudia Bosse: Burning Beasts

„Burning Beasts" erkundet im öffentlichen Raum die Grenzen und Ikonen der Überschreitung öffentlicher Ordnung. Was ist zu tun angesichts der weltweiten Unsicherheiten über die politische und gesellschaftliche Zukunft? Die Stimme erheben? Kollektiv das Sprechen verweigern? Oder brennende Biester sprechen lassen? „Burning Beasts" ist eine temporäre performative Installation im öffentlichen Raum Frankfurts. Die Performance findet statt in Kooperation mit den Studenten des Instituts der Angewandten Theaterwissenschaften der Universität Gießen.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Künstlerhaus Mousonturm.

Ort: Frankfurter Stadtgebiet, Veranstaltungsort wird unter www.fkv.de bekannt gegeben


Mittwoch, 22. Februar und Mittwoch, 21. März | jeweils 21 Uhr
Les trucs: Irgendwas mit Space

„Les trucs" ist ein vollverkabeltes Zwei-Mensch-Ding-Orchester, das durch seine unbändige Energie, den Umgang mit unzähligen technischen Gerätschaften und seine körperliche Präsenz beeindruckt. In „Irgendwas mit Space „erkunden „les trucs" drei verschiedene Orte in Frankfurt, denen gesellschaftliche Regeln des Zusammenkommens eingeschrieben sind und erproben eine Neuanordnung des Klangs im Öffentlichen.

Ort: 22. Februar: Alte Nikolaikirche, Römerberg
21. März: Veranstaltungsort wird unter www.fkv.de bekannt gegeben


Donnerstag, 1. März | 19 Uhr
Lovefuckers: King of the Kings

Selten muteten Machtdemonstrationen so bizarr an, wie die grotesken Auftritte des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi in der Weltöffentlichkeit. In ihrem Stück „King of the Kings" bemächtigt sich die Theatergruppe Lovefuckers Gaddafis Inszenierungsstrategien und zeigt ihn als siebzig Zentimeter große Klappmaulpuppe in einer absurden Show aus Machtdemonstration, Music-Action, Gewehrsalven und Revolution.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Künstlerhaus Mousonturm.

Konzept / Regie: Ivana Sajeviç; Performer/innen: Anna Menzel, Annemie Twardawa, Nils Zapfe, Dennis Katzmann; Bühne: Basti Valk; Puppen: Dorit Agater; Kostüm: Sasha Matteucci; Musik: Yujiro Akihiro; Videoclips: Christoph Kube; Koproduktion: Freischwimmer Festival, HfS „Ernst Busch" Berlin, gefördert mit Mitteln der Allianz Kulturstiftung
Eintritt: 15 €/12 € (10 € für FKV-Mitglieder)
Karten: 069.219314-0 (FKV)
Ort: Pik Dame, Elbestraße 31, Bahnhofsviertel Frankfurt


Freitag, 9. März | 17.30 Uhr
Schwabinggrad Ballett: Jenseits der Eurozone - Πέραν της Ευρωζώνης

Im Februar wählen die Griechen voraussichtlich ein neues Parlament. Aber wozu eigentlich, wenn es nichts mehr zu entscheiden hat? Derweil halten die Leute in großen Versammlungen Rat. Dennoch gilt das, was auf dem Syntagma-Platz in Athen stattgefunden hat, nicht als Politik, sondern als Protest. Das Schwabinggrad Ballett ist nach Athen gefahren, um dort die κοινά, die Dinge, die das Gemeinwesen betreffen, auf der Straße zu suchen. Auf dem Platz vor der EZB, dem hiesigen Ort der „Occupy-Bewegung", wird das Hamburger Aktionskollektiv Formen der griechischen Basisdemokratie erproben.

Ort: Eine After-Work-Versammlung vor der Europäischen Zentralbank (Willy-Brandt-Platz).


Samstag, 24. März | 16 Uhr
Marcello Maloberti: I'm the Happiness of the World

Marcello Maloberti lädt Frankfurt zur kollektiven Performance „I'm the Happiness of the World" ein. Ausgestattet mit fünf schwarzen Porzellanpanthern, einer verfremdeten Flagge und diversen Alltagsskulpturen zieht Maloberti mit zahlreichen Teilnehmern durch das Frankfurter Bahnhofsviertel - eine Mischung aus absurder Parade, Demonstration und Happening ohne politische Botschaft, und doch Spiegelbild der Gesellschaft.

