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	<title>art and science | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<title>art and science | Frankfurter Kunstverein</title>
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		<title>Agnes Questionmark</title>
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		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Oct 2025 09:43:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Incertae sedis I (Birth at Sea), 2025 Harz, transparentes Harz und Eisen 135 x 202 x 90 cm Incertae sedis II (Turn Male to Mate), 2025 Harz, transparentes Harz und Eisen 162 x 135 x 242 cm Incertea sedis III (Female Adulthood), 2025 Harz, transparentes Harz und Eisen 215 x 158 x 76 cm Multivisceral <a href="https://www.fkv.de/agnes-questionmark/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Incertae sedis I (Birth at Sea)</em>, 2025<br />
Harz, transparentes Harz und Eisen<br />
135 x 202 x 90 cm</p>
<p><em>Incertae sedis II (Turn Male to Mate)</em>, 2025<br />
Harz, transparentes Harz und Eisen<br />
162 x 135 x 242 cm</p>
<p><em>Incertea sedis III (Female Adulthood)</em>, 2025<br />
Harz, transparentes Harz und Eisen<br />
215 x 158 x 76 cm</p>
<p><em>Multivisceral abdominal resection with BiClamp®️ knife 220</em>, 2025<br />
Silikon<br />
245 x 440 cm</p>
<p><em>Partial liver resection using BiClamp®️ knife 220</em>, 2025<br />
Silikon<br />
410 x 225 cm</p>
<p><em>Heart Transplant Surgery:&#8217;No Room for Anything Less Than Perfection&#8216;</em>, 2025<br />
Silikon<br />
205 x 377 cm</p>
<p><em>is like living in two different planets</em>, 2025<br />
Wachs<br />
180 x 230 cm</p>
<p><em>i have an empty sit next to me</em>, 2025<br />
Wachs<br />
170 x 180 cm</p>
<p><em>my heart is pounding the idea of u coming</em>, 2025<br />
Wachs<br />
155 x 185 cm</p>
<p>Produziert von Frankfurter Kunstverein</p>
<p>Mit freundlicher Unterstützung der Zabludowicz Collection</p>
<p>Courtesy Agnes Questionmark</p>
<p>Agnes Questionmark lebt und arbeitet in Rom und New York. Ihre Überlegungen kreisen um das Thema, wie Körper gelesen werden, die von gesellschaftlichen Normvorstellungen abweichen. Was es für das Individuum bedeutet, wenn der eigene Körper zum Objekt medizinischer Eingriffe und biopolitischer oder juristischer Regulierung wird. Agnes Questionmark verweist auf die Macht rein medizinischer Betrachtung, die Subjekte fixiert, Geschlechter zuweist und Abweichungen pathologisiert. Indem sie sich klinische Bildwelten aneignet und diese transformiert, wird ihre Kunst zu einem Akt der Selbstermächtigung – jenseits binärer Kategorien von männlich und weiblich, gesund und krank, menschlich und nicht-menschlich, fragil und resilient.</p>
<p>Agnes Questionmarks Kunst entsteht in Performances, Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten. Ausgangspunkt ihres Werks ist ihr eigener Körper. Frühe Erfahrungen ließen die Künstlerin an gesellschaftlichen Erwartungen und Bewertungen von Körper und Identität zweifeln. Im Kindesalter stand sie unter ständiger ärztlicher Beobachtung und medikamentöser Behandlung. Ihr Körper, so Questionmark, passte nicht in eine Kategorie oder in eine gesellschaftliche Normvorstellung, wie ein Körper sein soll. Er funktionierte nicht so, wie es erwartet wurde. Und so begann die Künstlerin, vorerst in einer männlich konnotierten Identität, andere Formen und Kategorien zu nutzen, um ihren eigenen Körper zu denken und darzustellen. Die Frage nach der Zuschreibung von gesund und pathologisch, zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung wurde zum Fluchtpunkt ihrer Überlegungen und Hinterfragung.</p>
