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	<title>Hannibal Tarkan Daldaban | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<title>Hannibal Tarkan Daldaban | Frankfurter Kunstverein</title>
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		<title>Heiner Blum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 10:38:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
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					<description><![CDATA[Heiner Blum arbeitet als Künstler nicht nur im White Cube, sondern auch in urbanen, sozialen und kommunikativen Kontexten. Seine Arbeiten sind nicht nur dinghaft sondern in vielen Fällen flüchtig und situativ. »Blum gelingt es immer wieder, Allianzen zu bilden, die temporäre oder dauerhafte Räume entstehen lassen, in denen Kunst ebenso erlebbar ist wie menschliche Gemeinschaft, <a href="https://www.fkv.de/heiner-blum/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Heiner Blum arbeitet als Künstler nicht nur im White Cube, sondern auch in urbanen, sozialen und kommunikativen Kontexten. Seine Arbeiten sind nicht nur dinghaft sondern in vielen Fällen flüchtig und situativ.</p>
<p>»Blum gelingt es immer wieder, Allianzen zu bilden, die temporäre oder dauerhafte Räume entstehen lassen, in denen Kunst ebenso erlebbar ist wie menschliche Gemeinschaft, Austausch und Lernprozesse. Heiner Blum hat sich seit einem Vierteljahrhundert zum Ziel gesetzt, die Kunst dorthin zu bringen, wo die Menschen sind«, heisst es in der Begründung der Jury für den Binding Kulturpreis 2025.</p>
<p>Zwischen 1997 und 2025 unterrichtete Heiner Blum an der Offenbacher Hochschule als Professor für »Experimentelle Raumkonzepte«.</p>
<p>In den Jahren 2000 bis 2003 entwickelte er unter der Ägide von William Forsythe den »Schmalclub« im Bockenheimer Depot, der eine stilprägende, kreative Mischung aus Performance, Happenings und Clubabenden bot und zum Blueprint für viele folgende Projekte wurde.</p>
<p>Im Jahr 2000 entstand aus seiner Initiative gemeinsam mit Sebastian Kahrs und Ata Macias an der Stadtgrenze zwischen Frankfurt und Offenbach der Club »Robert Johnson.«</p>
<p>Heiner Blum setzt sich nachhaltig für die kreative Nutzung von Leerständen ein. Aus seiner 2001 mit Jakob Sturm und Felix Ruhöfer gegründeten Initiative »Raumpool« entstanden Projekte wie »Basis Frankfurt«, »Diamantenbörse«, sowie weitere Atelierhäuser in Offenbach.</p>
<p>Im Jahr 2012 gründete er gemeinsam mit Steve Valk das »Institut für soziale Choreographie«.</p>
<p>2022 entwickelte er in Offenbach mit einer Projektgruppe das »UND International«, ein öffentliches Wohnzimmer für die internationalste Stadt der Republik.</p>
<p>Seit 2022 betreibt in wechselnden Konstellationen die Projektplattform »Diamant / Museum für Urbane Kultur«.</p>
<p>Im Kontext der Ausstellung <em>Hidden History</em> zeigt er zum ersten Mal überhaupt seine weitgehend unbekannten straßennahen Arbeiten von 1974 bis heute.</p>
<p><a href="https://www.heinerblum.de/alle-arbeiten" target="_blank" rel="noopener">Webseite Heiner Blum</a></p>
<p><a href="https://www.instagram.com/heinerblum/" target="_blank" rel="noopener">Instagram Heiner Blum</a></p>
<h3><em>Pininfarina</em></h3>
<p>Mobile Skulptur im Öffentlichen Raum</p>
<p>2022-2023</p>
<p>Dolce &amp; Gabana, Dior, Comme des Garcons. Schauen wir auf die T-Shirts der Menschen in der Offenbacher Fussgängerzone wissen wir: Hier werden die grossen Namen des Designs geschätzt. Bei Automobilen glänzen Marken wie Audi, BMW und Mercedes Benz.</p>
