<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>facebook | Frankfurter Kunstverein</title>
	<atom:link href="https://www.fkv.de/tag/facebook/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.fkv.de</link>
	<description>fkv.de</description>
	<lastBuildDate>Tue, 01 Aug 2023 11:38:14 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	

<image>
	<url>https://www.fkv.de/wp-content/uploads/2018/10/cropped-fkv_website-32x32.png</url>
	<title>facebook | Frankfurter Kunstverein</title>
	<link>https://www.fkv.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Up Next, 2023</title>
		<link>https://www.fkv.de/up-next-2023/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jul 2023 14:52:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[amalia ullman]]></category>
		<category><![CDATA[angelina jolie]]></category>
		<category><![CDATA[art]]></category>
		<category><![CDATA[aufmerksamkeitsökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[blogger]]></category>
		<category><![CDATA[cindy sherman]]></category>
		<category><![CDATA[clickbait]]></category>
		<category><![CDATA[contemporary art]]></category>
		<category><![CDATA[darko maver]]></category>
		<category><![CDATA[deep fake]]></category>
		<category><![CDATA[Eva & Franco Mattes]]></category>
		<category><![CDATA[Eva and Franco Mattes]]></category>
		<category><![CDATA[Eva und Franco mattes]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[fake news]]></category>
		<category><![CDATA[fake views]]></category>
		<category><![CDATA[fatemeh khishvand]]></category>
		<category><![CDATA[fehlinformation]]></category>
		<category><![CDATA[fiktive identität]]></category>
		<category><![CDATA[filter]]></category>
		<category><![CDATA[foto]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Nori]]></category>
		<category><![CDATA[Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
		<category><![CDATA[installation]]></category>
		<category><![CDATA[internet culture]]></category>
		<category><![CDATA[internetkultur]]></category>
		<category><![CDATA[iran]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>
		<category><![CDATA[likes]]></category>
		<category><![CDATA[lynn hershman leesons]]></category>
		<category><![CDATA[make-up tutorials]]></category>
		<category><![CDATA[manipulation]]></category>
		<category><![CDATA[marcel duchamp]]></category>
		<category><![CDATA[media]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[meme]]></category>
		<category><![CDATA[memes]]></category>
		<category><![CDATA[news]]></category>
		<category><![CDATA[online]]></category>
		<category><![CDATA[online performance]]></category>
		<category><![CDATA[outfits of the day]]></category>
		<category><![CDATA[performance]]></category>
		<category><![CDATA[reels]]></category>
		<category><![CDATA[rrose sélavy]]></category>
		<category><![CDATA[sahar tabar]]></category>
		<category><![CDATA[selbstportraits]]></category>
		<category><![CDATA[selfie]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[stories]]></category>
		<category><![CDATA[tabloid]]></category>
		<category><![CDATA[up next]]></category>
		<category><![CDATA[video]]></category>
		<category><![CDATA[videoarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[videoinstallation]]></category>
		<category><![CDATA[views]]></category>
		<category><![CDATA[viral]]></category>
		<category><![CDATA[vlog]]></category>
		<category><![CDATA[wahrhaftigkeit on bildern]]></category>
		<category><![CDATA[zänsur]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische kunst]]></category>
		<category><![CDATA[zombie angelina jolie]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.fkv.de/?p=39424</guid>

					<description><![CDATA[Videoinstallation, erhöhter Boden wie in Rechenzentren 24:04 Min. Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery Als Premiere zeigt der Frankfurter Kunstverein Eva und Franco Mattes‘ neue Videoarbeit Up Next. Diese thematisiert das Schicksal von Fatemeh Khishvand (*2001, Teheran, Iran), die auf Instagram als Sahar Tabar bekannt wurde. Ihre Geschichte wurde zu einem Phänomen der Internetkultur. Der <a href="https://www.fkv.de/up-next-2023/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Videoinstallation, erhöhter Boden wie in Rechenzentren<br />
24:04 Min.<br />
Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery</p>
<p>Als Premiere zeigt der Frankfurter Kunstverein Eva und Franco Mattes‘ neue Videoarbeit <em>Up Next</em>. Diese thematisiert das Schicksal von Fatemeh Khishvand (*2001, Teheran, Iran), die auf Instagram als Sahar Tabar bekannt wurde. Ihre Geschichte wurde zu einem Phänomen der Internetkultur.</p>
<p>Der Fall von Fatemeh Khishvand berührt viele Themen, mit denen sich Eva &amp; Franco Mattes in ihrer Arbeit beschäftigen: Sichtbarkeit, Fehlinformationen, Bildverbreitung, Meme-Kultur, Viralität, Ausbeutung und Manipulation.</p>
