Hicham Berrada: "Sorted Soil, Nickel"
Ausstellungsansicht  / Installation view Frankfurter Kunstverein
Hicham Berrada Rückbindung an Welt
Hicham Berrada Rückbindung an Welt
Hicham Berrada Augeres mathématiques 2018
Hicham Berrada Masse et Matyr
Hicham Berrada Ausstellungsansicht
Hicham Berrada Rückbindung an Welt
Hicham Berrada Ausstellungsansicht
Hicham Berrada Rückbindung an Welt
Lucy Dodd Rückbindung an Welt
Ausstellungsansicht  / Installation view Frankfurter Kunstverein
Lucy Dodd Rückbindung an Welt
Rückbindung an Welt
Lucy Dodd Mother
Lucy Dodd Ausstellungsplakat
Lucy Dodd Rückbindung an Welt
Lucy Dodd Rückbindung an Welt
Lucy Dodd Rückbindung an Welt
Lucy Dodd Rückbindung an Welt
Ausstellungansicht / Installation view Frankfurter Kunstverein
Ausstellungsansicht  / Installation view Frankfurter Kunstverein
Ausstellungsansicht  / Installation view Frankfurter Kunstverein
Sam Falls Rückbindung an Welt
Ausstellungsansicht  / Installation view Frankfurter Kunstverein
Sam Falls Untitled (Venice Rain, Rope, 3)
Sam Falls Untitled (Queen 2, Hartland, VT)
Sam Falls Rückbindung an Welt
Sam Falls Rückbindung an Welt
Sam Falls Rückbindung an Welt
Sam Falls Rückbindung an Welt
Sam Falls Untitled (Venice Rain, Rope, 3)
Sam Falls Untitled (Queen 2, Hartland, VT)
Hicham Berrada, „Sorted soil, Nickel“, 2015; © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy the artist and WENTRUP, Berlin
Hicham Berrada, „Mesk-ellil“, 2015, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy the artist, Loan by Collection Musée d'art contemporain de Lyon
Hicham Berrada, „Mesk-ellil“, 2015, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © VG Bild-Kunst Bonn, 2018, Courtesy the artist, Loan by Collection Musée d'art contemporain de Lyon
Hicham Berrada, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy the artist, WENTRUP, Berlin & kamel mennour Paris/New York
Hicham Berrada, „Augeres mathématiques“, 2018, Video Still, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy the artist, WENTRUP, Berlin & kamel mennour, Paris/London
Hicham Berrada, „Masse et Martyr“, 2017; © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy the artist, WENTRUP, Berlin & kamel mennour, Paris/London
Hicham Berrada, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy the artist, WENTRUP, Berlin & kamel mennour, Paris/London
Hicham Berrada, „Masse et Martyr“, 2017, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy the artist, WENTRUP, Berlin & kamel mennour Paris/New York
Hicham Berrada, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy the artist, WENTRUP, Berlin & kamel mennour, Paris/London
Hicham Berrada, „Présage“, 2007 ongoing; Foto: Wolfgang Günzel, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy the artist, WENTRUP, Berlin & kamel mennour Paris/New York
Lucy Dodd, „Hermit“, 2018, Ausstellungsansicht im Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the Artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Lucy Dodd, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Lucy Dodd, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the Artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Lucy Dodd, „The Son“, 2018; Foto: Timo Ohler, © Lucy Dodd, Courtesy Courtesy of the Artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Lucy Dodd, „Mother“, 2018; © Lucy Dodd, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Lucy Dodd, „Exhibition poster“, 2018; © the artist, Courtesy of the artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Lucy Dodd, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the Artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Lucy Dodd, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the Artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Lucy Dodd, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the Artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Lucy Dodd, „Fox“, 2017/2018; Foto: Timo Ohler, © Lucy Dodd, Courtesy Courtesy of the Artist, Sprüth Magers and David Lewis Gallery, New York
Sam Falls, Untitled (Highland Park, CA, Red1), 2011, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, Untitled (Vivaldi's Four Seasons for the four seasons), 2015, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy Galleria Franco Noero, Turin
Sam Falls, Untitled (Pallet 10, Pomona), 2013, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, „Untitled (Venice Rain, Rope, 3)“, 2013; © the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, „Untitled (Queen 2, Hartland, VT)“, 2013; © the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, „Night Light“, 2018; Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, „Eclipse“, 2018; Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, Ausstellungsansicht Frankfurter Kunstverein, 2018, Foto: Wolfgang Günzel, © Frankfurter Kunstverein, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, „Untitled (Venice Rain, Rope, 3)“, 2013; © the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York
Sam Falls, „Untitled (Queen 2, Hartland, VT)“, 2013; © the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York, Courtesy the artist and Galerie Eva Presenhuber Zurich and New York