<p>2002 und in den folgenden Jahren dominierte im Zweiradbereich das von der italienischen Designschmiede Pininfarina gestaltete Fahrrad mit dem neongrünen Y-Rahmen das Stadtbild. Das Rad war für 200 Bonuspunkte und einer Zuzahlung von 127 Euro an jeder Esso-Tankstelle zu haben, und alle stilbewussten Schüler:innen gängelten ihre Verwandtschaft so lange, sich den Tank voll zu machen, bis sie im Besitz dieses Must Have Fortbewegungsmittels waren. Mit der seitlich aufgeknöpften Adidashose eroberte sich so eine ganze Generation die mobile Vorherrschaft in der urbanen Zone. Das Pininfarina wurde zum meistgefahrenen Fahrrad seiner Zeit.</p>
<p>Am 4.11.2022 öffnete das Diamant / Museum für Urbane Kultur in der Offenbacher Fußgängerzone seine Pforten und bis zur Schliessung des Hauses am 16.7.2023 präsentierte Heiner Blum als Repräsentanz des Museums in der Stadt ein Exemplar des Pininfarina Fahrrads jeden Tag an einer anderen sorgfältig ausgewählten Stelle im Stadtraum.</p>
<p>An 255 unterschiedlichen Orten kam das Rad als öffentliche Skulptur zum Stehen und verkörperte im Zusammenspiel mit urbanen Übergangsszenarien einen Moment der Schönheit im Wechselspiel zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.</p>
<h3><em>Wolken</em></h3>
<p>Heiner Blum, Bernd K</p>
<p>Aktionen im Öffentlichen Raum</p>
<p>1974</p>
<p>Einen großen Teil seiner Jugend verbrachte Heiner Blum mit seinen Freunden draußen, auf der Straße, im Stadtraum, wo auch eine frühe Gemeinschaftsarbeit mit seinem Schulfreund Bernd K entstand.</p>
<p>Die Beiden hatten zu Hause jeder ein eigenes Chemielabor und bauten Rauchbomben auf Basis von Schwarzpulver, UnkrautEx, Milchzucker, zerkleinerten Tischtennisbällen und Weihrauch. Bernd K war Messdiener.</p>
<p>Gezündet wurden die Rauchbomben auf der Straße, in der Schule und bevorzugt an verschiedenen Orten in der B-Ebene unter der Frankfurter Hauptwache: an den Rolltreppen, auf dem Bahnsteig oder im Eingangsbereich der Lebensmittelabteilung des Frankfurter Kaufhofs.</p>
<p>Die Wolken hatten in ihrer schnellen Ausdehnung eine beeindruckende, visuelle Präsenz und waren mit ihrem Weihrauch-Geruch auch olfaktorisch interessant.</p>
<p>Der Eindruck, den die Aktionen auf Passanten und Ordnungskräfte machten, war außerordentlich.</p>
<p>(Text von Ramona Heinlein)</p>
<h3><em>Metro</em></h3>
<p>Subterrane Typographie</p>
<p>2022</p>
<p>In den Frankfurter U- und S-Bahn-Stationen bieten an den Decken platzierte weisse, beleuchtete Plexiglaselemente den Reisenden mit typografischen und symbolhaften Hinweisen Wegweisung und Orientierung. Auf Grund der Blickachsen und Verkehrsströme sind die Leuchtkästen meist nur einseitig beschriftet und auf der Rückseite leer.</p>
<p>2002 entwickelte Heiner Blum die Idee, die leeren Flächen zu nutzen und mit Sätzen zur geistigen Orientierung zu ergänzen. An vier prototypischen Situationen an den Stationen Hauptwache und Konstablerwache platzierte er Sätze aus dem Kontext der Situationistischen Internationale, einer von ihm sehr geschätzten, im Frankreich der 1960er Jahre entstandenen Kulturbewegung, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte Kunst und Alltag zu verbinden.</p>
<p>Von der Idee des Projekts überzeugt, nahm er Kontakt zur Deutschen Bundesbahn auf, um es großflächig weiter fortsetzen zu können. Die Verantwortlichen der Bahn waren wenig überzeugt von diesem Vorhaben, entwickelten aber im Laufe des Gesprächs die Idee, wie lukrativ es wäre, die Rückseiten in Zukunft mit Werbung zu bespielen.</p>
<p>Es blieb bei den vier Prototypen und der Erkenntnis, solche Aktionen in Zukunft besser einfach durchzuführen, als durch Genehmigungsverfahren zu gefährden.</p>
<h3><em>Labelstore</em></h3>
<p>Heiner Blum, Leonard Kahlcke</p>
<p>Sportmode</p>
