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	<title>KI | Frankfurter Kunstverein</title>
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		<title>Elisa Deutloff</title>
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		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 10:22:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Algorithmen]]></category>
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		<category><![CDATA[audiovisuelle Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[Digitale Entfremdung, 2025 Zwei PCs, Bildschirm, Mikrofon, zwei Sound-Interfaces, Latex, Teppich, Soundabsorber, Knöpfe Maße variabel Courtesy die Künstlerin Elisa Deutloff (*1998, Lich, DE) studiert an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Ihr Schwerpunkt liegt auf elektronischen Medien und so schafft sie interaktive Rauminstallationen, tritt live auf, programmiert und trainiert KI-Systeme. Sie ist Mitglied des Chaos Computer <a href="https://www.fkv.de/elisa-deutloff/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Digitale Entfremdung</em>, 2025</p>
<p>Zwei PCs, Bildschirm, Mikrofon, zwei Sound-Interfaces, Latex, Teppich, Soundabsorber, Knöpfe</p>
<p>Maße variabel</p>
<p>Courtesy die Künstlerin</p>
<p>Elisa Deutloff (*1998, Lich, DE) studiert an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Ihr Schwerpunkt liegt auf elektronischen Medien und so schafft sie interaktive Rauminstallationen, tritt live auf, programmiert und trainiert KI-Systeme. Sie ist Mitglied des Chaos Computer Clubs. Deutloff interessiert, welchen Einfluss generative Technologien auf unsere Wahrnehmung von Realität und Subjektivität haben.</p>
<p>Für <em>And This is Us</em> <em>2025</em> hat Elisa Deutloff einen intimen Erfahrungsraum konzipiert. Besucher:innen sind eingeladen ein abgetrenntes Zimmer zu betreten und Platz zu nehmen. Atemgeräusche sind zu hören. Ein kleiner Monitor gibt Anweisungen. Die Besucher:innen sollen eines von mehreren angezeigten Gedichten in ein Mikrophon (ein)sprechen und dabei den Aufnahmeknopf betätigen. Aus den Surroundboxen ertönt eine Systemstimme und informiert, dass fortan ein Large Language Model (LLM)<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><sup>[1]</sup></a> mit den Besucher:innen sprechen wird. Die Anzahl der Fragen, die an die KI gestellt werden können, braucht Credit Points auf. Der Monitor bietet Einstiegsfragen an. Es antwortet eine Stimme, die frappierend der der Besucher:innen gleicht. Der Stimmklon wurde innerhalb von Sekunden erstellt. Von nun an kann ein Dialog beginnen.</p>
<p>Deutloff hat ein Erlebnis konzipiert, das der Konversation mit einem Chatbot ähnelt, jedoch zu einem Selbstgespräch mit einer von ihr trainierten KI führt. Sie hat drei KI-Algorithmen verbaut und auf sich selbst trainiert: Speech-to-Text-KI, Text-To-Speech-KI und ein Large Language Model (LLM). Sie hat zwei Datensätze verwendet, um das LLM zu trainieren. Ein aus 3700 eigenen Chatnachrichten bestehender und ein zweiter aus circa neunzig Frage-Antwort Paaren zu verschiedensten Themen, die sie selbst manuell beantwortet hat. In den Latenzpausen, in denen die KI die Antworten generiert, ist der Sound einer Herzkohärenzatmung zu hören, beruhigend und unangenehm zugleich.</p>
<p>Durch die Simulation der Stimme der interagierenden Person einsteht ein befremdlicher Effekt, eine Art introspektiver Dialog mit einer digitalen Identität, bei der eine Mischung aus Elisa Deutloffs Online-Persona mit der Stimme der Besuchenden verschmilzt.</p>
<p>Sowohl für ihre Arbeitsprozesse als auch privat, berichtet Deutloff sich regelmäßig mit digitalem Content zu umgeben. „Man ist nicht allein, aber auch nicht wirklich mit jemandem. Man spricht, aber wird vielleicht nicht wirklich verstanden. Man hört sich selbst – aber fremd. Das ist für mich die dysfunktionale Geborgenheit.“ ChatGPT fragt sie um Rat und Beistand. Hier weiß sie sich sicher und von niemandem beurteilt.</p>
<p>Durch die Übersetzung dieser Wirklichkeit in eine künstlerische Arbeit verleiht Elisa Deutloff einem umfassenden gesellschaftlichen Phänomen Sichtbarkeit. KI wird von Menschen zunehmend als artifizielle Lebenspartnerin erlebt. Das Phänomen weitet sich flächendeckend aus. Auch KI basierte Psychotherapie Apps finden zunehmend Anwendung. In der Popkultur interagieren dank der KI Millionen von Fans als sogenannte „Army“ mit ihren K-Pop Idolen. Deutloff befasst sich intensiv mit dem Begriff der dysfunktionalen Geborgenheit. Dies beschreibt sie als Gefühl von Schutz oder Vertrautheit, das gleichzeitig von Unbehagen, Enge oder einer unterschwelligen Bedrohung begleitet wird. Es entsteht, wenn etwas eigentlich Vertrautes &#8211; ein Körper, ein Raum, eine Berührung &#8211; zugleich verstörend, unheimlich oder erdrückend wirkt.</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><sup>[1]</sup></a> Ein Large Language Model (LLM) ist eine Art von künstlicher Intelligenz, die sich durch die Verarbeitung und Erzeugung menschlicher Sprache auszeichnet.</p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Elisa Deutloff (*1998, Lich, DE) studiert seit 2019 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (DE) bei Prof. Alexander Oppermann. Ihre Schwerpunkte sind Klang, Performance, künstliche Intelligenz und digitale Systeme. Dabei untersucht sie das Zusammenspiel von Mensch und Technologie, um Themen wie Identität, Überwachung und mediale Repräsentation zu reflektieren. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin hat sie an mehreren Projekten mitgewirkt, darunter „KITeGG &#8211; KI greifbar machen und begreifen: Technologie und Gesellschaft verbinden durch Gestaltung“ an der Hochschule Mainz (DE), „Algorithms In Context“ und „RAISE – Research on Artificial Intelligence in Sound and Musical Expression“ an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (DE).</p>
