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	<title>Artificial Intelligence | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<title>Artificial Intelligence | Frankfurter Kunstverein</title>
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		<title>P2P, 2023</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Jul 2023 14:57:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Server zum Teilen der Kunstwerke von Nora Al-Badri, Simon Denny, Do Not Research, Olia Lialina, Jill Magid und Jon Rafman durch das P2P Filesharing Netzwerk Serverkäfig, Serverschrank, Rackserver, Dateien, Torrent-Software, Internetanschluss, Neonlichter Größe variabel Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery Um die Arbeiten betrachten zu können, besuchen Sie die Website www.peer-to-peer.xyz und folgen Sie den <a href="https://www.fkv.de/p2p-2023/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Server zum Teilen der Kunstwerke von <strong>Nora Al-Badri, Simon Denny, Do Not Research, Olia Lialina, Jill Magid und Jon Rafman</strong> durch das P2P Filesharing Netzwerk<br />
Serverkäfig, Serverschrank, Rackserver, Dateien, Torrent-Software, Internetanschluss, Neonlichter<br />
Größe variabel<br />
Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery</p>
<p><strong>Um die Arbeiten betrachten zu können, besuchen Sie die Website <a href="http://www.peer-to-peer.xyz">www.peer-to-peer.xyz</a> und folgen Sie den Anweisungen.</strong></p>
<p>Im letzten Raum des Ausstellungsparcours befindet sich die neue Arbeit <em>P2P</em>. Mit ihrer Installation thematisieren Eva &amp; Franco Mattes das Phänomen der Peer-Communities, die in den letzten zwanzig Jahren zum Austausch von Werken und Wissen entstanden sind. Das zentrale Element der Installation ist ein mobiler Server, der in einem Gitterkäfig steht. Das Design wurde mit dem italienischen Architekturbüro Salottobuono entwickelt und basiert auf bestehenden Rechenzentren, von denen Frankfurt die größte Dichte in Europa aufweist.</p>
<p>Der Server ist über die Infrastruktur des Frankfurter Kunstvereins mit einem Peer-to-Peer Netzwerk und dem Internet verbunden. Er ist Teil eines Netzwerks, in dem sechs digitale Kunstwerke von Nora Al-Badri, Simon Denny, Do Not Research, Olia Lialina, Jill Magid und Jon Rafman zirkulieren. Die sechs Arbeiten umfassen eine von künstlicher Intelligenz unterstützte Chormusik, ein kollektives 409-seitiges PDF-Buch, das in einem Discord-Kanal erstellt wurde, eine neue Bildunterschrift für ein berühmtes Gemälde, ein Screencast einer lange nicht mehr genutzten Website, eine Reihe von animierten Gifs, die von technischen Konferenzen inspiriert wurden sowie einen 3D-Scan und ein Poster, das den kolonialen Begriff des Besitzes in Frage stellt. Diese noch nie gezeigten Arbeiten wurden von den sechs internationalen Künstler:innen für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein geschaffen, um online verbreitet zu werden. Sie gehören zur Community von Eva &amp; Franco Mattes, auf deren Einladung hin sie die Werke geschaffen haben. Entstanden ist eine Ausstellung in der Ausstellung, die innerhalb der von den Künstler:innen betriebenen Peer-to-Peer Netzwerk Gemeinschaft stattfindet. Der Frankfurter Kunstverein, und somit die Kunstinstitution, wird zum Datenzentrum, das Inhalte hostet, teilt und somit für eine erweiterte, globale User:innen-Gemeinschaft über die Grenzen des eigenen Standorts hinaus, zugänglich macht.</p>