<p>1997-2005</p>
<p><em>Labelstore</em> ist ein Projekt zweier deutscher Fashion-Designer aus dem Umfeld der Antwerpener Modeschule. Der Labelstore untersucht als Forschungseinheit Mode im Kontext von Mainstream und Globalisierung. Die Produkte verstehen sich als Kommentar zum Massenkonsum von Kleidung und Marken. Die Kleidungstücke des Stores werden undercover als Unikate ohne Profit zum Selbstkostenpreis weitergeben.</p>
<p>Bekannt wurde das Projekt durch eine Aktion im Winter 1997, als die Designer in einem leer stehenden Laden in der Innenstadt von Antwerpen temporär den ersten Labelstore eröffneten. Die Kunden konnten Blanko-Kleidung von der Stange erwerben, die dann an der Kasse durch die Wahl eines Marken-Logos gebrandet wurde.</p>
<p>Labelstore war ein Projekt von Heiner Blum und Leonhard Kahlcke.</p>
<p>Fotos: Nadine Fraczkowski<br />
Modelle: Anne Imhof, Christiane, Eva, Germaine, Hannibal Tarkan Daldaban, Michi, Wolle und Zoe</p>
<h3><em>Taut</em></h3>
<p>Kristalle im öffentlichen Raum</p>
<p>2005-2017</p>
<p>Seit 2005 tauchten im Stadtraum von Frankfurt am Main und Umgebung immer wieder Kristalle im öffentlichen Raum auf.<br />
Die Kristalle wurden vom Heiner Blum und seiner Familie über mehrere Jahre ausgesetzt und dem Stadtraum übergeben.</p>
<p>An den Bruchstellen urbaner Tektonik kollidierten so unterschiedliche Chronographien. An offenen Schnittstellen verschiedener Zeiten, materialisierten sich Jahrtausende alte kristalline Strukturen.</p>
<p>Die Aktionen sind eine Hommage an den Architekten Bruno Taut, der in den Kriegs-Jahren 1917/18 die Vision entwickelte, alpine Landschaften durch kristalline, architektonische Strukturen zu ergänzen.</p>
<h3><em>Flying Glass</em></h3>
<p>Angst und Dekoration</p>
<p>2005–2026</p>
<p>Um sich bei Bombenangriffen vor fliegenden Glassplittern zu schützen, bekleben Menschen seit langer Zeit ihre Fensterscheiben systematisch oder chaotisch mit Klebeband.</p>
<p>In einer Mischung aus Schutz und Dekoration entstanden so, vor allem in Frankreich und England während der beiden Weltkriege, geometrische Arrangements aus braunem Paket-Klebeband.</p>
<p>Bis in unsere Zeit finden sich solche Beklebungen in Vorausahnung einer möglichen Katastrophe, von Hurricane Szenarien in Nordamerika bis hin zu aktuellen Konflikten.</p>
<p>Für die Ausstellung <em>Hidden History</em> im Frankfurter Kunstverein sicherte Heiner Blum eine Reihe von Fenstern, die einen Blick auf die erst vor kurzem wiederaufgebauten Frankfurter »Altstadt« ermöglichen.</p>
<h3>Stadtschlüssel</h3>
<p>Edition</p>
<p>2022-2023</p>
<p>Öffentliche und private Räume sind in der Regel durch Türen und Schlösser getrennt. Gleichzeitig finden sich in der urbanen Zone zahlreiche Zugangs- und Zugriff-Beschränkungen, die nur durch nicht personifizierte Universal-Schlüssel zu überwinden sind.</p>
<p>Vom einfachen Vierkantschlüssel bis hin zu spezifischen Öffnungsgeräten für bestimmte Berufsgruppen finden sich hier zahlreiche Varianten.</p>
<p>Bürger:innen und Passant:innen werden so von der Nutzung ausgewählter Räume und Möglichkeiten ausgeschlossen.</p>
<p>Um hier eine Brücke zu bauen, produzierte Heiner Blum 2022 für den Museumshop des Diamant / Museum für Urbane Kultur in der Offenbacher Fussgängerzone zwei Universalschlüssel mit angehängtem Diamant-Logo. Die Edition war in einer einfachen, günstigen Volksversion, aber auch einer weitaus variantenreicheren, luxoriösen Profi-Ausführung zu haben.</p>
<p>Der Besitz dieser »Stadtschlüssel« ermöglicht den Nutzer:innen eine erhöhte Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum.</p>
<h3><em>Diamanten</em></h3>
<p>Urban Mining</p>