<p>Seit 2019 hat das Künstler:innenduo den Fall der iranischen Social Media-Berühmtheit verfolgt und tausende Fotos und Artikel archiviert. Für die Video-Slideshow, die gänzlich ohne Ton konzipiert wurde, haben die Künstler:innen hundert Bilder ausgewählt: Selfie-Fotos von Tabar wechseln sich mit nicht belegten Zitaten aus Artikeln über die Bloggerin ab – hauptsächlich Clickbait-Artikel, die über die Jahre vorwiegend abfällige, widersprüchliche und teilweise falsche Informationen über die Instagrammerin gestreut haben.</p>
<p>Zwischen den einzelnen Bildern fügt das Künstler:innenduo Schwarzbilder, leere Pausen, ein, die den Betrachter:innen Zeit geben sollen, über die Wahrhaftigkeit des Gesehenen nachzudenken. Dieses stilistische Mittel bricht mit der Schnelligkeit des auf Instagram herrschenden Modus für die zeitliche Begrenzung von Stories und Reels. Diese dürfen die maximale Dauer von 15 bzw. 90 Sekunden nicht überschreiten und folgen pausenlos aneinander. Das Ganze gehört zu einer Strategie, die den sozialen Medien inne liegt. Sie wurde dahingehend entwickelt, neuronale Reaktionen zu erzeugen, die denjenigen einer Abhängigkeit gleichen, was durch den ständigen Fluss neuer Bild-Stimuli ausgelöst wird. Das Phänomen ist Teil der Aufmerksamkeitsökonomie, die in der Social Media-Welt herrscht und hat unsere Sehgewohnheit nachhaltig verändert.</p>
<p>Zu Hochphasen folgten dem Instagram Profil Tabars bis zu 486.000 Menschen. Sie veröffentlichte dort Selfies, die sie mit übertriebenen Lippen und spitzer Stupsnase, fahler Hautfarbe, bunt gefärbten Haaren, Augenringen und sehr dünnen Armen und Beinen zeigten. Die daraus resultierende Ästhetik eröffnete Ähnlichkeiten zu Kostümierungen, Zombies oder Animationsfiguren wie zum Beispiel Tim Burtons <em>Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche</em> (2005).</p>
<p>Auch wenn die Bloggerin diese Ästhetik hauptsächlich durch Make-Up, Photoshop und Filter simulierte, wurden ihr von der Clickbait-Presse und Internetöffentlichkeit ein Aufspritzen der Lippen, Fettabsaugungen und Rhinoplastik unterstellt. Es entstand eine Welle der Entrüstung und der Skandalisierung. Die Mutmaßungen wurden durch die Nennung zweifelhafter Quellen gestützt.</p>
<p>Viel Aufmerksamkeit bekam Tabars Profil insbesondere, als die Online-Klatschseiten auf ihre Ähnlichkeit mit der Schauspielerin Angelina Jolie hinwiesen und ihr den Spitznamen „Zombie-Angelina Jolie“ gaben. Sie behaupteten sogar, dass sie sich bis zu 50 medizinischen Eingriffen unterzog, um wie die Schauspielerin auszusehen. Dies war nur eine der vielen verwirrenden Aussagen, die die Online-Boulevardzeitungen posteten und die viral gingen.</p>
<p>Viele der Medien, die über den Fall berichteten, stellten nie in Frage, ob es sich um eine Parodie und somit um eine mediale Falschmeldung handeln könnte. Die Tabloid Öffentlichkeit diskutierte nicht die Plausibilität des Falles selbst, sondern empörte sich über die junge Frau. Es war genau diese Empörung, Überraschung und unkritische Haltung des Online-Publikums, die Tabar zu einem weltweiten Phänomen machten.</p>
<p>Was an diesem Fall sinnbildhaft abzulesen ist, ist die Macht von Missinterpretationen und Fake News als Treibstoff einer Online-Ökonomie der Aufregung und Skandalisierung. Tabar selbst deklarierte ihre Auftritte als Online-Selfie-Performance in der Tradition einer Cindy Sherman.</p>
<p>Inszenierungen von fiktiven Identitäten sind in der Kunst ein wiederkehrendes Element: Cindy Sherman nimmt in ihren Arbeiten zwischen den 1970er bis in die frühen 2000er Jahre die Erscheinung meist weiblicher Figuren ein, indem sie Kleidung, Frisuren und unterschiedliche Bildkontexte arrangiert. Auf ihrem aktuellen Instagram Account postet sie Selbstportraits, die durch heutige Filter die Veränderungen des Realen auf die Spitze treiben. Auch jüngere Künstler:innen, zum Beispiel Amalia Ullman, haben auf Instagram fiktive Identitäten erfunden und ein Online-Publikum gleichermaßen verwirrt und unterhalten.</p>
<p>Historisch hat das Spiel mit Pseudonymen eine lange Tradition: Künstler:innen wie Marcel Duchamps, dessen Alter Ego Rrose Sélavy hieß, Lynn Hershman Leesons mit zahlreichen fiktiven Persönlichkeiten und auch Eva &amp; Franco Mattes im Jahr 1998 mit dem erfundenen Künstler Darko Maver. Sein fiktives Leben und seine Werke verbreiteten sich in den Medien und in der Kunstwelt. Mavers Karriere fand 1999 mit seiner Einladung zur 48. Biennale von Venedig ihren medialen Höhepunkt. Später erklärte das Künstler:innenduo öffentlich, dass sowohl Mavers Leben als auch seine Werke nicht real seien.</p>
<p>Inszenierungen entwickelten sich in ihrer modernen und zeitgenössischen Form zu kollektiven Online-Performances, an denen jeden Tag auf Instagram Millionen von Menschen teilnehmen: in Form von Fotos und Reels, Stories und Selfies, Make-Up Tutorials und Outfits of the Day.</p>