Rückbindung an Welt: Über das Poetische in Elementen und Materialien

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 30. Oktober 2018, 19.30 Uhr

Kuratorin: Franziska Nori

„Ein rein verstandesmäßiges Weltbild ganz ohne Mystik ist ein Unding.“ (Erwin Schrödinger)

Vom 31. Oktober 2018 bis zum 13. Januar 2019 präsentiert der Frankfurter Kunstverein die Ausstellung „Rückbindung an Welt“ mit Werken von Hicham Berrada (*1986, Casablanca, Marokko, lebt und arbeitet in Paris, Frankreich), Lucy Dodd (*1981, New York, USA, lebt und arbeitet in Kensington, USA) und Sam Falls (*1984, San Diego, USA, lebt und arbeitet in Los Angeles, USA). Die Ausstellung wird zum ersten Mal umfassend Werke der drei internationalen KünstlerInnen in einer deutschen Institution zeigen.

Die KünstlerInnen der Ausstellung „Rückbindung an Welt“ Hicham Berrada, Lucy Dodd und Sam Falls suchen in ihren Werken nach existenziellen Grundparametern, die unsere Verbundenheit mit einem übergeordneten Ganzen herstellen, und zeigen neue Wege der Rückbindung an Welt auf. Sie formulieren ihr Werk im Umfeld eines historischen Moments, in dem der Mensch durch digitale Mittel von den Bedingungen, die Zeit und Raum stellen, zunehmend entkoppelt wird.

Die unterschiedlichen künstlerischen Interessen von Hicham Berrada, Lucy Dodd und Sam Falls eint der Versuch, die Welt zu verstehen, indem sie die Elemente und Materialien unserer Umwelt begreifen und ihre verbindenden Zusammenhänge verfolgen. Die Werke der KünstlerInnen entstehen aus einer Resonanz mit den Materialien, die Teil unseres Lebens sind. Sie nutzen natürliche Phänomene, aktivieren Zeitprozesse und arbeiten mit organischen Stoffen. Die Werke entspringen dabei als Spuren dieser Abläufe und Materialien. Ausgehend von der Erforschung der Wirkmechanismen ihrer Substanzen setzen sie das Potenzial von Kunst ein, den Menschen in das Gefüge der Welt einbinden zu können und eine neue Verortung mit den ihn umgebenden Prozessen zu entwerfen. Das künstlerische Arbeiten von Hicham Berrada, Lucy Dodd und Sam Falls ist dabei an der Schnittstelle von ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten, angewandter Wissenschaft und praktischer Philosophie angesiedelt. In der poetischen Befragung der Natur der Welt spüren sie Formen auf, die darstellen, warum alles so ist, wie es ist.

Seit bereits einigen Jahrhunderten ist die Kunst der Ort, um die Erfahrung menschlicher Existenz mit dem Verlangen nach einer Beziehung zu unserer Umgebung herzustellen. Das Instrumentarium der Künste ist bis heute das uns am besten gegebene Mittel, um das Gefüge der Existenz begreifbar zu machen. Es bietet die einmalige Fähigkeit Diskurs, Mythen und Poesie miteinander zu verbinden und einen vielschichtigen Blick auf das Leben, die Erde und was wir von ihr wissen, zu werfen. In einer Zeit, in der über die Welt unendlich viel Wissen in Form von Daten und Informationen als Zahlen- und Faktensammlungen vorhanden ist, scheint ein tieferes Verständnis von den Zusammenhängen des Lebens verloren gegangen zu sein. Im Blick der gegenwärtigen Erkenntnisse der Naturwissenschaften ist es aber so notwendig wie noch nie, ihr komplexes Wissen mit neuen Erzählungen zu verbinden, um ein sinnstiftendes Selbstverständnis des Menschen im Umgang mit der Welt zu schaffen.

Gleichzeitig manifestiert sich in vielen Bereichen der Gesellschaft und nicht zuletzt in der drängenden ökologischen Frage das Fehlen eines Gesamtbildes, in dem der Mensch sich als Teil eines größeren Ganzen versteht und eingebettet sieht. Die Steigerungslogik, die mit dem Kapitalismus einhergeht, zielt auf stetige Kontrolle und Akkumulation ab. Sie betrachtet die Umwelt als Ressource, über die der Mensch verfügt und die von ihm verbraucht werden kann. Im Bewusstsein der Nachwirkungen dieses Prinzips forscht eine junge Generation nach Wegen, mit ihrem Schaffen eine neue Sinnhaftigkeit herzustellen, um eine Rückbindung an Welt zu erfragen.