<p>Sie fragte, was Wirklichkeit ist, suchte nach Begriffen für deren Abbildbarkeit und Beschreibung. Susan Sontags, Roland Barthes’ und Walter Benjamins Theorien zur Fotografie legten einen wesentlichen Grundstein. Über die Jahre entwickelte die Künstlerin ihr Alter Ego. In ihrer Performance <em>TRANSGENESIS</em>, in der sie 23 Tage lang je acht Stunden täglich einen übergroßen Oktopus verkörperte, feierte sie ihre eigene Transformation und Wiedergeburt als Agnes Questionmark. Oktopusse sind eine Leitfigur in Questionmarks Werk. Sie stehen für Mutterschaft, denn die klugen Meerestiere sterben, um ihre Nachkommen mit ihrem Leib zu nähren. Und sie besitzen nicht nur ein Gehirn, sondern Denkzentren in jedem ihrer Tentakel, mit dem sie die Welt um sich herum gleichzeitig erfahren.</p>
<p>Questionmark geht es um eine Transformation, um Körper, die nicht dualistisch und gesellschaftlich konstruiert sind, sondern ein Dazwischen darstellen – und somit selbstermächtigt eine neue Identität anzunehmen und das alte Ich zu überwinden. Das Fragezeichen (engl. question mark) in ihrem Namen steht sinnbildhaft für ebendiese Überzeugung, dass das Selbst kein starrer Zustand ist, sondern ein ständiger Fluss an wechselnden Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen im Austausch mit der Welt.</p>
<p>Für die Ausstellung <em>Anatomie der Fragilität</em> hat die Künstlerin eine raumgreifende Installation geschaffen. Drei lebensgroße Skulpturen und sechs Wandobjekte. Ausgangsmaterial sind Bilder chirurgischer Eingriffe am offenen Herzen, Leber oder Magen. Die operierenden Hände der Ärzte greifen tief ins Innere des Körpers. Die Körperbilder verfremdet Questionmark digital und analog und überformt sie mit Silikon oder übergießt sie mit Wachs wie eine dicke Haut. Farbpigmente verschmelzen mit dem Material zu organischen Landschaften, die wie aufgeschnittenes Körpergewebe anmuten. Die haptische Präsenz von Silikon und Wachs erinnert an Fleisch und an innere Körperräume. So entstehen viszerale Bilder, die einen intimen Blick auf die Verletzlichkeit des Körpers gewähren. Der Raum ist in eine Klanglandschaft getaucht. Gedämpfte Herzschläge, das Strömen des Blutes, der Klang des Fließens und Pumpens, wie es aus dem Inneren unseres Leibes gegen die Oberfläche pocht.</p>
<p>Das Zentrum des Raumes bilden die drei lebensgroßen Skulpturen. Mischwesen, zwischen Aliens, mythologischen Wasserfiguren und Fischen. Ihr blaues Äußeres wirkt kühl, ihre Oberfläche wirkt nass, als wären sie gerade aus dem Wasser aufgetaucht oder eben erst geboren worden. Das Wasser ist für Agnes Questionmark Urort der Transformation und Ort des Werdens und Vergehens – Ozeane als Beginn alles Lebens oder das Fruchtwasser im Mutterleib. Ihre Skulpturen und Installationen verkörpern hybride Gestalten, die sich einer eindeutigen Zuordnung entziehen. Halb Mensch, halb Tier. Oder wie ein Seepferdchen, dieses wundersame zarte Wasserwesen, bei denen es die Männchen sind, die ihre Brut austragen. Das Fremde, das Andersartige, das in der Gesellschaft als monströs gilt, wird bei Questionmark zu einem Bild des Offenen und Möglichen.</p>