<p>Für die Besucher:innen im Frankfurter Kunstverein bleiben die Kunstwerke vorerst verborgen. Der Server hat keine Ausgabemodule wie Monitore oder Lautsprecher. Der einzige Hinweis auf das funktionierende System sind blinkende Lichter und die Geräusche des Lüfters. Um die Arbeiten betrachten zu können, müssen Besucher:innen dem Peer-to-Peer-Netzwerk von Eva &amp; Franco Mattes beitreten, zu dem sie eingeladen sind. In diesem Netzwerk sind die Kunstwerke über verschiedene Standorte verteilt und für all diejenigen zugänglich, die Teil des Systems werden und die Dateien aktiv mit anderen teilen.</p>
<p>Anders als bei konventionellen Servern, werden in Peer-to-Peer Netzwerken Daten dezentral gespeichert. Die Netzwerke sind anonym, frei von kommerziellem Interesse, Data-Mining und Überwachung. Teilnehmer:innen dieser Gemeinschaften, sogenannte Peers, partizipieren, indem sie ihren Rechner ans System anbinden. Damit werden sie gleichzeitig Client und Server – das bedeutet sie sind gleichzeitig Nutzer:innen und Hosts. Sie alle sind berechtigt, Dateien ins Netzwerk hoch- oder aus dem Netzwerk herunterzuladen. Sie interagieren gleichberechtigt miteinander, indem sie Ressourcen wie Dateien, Bandbreite oder Rechenleistung direkt miteinander teilen. Dies erhöht die Effizienz des Einzelnen und macht gleichzeitig das System resilienter. Peer-to-Peer Netzwerke sind auch widerstandsfähig gegen Ausfälle, da es keine einzelne zentrale Komponente gibt, die das gesamte Netzwerk zum Erliegen bringen kann. Das System ist über die Anzahl neuer Teilnehmer:innen potentiell unendlich skalierbar.</p>
<p>Das Peer-to-Peer Netzwerk schafft eine horizontale Struktur, in der alle Teilnehmenden gleichberechtigte Akteur:innen sind. Die Arbeit <em>P2P</em> reflektiert über die Auswirkungen des digitalen Zeitalters auf den Kunstbetrieb und stellt neue Möglichkeiten des künstlerischen Austauschs, der Distribution und des Bewahrens digitaler Werke vor. <em>P2P</em> thematisiert den Stellenwert von Zusammenarbeit, den gleichberechtigten Zugang zu Inhalten und, im Fall der Arbeit von Eva &amp; Franco Mattes, auf Kunst und die Demokratisierung des kreativen Prozesses. Indem der Frankfurter Kunstverein die Arbeit hostet, trägt er als öffentliche Einrichtung direkt zur Verbreitung und Bewahrung von Kunst im Internet bei.</p>
<p>Gleichzeitig ist die Installation <em>P2P</em> sinnbildhaft für das konzeptuelle Vorgehen des Künstler:innenduos. Inhalt, Form und Material bedingen sich gegenseitig. Der zusätzliche leere Raum ist ein gemeinsames Merkmal, das eine weitere endlose Expansion zur Aufnahme von mehr Daten impliziert. Der Monolith im Käfig, der gleichzeitig verdeckt und eingerahmt ist, wird zum formalen Mittelpunkt der Kunstwerke und zum Beweis ihrer Allgegenwärtigkeit, die zur aktiven und dezentralen Teilnahme am Torrent-Netzwerk einladen.</p>
<p>Was ist ein Peer-to-Peer Netzwerk und wie entstanden diese verteilten Arbeitsgemeinschaften? Die Nutzung von Peer-to-Peer Netzwerken begann in den frühen 2000er Jahren. Zeitgleich verbreiteten sich Technologien wie das Filesharing-Protokoll BitTorrent und Software wie Napster und eDonkey2000. Sie revolutionierten den Austausch digitaler Inhalte, da sie erstmals die Abhängigkeit von zentralisierten Servern und Bandbreitenbeschränkungen umgingen. Für viele Künstler:innen bedeutete das beispielsweise, ihre Kunstwerke direkt mit einem breiten online Publikum teilen zu können, ohne auf etablierte Vertriebskanäle angewiesen zu sein. Besonders im Umfeld der Musikproduktion war die Technologie bahnbrechend. Ein bekanntes Beispiel war die Band Radiohead, die 2007 ihr Album <em>In Rainbows</em> als kostenfreien Download über ihre Website anbot und den Fans die Möglichkeit gab, selbst den Preis festzulegen.</p>