Für die Notwendigkeit, den Menschen wieder als umsichtigen und respektvollen Teil eines größeren Zusammenhangs zu definieren, dessen Leben und Möglichkeiten durch schier unendlich weitreichende Prozesse beeinflusst wird, plädieren eine Reihe wegweisender Denker und Wissenschaftler unserer Gegenwart. Ein Verständnis unserer Welt, in dem der Mensch solitäres Machtzentrum ist, soll durch Konzepte abgelöst werden, die die Zusammenhänge unseres Handelns betonen und auf den Willen und die Lebenskraft aller Erdbewohner, egal in welcher organischen Form, Acht geben. Gespeist wird dies nicht aus Sehnsüchten idealistischer Verklärung, sondern durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse, die die unvermittelte Notlage unserer Umgebung als eine Nachwirkung jener bis heute andauernden Rücksichtslosigkeit sieht.
Hicham Berrada, Lucy Dodd und Sam Falls stehen für drei unterschiedliche Haltungen, den Menschen im wechselwirksamen Austausch mit seiner Umgebung zu lesen. Die bisher als voneinander unabhängig verstandenen Bereiche des Kulturellen und des Natürlichen beleuchten sie kritisch und zeigen auf, in welcher Weise unser Leben in größere Prozesse eingebettet ist. Jene Künstlergeneration, die das Bedürfnis nach einer sinnvollen Einbettung in die Welt verspürt, arbeitet vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion, die das menschliche Handeln mit der Natur neu definieren will. Was traditionell als Natur bezeichnet wurde, ist durch massive Eingriffe des Menschen grundlegend verändert worden. Bedenkt man, wie weitgehend die Menschheit Einfluss auf die verschiedensten Winkel des Planeten wie die Erdoberfläche, die Atmosphäre, die Biosphäre und die arktische Sphäre genommen hat, fällt es schwer, weiterhin von „Berührtem“ und „Unberührtem“ zu sprechen.

Die Auswirkungen menschlicher Aktivität und ihre Errungenschaften in sozialer, technischer und wirtschaftlicher Hinsicht haben derartig große Dimensionen angenommen, dass sie nunmehr auch in die Überlegungen der Naturwissenschaften mit einbezogen werden. Die seit der Aufklärung verbreitete Auffassung, dass die Natur zur auszubeutenden Ressource reduziert werden kann, führte zu einer Kultur, in der technologischer Fortschritt zur obersten Losung geworden ist. Ein unaufhörliches Aufkeimen von ökologischen Krankheiten wie Hitzewellen, Artensterben und Umweltverschmutzung, die durch das Prinzip dieser wirtschaftlichen Nutzbarmachung der Natur verursacht werden, zeigt allerdings die Grenzen jenes Systems auf. Philosophen, Wissenschaftler aus zahlreichen Fakultäten, Intellektuelle und Künstler verweisen auf die dringliche Notwendigkeit eines radikalen Kulturwandels.
Wie kann ein so einschneidender Kulturwandel vollzogen werden? Welche Rolle können die Künste einnehmen, deren Einmaligkeit und Besonderheit darin liegt, über bloßes Faktenwissen hinaus, Kraft einer poetischen Sprache, veränderte Perspektiven und Anschauungsweisen auf das erweiterte Gefüge der Existenz begreifbar zu machen? Welche Wege gibt es, um die humane Tragweite unseres Wissens zu verstehen? Können Poesie und Bilderreichtum der Dichtung das anschaulich und emotional erfahrbar machen, worüber die Wissenschaft in abstrakter Terminologie verhandelt?

(Text: Franziska Nori, Dennis Brzek)

Bitte beachten Sie unsere geänderten Öffnungszeiten an den Feiertagen:
25.12.: 14 - 19 Uhr
26.12.: 11 - 19 Uhr
24.12.: geschlossen
31.12.: geschlossen
01.01.: geschlossen
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Hicham Berrada

Lucy Dodd

Sam Falls

Frankfurter Kunstverein
Steinernes Haus am Römerberg
Markt 44
D-60311 Frankfurt am Main
Anfahrt

Öffnungszeiten
Di-So: 11 – 19 Uhr
Do: 11 – 21 Uhr
Montags geschlossen