<p>2022-2023</p>
<p>Im ehemaligen Stadthaus einer Juweliersfamilie in der Offenbacher Fussgängerzone öffnete im November 2022 das Diamant / Museum für Urbane Kultur seine Pforten.</p>
<p>Die Liegenschaft bestand im Erdgeschoss aus dem ehemaligen Juweliergeschäft, darüber liegenden Präsentations- und Serviceräumen, sowie zwei Einliergerwohnungen für die Juweliersfamilie. Ein Leuchtkasten in Form eines Diamanten wurde zum Namensgeber und zur Bildmarke des Projekts.</p>
<p>Die Vergangenheit des Gebäudes, die wunderbaren Schmuckvitrinen, sowie offen stehende Tresore inspirierten die Besucher:innen, heimlich auf Schatzsuche zu gehen, in der Annahme die Juweliere hätten in einer verborgenen Ecke oder unter eine Fussleiste womöglich noch den einen oder anderen Diamanten liegen gelassen.</p>
<p>Um den Schatzsuchenden ein Erfolgserlebnis zu ermöglichen, legte Heiner Blum unangekündigt zunächst im Gebäude und später auch in der näheren Umgebung zahllose Diamanten in unterschiedlicher Größe aus.</p>
<p>Den Erwachsenden ermöglichten das Finden der Diamanten einen Moment klammheimlicher Freude, die Edelsteine wurden möglichst diskret eingesteckt. Kinder wurden, oft in kleinen Gruppen, zu systematischen Schatzsuchern und zeigten offen mit großem Stolz ihre Funde.</p>
<h3><em>Bitte</em></h3>
<p>Aufforderung zur Mitarbeit</p>
<p>2023 –</p>
<p>Als Jugendlicher war Heiner Blum fasziniert von den zahllosen Schildern im öffentlichen Raum, die den Menschen Halt und Orientierung geben sollten. Mit einem Schraubenzieher als ständigem Begleiter wechselten zahlreiche dieser Schilder den Ort und fanden sich an den Wänden des Jugendzimmers Heiner Blums wieder.</p>
<p>Die Gebots- und Verbots-Schilder propagierten Botschaften von »Während des Aufenthalts auf dem Bahnhof ist die Nutzung der Toilette untersagt« bis hin zum diskreten Hinweis »Während der Beichte darf niemand im Gang stehen«. Von besonderer Faszination war das Schild »Bitte verlassen Sie diesen Ort, wie Sie ihn vorzufinden wünschen.«, das in verschiedenen Varianten und Sprachen verfügbar war. Es sollte zu einer Art Lebensmotto werden und sich in einer späteren Arbeit materialisieren.</p>
<p>Als im Sommer 2023 das von Heiner Blum, Jan Lotter und einem Projektteam gegründete Diamant / Museum für Urbane Kultur in der Offenbacher seine Pforten schloss, entstand die Idee, das Museumsprojekt auf die ganze Stadt hin auszuweiten und die Stadt zum Atelier zu machen.</p>
<p>Um das Potential möglicher Orte aufzuzeigen produzierte Blum zahlreiche Schilder mit unterschiedlichen Reflex-Hintergründen mit der Aufschrift »Bitte verlassen Sie diesen Ort, wie Sie ihn vorzufinden wünschen.«</p>
<p>Bis heute sind diese Schilder über die Stadt verteilt, inspirieren Passant:innen und markieren Möglichkeitsräume.</p>
<h3><em>Hasenpfad</em></h3>
<p>Fernsehgerät mit eingebautem Spiegel, ausgesetzt im Frankfurter Hasenpfad</p>
<p>1976</p>
<p>Zu Schulzeiten hatte Heiner Blum von seinem Vater einen defekten (!) Fernsehapparat zum Geburtstag geschenkt bekommen, um sich mit der Technik des Geräts auseinanderzusetzen. Nachdem er den Fernseher ausgehöhlt hatte, ersetzte er die Mattscheibe durch einen Spiegel.</p>
<p>Auf seinem Schulweg durch ein Frankfurter Neubaugebiet am Sachsenhäuser Berg waren ihm abendlich die flimmernden Fernseher hinter den Fensterscheiben aufgefallen, und er beschloss, seinen Fernseher genau dort hin zu bringen.</p>
<p>Das »manipulierte« Objekt positionierte er draußen, an verschiedenen Orten am Mittleren und am Großen Hasenpfad und dokumentierte das »Aussetzen« des Gegenstands mit der Kamera.</p>
