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	<title>interdisciplinary art | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<title>interdisciplinary art | Frankfurter Kunstverein</title>
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		<title>Marshmallow Laser Feast</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 14:06:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Distortions in Spacetime, 2018 Echtzeit-interaktive, begehbare Installation, Mehrkanal-Audio 9 min 40 sec Courtesy Marshmallow Laser Feast Marshmallow Laser Feast (MLF) sind ein Künstler:innenkollektiv aus London, das an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Kunst arbeitet. Mit ihrer Installation Distortions in Spacetime (Krümmung der Raumzeit) nehmen sie die Besucher:innen mit auf eine Reise ins Universum und <a href="https://www.fkv.de/marshmallow-laser-feast-2/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Distortions in Spacetime</em>, 2018<br />
Echtzeit-interaktive, begehbare Installation, Mehrkanal-Audio<br />
9 min 40 sec<br />
Courtesy Marshmallow Laser Feast</p>
<p>Marshmallow Laser Feast (MLF) sind ein Künstler:innenkollektiv aus London, das an der Schnittstelle von Wissenschaft, Technologie und Kunst arbeitet. Mit ihrer Installation <em>Distortions in Spacetime</em> (Krümmung der Raumzeit) nehmen sie die Besucher:innen mit auf eine Reise ins Universum und zu einer sinnlichen Begegnung mit der Entstehung eines sogenannten stellaren Schwarzen Lochs. Das begehbare, audiovisuelle Kunstwerk schafft Bilder, die astrophysikalische Forschung und Erkenntnisse in eine visuelle Allegorie überführen.</p>
<p>Marshmallow Laser Feast sind international für ihre enge Zusammenarbeit mit Naturwissenschaftler:innen bekannt, aus der Kunstwerke entstehen, die die Wahrnehmung von Natur durch immersive Technologien erweitern. 2021 bereits wurden sie vom Frankfurter Kunstverein für die Ausstellung <em>Die</em> <em>Intelligenz der Pflanzen</em> mit ihrem Werk <em>Treehugger: Wawona</em> eingeladen.</p>
<p>Die Astrophysik verfügt heute über immer bessere Möglichkeiten, unseren Blick bis in die Tiefe des Kosmos vordringen zu lassen. Daten und mathematische Berechnungen der Forscher:innen bleiben aber für Laien oft unzugänglich. Marshmallow Laser Feast versuchen mit den Mitteln ihrer Kunst, den Abstraktionsgrad mathematischer Theorien für eine breite Öffentlichkeit bildhaft zu übersetzen. <em>Distortions in Spacetime</em> widmet sich der Entstehung von Gravitation, sterbenden Sternen und Schwarzen Löchern und setzt diese in Beziehung zu unserer körperlichen Anwesenheit.</p>
<p>Ein stellares Schwarzes Loch entsteht, wenn sehr massereiche Materie wie der Kern eines großen sterbenden Sterns kollabiert. In den letzten Momenten dieses Kollapses wird die Materie so stark komprimiert, dass ihre Dichte ins Unendliche geht. Diese extrem hohe Dichte erzeugt einen Punkt innerhalb des Schwarzen Lochs, an dem die Krümmung der Raumzeit unendlich ist und die uns bekannten physikalischen Gesetze nicht mehr gelten: Die Zeit steht still, und die Gravitation wird so stark, dass nicht einmal Licht der Anziehungskraft entkommen kann. Die Energie, die dieses Schwarze Loch formt, setzt eine Supernova-Explosion frei, die die Bausteine des Lebens – Kohlenstoff, Sauerstoff, Silizium, Schwefel, Kalzium und Eisen – ins All schleudert. Aus kosmischen Explosionen entstehen die Elemente, aus denen neue Planeten, unsere Erde, alle Lebewesen, Pflanzen, Tiere und letztlich auch wir Menschen hervorgegangen sind.</p>
<p>Besucher:innen betreten einen rundum verspiegelten Kubus. Um sie herum entspinnt sich ein Bilderrausch aus fließenden und wirbelnden Farbatomen und Klängen wie in einer kosmischen Oper. Die Technologie der Installation erfasst in Echtzeit die Körper der Menschen und modelliert sie in die galaktischen Explosionen und Kompressionen hinein. In die Partikelwolken schreiben sich die Umrisse der Körper der Menschen ein und werfen den Schatten ihrer Anwesenheit ins All.</p>