<p>Das mediale Phänomen um die Figur der Tabar führte zu einer dramatischen realen Wendung. Am 22. Oktober 2019 berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasmin, dass Fatemeh Khishwand in Teheran unter dem Vorwurf der „Blasphemie, der Anstiftung zur Gewalt, des illegalen Erwerbs von Eigentum, der Verletzung der nationalen Kleiderordnung und der Ermutigung junger Menschen zur Korruption“ offiziell angeklagt und verhaftet wurde.</p>
<p>Dies ist kein Einzelfall. Ab 2016 wurden zunehmend Influencerinnen aufgrund ihrer Online-Aktivität festgenommen.</p>
<p>Zum Zeitpunkt von Khishwands Festnahme war im Iran Instagram noch eine erlaubte Social Media-Plattform. Twitter und Facebook waren staatlich bereits gesperrt. Anonymität und Meinungsfreiheit waren aber auch auf Instagram nicht gesichert. Vor dem aktuellen Hintergrund in Iran und den Protesten für Frauenrechte, gewinnt die Geschichte von Tabar bezüglich der Bedeutung von Social-Media-Kanälen an Gewicht. Diese spielen seit dem Arabischen Frühling eine zentrale Rolle für den zivilen Ungehorsam, die Vernetzung von Demonstrant:innen und die Verbreitung von unabhängigen Nachrichten.</p>
<p>Seit 2011 bieten die sozialen Medien die Möglichkeit einer Open Source-Untersuchung, die Menschenrechtsverletzungen dokumentieren und öffentlich anprangern soll. In autokratischen Staaten werden diese Untersuchungen überwacht, beschränkt oder gesperrt. Gleichzeitig hat die iranische Regierung verstanden, wie sie die sozialen Medien zu ihrem Vorteil nutzen kann: sie wurden vom Instrument der Information zum Instrument der Desinformation, für Kontrolle und Überwachung, für politische Zwecke und zur Einschränkung der Freiheit. Das Instagram-Konto von Sahar Tabar wurde zum Zeitpunkt der Verhaftung gelöscht. Ihre online Persona bleibt zwar sichtbar, jedoch wird sie von den zahlreichen Fake News und Fake Profilen überlagert und somit unkenntlich gemacht.</p>
<p>Warum greifen Eva &amp; Franco Mattes dieses Phänomen auf? Das Künstler:innenduo stellt immer wieder die übergeordneten Fragen nach der Wahrhaftigkeit von Bildern und Informationen, der Inszenierung und der Ambivalenz, die in der digitalen Sphäre herrschen. Das übergeordnete Thema ist das der Manipulation der Identität im Netz und die Rückkopplung dieser Fakes auf die gesellschaftliche Wirklichkeit. Digitale und analoge Kommunikation bildet heute eine untrennbar miteinander verwoben Einheit.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Abuse Standards Violations, 2016, 2018, 2021</title>
		<link>https://www.fkv.de/abuse-standards-violations-2016-2018-2021/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jul 2023 14:49:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[adrian chen]]></category>
		<category><![CDATA[alexandra marzella]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitsbedingungen]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[art]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[bias]]></category>
		<category><![CDATA[bobbi salvör menuez]]></category>
		<category><![CDATA[bots]]></category>
		<category><![CDATA[community guidelines]]></category>
		<category><![CDATA[contemporary art]]></category>
		<category><![CDATA[content]]></category>
		<category><![CDATA[content moderation]]></category>
		<category><![CDATA[content moderators]]></category>
		<category><![CDATA[content-moderatoren]]></category>
		<category><![CDATA[cultural bias]]></category>
		<category><![CDATA[Eva & Franco Mattes]]></category>
		<category><![CDATA[Eva and Franco Mattes]]></category>
		<category><![CDATA[Eva und Franco mattes]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[fake views]]></category>
		<category><![CDATA[feroza azis]]></category>
		<category><![CDATA[filter]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Nori]]></category>
		<category><![CDATA[gemeinschaftsrichtlinien]]></category>
		<category><![CDATA[gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[google]]></category>
		<category><![CDATA[inhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
		<category><![CDATA[installation]]></category>
		<category><![CDATA[irina cocimarov]]></category>
		<category><![CDATA[jake levy]]></category>
		<category><![CDATA[jesse hoffman]]></category>
		<category><![CDATA[kulturelle bias]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>
		<category><![CDATA[make-up]]></category>
		<category><![CDATA[make-up tutorial]]></category>
		<category><![CDATA[mechanical turk]]></category>
		<category><![CDATA[meta]]></category>
		<category><![CDATA[moral]]></category>
		<category><![CDATA[online inhalt]]></category>
		<category><![CDATA[online jobs]]></category>
		<category><![CDATA[pornographie]]></category>
		<category><![CDATA[regulierierung]]></category>
		<category><![CDATA[richtlinien social media]]></category>
		<category><![CDATA[ruby mccollister]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[soziale medien]]></category>
		<category><![CDATA[telegram]]></category>
		<category><![CDATA[the bots]]></category>
		<category><![CDATA[Tiktok]]></category>
		<category><![CDATA[trauma]]></category>