<p>In der Bildserie wurde auch die Begegnung einer Kinderbande mit dem Objekt festgehalten, die mit dem Fernsehgerät voll Neugierde interagiert. Im Hintergrund des Spiegelbildes ist die Kamera Heiner Blums zu erkennen, der sich so selbst mit ins Bild setzt.</p>
<p>Neben den formalen Experimenten, die die spiegelnde Oberfläche des Fernsehers ermöglichte, ist es die Ergänzung des öffentlichen Raums, die den Künstler hier motivierte und begeisterte – lange bevor Straßenkunst und Graffiti in Deutschland populär wurden.</p>
<p>(Text von Ramona Heinlein)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hannibal Tarkan Daldaban</title>
		<link>https://www.fkv.de/hannibal-tarkan-daldaban/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 09:51:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Diamant Museum für Urbane Kultur Offenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Facetten der Subkultur in Frankfurt Rhein Main]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Hannibal Tarkan Daldaban]]></category>
		<category><![CDATA[Heiner Blum]]></category>
		<category><![CDATA[Hidden History]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Theke Kunstinstallation &#38; Performance 2026 Die Theke ist überall. Sie empfängt uns am Eingang, trennt uns vom DJ, reicht uns den Drink. Sie ist das stillste und gleichzeitig  mächtigste Möbelstück der Veranstaltungskultur – eine Linie, die Rollen definiert, bevor ein einziges Wort gesprochen wird. In seiner Installation untersucht Hannibal Tarkan Daldaban die Theke als <a href="https://www.fkv.de/hannibal-tarkan-daldaban/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3><em>Die Theke</em></h3>
<p>Kunstinstallation &amp; Performance</p>
<p>2026</p>
<p>Die Theke ist überall. Sie empfängt uns am Eingang, trennt uns vom DJ, reicht uns den Drink. Sie ist das stillste und gleichzeitig  mächtigste Möbelstück der Veranstaltungskultur – eine Linie, die Rollen definiert, bevor ein einziges Wort gesprochen wird.</p>
<p>In seiner Installation untersucht Hannibal Tarkan Daldaban die Theke als sozialen Apparat. Ob Kassenpult, Bartheke oder DJ Booth: stets markiert sie eine Grenze zwischen Funktion und Begehren, zwischen Arbeit und Genuss, zwischen denen, die geben, und denen, die empfangen. Die Frontverkleidung ist dabei mehr als Ästhetik – sie ist Architektur der Macht.<br />
Sie sagt: Hier bin ich, dort bist du.</p>
<p>Im Zentrum der Performance steht ein einziger Eingriff: Die Verkleidung wird entfernt. Was bleibt, ist eine Oberfläche ohne Hierarchie. Keine Seite ist privilegiert. Keine Rolle ist festgeschrieben. Der Raum zwischen zwei Menschen wird neu verhandelt – auf Augenhöhe, zum ersten Mal.</p>
<h3>Ein Leben zwischen Kulturen, Musik, Kunst und urbanem Raum</h3>
<p><strong>Profil</strong></p>
<p>Hannibal Tarkan Daldaban ist Kulturproduzent, Kurator und Eventmanager mit über drei Jahrzehnten Erfahrung in der Entwicklung, Organisation und Leitung von kulturellen Formaten an der Schnittstelle von Kunst, Musik, Clubkultur und urbanem Raum. Sein beruflicher Schwerpunkt liegt in der Initiierung und Transformation von Orten, der kuratorischen Arbeit mit zeitgenössischer Kunst sowie im Aufbau nachhaltiger Netzwerke zwischen Künstler:innen, Institutionen, Marken und Öffentlichkeit. Kultur versteht er als sozialen Prozess – geprägt von Offenheit, Zugänglichkeit und nachhaltiger Zusammenarbeit.</p>
<p><strong>Die ersten Stunden – Frankfurt-Höchst, 1970er Jahre</strong></p>
