Symposium Kunstflash

Newsflash Kunstkritik: Wie die digitale Vernetzung und Verbreitung von Kunst neue Herausforderungen an die Kritik stellt

Symposium des Promotionsbereichs der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main

Das Symposium Newsflash Kunstkritik widmet sich der Frage, wie die Kritik einer Kunst begegnen kann, die sich, wie etwa die sog. Post-Internet Art, über ihre Vernetzung im Analogen und insbesondere Digitalen definiert. Welche Darstellungsformen eignen sich zur Annäherung an eine Kunst, die stets ihre Verbreitung mitdenkt, und wie sind diese in Relation zur Kultur des Likens und Dislikens in den sozialen Netzwerken zu sehen? Welche Kriterien werden wichtig, wenn Plattformen wie Youtube, Tumblr oder Twitter sich als neue ‘soziale’ Präsentationsmedien für die Kunst anbieten und in diesem Zuge die Interaktion mit den Betrachtern bzw. Usern mehr und mehr zum integrativen Teil künstlerischer Arbeiten selbst wird?
Vor allem auch hinsichtlich ihrer Rolle für die Formierung von Zivilgesellschaften ist kunstkritische Autorschaft in Zeiten von Vernetzung und Dividualität neu zu durchdenken.

Oft wird der Kunstkritik vorgeworfen, auf einem Subjektmodell zu basieren, dessen Ideal aus der modernen Eigentumsnorm gebildet wurde, und sich damit allzu reibungslos in die Mechanismen des kapitalistischen Systems einzufügen. Auch die Präsentation von Bildern, Skulpturen und Installationen in Form von digital zirkulierenden, kontextuell ungebundenen installation shots erfüllt ihre Funktion im Dienste einer Warenförmigkeit der Kunst, die mitunter sogar durch die Künstler selbst ostentativ forciert wird.
Zeigt sich in diesen Strategien der Mimikry eine kapitalismusaffirmative Seite der Kunst oder ein Akt selbstreferentieller Meta-Kritik? Falls Letzteres gilt: Was sagt dies über das Verhältnis von Kunstpraxis und Kunstkritik aus? Welche Rolle spielt eine Kunstkritik, deren Gegenstand sich nicht nur selbst versteht, sondern auch selbst erklärt?

Programm:
Donnerstag, 24. November 2016
14.00 Uhr - Franziska Nori (Direktorin Frankfurter Kunstverein), Bernd Kracke (Präsident Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main), Danièle Perrier (Vizepräsidentin AICA Deutschland e. V.): Begrüßung
Ellen Wagner (Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main): Einführung
14.30 Uhr - Ismene Wyss (Bern): Schreiben – Liken – Hashtaggen. Kunstkritik im digitalen Zeitalter
15.00 Uhr - Maria Männig (Karlsruhe): (W)ende der Kritik?
16.00 Uhr - Jörg Scheller (Zürich): Dividuelle Kunstkritik
17.15 Uhr - Yvonne Schweizer (Bern): Formate digitaler Ausstellungskritik und die Wirkmacht des installation shot
17.45 Uhr - Agnieszka Roguski (Berlin): Subjektives Sehen. Eine Frage des Standards
18.45 Uhr - Kerstin Stakemeier (Nürnberg): Enteignungsprotokolle – Kunstkritik als Organisationsform

Freitag, 25. November 2016
09.45 Uhr - Ellen Wagner (Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main): Begrüßung
10.00 Uhr - Noemi Smolik (Bonn/ Prag): Wie vermeide ich Fallen und andere Stolpersteine
11.15 Uhr - Alexander Roth (Berlin): Vaporwave – Kunst und Kritik im Techno-Kapitalismus
12.00 Uhr - Kolja Reichert (Frankfurt): Was ist noch ein Argument? Kunst und Kritik nach dem Celebritive Turn
13.00 Uhr - Abschlussdiskussion; Moderation: Michaela Filla-Raquin, Sebastian Mühl, Ellen Wagner

Die Teilnahme am Symposium ist kostenfrei.
Um Registrierung bis zum 18. November 2016 unter wagner@hfg-offenbach.de wird gebeten.

Veranstalter: Promotionsbereich der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main
Partner: Frankfurter Kunstverein und AICA Deutschland e. V. (Association Interationale des Critiques d’Art)
Konzept: Ellen Wagner (Hochschule für Gestaltung Offenbach a. M.)