		<category><![CDATA[tutorial]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[uploads]]></category>
		<category><![CDATA[verbotene inhalte]]></category>
		<category><![CDATA[video]]></category>
		<category><![CDATA[video installation]]></category>
		<category><![CDATA[videoinstallation]]></category>
		<category><![CDATA[views]]></category>
		<category><![CDATA[youtube]]></category>
		<category><![CDATA[zänsur]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische kunst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.fkv.de/?p=39422</guid>

					<description><![CDATA[An der Wand montierte Plexiglastafeln UV-Druck auf Plexiglas, verschiedene Dämmmaterialien, Abstandshalter, Schrauben 100 x 100 cm / 150 x 100 cm Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery Die Präsentation von The Bots wird von der neunteiligen Arbeit Abuse Standards Violations ergänzt, die den Beginn der Recherche von Eva &#38; Franco Mattes mit dem Thema Content-Moderation <a href="https://www.fkv.de/abuse-standards-violations-2016-2018-2021/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>An der Wand montierte Plexiglastafeln<br />
UV-Druck auf Plexiglas, verschiedene Dämmmaterialien, Abstandshalter, Schrauben<br />
100 x 100 cm / 150 x 100 cm<br />
Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery</p>
<p>Die Präsentation von <em>The Bots</em> wird von der neunteiligen Arbeit <em>Abuse Standards Violations</em> ergänzt, die den Beginn der Recherche von Eva &amp; Franco Mattes mit dem Thema Content-Moderation markiert. Thematisiert wird die Frage nach der Moral der sozialen Medien und Tech-Giganten.</p>
<p>In neun Plexiglasrahmen, die mit Isoliermaterial gefüllt sind, werden Richtlinien von Unternehmen präsentiert, zum Beispiel Auszüge der Facebook-Community-Standards, die nicht für die Öffentlichkeit und nur für interne Zwecke bestimmt sind. Die Unternehmen, die diese Richtlinien erstellt haben, sind fast alle unbekannt, weil sie anonym bleiben wollen. Meistens wissen sogar die Moderator:innen selbst nicht, wer ihre Arbeitgeber:innen sind – eine:r von ihnen sagte zu Eva &amp; Franco Mattes: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich für Google arbeite.“ Die Richtlinien gegen Verletzungen der Missbrauchsstandards legen moralische Grenzen fragwürdiger Inhalte auf Social Media fest und entscheiden, wann diese als rassistisch, hasserfüllt, kontrovers, terroristisch, pornografisch oder gewalttätig definiert und somit entfernt werden. <em>Clean</em> oder <em>ok to show</em> bezieht sich auf Bilder, die als angemessen angesehen werden und daher in den sozialen Medien zirkulieren können, wie z. B. „ohne Hemd, aber mit Hose oder Hemd (und nicht mehr als der obere Streifen der Unterwäsche ist sichtbar)“, während „unangemessene“ Bilder Politik und kontroverse soziale Themen beinhalten können und gefiltert werden sollten. Zu den „sicheren“ Inhalten gehören Kunst und Klatsch und Tratsch über Prominente. Trotz festgelegter Richtlinien fehlt eine Eindeutigkeit darin, wann ein Inhalt entfernt werden sollte. Hier ist menschliche Interpretation erforderlich, eine algorithmische Einschätzung reicht nicht aus.</p>
<p>Richtlinien großer Social Media-Plattformen ändern sich täglich. Sie passen sich den aktuellen sozialen und politischen Ereignissen an. Da die meisten IT-Unternehmen ihren Sitz in Kalifornien haben, folgen sie meist den Richtlinien der US-Gesetze und der US-amerikanischen „Moral“, versuchen aber gleichzeitig, lokale und kulturspezifische Moralvorstellungen aufzugreifen. Die Schwierigkeit besteht darin, Content-Moderation für alle kulturellen Kontexte so auszuüben, dass die Gefahr vermieden wird, kulturelle Bias zu politischen Interpretationen werden zu lassen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>The Bots, 2020</title>
		<link>https://www.fkv.de/the-bots-2020/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jul 2023 14:46:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[adrian chen]]></category>
		<category><![CDATA[alexandra marzella]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitsbedingungen]]></category>
		<category><![CDATA[arbeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[art]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[bobbi salvör menuez]]></category>
		<category><![CDATA[bots]]></category>
		<category><![CDATA[community guidelines]]></category>
		<category><![CDATA[contemporary art]]></category>
		<category><![CDATA[content]]></category>
		<category><![CDATA[content moderation]]></category>
		<category><![CDATA[content moderators]]></category>
		<category><![CDATA[content-moderatoren]]></category>
		<category><![CDATA[Eva & Franco Mattes]]></category>
		<category><![CDATA[Eva and Franco Mattes]]></category>
		<category><![CDATA[Eva und Franco mattes]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[fake views]]></category>
		<category><![CDATA[feroza azis]]></category>