Ort: Performance im Frankfurter Bahnhofsviertel
Start: Frankfurter Kunstverein

Für diese Performance werden Teilnehmer gesucht.
Weitere Informationen unter: post@fkv.de



Vorträge und Gespräche


Mittwoch, 18. Januar | 18.15 Uhr
Axel Honneth: Die Normativität der Sittlichkeit.
Institutionelle Grundlagen von Autonomie

Im Rahmen der Vortragsreihe „Normativität. Frankfurter Perspektiven"

Im Anschluss an Hegel lässt sich die Bindungskraft von (moralischen) Normen aus dem Umstand erklären, dass sie als jeweils institutionalisierte Handlungsregeln das sind, was uns überhaupt erst zu selbstbewussten Akteuren in sozialen Interaktionen werden lässt. Gleichzeitig muss diese sittliche Gewohnheit mit einer gewissen reflexiven Beweglichkeit und Korrigierbarkeit versehen werden. Axel Honneth ist Professor für Sozialphilosophie am Institut für Philosophie der Goethe-Universität und Direktor des Instituts für Sozialforschung Frankfurt.

Eintritt frei
Ort: Goethe-Universität, Campus Westend | Hörsaalzentrum HZ 3


Freitag, 20. Januar | 19 Uhr
What Happened When?
Künstlergespräch mit Irina Botea, Sandra Schäfer und Aalam Wassef
Moderation: Britta Peters (Kuratorin)

Wie werden revolutionäre Ereignisse in der Kunst reflektiert? Ausgehend von den unterschiedlichen Arbeitsweisen der drei Künstler soll es in dem Gespräch um Aktivismus, Re-Inszenierung und Recherche als künstlerische Annäherungsstrategien an gesellschaftliche Umbrüche gehen. Im Fokus stehen besonders die von ihnen im Frankfurter Kunstverein gezeigten Werke, die ein interessantes geopolitisches Dreieck bilden: Iran 1978/1979 - Rumänien 1989 - Ägypten 2011.

Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein


Mittwoch, 25. Januar | 18.15 Uhr
Rainer Forst: Zur Kritik der rechtfertigenden Vernunft
Im Rahmen der Vortragsreihe: „Normativität. Frankfurter Perspektiven"

Die Vernunft ist das Vermögen, die Weltbezüge des Menschen zu ordnen und zu rechtfertigen - ob es um Erkennen, Urteilen oder Handeln geht. Die Vernunft muss begründbare Antworten auf normative Fragen finden - aber worin müsste eine Kritik dieser Vernunft bestehen? Rainer Forst ist Professor für Politische Theorie und Philosophie und Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Normative Orders".

Eintritt frei
Ort: Goethe-Universität, Campus Westend | Hörsaalzentrum HZ 3


Donnerstag, 26. Januar | 16.15 Uhr
Daniel Feige: Mediale Autopsie des Krieges - Autopsie des medialen Krieges
Zum Film „Redacted" (R: Brian De Palma; USA/Kanada 2007)
Im Rahmen der Vortragsreihe: „Narration und Rechtfertigung im Kino"

Erzählungen werden seit jeher genutzt, um moralische und politische Zustände zu legitimieren. Das Kino mit seiner audiovisuellen Bewegtheit nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Am Beispiel dreier Filme „Redacted", „I'm Not There" und „Minority Report" werden Daniel Feige, Juliane Rebentisch und Josef Früchtl erörtern, ob und wie filmische Erzählungen auf ihre Weise zur Legitimation und / oder Delegitimation normativer Einstellungen und Ordnungen beitragen - oder beitragen können.