<p>Was die Animation <em>Distortions in Spacetime</em> vermitteln kann, ist das Staunen in Anbetracht des Großen und Ganzen und des übergeordneten Gefüges, von dem wir ein Teil sind. Ein Empfinden für größere Zusammenhänge stellt sich ein, wie es Astronaut:innen erleben, wenn sie die Erde aus dem Weltraum betrachten. Sie berichten von einem Gefühl der Ganzheit, wenn sie den Planeten ohne politische Grenzen in seiner ganzen Schönheit aus der Ferne sehen und erfasst werden von dem tiefen Verständnis für die Verletzlichkeit des Lebens auf der Erde.</p>
<p>Um den Ursprung von allem – auch des Universums selbst vor dem Urknall – zu denken, hat der Mensch seit jeher religiöse Deutungen, Mythen und wissenschaftliche Theorien entwickelt. Das theoretische Modell unserer Zeit geht auf Einsteins Relativitätstheorie zurück: Am Anfang war reine Energie, es existierte keine Zeit, kein Raum, alles war zur selben Zeit, an einem Punkt. Bis der Urknall alles, das Universum, die Grundkräfte, die Sterne und letztendlich die Erde und den Menschen hervorbrachte. Wie kann man diese Unermesslichkeit verstehen? Wie kann man begreifen, worauf unsere Sinnesorgane nicht ausgerichtet sind?</p>
<p>Unsere Vorstellung von der Realität hängt davon ab, wie unser Körper strukturiert ist, um die Welt wahrzunehmen. Die wissenschaftliche Forschung, die das Wesen der Natur erkundet, enthüllt ein breites Spektrum von Realitäten, die oft jenseits unserer Wahrnehmung liegen. Die Kunst tut dies auch, aber sie führt alles zu uns und auf uns zurück, indem sie nach der Bedeutung des Wissens für uns fragt und es in Bildern imaginierbar werden lässt.</p>
<p>In der Tiefe der Raumzeit liegt die Essenz dessen, was uns Menschen ausmacht. Das Künstler:innenkollektiv stellt sich der Herausforderung, die Auseinandersetzung mit der Natur des Universums und unsere eigene Existenz sinnlich miteinander zu verbinden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Marshmallow Laser Feast (MLF)</strong> ist ein in London, GB, ansässiges Künstler:innenkollektiv, das durch die Verbindung von Kunst, Film und Extended Reality immersive Erfahrungen schafft, die die menschliche Wahrnehmung erweitern und unsere Beziehung zur natürlichen Welt erforschen. Dafür arbeitet MLF mit interdisziplinären Expert:innen aus Kunst, Programmierung, Ingenieurwesen, Poesie und Chemie zusammen und entwickelt maßgeschneiderte Software- und Hardwaresysteme. MLF hat international bei Institutionen wie dem Barbican Centre, London (GB), dem ACMI, Melbourne (AU), dem Yamaguchi Center for Arts and Media – YCAM (JP), dem Phi Centre, Montreal (CA), der Istanbul Design Biennial (TR) ausgestellt. Das Kollektiv ist bekannt für ihre preisgekrönten Arbeiten wie <em>We Live in an Ocean of Air</em> (2018) und <em>In the Eyes of the Animal</em> (2016), letzteres wurde mit dem Wired Audi Innovation Award für Innovation im Experience Design ausgezeichnet. <em>TreeHugger: Wawona</em> wurde 2021 im Frankfurter Kunstverein gezeigt und gewann u. a. den Tribeca Storyscapes Award für Innovation im Storytelling sowie den Best VR Film Prize beim VR Arles Festival (FR). Die Arbeiten von MLF wurden auch in führenden Publikationen wie The Guardian, New Scientist, Wired, The Times und Creative Review vorgestellt.</p>
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		<title>Lawrence Malstaf</title>