<p>Die Geschichte von Hannibal Tarkan Daldaban beginnt in Frankfurt am Main, im Stadtteil Höchst – als Sohn türkischer Einwanderer. Doch schon wenige Stunden nach seiner Geburt nimmt sein Leben eine außergewöhnliche Wendung. Sechs Stunden alt, wird er von seiner Pflegemutter Rosel Hönge aus dem Krankenhaus mitgenommen und in ihrer Pflegefamilie versteckt – eine Tat voller Liebe und Entschlossenheit, um ihn vor der Adoption zu bewahren. Bei Rosel und ihrem Mann Alfred Hönge wächst Hannibal auf – als Hannibal Hönge, umgeben von einer großen, lebendigen Pflegefamilie mit oft acht bis zwölf Kindern verschiedener Altersstufen. Es ist eine Kindheit voller Wärme, klarer Werte und menschlicher Verbundenheit. Rosel und Alfred geben ihm ein Fundament mit, das sein Leben prägen wird – auch dann noch, wenn er längst nicht mehr bei ihnen ist.</p>
<p><strong>Zwischen zwei Welten – Die Rückkehr zu den leiblichen Eltern</strong></p>
<p>Mit zehn Jahren endet diese Kindheit abrupt. Hannibal wird an seine leiblichen Eltern zurückgegeben. Für ihn, der ein Leben lang gesehen hatte, wie Kinder aus der Pflegefamilie zur Adoption übergeben wurden, fühlt sich auch dieser Moment wie eine Übergabe an – nicht wie eine Rückkehr. Was ihn erwartet, ist eine ihm fremde Welt: eine andere Kultur, eine andere Sprache, ein anderes Milieu.</p>
<p>Er muss lernen, sich zu behaupten – in einem Kulturkreis, der formal seine Herkunft ist, ihm aber völlig fremd erscheint. Er wechselt die Schule, findet neue Freunde und bringt sich selbst Türkisch bei. Schritt für Schritt setzt er sich mit der Kultur auseinander, die in seinen Wurzeln liegt.</p>
<p><strong>Der Wendepunkt – Rückkehr zum eigenen Kompass</strong></p>
<p>Die ersten Teenagerjahre sind schwierig. Er kämpft, macht Fehler, verliert sich zeitweise auf einem Pfad, der nicht seiner ist. Doch mit 15, 16 Jahren geschieht etwas Entscheidendes: Ein einschneidendes Erlebnis verursacht tiefe Gewissensbisse. Es ist der Moment, in dem er sich besinnt – auf die Werte, die Rosel und Alfred ihm einst mitgegeben haben. Er beschließt, nie wieder den Weg der Unrechtsschaffenden zu gehen. Sein moralischer Kompass ist wieder gefunden, und er wird ihn für immer behalten.</p>
<p><strong>Eine neue Welt – Elektronische Musik und Kultur (1992–1999)</strong></p>
<p>Was folgt, ist ein Leben im Zentrum einer kulturellen Revolution. Frankfurt ist in den frühen 1990er Jahren einer der Hotspots der aufkommenden elektronischen Musikszene, und Hannibal ist mittendrin. Er arbeitet als Veranstalter und DJ, leitet den Aufbau des bundesweiten Vertriebsnetzes für das legendäre Groove Magazin und schreibt als Redakteur für den Prinz.<br />
Er ist kein Beobachter – er ist Mitgestalter.</p>
<p>Sein Aktionsradius wächst schnell: vom Rhein-Main-Gebiet über Mannheim, Heidelberg und das Saarland bis nach Berlin und in die großen deutschen Städte. Er bringt Künstler wie DJ Hype, Grooverider, LTJ Bukem, Andy C, Roni Size und Nicolette auf die Bühnen. Er erfindet das Konzept des Alternatent auf dem Rock am Ring mit, bringt 1997 als Konzertpromoter bei 2day/ Bizarre in Hamburg Rock und elektronische Musik zusammen – mit Acts wie Portishead, Daft Punk, Foo Fighters, Beastie Boys, Oasis und den Chemical Brothers. 1998 organisiert er die UNKLE LP-Release Tour für Mo‘Wax und James Lavelle, inklusive einer Kunstausstellung mit Futura 2000 und dem Lodown Magazin. Die späten 1990er erleben ihn auch in Berlin, wo er die Jahrtausendwende in der aufregendsten Stadt der Welt mit unvergesslichen Partys begleitet.</p>
<p><strong>Clubs, Bars und neue Welten (2000–2013)</strong></p>
<p>Im Jahr 2000 ist Hannibal einer von vier Gründern des Monza, das sich zu einem der beliebtesten House-Music-Clubs Frankfurts entwickelt. 2001 folgt der Club Sam Lord – heute bekannt als Orange Peel, noch immer einer der beliebtesten Veranstaltungsorte der Stadt. 2003 gründet er IMA, eine Multibar und ein Label, das Musik, Kunst und Kulinarik vereint. 2006 betreibt er Endless Summer, einen 2ndHand-Laden mit Eventlocation im Keller und Gründerbüros im Hinterzimmer.</p>