Eintritt frei
Ort: Goethe-Universität, Campus Westend | Hörsaalzentrum HZ 9


Freitag, 27. | Samstag, 28. | Sonntag, 29. Januar
Amt für Umbruchsbewältigung

Im Rahmen der „Ausstellung Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen" eröffnet der Frankfurter Kunstverein zusammen mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen" und dem Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main (PIA) das „Amt für Umbruchsbewältigung". Mit dem AMT bringt der Exzellenzcluster sein Wissen mitten auf den Römer. Rund vierzig Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen beziehen für drei Tage die Amtsstuben des PIA und bieten den Besuchern die einmalige Gelegenheit, sich in zwanzig-minütigen Einzelgesprächen zu den Umbrüchen unserer Zeit persönlich beraten zu lassen.

Sprechstunden:
Freitag, 27. Januar | 21 - 23 Uhr
Samstag, 28. Januar | 15 - 19 Uhr
Sonntag, 29. Januar | 16 - 19 Uhr

Anmeldung am Schalter im Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt; geöffnet je eine Stunde vor Beginn. Buchung der Wissenschaftler hier durchgehend und jederzeit möglich.

Weitere Informationen: 069.219314-77
Ort: Frankfurter Kunstverein & Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt


Freitag, 27. Januar | 19 Uhr
In welcher Welt leben wir?
Zeitdiagnostische Perspektiven auf die Gegenwartsgesellschaft

Podiumsdiskussion mit Axel Honneth, Juliane Rebentisch, Joseph Vogl
Moderation: Rainer Forst

Das Eröffnungspodium bringt unterschiedliche Perspektiven auf die aktuellen Umbruchssituationen zusammen: Die weltweiten Auswirkungen der Finanzkrise stellen längst auch die Frage nach unserem Verständnis von Demokratie und inwiefern die normativen Ordnungen der Gesellschaft von uns gemacht werden. Wie lassen sich die gegenwärtigen Transformationen beschreiben? Welche Zukunft eröffnen die gegenwärtigen Umbrüche? Und in welche Weise lässt sich darauf politisch überhaupt noch Einfluss nehmen?

Die Veranstaltung ist Teil des „Amt für Umbruchsbewältigung".
Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein


Samstag, 28. Januar | 20 Uhr
Die Lange Nacht des Protestsongs
Mit: Jens Friebe, Christiane Rösinger, Andreas Spechtl, Peter Siller, Thomas Meinecke, Eva Jantschitsch
Moderation: Jan Deck, Klaus Walter

Musik galt immer als wichtiges Mittel im Kampf um kulturelle Hegemonie im politischen Diskurs. Aber was macht Musik heute politisch? Bei der „Langen Nacht des Protestsongs" diskutieren Jens Friebe, Christiane Rösinger (Britta / Lassie Singers), Andreas Spechtl (Ja Panik), Eva Jantschitsch (Gustav), Peter Siller und Thomas Meinecke über Musik und Politik, Theorie und Praxis, künstlerische Strategien und gesellschaftliche Bewegungen. Immer wieder greifen sie zwischendurch zu ihren Instrumenten und machen gemeinsam Musik. Unterstützt werden Sie von den Moderatoren Klaus Walter und Jan Deck, die Themen, Videos und Sounds in die Runde werfen.

Die Veranstaltung ist Teil des „Amt für Umbruchsbewältigung".
Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein


Sonntag, 29. Januar | 19 Uhr
Wohin mit dem Protest? Demokratische Umbrüche aus globaler Perspektive
Podiumsdiskussion mit Christoph Menke, Günther Frankenberg, Mahmoud Bassiouni, Irene Weipert-Fenne, Barbara Bishay
Moderation: Klaus Günther

Im arabischen Frühling wurden zahlreiche Regime mit Mut, Leidenschaft und Kreativität zu Fall gebracht. Aber auch in anderen Regionen und Ländern - Stuttgart, London, Tel Aviv, Athen, Santiago de Chile - gehen Menschen auf die Straße und fordern die Machthaber heraus. Ein neues globales 68? Inwieweit lassen sich diese verschiedenen Phänomene auf einen gemeinsamen Nenner bringen? Wo lassen sich Verbindungen erkennen, wo Entgegensetzungen, wo Missverständnisse?