		<category><![CDATA[filter]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Nori]]></category>
		<category><![CDATA[gemeinschaftsrichtlinien]]></category>
		<category><![CDATA[gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[google]]></category>
		<category><![CDATA[inhalt]]></category>
		<category><![CDATA[Instagram]]></category>
		<category><![CDATA[installation]]></category>
		<category><![CDATA[irina cocimarov]]></category>
		<category><![CDATA[jake levy]]></category>
		<category><![CDATA[jesse hoffman]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>
		<category><![CDATA[make-up]]></category>
		<category><![CDATA[make-up tutorial]]></category>
		<category><![CDATA[mechanical turk]]></category>
		<category><![CDATA[meta]]></category>
		<category><![CDATA[moral]]></category>
		<category><![CDATA[online inhalt]]></category>
		<category><![CDATA[online jobs]]></category>
		<category><![CDATA[pornographie]]></category>
		<category><![CDATA[regulierierung]]></category>
		<category><![CDATA[richtlinien social media]]></category>
		<category><![CDATA[ruby mccollister]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[soziale medien]]></category>
		<category><![CDATA[telegram]]></category>
		<category><![CDATA[the bots]]></category>
		<category><![CDATA[Tiktok]]></category>
		<category><![CDATA[trauma]]></category>
		<category><![CDATA[tutorial]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[uploads]]></category>
		<category><![CDATA[verbotene inhalte]]></category>
		<category><![CDATA[video]]></category>
		<category><![CDATA[video installation]]></category>
		<category><![CDATA[videoinstallation]]></category>
		<category><![CDATA[views]]></category>
		<category><![CDATA[youtube]]></category>
		<category><![CDATA[zänsur]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische kunst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.fkv.de/?p=39420</guid>

					<description><![CDATA[Videoinstallation Schauspieler:innen: Irina Cocimarov, Jesse Hoffman, Jake Levy, Alexandra Marzella, Ruby McCollister, Bobbi Salvör Menuez Sechs maßgefertigte OKA-Tische, Monitore, Videos, Kopfhörer, Kabel Größe und Länge variabel Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery Für The Bots haben Eva und Franco Mattes mit dem investigativen Journalist Adrian Chen und den Schauspieler:innen Irina Cocimarov, Jesse Hoffman, Jake Levy, <a href="https://www.fkv.de/the-bots-2020/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Videoinstallation<br />
Schauspieler:innen: Irina Cocimarov, Jesse Hoffman, Jake Levy, Alexandra Marzella, Ruby McCollister, Bobbi Salvör Menuez<br />
Sechs maßgefertigte OKA-Tische, Monitore, Videos, Kopfhörer, Kabel<br />
Größe und Länge variabel<br />
Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery</p>
<p>Für <em>The Bots</em> haben Eva und Franco Mattes mit dem investigativen Journalist Adrian Chen und den Schauspieler:innen Irina Cocimarov, Jesse Hoffman, Jake Levy, Alexandra Marzella, Ruby McCollister und Bobbi Salvör Menuez zusammengearbeitet. Sie präsentieren anonyme Zeugenaussagen von Content-Moderator:innen, die in Berlin für Facebook gearbeitet haben. Es sind sechs Videos entstanden. Im Raum sehen die Besucher:innen hochgestellte Tischplatten, die eine minimalistische Installation bilden. Die Tischplatten verweisen auf das Mobiliar des Berliner Moderationszentrums, in dem die Befragten arbeiteten. Die Videos werden für die Betrachter:innen erst sichtbar, wenn sie hinter die errichtete Barriere treten und hinter die Arbeitsoberfläche schauen.</p>
<p>Was wissen wir über die Mechanismen und Regulierungen von Social-Media-Kanälen, die wir täglich verwenden? Welche Inhalte bleiben sichtbar und welche werden herausgefiltert? Und gibt es klare Richtlinien, nach denen Inhalte gelöscht werden?</p>
<p>Die Filme wurden mit der typischen Ästhetik und den Merkmalen von online Make-Up-Tutorials umgesetzt. Die Aussagen in den Filmen stammen aus investigativen Recherchen, aus Interviews bei denen zahlreiche Zeug:innen befragt wurden, die als Dienstleistungsanbieter:innen für Facebook angestellt waren. Um die Aussagen der Content-Moderator:innen zu anonymisieren, wurden die Filme von Schauspieler:innen interpretiert. Sie spielen die Rolle von Influencer:innen, die sich in direkter Ansprache an ihre Follower:innen wenden. Sie haben die Videos mit ihren Smartphones aufgezeichnet. Aus diesem Grund handelt es sich bei den Bildern um Hochformate. Ratschläge zu Make-up-Produkten wechseln sich mit erschütternden Beschreibungen ihrer Arbeit ab.</p>