<p>Parallel wurden Peer-to-Peer Netzwerke auch für illegale Aktivitäten wie das Teilen urheberrechtlich geschützter Inhalte verwendet. Die unkontrollierte Verbreitung der Files führte zu erheblichen Urheberrechtsverletzungen und zu finanziellen Verlusten für Künstler:innen und Rechteinhaber:innen. Gleichzeitig kippte es die gesamte Musikverlagsbranche, die somit die Quelle ihrer Einnahmen komplett neu denken musste. Es gab zahlreiche rechtliche Auseinandersetzungen und Beschränkungen, um die illegale Verbreitung von Inhalten über Peer-to-Peer Netzwerke einzudämmen.</p>
<p>Wie so oft mit dem Aufkommen neuer Technologien, geraten tradierte Geschäftsmodelle unter Druck, andere hingegen entstehen. Peer-to-Peer Netzwerke haben eine bedeutende Rolle bei der Demokratisierung des Informationsaustauschs und der Schaffung von Gemeinschaften von Gleichgesinnten gespielt. Die Peer-to-Peer Technologie ist zur Grundlage von Kryptowährungen und Blockchain Netzwerken geworden, die heute erneut eine radikale Veränderung einläuten.</p>
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		<title>BEFNOED, 2013 (fortlaufend)</title>
		<link>https://www.fkv.de/befnoed-2013-fortlaufend/</link>
		
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		<pubDate>Thu, 13 Jul 2023 14:42:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Videoinstallation Fünf Videos, Monitore, maßgefertigte Wandhalterungen, Kabel Größe und länge variabel Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery BEFNOED ist der Titel einer Serie von Videos, die Eva &#38; Franco Mattes seit 2013 immer wieder produzieren. Veröffentlicht werden diese Kurzfilme online, in obskuren, peripheren oder vergessenen sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt, in Kambodscha, Russland, China <a href="https://www.fkv.de/befnoed-2013-fortlaufend/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Videoinstallation<br />
Fünf Videos, Monitore, maßgefertigte Wandhalterungen, Kabel<br />
Größe und länge variabel<br />
Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery</p>
<p><em>BEFNOED</em> ist der Titel einer Serie von Videos, die Eva &amp; Franco Mattes seit 2013 immer wieder produzieren. Veröffentlicht werden diese Kurzfilme online, in obskuren, peripheren oder vergessenen sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt, in Kambodscha, Russland, China oder Pakistan, kommentarlos und ohne Verweis auf ein Kunstprojekt, wo die Arbeiten fast zufällig gefunden werden sollen.</p>
<p>Die Videos zeigen Menschen, die scheinbar sinnbefreite Handlungen ausführen, die sie als textliche Anweisung vom Künstler:innenduo erhalten haben. Eva &amp; Franco Mattes haben diese Personen anonym auf online Marktplätzen für digitale Dienstleistungen, sogenannten Crowdsourcing-Plattformen, beauftragt. Die Menschen filmen sich, ohne zu wissen, von wem dieser Auftrag kommt, für welches Publikum die Filme bestimmt sind oder welche Ziele damit verfolgt werden sollen. Unterschiedliche Arbeiter:innen interpretieren dieselbe Performance mit leichten Abweichungen: Ein militärischer Gruß mit einem Eimer auf dem Kopf, auf einer Leiter stehend, eine Autofelge leckend, zwei Personen, die ihre Köpfe durch eine Röhre verbinden.</p>