Die Veranstaltung ist Teil des „Amt für Umbruchsbewältigung".
Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein


Montag, 30. + Dienstag, 31. Januar 2012 | jeweils 19.15
Philip Pettit : Republican Justice and Democracy
Im Rahmen der Vortragsreihe: „Frankfurt Lectures"

Zu den Frankfurt Lectures wird ein international herausragender Forscher eingeladen, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen einen bestimmten Aspekt der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten. Im Januar 2012 ist der irische Philosoph und Politikwissenschaftler Philip Pettit zu Gast.

Eintritt frei
Vortrag wird in englischer Sprache gehalten
Ort: Goethe-Universität, Campus Westend / Hörsaalzentrum HZ 3


Donnerstag, 2. Februar | 16.15 Uhr
Juliane Rebentisch: „I'm Not There" - Zur Kritik von Narration und Rechtfertigung im Biopic
Zum Film „I'm Not There" (R: Todd Haynes; USA/Deutschland 2007)
Vortragsreihe: „Narration und Rechtfertigung im Kino"

Erzählungen werden seit jeher genutzt, um moralische und politische Zustände zu legitimieren. Das Kino mit seiner audiovisuellen Bewegtheit nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Am Beispiel dreier Filme „Redacted", „I'm Not There" und „Minority Report" werden Daniel Feige, Juliane Rebentisch und Josef Früchtl erörtern, ob und wie filmische Erzählungen auf ihre Weise zur Legitimation und/oder Delegitimation normativer Einstellungen und Ordnungen beitragen - oder beitragen können.

Eintritt frei
Ort: Goethe Universität, Campus Westend / Hörsaalzentrum HZ 9


Samstag, 4. Februar | 17 Uhr
Frankfurter Stadtgespräch: Demokratie in der Krise? Welche Einmischung die aktuellen Umbrüche erfordern
Mit Klaus Günther und Joachim Gauck
Moderation: Thomas Biebricher

Joachim Gauck ist Pastor, Politiker und Publizist. Zur Zeit der friedlichen Revolution in der DDR wurde er ein führendes Mitglied des Neuen Forums in Rostock, nach der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl 1990 Abgeordneter. Gauck leitete von 1990 bis 2000 die Stasi-Unterlagen-Behörde, die den Stasi-Nachlass verwaltet und zugänglich macht. Gauck wurde vielfach für seine Verdienste und Publikationen ausgezeichnet. Seine Kandidatur als Bundespräsident 2010 fand breites Echo.

Klaus Günther ist Co-Sprecher des Exzellenzclusters der Goethe-Universität Frankfurt und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Rechtsphilosophie, Diskurstheorie des Rechts und Theorie der juristischen Argumentation, Begriff und Theorien der Verantwortung, Rechtstheorie der Globalisierung und Rechtssoziologie.

Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein


Montag, 6. Februar | 14-22 Uhr
Anordnungskünste. Menschenformationen vor Kunst, in Kunst, als Kunst
Ringvorlesung der HfG Offenbach a. M., Teil II zu Gast im Frankfurter Kunstverein

Anordnungen in Bildern sprechen wir oftmals als Komposition an. Doch wie steht es um die Anordnungen der Betrachter vor diesen Bildern? Welche Gruppierungen, Vereinzelungen, Formationen werden uns als Teilnehmern partizipativer Kunstpraktiken zugemutet? Umgekehrt lässt sich fragen, inwiefern nicht die Zuschauer einer Performance bereits durch die Art ihrer Anordnung autorisierend einwirken auf jenes Ereignis, um dessentwillen sie sich einfanden. Schließlich können Formationen, sei es in künstlerischen oder politischen Projekten, selbst schon sinnstiftende Funktion haben, also das ‚Werk‘ bilden.

Mit Beiträgen von: Karl-Siegbert Rehberg (Dresden), Kai Buchholz (Dessau), Britt Schlehahn (Leipzig), Lars Blunck (Berlin), Franz Erhard Walther (Fulda) und Alexander Koch (Berlin) u.a.
Konzeption, Moderation & Einführung: Christian Janecke (Offenbach)

Weitere Informationen (Referenten / Vortragszeiten / Abstracts): www.Anordnungskuenste.de

Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein


Mittwoch, 8. Februar | 18.15 Uhr
Klaus Günther: Die Normativität des Rechts
Im Rahmen der Vortragsreihe: „Normativität. Frankfurter Perspektiven"

Normativität ist der Begriff für ein alltägliches und zugleich schwer zu erklärendes Phänomen: Woraus besteht die Kraft, die uns dazu bringt, uns an gesellschaftliche Grundsätze, Normen und Regeln zu halten? Diesen Fragen gehen die Frankfurter Professoren Axel Honneth, Rainer Forst und Klaus Günther nach.