<p>Inhalte auf sozialen Kanälen unterliegen Beschränkungen und werden somit überprüft und überwacht. Die Plattformen geben an, ihre Inhalte durch Gemeinschaftsrichtlinien (<em>community guidelines</em>) zu regeln. Vereinzelte Kanäle wie Telegram lassen auch unzensierte und problematische Inhalte zu. Die Richtlinien können allerdings nicht vermeiden, dass täglich tausende von „verbotenen“ Inhalten online gepostet werden: Gewalt, sexuelle Übergriffe, Hassreden, Terrorismus und Pornografie sind nur einige der Kategorien von unerwünschtem Content auf Social Media. Die meisten dieser Inhalte bekommen wir nicht zu sehen, weil sie zuvor gelöscht werden. Diese Überprüfung kritischer Bilder und Videos findet immer über Menschen statt. Es handelt sich nicht um eine automatisierte Bereinigung, die von Algorithmen erledigt wird. Programme filtern zwar Inhalte, die gegen die Richtlinien der jeweiligen Plattform zu verstoßen scheinen, können aber meistens nicht den Kontext eines Beitrags eigenständig interpretieren.</p>
<p>Eva &amp; Franco Mattes machen in ihrer Arbeit <em>The Bots </em>explizit darauf aufmerksam, dass kritische Inhalte in großen Mengen von Individuen gesehen und bearbeitet werden. Es sind eben nicht Bots, nicht Programme, sondern Menschen. Sie heißen „Content-Moderator:innen“ und ihr Beruf zählt zu den „nicht regulierten” Jobs, die mit dem Aufkommen von Tech-Unternehmen entstanden sind (z.B. Amazons Mechanical Turk).</p>
<p>Im Fall von Crowdsourcing-Arbeitsvermittlung wissen Content-Moderator:innen oft nicht für welche Firmen sie arbeiten. Sie werden von sogenannten <em>contractors</em> angestellt, die zwischen Tech-Giganten wie Google, Meta, Youtube, Twitter und den Arbeitnehmer:innen vermitteln. Somit wird die Anonymität der Firmen gewahrt, deren rechtliche Verantwortlichkeit minimiert und dank einer Verschwiegenheitserklärungen geschützt. Die Arbeitsbedingungen werden weder öffentlich debattiert noch politisch reguliert. Dienstleistungen werden durch Leiharbeitsverträge geregelt und minimal bezahlt.</p>
<p>Dank investigativer journalistischer Arbeit drangen in den letzten Jahren dennoch immer wieder Berichte über Missstände an die Öffentlichkeit. Der Journalist Adrian Chen war 2014 der Erste, der mit seinem Artikel <em>The Laborers Who Keep Dick Pics and Beheadings Out of Your Facebook Feed </em>in Wired das Thema beleuchtete. Eva &amp; Franco Mattes arbeiten mit Chen seit Jahren zusammen.</p>
<p>Eines der wesentlichen Probleme ist, dass Content-Moderator:innen täglich tausende Beiträge sichten müssen, bevor sie sie löschen. Enthauptungen, Kinderpornografie, grobe Gewalt jeglicher Art, fanatische Hassreden und viele weitere Ausdrucksformen menschlicher Abgründe sowie auch die einfache Flut banaler Uploads hinterlassen Traumata und tiefe Verstörung bei den Menschen.</p>
<p>Zwar existieren <em>guidelines</em> über die Klassifizierung anstößiger Inhalte. Diese werden aber nicht öffentlich gemacht und müssen von Content-Moderator:innen geheim gehalten werden. Die Regularien werden täglich verändert. Zur Quantifizierung der Arbeitsleistung muss die Mindestquote von 95 % der zu löschenden Beiträge erreicht werden, ansonsten droht eine Entlassung. Über die anonymen Aussagen ist bekannt, dass Arbeiter:innen überwacht werden und unter starkem Leistungsdruck stehen.</p>
<p>In vielen Kulturkreisen werden die Regeln an das entsprechende Moralempfinden angepasst. Oft findet Content-Moderation durch Arbeiter:innen im Globalen Süden, Asien und in ehemaligen Kolonien statt. Der Grund hierfür ist neben unreguliertem Arbeitsrecht, die Kenntnis westlicher Sprachen und ein Verständnis für westliches Moralempfinden.</p>
<p>Doch auch Moderator:innen sind keine objektiven Filter. Der Prozess ist trotz Richtlinien subjektiv und von individuellen Interpretationen geprägt. Inhalte werden entfernt, wenn sie beispielsweise politisch oder ideologisch als unangemessen angesehen werden. Die eigene politische Gesinnung wirkt sich unter Umständen auf die Moderationsentscheidung aus.</p>
<p>Eva &amp; Franco Mattes erzeugen mit der gewählten Ästhetik einen bewusst harten Bruch zu den Inhalten. Sie nutzen die Inszenierung von Make-Up-Tutorials für ihre künstlerische Arbeit. Um Zensuren zu umgehen, werden politische Inhalte getarnt. Diese Vorgehensweise kommt von Aktivist:innen, die politische Botschaften und Menschenrechtsverletzungen in autokratischen Staaten so an die Öffentlichkeit tragen. Es war die junge TikTok-Nutzerin und Aktivistin Feroza Azis, die sich vor wenigen Jahren beim Schminken filmte, um die Zensur der chinesischen Regierung zu umgehen. Somit konnte sie frei über die systematische Unterdrückung und Überwachung von Uiguren im Nordwesten Chinas sprechen, bevor sie von der Plattform gesperrt wurde.</p>
<p>Gleichzeitig ist das Sujet Make-Up sinnbildlich zu verstehen. Wie die Künstler:innen selber aussagen: „Make-up ist eine Möglichkeit, Unvollkommenheiten in unserem Gesicht zu kaschieren, nicht viel anders als die Moderation von Inhalten, die die Oberfläche des Internets verschönert, indem sie unerwünschte Inhalte entfernt.“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>BEFNOED, 2013 (fortlaufend)</title>
		<link>https://www.fkv.de/befnoed-2013-fortlaufend/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 13 Jul 2023 14:42:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[algorythm]]></category>