<p>In den Folgejahren entstehen weitere Projekte: Pink Pony Parties (2007) mit aufstrebenden internationalen Acts wie Justice aus Paris, L.L. Cool Club (2008) für internationale Künstler in kleinen Venues, und Lipsticks &amp; Lazerbeams (2009). Er arbeitet als Event Manager mit Kunden wie VICE Magazine, Levi‘s und Bright Tradeshow, betreut die Grafikerschmiede The Zonders und ist Gast an der Universität der Künste Berlin und der HfG Offenbach. Er betreibt mit Aleks Dust und The Zonders den erfolgreichen Musikblog DISCODUST, als DJ Creathief und als Teil von DISCODUST DJ’s (mit J-Bounce) spielt er in Hamburg, München, Berlin, Köln, Warschau und auf Festivals wie Melt und dem Berlin Festival.</p>
<p>2013 realisiert er PUNKT – eine 4D-Ausstellung in einem Off Location-Raum über zwei Monate, die den ehemaligen Club in ein tägliches Kunstprogramm verwandelt. Im selben Jahr ist er beim Peaches-Konzert während der Yoko-Ono-Ausstellung in der Schirn Kunsthalle Frankfurt dabei.</p>
<p><strong>Kulturräume und kuratorische Arbeit (2013–2022)</strong></p>
<p>Aus dem Veranstalter wird in diesen Jahren zunehmend ein Kurator und Transformator von Räumen. Zwischen 2013 und 2022 ist Hannibal Mitbegründer, Veranstalter und Kurator des Punkt – Off Location Performance Space Art, einer langfristigen Ausstellungsreihe, die zunächst in Clubräumen und später an wechselnden Orten im Frankfurter Stadtgebiet realisiert wird. Ziel ist es, Kunst niederschwellig zugänglich zu machen und neue Kontexte für zeitgenössische Positionen zu schaffen.</p>
<p>2015 bis 2017 reorganisiert er ein ehemaliges Lagergelände zu  inem multifunktionalen Kulturund Gastronomieraum (Korrekt / Konfuzius Franz / Fabel). 2018 bis 2019 folgt die Mitbegründung und kuratorische Leitung des Künstlerareals Ost-Stern – ein stillgelegtes Autohaus wird zum lebendigen Kunst- und Begegnungsort umgenutzt.</p>
<p>Von 2020 bis 2022 leitet er als Kurator den Ausstellungs- und Begegnungsort Umweg by Punkt in Frankfurt am Main, in Zusammenarbeit mit der Franziskustreff Stiftung. Dort verantwortet er Konzeption, Organisation und Durchführung von Kunstausstellungen und Veranstaltungen mit sozialem und kulturellem Fokus.</p>
<p><strong>Ein Leben als Verbinder</strong></p>
<p>Hannibal Tarkan Daldaban ist vieles: Veranstalter, DJ, Redakteur, Gründer, Kulturmacher, Kurator. Aber vor allem ist er ein Verbinder – von Menschen, Ideen, Kulturen und Welten. Aufgewachsen zwischen zwei Kulturen, geprägt von einer deutschen Pflegefamilie und türkischen Wurzeln, hat er gelernt, Brücken zu bauen. Diese Fähigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Wirken – von der Frankfurter Clubszene der 1990er Jahre über internationale Musikprojekte bis hin zur kuratorischen Arbeit mit zeitgenössischer Kunst und sozialen Institutionen.</p>
<p>Als Natural Born Visionary und digitaler Kommunikator verbindet er bis heute auf allen Ebenen: als Produzent, als Inhaltsgeber, als Markenstratege. Sein interdisziplinärer Ansatz verbindet kulturelle Inhalte, Räume und Menschen – und zeigt: Herkunft ist nicht Schicksal, sondern Ausgangspunkt.</p>
<p><a href="https://www.hannibal.world/me" target="_blank" rel="noopener">Webseite Hannibal Tarkan Daldaban</a></p>
<p><a href="https://www.instagram.com/hannibaldaldaban/" target="_blank" rel="noopener">Instagram Hannibal Tarkan Daldaban</a></p>
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