<p>Für die Ausstellung werden diese Filme räumlich so inszeniert, dass die Betrachter:innen ebenfalls eine körperliche Performance durchführen müssen, die der normalen Verhaltensweise in musealen Räumen wiederspricht, wenn sie die Arbeiten sehen wollen.</p>
<p>Die Besucher:innen müssen unter einem Monitorzelt auf dem Boden liegen, oder sich gegenseitig in die Höhe heben, um auf einen der Monitore zu schauen, der über ihren Köpfen zur Decke zeigt. Wollen sie die Bilder sehen, sind sie gezwungen sich zwischen Monitor und Wand zu zwängen. Es entsteht eine körperliche Interaktion mit dem Kunstwerk, das eine Korrelation zwischen den unbewussten Performer:innen im Netz und den unbewussten Performer:innen im Raum erkennbar werden lässt. So wie die digitalen Dienstleister:innen sich einer Aufforderung der Künstler:innen beugen, so müssen auch die Besucher:innen ihr Verhalten auf das Kunstwerk anpassen. Beide Handlungen, die digitale und die analoge, feiern die Absurdität, die an mancher Stelle an die Living Sculptures eines Erwin Wurms denken lassen können. „Wir werden zu dem, was wir sehen. Wir formen unsere Werkzeuge, und dann formen die Werkzeuge uns<em>.</em>“ (Marshall McLuhan). Die Wiederholung fremdbestimmter Aktionen online ist eine überaus gängige und erfolgreiche Praxis, auf der die Plattform TikTok zum Beispiel ein gesamtes Geschäftsmodell aufgebaut hat.</p>
<p>Wie bei zahlreichen anderen Werken des Künstler:innenduos arbeitet auch <em>BEFNOED</em> mit dem Mittel der Ironie, bei dem das Benutzer:innenverhalten vor und hinter dem Screen humorvoll karikiert wird.</p>
<p>Eva &amp; Franco Mattes adressieren die Mechanismen von Arbeit in der digitalen Welt, die die Arbeitskraft als Ware auf einem internationalen digitalen Arbeitsmarkt handeln.</p>
<p>Der Titel <em>BEFNOED </em>ist ein Akronym für „By everyone, for no one, every day“. Somit steht die Frage nach den Gigworkers, den Menschen in der Crowdsourcing Ökonomie, nach deren Arbeit, Autorenschaft und Individualität, im Zentrum. Auf der anderen Seite des Monitors erfüllt eine unbekannte Person unsere Wünsche, seien es Klicks, Likes, Online-Shopping. Eine für uns unbedeutende Handlung hat direkte Auswirkungen auf die Arbeit eines Menschen auf der anderen Seite der Welt.</p>
<p>Crowdsourcing-Plattformen funktionieren als anonyme Markplätze für Arbeitnehmer:innen und -geber:innen, die auf der Suche nach kurzfristigen Beschäftigungen für HITs (Human Intelligence Tasks) sind. Dies betrifft alle Dienstleistungen, die online ausgelagert werden können und unter dem Begriff „Human as a service“ zusammengefasst werden.</p>
<p>Zwischen Arbeitnehmer:innen und -geber:innen sind oft zum Zweck der Anonymisierung der Auftraggeberschaft sogenannte <em>contractors</em> zwischengeschaltet. Vorteil dieses Arbeitsmodells ist eine schnelle, einfache Möglichkeit flexibel Geld zu verdienen. Nachteil ist das Risiko, dass Arbeitnehmerrechte und Lohnnebenkosten umgangen werden. Wie ein:e Facebook-Content-Moderator:in in Eva &amp; Franco Mattes‘ Arbeit <em>The Bots</em> treffend beschreibt, entsteht „ein digitales Proletariat und eine digitale Fabrik, die keine konkreten Produkte produziert und nur vom Gewinn getrieben wird“.</p>