<p>Die hybriden Kreaturen von Agnes Questionmark lassen sich keiner Spezies und keinem Territorium zuordnen. Unter Wasser oder auf der Erde, organisch oder künstlich, geboren oder ungeboren – sie verkörpern Zustände des Dazwischen. In dieser Schwebe verweisen sie auf eine posthumane Existenzidee: eine Welt, in der Körper nicht mehr über Hierarchie, Identität oder Eindeutigkeit definiert sind, sondern durch Verflechtung, Vielheit und gegenseitige Abhängigkeit.</p>
<p>Questionsmarks Erfahrungen und Empfindungen spiegeln sich in den philosophischen Gedanken von Donna Haraway zur „tentakulären Verflechtung“, in Rosi Braidottis Idee des „nomadischen Subjekts“ und in den Ideen des Posthumanismus. Dieser lehnt ein festes Menschenbild ab und weitet den Fokus über die Gattung Mensch hinaus und betrachtet auch Tiere, Technologien und die Umwelt als bedeutsame Akteure, die die Welt mitformen. Im Zentrum steht die Frage nach den Beziehungen zwischen Menschen und den zahlreichen nicht-menschlichen Wesen in einer immer neuen Verbindung, frei von Hierarchie.</p>
<p>Questionmark macht sich die Ästhetiken chirurgischer Eingriffe und biotechnologischer Verfahren zunutze. In ihren Arbeiten wird der Körper geöffnet, durchlässig, verändert. Doch während Medizin und Technologie für die Künstlerin oft der Normierung und Kontrolle dienen, nutzt sie dieselben ästhetischen Mittel, um genau diese Machtverhältnisse deutlich sichtbar zu machen. Der Blick auf den Körper wird dabei selbst zum politischen Akt: Wer darf ihn formen? Wer wird geformt?</p>
<p>Für Questionmark sind Fragilität und Schmerz die Voraussetzung für Transformation. Ihre hybriden Wesen verbinden Schmerz mit Hoffnung, Monstrosität mit Fürsorge, Abscheu mit Schönheit. Sie und ihre Figuren entwerfen Bilder einer Zukunft, in der Menschlichkeit nicht als starre Norm erscheint, sondern als offener Prozess – formbar nach individuellen Sehnsüchten und Wünschen. Agnes Questionmark lädt dazu ein, den Körper neu zu denken – als Prozess, als Möglichkeit, als Fragilität, die zur Stärke wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Agnes Questionmark</strong> (*1995 Rom, IT) ist eine Künstlerin, die zwischen Performance, Skulptur, Video und Installation arbeitet. Zu ihren jüngsten Langzeitperformances gehören <em>CHM13hTERT</em> (2023), präsentiert in einem öffentlichen Bahnhof im SpazioSERRA, Mailand (IT), und <em>TRANSGENESIS</em> (2021), präsentiert von The Orange Garden und Harlesden High Street in London (GB). Ihre Arbeiten wurden unter anderem auf der 60. Biennale von Venedig (IT), im Centre d’Art Contemporain in Genf (CH), im MAXXI Museum in Rom (IT), auf der 14. Gwangju Biennale (KOR), auf der Malta Biennale in Valletta (MLT), in der König Galerie in Berlin (DE) und in der Fondazione Mario Merz in Turin (IT) präsentiert. Ihre erste italienische Einzelausstellung fand 2025 im SPE &#8211; Spazio Performatico ed Espositivo Dello Scompiglio in Lucca (IT) statt. Zudem wurden ihre Texte im NERO Magazine veröffentlicht und in der Fondazione ICA in Mailand (IT) vorgestellt. 2025 nimmt Agnes Questionmark an der 18. Quadriennale di Roma (IT) teil.</p>
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		<title>Marshmallow Laser Feast</title>
		<link>https://www.fkv.de/marshmallow-laser-feast-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 14:06:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