Das Recht setzt durch und organisiert, was in den Ordnungen der Moral und Politik an verbindlichen Handlungsgründen entstanden ist. Dies gilt z.B. für Menschenrechte, deren rechtsförmige Durchsetzung moralisch gefordert ist. Worin könnte eine eigenständige Bedeutung der Normativität des Rechts liegen? Klaus Günther ist Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht und Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Normative Orders".

Eintritt frei
Ort: Goethe Universität, Campus Westend / Hörsaalzentrum HZ 3


Donnerstag, 9. Februar | 16.15 Uhr
Josef Früchtl: „Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht." – Überwachen und Strafen in „Minority Report"
Zum Film „Minority Report" (R: Steven Spielberg; USA 2002)
Im Rahmen der Vortragsreihe: „Narration und Rechtfertigung im Kino"

Erzählungen werden seit jeher genutzt, um moralische und politische Zustände zu legitimieren. Das Kino mit seiner audiovisuellen Bewegtheit nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Am Beispiel dreier Filme „Redacted", „I'm Not There" und „Minority Report" werden Daniel Feige, Juliane Rebentisch und Josef Früchtl erörtern, ob und wie filmische Erzählungen auf ihre Weise zur Legitimation und/oder Delegitimation normativer Einstellungen und Ordnungen beitragen - oder beitragen können.

Eintritt frei
Ort: Goethe Universität, Campus Westend / Hörsaalzentrum HZ 9


Donnerstag, 8. März | 20 Uhr
Frankfurter Stadtgespräch: Was macht die Kunst? Der Beitrag der Kunst zum Verständnis der aktuellen Krise
Christoph Menke im Gespräch mit Carl Hegemann
Moderation: Peter Siller

Carl Hegemann ist Autor, Theaterschaffender und Professor für Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig. Er ist neben seiner Professur Dramaturg am Thalia-Theater in Hamburg und war Dramaturg bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, am Stadttheater in Freiburg, am Schauspielhaus Bochum, am Berliner Ensemble und an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Hegemann arbeitete viele Jahre regelmäßig mit Christoph Schlingensief zusammen.

Christoph Menke ist Professor für Praktische Philosophie im Exzellenzcluster Die Herausbildung normativer Ordnungen an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Dort leitet er das Forschungsprojekt Normativität und Freiheit, in dem untersucht wird, wie Freiheit als soziale Normativität begründet und weshalb Freiheit immer zugleich Freiheit von sozialer Teilhabe und damit von Normativität ist.

Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein


Mittwoch, 14. März | 19 Uhr
Karikaturen und Karneval
Kuratorengespräch mit Gästen zum subversiven Potential satirischer Kunst

Demonstrationen von Macht gehen mit dem Interesse einher, die eigene bildliche Darstellung zu kontrollieren. Gerade künstlerische Werke vermögen es diese Inszenierungen pointiert zu entlarven. Häufig sind dabei in der Kunst Äußerungen erlaubt, die im politischen Leben unmöglich erscheinen. Diesen Zusammenhängen geht das Gespräch anhand von Karikaturen, Satire und Theorien zum Karnevalesken nach.