<p>Die erste Crowdsourcing-Plattform für Mikroarbeit (Gigs), Mechanical Turk<em>,</em> wurde 2005 von Amazon gegründet. Dies markierte den Beginn eines zunehmend deregulierten Arbeitsmarktes oder Arbeitskräftepools. Mechanical Turk ist das bekannteste und größte Beispiel einer Plattform, auf der für wenig Geld Micro-Tasks beauftragt werden, die (noch) nicht mittels Rechenleistung ausgeführt werden können. Es besteht das Gefühl, dass dies eine vorübergehende Phase ist, in der Menschen noch immer solche Arbeit verrichten, bis sie von Algorithmen übernommen wird. Ein wichtiger Aspekt ist, dass es nach wie vor viel lukrativer ist, niedrig bezahlte menschliche Arbeit auszubeuten, anstatt Ingenieur:innen für die Entwicklung von Software zu entlohnen. Schätzungen zufolge liegt der Durchschnittslohn von <em>turks</em> bei etwa 2 Dollar pro Stunde. Die angebotene Micro-Arbeit wird oft mit Guthaben auf Amazon Accounts entlohnt – und stellt somit einen Doppelgewinn für die Plattform dar. Dem Mechanical Turk folgten zahlreiche weitere Crowdsourcing Plattformen wie Clickworker oder Appjobber.</p>
<p>Der ursprüngliche Mechanical Turk von 1770 (dt: Mechanischer Türke) war eine scheinbar bahnbrechende Erfindung: eine Schachspielmaschine, die von Kaiserin Maria Theresia von Österreich in den frühen Tagen der Industriellen Revolution in Auftrag gegeben wurde. Äußerlich ähnelte er den anderen Automaten dieser Zeit. Die Maschine konnte die Bewegungen einer schachspielenden Person nachahmen, in deren Inneren sich jedoch ein Mensch versteckte. Der Trick ließ fast ein Jahrhundert lang Beobachter:innen glauben, dass eine Maschine Schach spielen konnte. Der Name der Plattform Mechanical Turk soll also etwas suggerieren, das sich wie eine Maschine anfühlt, hinter dem aber Menschen stehen. Menschen arbeiten, um die Lücken von Algorithmen zu füllen und gleichzeitig diese zu trainieren, um in Zukunft eine bessere Arbeit zu leisten. Die menschliche Arbeit, die Algorithmen dient, wird immer weniger als eigentliche Arbeit erachtet und findet nicht sichtbar im Hintergrund statt. <em>BEFNOED</em> gibt diesen normalerweise unsichtbaren Arbeitnehmer:innen Sichtbarkeit und ermöglicht ihnen eigenständige, an einigen Stellen auch humorvolle und sogar poetische Aktionen.</p>
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		<title>Nassim L&#8217;Ghoul</title>
		<link>https://www.fkv.de/nassim-lghoul/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 10:14:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück, 2023 Drei-Kanal-Video Installation 3D Animation und Algorithmen für maschinelles Lernen 05:44 min Sound Phil Hoffart Courtesy der Künstler Nassim L‘Ghoul arbeitet mit 3D-Animationen, um digitale Bilder zu generieren, die er für seine Filme einzeln erstellt. Für den Frankfurter Kunstverein hat L&#8217;Ghoul eine neue Drei-Kanal Arbeit produziert. Monumental entspinnen sich <a href="https://www.fkv.de/nassim-lghoul/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück</em>, 2023</p>
<p>Drei-Kanal-Video Installation<br />
3D Animation und Algorithmen für maschinelles Lernen<br />
05:44 min<br />
Sound Phil Hoffart<br />
Courtesy der Künstler</p>
<p>Nassim L‘Ghoul arbeitet mit 3D-Animationen, um digitale Bilder zu generieren, die er für seine Filme einzeln erstellt. Für den Frankfurter Kunstverein hat L&#8217;Ghoul eine neue Drei-Kanal Arbeit produziert. Monumental entspinnen sich seine Bewegtbilder auf drei im Raum versetzten Leinwänden. Die zentrale Erzählung läuft in der Mitte, erweitert um zwei seitliche Projektionen.</p>