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					<description><![CDATA[Distortions in Spacetime, 2018 Echtzeit-interaktive, begehbare Installation, Mehrkanal-Audio 9 min 40 sec Courtesy Marshmallow Laser Feast Marshmallow Laser Feast (MLF) sind ein Künstler:innenkollektiv aus London, das an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Kunst arbeitet. Mit ihrer Installation Distortions in Spacetime (Krümmung der Raumzeit) nehmen sie die Besucher:innen mit auf eine Reise ins Universum und <a href="https://www.fkv.de/marshmallow-laser-feast-2/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Distortions in Spacetime</em>, 2018<br />
Echtzeit-interaktive, begehbare Installation, Mehrkanal-Audio<br />
9 min 40 sec<br />
Courtesy Marshmallow Laser Feast</p>
<p>Marshmallow Laser Feast (MLF) sind ein Künstler:innenkollektiv aus London, das an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Kunst arbeitet. Mit ihrer Installation <em>Distortions in Spacetime</em> (Krümmung der Raumzeit) nehmen sie die Besucher:innen mit auf eine Reise ins Universum und zu einer sinnlichen Begegnung mit der Entstehung eines sogenannten stellaren Schwarzen Lochs. Das begehbare, audiovisuelle Kunstwerk schafft Bilder, die astrophysikalische Forschung und Erkenntnisse in eine visuelle Allegorie überführen.</p>
<p>Marshmallow Laser Feast sind international für ihre enge Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftler:innen bekannt, aus der Kunstwerke entstehen, die die Wahrnehmung von Natur durch immersive Technologien erweitern. 2021 bereits wurden sie vom Frankfurter Kunstverein für die Ausstellung <em>Die</em> <em>Intelligenz der Pflanzen</em> mit ihrem Werk <em>Treehugger: Wawona</em> eingeladen.</p>
<p>Die Astrophysik verfügt heute über immer bessere Möglichkeiten, unseren Blick bis in die Tiefe des Kosmos vordringen zu lassen. Daten und mathematische Berechnungen der Forscher:innen bleiben aber für Laien oft unzugänglich. Marshmallow Laser Feast versuchen mit den Mitteln ihrer Kunst, den Abstraktionsgrad mathematischer Theorien für eine breite Öffentlichkeit bildhaft zu übersetzen. <em>Distortions in Spacetime</em> widmet sich der Entstehung von Gravitation, sterbenden Sternen und Schwarzen Löchern und setzt diese in Beziehung zu unserer körperlichen Anwesenheit.</p>
<p>Ein stellares Schwarzes Loch entsteht, wenn sehr massereiche Materie wie der Kern eines großen sterbenden Sterns kollabiert. In den letzten Momenten dieses Kollapses wird die Materie so stark komprimiert, dass ihre Dichte ins Unendliche geht. Diese extrem hohe Dichte erzeugt einen Punkt innerhalb des Schwarzen Lochs, an dem die Krümmung der Raumzeit unendlich ist und die uns bekannten physikalischen Gesetze nicht mehr gelten: Die Zeit steht still, und die Gravitation wird so stark, dass nicht einmal Licht der Anziehungskraft entkommen kann. Die Energie, die dieses Schwarze Loch formt, setzt eine Supernova-Explosion frei, die die Bausteine des Lebens – Kohlenstoff, Sauerstoff, Silizium, Schwefel, Kalzium und Eisen – ins All schleudert. Aus kosmischen Explosionen entstehen die Elemente, aus denen neue Planeten, unsere Erde, alle Lebewesen, Pflanzen, Tiere und letztlich auch wir Menschen hervorgegangen sind.</p>
<p>Besucher:innen betreten einen rundum verspiegelten Kubus. Um sie herum entspinnt sich ein Bilderrausch aus fließenden und wirbelnden Farbatomen und Klängen wie in einer kosmischen Oper. Die Technologie der Installation erfasst in Echtzeit die Körper der Menschen und modelliert sie in die galaktischen Explosionen und Kompressionen hinein. In die Partikelwolken schreiben sich die Umrisse der Körper der Menschen ein und werfen den Schatten ihrer Anwesenheit ins All.</p>