<p>Ihre Arbeiten wurden unter anderem im saasfee* pavillon, Frankfurt am Main (DE), in der Martin Asbæk Gallery, Copenhagen (DK), im Slowclub, Freiburg (DE) sowie im Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt am Main (DE) gezeigt. Zudem präsentierte sie ihre Performances bereits unter anderem beim Riviera Festival in Offenbach am Main (DE), Tanzhaus West, Frankfurt am Main (DE) und beim Studio Naxos, Frankfurt am Main (DE). 2023/2024 erhielt sie ein Stipendium der Stiftung Citoyen und 2021/2022 von der Dr. Marschner Stiftung.</p>
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		<title>Julien Prévieux &#8211; Where is My (Deep) Mind?</title>
		<link>https://www.fkv.de/julien-previeux/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Apr 2020 12:37:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Nori]]></category>
		<category><![CDATA[How to Make a Paradise]]></category>
		<category><![CDATA[Julien Prévieux]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Mattis Kuhn]]></category>
		<category><![CDATA[Where is My Deep Mind]]></category>
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					<description><![CDATA[2019 HD Video, 14:59 min Unterstützt von Fondation des Artistes und Seine-Saint-Denis Department, Lab’Bel und General Pop Courtesy the artist Julien Prévieux (*1974) beschäftigt sich mit der Visualisierung und Funktionsweise von KI-Technologien und den Prinzipien des maschinellen Lernens. Im Video „Where Is My (Deep) Mind?“ übersetzt Prévieux nicht sichtbare digitale Prozesse in menschliche Aktionen, die <a href="https://www.fkv.de/julien-previeux/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>2019<br />
HD Video, 14:59 min<br />
Unterstützt von Fondation des Artistes und Seine-Saint-Denis Department, Lab’Bel und General Pop<br />
Courtesy the artist</p>
<p>Julien Prévieux (*1974) beschäftigt sich mit der Visualisierung und Funktionsweise von KI-Technologien und den Prinzipien des maschinellen Lernens. Im Video „Where Is My (Deep) Mind?“ übersetzt Prévieux nicht sichtbare digitale Prozesse in menschliche Aktionen, die performativ ausgeführt werden.</p>
<p>In der Regel finden diese Prozesse in physisch kaum zugänglichen neuronalen Netzen statt, über Interfaces werden sie wahrnehmbar. Prévieux verlagert diese Interfaces nun in einen physischen, an ein Labor oder Testgelände angelehnten Raum, bespielt von vier Performern. Die Bewegungsabläufe der Figuren werden wie in der Robotik auf Stabilität geprüft, indem sie mit diversen Gegenständen aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Neben dem Training von Bewegung stellt Prévieux auch den Prozess des Sprachtrainings von Systemen vor. Die Dialoge der Verhandlungen um Bälle, Bücher und Hüte stammen aus Facebooks KI-Forschungslabor, das 2017 dialogische Versuchsanordnungen erstellte, mit denen Algorithmen Verhandlungsmethoden und Strategien erlernen sollten. Ein weiterer Teil der Trainingsdaten stammt aus Datenbanken mit menschlichen Konversationen, die zum Beispiel durch aufgezeichnete Beratungsgespräche entstanden. Als Grundlage für den Dialog über Glücksspiel diente die Interaktion zweier Chatbots, Eliza und Parry, zwei Computerprogramme, die 1972 in natürlicher Sprache miteinander kommunizierten. Diese maschinellen Systeme waren bereits 1972 entwickelt worden, um Kommunikationsmuster zu üben und im Dialog mit Menschen zu plausiblen Gesprächspartnern zu werden. Das mechanische Verhalten, sowohl in den Körperbewegungen als auch in den Argumentationen, welches bis in eine ausweglose Endlosschleife führt, wird kontrastiert durch die Körpersprache und die Stimme der PerformerInnen.</p>
<p>„Where Is My Mind?“ ist der 1988 entstandene Titel einer amerikanischen Indie Rockband, den Pixies. Er wurde in zahlreichen Filmen wie „Fight Club“, „Trainspotting“ oder der Serie „Mr. Robot“ als Soundtrack verwendet. Der Songtext spielt auf das Gefühl an, in einer Zwischenebene der Wahrnehmung zu sein, ohne Kontrolle über den Geist. Ein Zustand im undefinierten Limbus zwischen Bewusstsein und Rausch, zwischen Traum und Realität. Prévieux erweitert den Titel um das Adjektiv „(deep)“, sodass ein Bezug zum Begriff des Deep Learnings entsteht. Dem Film gelingt wegen der nüchternen Übertragung maschineller Prozesse in performative Handlung eine Verkehrung der Prinzipien von KI ins Absurde. Durch diesen stilistischen Griff gelingt es Prévieux einerseits die Mechanismen des Deep Learnings anschaulich zu machen und darüber hinaus, die in der aktuellen Debatte so mythisierten und zum Teil bedrohlichen Vorstellungen ironisch zu brechen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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