<p>Der Titel der Arbeit <em>Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück</em> verweist auf eine Praxis, die als Pilgerschritt bezeichnet wird und aus der Tradition der Prozessionsrituale entspringt. L‘Ghouls Filme entwickeln sich nicht linear, sondern scheinen eher die Logik von Träumen zu verfolgen, in denen sich persönliche Assoziationen und Fantasien verweben und ineinanderfließen. Leblose Objekte sind belebt, haben Münder oder laufen, miniaturisierte Menschen bewegen sich durch riesige Szenerien, oder sprechen in überdimensionale Telefonhörer und fantastische Wesen tauchen wie aus dem Nichts auf und verschwinden wieder. Immer wieder durchbrechen einzelne Figuren die Bildebenen und gelangen in eine weitere, darunterliegende Dimension.</p>
<p>Das Hauptmerkmal seiner gewählten, reduzierten Ästhetik sind 3D-Grundmodelle ohne Texturen. Seine Figuren modelliert er selbst, bedient sich aber auch an gefundenem Material, das er durch gekonnten Einsatz künstlicher Intelligenz für seine 3D-Anwendungen umgestalten lässt. Er verwendet physikalisch basierte Lichtberechnungen, die der Computer als Zwischenschritt der Bilderstellung durchführt. Seine Arbeitsweise zeichnet sich durch Schnelligkeit aus. Von der Idee zur Realisierung lässt er jeden unnötigen Schritt weg.</p>
<p>Der Künstler sucht die offene, unfertige Form, indem er nur die sogenannten „Prepass Images“ verwendet, die bei der Animation von Bildern im Rechenprozess entstehen, die aber nicht als fertiges Ergebnis gedacht sind. Er nutzt den Zwischenschritt und wählt bewusst eine Ästhetik digitaler, bildgenerierender Technologien, die das Poröse, Durchscheinende seiner Welten ausmacht, die traumhaft offen sind und jederzeit den Durchbruch von einer Schicht in die nächste möglich machen. Aus der Dunkelheit heraus verdichtet L‘Ghoul seine Figuren und Erzählungen. Das Ergebnis dieses Prozesses ist eine dunkle Bildwelt, die aus schwarzen und weißen Punkten besteht und das Traumartige und Irreale verstärken.</p>
<p>Für den Künstler, der auch schon Musikvideos produziert hat, spielt Sound eine zentrale Rolle. Für die neue Arbeit hat er mit dem Klangkünstler Phil Hoffart zusammengearbeitet. Der Soundscape bettet L‘Ghouls Bilder in eine klangliche Atmosphäre, die einzelne Elemente heraushebt und akustisch dreidimensional erscheinen lässt.</p>
<p>In seinen Arbeiten stehen Formen und Figuren im Mittelpunkt, die losgelöst von einer klassischen ikonografischen Deutung in seine Welten Einzug halten und dort eine visuelle Autonomie behaupten. Dies entspricht einer aktualisierten Praxis der Samplen, die mit der digitalen Kultur der Reels und Memes sich zu einer gängigen Arbeitsweise etabliert hat und das Schaffen zahlreicher Künstler:innen heute definiert.</p>
<p>Nassim L‘Ghoul bedient sich unterschiedlicher Bildwelten und schafft daraus eine ganz eigene Dimension. Seine surrealen Welten und Geschichten sind inspiriert von Kunstmotiven aus dem Mittelalter und der gotischen Malerei, Mythen und populären Geschichten. Aber sie finden nicht linear und logisch statt, sondern bleiben offen und assoziativ.</p>
<p><u>Nassim L’Ghoul</u> (*1997 in Bad Soden, DE) studiert seit 2017 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (DE) bei Prof. Alexander Oppermann Elektronische Medien. 2020 studierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien (AT). Er gewann zahlreiche Preise unter anderem ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie den Rundgangpreis der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Unter anderem stellte Nassim L‘Ghoul sein Werk bei folgenden Institutionen aus: Zollamt Studios, Offenbach am Main (DE), L187, Offenbach am Main (DE), Magma Maria, Offenbach am Main (DE) und beim Best Austrian Animation Festival, Wien (AT).</p>
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