<p>Was die Animation <em>Distortions in Spacetime</em> vermitteln kann, ist das Staunen in Anbetracht des Großen und Ganzen und des übergeordneten Gefüges, von dem wir ein Teil sind. Ein Empfinden für größere Zusammenhänge stellt sich ein, wie es Astronaut:innen erleben, wenn sie die Erde aus dem Weltraum betrachten. Sie berichten von einem Gefühl der Ganzheit, wenn sie den Planeten ohne politische Grenzen in seiner ganzen Schönheit aus der Ferne sehen und erfasst werden von dem tiefen Verständnis für die Verletzlichkeit des Lebens auf der Erde.</p>
<p>Um den Ursprung von allem – auch des Universums selbst vor dem Urknall – zu denken, hat der Mensch seit jeher religiöse Deutungen, Mythen und wissenschaftliche Theorien entwickelt. Das theoretische Modell unserer Zeit geht auf Einsteins Relativitätstheorie zurück: Am Anfang war reine Energie, es existierte keine Zeit, kein Raum, alles war zur selben Zeit, an einem Punkt. Bis der Urknall alles, das Universum, die Grundkräfte, die Sterne und letztendlich die Erde und den Menschen hervorbrachte. Wie kann man diese Unermesslichkeit verstehen? Wie kann man begreifen, worauf unsere Sinnesorgane nicht ausgerichtet sind?</p>
<p>Unsere Vorstellung von der Realität hängt davon ab, wie unser Körper strukturiert ist, um die Welt wahrzunehmen. Die wissenschaftliche Forschung, die das Wesen der Natur erkundet, enthüllt ein breites Spektrum von Realitäten, die oft jenseits unserer Wahrnehmung liegen. Die Kunst tut dies auch, aber sie führt alles zu uns und auf uns zurück, indem sie nach der Bedeutung des Wissens für uns fragt und es in Bildern imaginierbar werden lässt.</p>
<p>In der Tiefe der Raumzeit liegt die Essenz dessen, was uns Menschen ausmacht. Das Künstler:innenkollektiv stellt sich der Herausforderung, die Auseinandersetzung mit der Natur des Universums und unsere eigene Existenz sinnlich miteinander zu verbinden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Marshmallow Laser Feast (MLF)</strong> ist ein in London, GB, ansässiges Künstler:innenkollektiv, das durch die Verbindung von Kunst, Film und Extended Reality immersive Erfahrungen schafft, die die menschliche Wahrnehmung erweitern und unsere Beziehung zur natürlichen Welt erforschen. Dafür arbeitet MLF mit interdisziplinären Expert:innen aus Kunst, Programmierung, Ingenieurwesen, Poesie und Chemie zusammen und entwickelt maßgeschneiderte Software- und Hardwaresysteme. MLF hat international bei Institutionen wie dem Barbican Centre, London (GB), dem ACMI, Melbourne (AU), dem Yamaguchi Center for Arts and Media – YCAM (JP), dem Phi Centre, Montreal (CA), der Istanbul Design Biennial (TR) ausgestellt. Das Kollektiv ist bekannt für ihre preisgekrönten Arbeiten wie <em>We Live in an Ocean of Air</em> (2018) und <em>In the Eyes of the Animal</em> (2016), letzteres wurde mit dem Wired Audi Innovation Award für Innovation im Experience Design ausgezeichnet. <em>TreeHugger: Wawona</em> wurde 2021 im Frankfurter Kunstverein gezeigt und gewann u. a. den Tribeca Storyscapes Award für Innovation im Storytelling sowie den Best VR Film Prize beim VR Arles Festival (FR). Die Arbeiten von MLF wurden auch in führenden Publikationen wie The Guardian, New Scientist, Wired, The Times und Creative Review vorgestellt.</p>
<p><iframe title="Das Anwesende des Abwesenden: Distortions in Spacetime - Marshmallow Laser Feast" width="1778" height="1000" src="https://www.youtube.com/embed/jOVit3VEyV4?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></p>
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