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Patrick Tresset, Human Study #1, 3RNP, 2011-18; Foto: Tommo

Patrick Tresset

Patrick Tressets interaktive Rauminstallation Human Study #1, 3RNP besteht aus drei Zeichenrobotern. Besucher können Modell sitzen und werden von den Maschinen visuell erfasst und portraitiert. Jeder der drei Roboter zeichnet in einem eigenen Stil und führt den Stift auf unterschiedliche Weise. Neben einem Zeichenarm verfügen die Roboter über eine bewegliche Kamera. Mit dieser betrachten sie abwechselnd das Modell und die entstehende Zeichnung. Tresset geht es nicht darum, durch die Roboter menschliche Zeichenstile zu imitieren, er untersucht vielmehr die Unterschiede zwischen einer menschlichen und einer maschinellen Ausführung. Tresset bezeichnet die Fähigkeiten seiner Maschinen als „nicht intelligent“, es entstehe lediglich der Eindruck, die Roboter würden mit einer eigenen Intention agieren. Sie zeigen menschenähnliches Verhalten, welches jedoch rein auf der Programmierung verschränkter Handlungsvorgänge basiert.

Wie beim Menschen ist die Aktion der Maschine grundlegend an ihre Körperlichkeit, ihr Wahrnehmungssystem, ihr Erinnerungsvermögen und ihre motorischen Eigenheiten gebunden. Die 'Körperlichkeit' (Embodiment) bestimmt im Wesentlichen Handlungen und somit auch den zeichnerischen Ausdruck. Tresset manipuliert die maschinellen Bewegungen seiner Roboter nicht künstlich, sondern belässt sie als solche, sodass sich diese charakteristisch in die Zeichnung einschreiben und ihre maschinelle Produktion erkennbar bleibt. Das Werk erhebt unter anderem die Frage nach der Autorenschaft im digitalen Zeitalter, in welchem lernende Systeme bereits die Fähigkeit zur Herstellung kultureller Gegenstände erlangt haben. Tresset versucht in seinen Zeichnungen, das Menschliche mithilfe von automatisierten Zeichengeräten in Linien zu fassen. Diese verfügen weder über ein Verständnis ihrer Tätigkeit, noch über einen Kunstbegriff und nehmen ihre Zeichnungen nicht explizit als Kunstwerke wahr. Somit geht Tresset in seiner Arbeit der Frage nach, welchen Anspruch ein Werk erfüllen muss, um als Kunst zu gelten und ob Kunst allein von einem menschlichen Autor geschaffen werden kann.

Der in London lebende, französische Künstler Patrick Tresset (*1967) erforscht in seinen Installationen die menschliche Wahrnehmung von technologischen Geräten. Die Arbeiten des Künstlers wurden weltweit in renommierten Institutionen gezeigt, darunter das Centre Pompidou, Paris (FR), das Museum of Modern and Contemporary Art, Seoul (KR), die Prada Foundation, Mailand (IT) und die Ars Electronica, Linz (AT).

I am here to learn: Zur maschinellen Interpretation der Welt

15.02. — 08.04.2018 | Ausstellung

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