		<category><![CDATA[algorythmen]]></category>
		<category><![CDATA[Amazon]]></category>
		<category><![CDATA[appjobber]]></category>
		<category><![CDATA[Artificial Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[befnoed]]></category>
		<category><![CDATA[clickworker]]></category>
		<category><![CDATA[contemporary art]]></category>
		<category><![CDATA[content moderation]]></category>
		<category><![CDATA[content moderators]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing economy]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing platforms]]></category>
		<category><![CDATA[crowdsourcing plattformen]]></category>
		<category><![CDATA[crowsourcing ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[digitaler arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[erwin wurm]]></category>
		<category><![CDATA[Eva & Franco Mattes]]></category>
		<category><![CDATA[Eva and Franco Mattes]]></category>
		<category><![CDATA[Eva und Franco mattes]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Nori]]></category>
		<category><![CDATA[gig]]></category>
		<category><![CDATA[gigworkers]]></category>
		<category><![CDATA[hit]]></category>
		<category><![CDATA[human as a service]]></category>
		<category><![CDATA[human intelligence tasks]]></category>
		<category><![CDATA[installation]]></category>
		<category><![CDATA[ironie]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Künstliche Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[living sculptures]]></category>
		<category><![CDATA[marshall mcluhan]]></category>
		<category><![CDATA[mechanical turk]]></category>
		<category><![CDATA[micro-tasks]]></category>
		<category><![CDATA[mikroarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[online arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[online Marktplätze]]></category>
		<category><![CDATA[online performance]]></category>
		<category><![CDATA[performance]]></category>
		<category><![CDATA[skulptur]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[soziale netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[turk]]></category>
		<category><![CDATA[turking]]></category>
		<category><![CDATA[turks]]></category>
		<category><![CDATA[videoarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[videoinstallation]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische kunst]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.fkv.de/?p=39418</guid>

					<description><![CDATA[Videoinstallation Fünf Videos, Monitore, maßgefertigte Wandhalterungen, Kabel Größe und länge variabel Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery BEFNOED ist der Titel einer Serie von Videos, die Eva &#38; Franco Mattes seit 2013 immer wieder produzieren. Veröffentlicht werden diese Kurzfilme online, in obskuren, peripheren oder vergessenen sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt, in Kambodscha, Russland, China <a href="https://www.fkv.de/befnoed-2013-fortlaufend/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Videoinstallation<br />
Fünf Videos, Monitore, maßgefertigte Wandhalterungen, Kabel<br />
Größe und länge variabel<br />
Courtesy die Künstler:innen und Apalazzo Gallery</p>
<p><em>BEFNOED</em> ist der Titel einer Serie von Videos, die Eva &amp; Franco Mattes seit 2013 immer wieder produzieren. Veröffentlicht werden diese Kurzfilme online, in obskuren, peripheren oder vergessenen sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt, in Kambodscha, Russland, China oder Pakistan, kommentarlos und ohne Verweis auf ein Kunstprojekt, wo die Arbeiten fast zufällig gefunden werden sollen.</p>
<p>Die Videos zeigen Menschen, die scheinbar sinnbefreite Handlungen ausführen, die sie als textliche Anweisung vom Künstler:innenduo erhalten haben. Eva &amp; Franco Mattes haben diese Personen anonym auf online Marktplätzen für digitale Dienstleistungen, sogenannten Crowdsourcing-Plattformen, beauftragt. Die Menschen filmen sich, ohne zu wissen, von wem dieser Auftrag kommt, für welches Publikum die Filme bestimmt sind oder welche Ziele damit verfolgt werden sollen. Unterschiedliche Arbeiter:innen interpretieren dieselbe Performance mit leichten Abweichungen: Ein militärischer Gruß mit einem Eimer auf dem Kopf, auf einer Leiter stehend, eine Autofelge leckend, zwei Personen, die ihre Köpfe durch eine Röhre verbinden.</p>
<p>Für die Ausstellung werden diese Filme räumlich so inszeniert, dass die Betrachter:innen ebenfalls eine körperliche Performance durchführen müssen, die der normalen Verhaltensweise in musealen Räumen wiederspricht, wenn sie die Arbeiten sehen wollen.</p>