Eintritt frei
Ort: Frankfurter Kunstverein

Führungen


Kuratorenführungen

Termine:
Samstag, 28. Januar | 13 Uhr mit Sabine Witt
Sonntag, 29. Januar | 14 Uhr mit Britta Peters
Sonntag, 5. Februar | 17.30 Uhr mit Fanti Baum
Sonntag, 26. Februar | 16.30 Uhr mit Sabine Witt
Dienstag, 1. März | 17.30 Uhr mit Fanti Baum
Sonntag, 25. März | 16 Uhr mit Britta Peters


Gruppenführungen

Anmeldung bitte 14 Tage im Voraus

Telefon: +49 (0) 69 219314-77

post@fkv.de
Gebühr: 40 €, am Wochenende 50 € (zzgl. ermäßigter Eintritt / 4 € pro Person)
Für Schulklassen kostenlos (aber ermäßigter Eintritt / 3 € pro Schüler)
(max. Gruppengröße: 25 Personen)

 

Vermittlungsprogramm


SCHULSTUDIO #8 - „Wer macht die Ordnung?"
20. Januar- 25. März 2012

Zur Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnung" bietet SCHULSTUDIO unterschiedliche Teilnahmeformate an: Die Ausstellung bewegt sich zwischen den Bereichen Geschichte, Philosophie und Gesellschaftskunde und eignet sich somit für ein interdisziplinäres Projektformat. OberstufenlehrerInnen sind eingeladen sich mit ihren Klassen unterschiedlicher geisteswissenschaftlicher Fachbereiche auch ohne eine konkrete Teilnahme am mehrwöchigen SCHULSTUDIO - Projekt mit dem Thema „Demonstration" auseinanderzusetzen. Für interessierte LehrerInnen wird im Vorfeld ein Workshop mit Ausstellungsrundgang angeboten, in dem Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Thema gefunden werden.

Bei den TeilnehmerInnen der mehrwöchigen SCHULSTUDIO - Projektgruppen steht vor allem die Umsetzung der erarbeiteten Inhalte in eine künstlerische Form im Mittelpunkt. Das kann eine Kundgebung oder eine ganz einfache und direkte Form der Botschaft im öffentlichen Raum sein, wie etwa ein Sticker oder ein Plakat. Besonders sei hier auch die Form der künstlerischen Recherche benannt, deren Ergebnisse zum Ausstellungsthema „Demonstrationen" in die praktische Arbeit einfließen. Die Ergebnisse aller beteiligten Arbeitsgruppen werden gemeinsam in einer Abschlusspräsentation ausgestellt. Die Dauer dieses Projektes ist auf ca. 4 Wochen angelegt, die Termine werden individuell vereinbart.

SCHULSTUDIO wird gefördert durch die Aventis Foundation. Die Teilnahme ist daher kostenlos.
Weitere Informationen / Kontakt: Susanne Hesse - Badibanga und Katja Schöwel, schulstudio@fkv.de

 

Weitere Veranstaltungen im Ausstellungszeitraum


26. Januar 2012 | 19.30 Uhr
DIY Art-aktiv: „Geekas und Geekushas. Kollektive, feministische Kunstpraktiken"
Vortrag von Stefanie Wuschitz

Stefanie Wuschitz vergleicht Akteurinnen und Künstlerinnen, die mit Open Source Technologien und Hardware arbeiten, sowohl anhand ihrer Projekte als auch über den Grad ihrer subjektiven Agency. Dazu hat sie in unterschiedlichen urbanen Kontexten einerseits Tiefeninterviews geführt, andererseits einwöchige Workshops organisiert, um Netzwerke von Entwicklerinnen aufzuspüren. Es soll thematisiert werden, in wie weit das Erlernen von interaktiven Technologien und deren kreativer Einsatz Frauen als Bezugsrahmen dienen kann, um gewünschte Veränderungen voranzutreiben. Stefanie Wuschitz (geb. 1981, lebt in Wien) gründete als Digital Art Fellow an der schwedischen Umea University das Künstlerinnenkollektiv „Miss Baltazar's Laboratory". Sie unterrichtet an der Akademie der Bildenden Künste und der Universität für Angewandte Kunst, Wien. Ihre Arbeiten wurden u.a. im Austrian Cultural Forum New York City, Galeria Hippolyte Helsinki und auf der Ars Electronica Festival Linz gezeigt.

DIY Art-aktiv ist eine Veranstaltungsreihe des Museum für Kommunikation Frankfurt und des Frankfurter Kunstvereins und wird durch die Dr. Marschner Stiftung unterstützt. „Do It Yourself: Die Mitmach-Revolution" ist eine Kooperation mit der Goethe Universität Frankfurt.

Eintritt frei
Ort: Cafébar im Kunstverein