<p>Die Besucher:innen müssen unter einem Monitorzelt auf dem Boden liegen, oder sich gegenseitig in die Höhe heben, um auf einen der Monitore zu schauen, der über ihren Köpfen zur Decke zeigt. Wollen sie die Bilder sehen, sind sie gezwungen sich zwischen Monitor und Wand zu zwängen. Es entsteht eine körperliche Interaktion mit dem Kunstwerk, das eine Korrelation zwischen den unbewussten Performer:innen im Netz und den unbewussten Performer:innen im Raum erkennbar werden lässt. So wie die digitalen Dienstleister:innen sich einer Aufforderung der Künstler:innen beugen, so müssen auch die Besucher:innen ihr Verhalten auf das Kunstwerk anpassen. Beide Handlungen, die digitale und die analoge, feiern die Absurdität, die an mancher Stelle an die Living Sculptures eines Erwin Wurms denken lassen können. „Wir werden zu dem, was wir sehen. Wir formen unsere Werkzeuge, und dann formen die Werkzeuge uns<em>.</em>“ (Marshall McLuhan). Die Wiederholung fremdbestimmter Aktionen online ist eine überaus gängige und erfolgreiche Praxis, auf der die Plattform TikTok zum Beispiel ein gesamtes Geschäftsmodell aufgebaut hat.</p>
<p>Wie bei zahlreichen anderen Werken des Künstler:innenduos arbeitet auch <em>BEFNOED</em> mit dem Mittel der Ironie, bei dem das Benutzer:innenverhalten vor und hinter dem Screen humorvoll karikiert wird.</p>
<p>Eva &amp; Franco Mattes adressieren die Mechanismen von Arbeit in der digitalen Welt, die die Arbeitskraft als Ware auf einem internationalen digitalen Arbeitsmarkt handeln.</p>
<p>Der Titel <em>BEFNOED </em>ist ein Akronym für „By everyone, for no one, every day“. Somit steht die Frage nach den Gigworkers, den Menschen in der Crowdsourcing Ökonomie, nach deren Arbeit, Autorenschaft und Individualität, im Zentrum. Auf der anderen Seite des Monitors erfüllt eine unbekannte Person unsere Wünsche, seien es Klicks, Likes, Online-Shopping. Eine für uns unbedeutende Handlung hat direkte Auswirkungen auf die Arbeit eines Menschen auf der anderen Seite der Welt.</p>
<p>Crowdsourcing-Plattformen funktionieren als anonyme Markplätze für Arbeitnehmer:innen und -geber:innen, die auf der Suche nach kurzfristigen Beschäftigungen für HITs (Human Intelligence Tasks) sind. Dies betrifft alle Dienstleistungen, die online ausgelagert werden können und unter dem Begriff „Human as a service“ zusammengefasst werden.</p>
<p>Zwischen Arbeitnehmer:innen und -geber:innen sind oft zum Zweck der Anonymisierung der Auftraggeberschaft sogenannte <em>contractors</em> zwischengeschaltet. Vorteil dieses Arbeitsmodells ist eine schnelle, einfache Möglichkeit flexibel Geld zu verdienen. Nachteil ist das Risiko, dass Arbeitnehmerrechte und Lohnnebenkosten umgangen werden. Wie ein:e Facebook-Content-Moderator:in in Eva &amp; Franco Mattes‘ Arbeit <em>The Bots</em> treffend beschreibt, entsteht „ein digitales Proletariat und eine digitale Fabrik, die keine konkreten Produkte produziert und nur vom Gewinn getrieben wird“.</p>
<p>Die erste Crowdsourcing-Plattform für Mikroarbeit (Gigs), Mechanical Turk<em>,</em> wurde 2005 von Amazon gegründet. Dies markierte den Beginn eines zunehmend deregulierten Arbeitsmarktes oder Arbeitskräftepools. Mechanical Turk ist das bekannteste und größte Beispiel einer Plattform, auf der für wenig Geld Micro-Tasks beauftragt werden, die (noch) nicht mittels Rechenleistung ausgeführt werden können. Es besteht das Gefühl, dass dies eine vorübergehende Phase ist, in der Menschen noch immer solche Arbeit verrichten, bis sie von Algorithmen übernommen wird. Ein wichtiger Aspekt ist, dass es nach wie vor viel lukrativer ist, niedrig bezahlte menschliche Arbeit auszubeuten, anstatt Ingenieur:innen für die Entwicklung von Software zu entlohnen. Schätzungen zufolge liegt der Durchschnittslohn von <em>turks</em> bei etwa 2 Dollar pro Stunde. Die angebotene Micro-Arbeit wird oft mit Guthaben auf Amazon Accounts entlohnt – und stellt somit einen Doppelgewinn für die Plattform dar. Dem Mechanical Turk folgten zahlreiche weitere Crowdsourcing Plattformen wie Clickworker oder Appjobber.</p>
<p>Der ursprüngliche Mechanical Turk von 1770 (dt: Mechanischer Türke) war eine scheinbar bahnbrechende Erfindung: eine Schachspielmaschine, die von Kaiserin Maria Theresia von Österreich in den frühen Tagen der Industriellen Revolution in Auftrag gegeben wurde. Äußerlich ähnelte er den anderen Automaten dieser Zeit. Die Maschine konnte die Bewegungen einer schachspielenden Person nachahmen, in deren Inneren sich jedoch ein Mensch versteckte. Der Trick ließ fast ein Jahrhundert lang Beobachter:innen glauben, dass eine Maschine Schach spielen konnte. Der Name der Plattform Mechanical Turk soll also etwas suggerieren, das sich wie eine Maschine anfühlt, hinter dem aber Menschen stehen. Menschen arbeiten, um die Lücken von Algorithmen zu füllen und gleichzeitig diese zu trainieren, um in Zukunft eine bessere Arbeit zu leisten. Die menschliche Arbeit, die Algorithmen dient, wird immer weniger als eigentliche Arbeit erachtet und findet nicht sichtbar im Hintergrund statt. <em>BEFNOED</em> gibt diesen normalerweise unsichtbaren Arbeitnehmer:innen Sichtbarkeit und ermöglicht ihnen eigenständige, an einigen Stellen auch humorvolle und sogar poetische Aktionen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