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		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 13:47:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Shrink 01995, 1995 – fortlaufend PVC, Vakuumpumpe, Luftschläuche, Stahlrohre 260 x 320 cm Aufführungen jedes Wochenende mit wechselnden Teilnehmenden Samstags: 16:00 und 17:00 Uhr Sonntags: 15:30 und 16:30 Uhr Sondertermin: 26. Dezember, um 14:30, 15:30 und 16:30 Uhr Dauer 20 min Courtesy Lawrence Malstaf / Tallieu Art Office Lawrence Malstaf ist bekannt für seine interdisziplinären <a href="https://www.fkv.de/lawrence-malstaf/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Shrink 01995</em>, 1995 – fortlaufend<br />
PVC, Vakuumpumpe, Luftschläuche, Stahlrohre<br />
260 x 320 cm<br />
Aufführungen jedes Wochenende mit wechselnden Teilnehmenden<br />
<strong>Samstags:</strong> 16:00 und 17:00 Uhr<br />
<strong>Sonntags:</strong> 15:30 und 16:30 Uhr<br />
Sondertermin: 26. Dezember, um 14:30, 15:30 und 16:30 Uhr<br />
Dauer 20 min</p>
<p>Courtesy Lawrence Malstaf / Tallieu Art Office</p>
<p>Lawrence Malstaf ist bekannt für seine interdisziplinären Arbeiten, die sich frei zwischen visueller Kunst, Installation, Tanz und Theater bewegen. Seine Werke setzen sich mit dem menschlichen Körper und seinen Wahrnehmungsmöglichkeiten auseinander und sie loten physische und psychische Grenzen aus. Der Atem bildet den Ausgangspunkt der Aufführung <em>Shrink 01995</em>. Sie entstand ursprünglich als sechsstündige performative Installation. Malstaf selbst führte sie auf. Später erweiterte er die Arbeit auch für Besucher:innen, die somit ebenfalls die Erfahrung dieses intensiven Werkes machen konnten.</p>
<p>In einer Rahmenstruktur sind zwei große, transparente Folien gespannt. In deren Zwischenraum presst sich der Mensch. Umhüllt von dieser Haut hält er zwei Schläuche. Einer entzieht, einer führt Luft zu. Der eine schafft ein Vakuum zwischen den Folien, sodass der Körper gepresst schwebt, und der andere ermöglicht es zu atmen. Für die Dauer der Aufführung bewegt sich die Person im Inneren langsam und wechselt ihre Positionen. Es ist die Person selbst, die ihre Luftzufuhr reguliert. Für die Teilnehmenden besteht keine Gefahr. Sie stehen aber vor der Herausforderung, die eigene psychologische Erwartung, dass dies schwierig und gefährlich sein könnte, überwinden zu müssen. Und es bedarf einer veränderten und bewussten Kontrolle über die eigene Körperlichkeit. Die Atmung muss einen neuen Rhythmus finden.</p>
<p>Ein Atemzug steht am Anfang und am Ende jeden Lebens. Wir atmen die Welt ständig ein und aus, das ist die basale Art der Weltbeziehung. Der Atem kann ins Stocken geraten oder fließen. In allen antiken Hochkulturen ist das Zusammenspiel von Atmung und geistiger Verfasstheit bekannt. Pranayama entstand in Indien als Technik von Atemübungen zur Meditation und Lenkung der Gedanken.</p>
<p>Die konstruierte Anordnung des Werkes schaltet Sehen und Hören aus und verstärkt stattdessen die Wahrnehmung von Berührung und Druck auf der gesamten Körperoberfläche. Die Sinne richten sich nach innen, eine erhöhte Konzentration auf das Innere des Körpers – den Schlag des Herzens, das Rauschen des Blutes, den Rhythmus der Atmung – setzt ein. Eine tiefgehende Erfahrung von Raum und Körperlichkeit, Isolation und Begrenzung, sowie von Ruhe und Schutz eröffnet sich. Die Installation reflektiert die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Geistes und schafft eine intensive Reflexion über die Dualität von Zerbrechlichkeit und Resilienz unter extremen Bedingungen.</p>
<p>Malstaf sucht nach einem Erlebnis, das den Menschen auf das Existentielle zurückwirft. Er selbst lebt seit Jahren in der Abgeschiedenheit der norwegischen Natur. Stille, Weite und die Naturgewalten sind Grunderfahrungen, die er als wesentlich für ein Gefühl des Kreatürlichen erachtet.</p>
<p>In regelmäßigen Abständen nehmen die an der Erfahrung Teilnehmenden neue Posen ein. In Momenten der Bewegungslosigkeit sehen sie fast wie Gemälde oder Stillleben aus. Je nachdem, wie man sie betrachtet, kann es schrecklich oder friedlich anmuten. Der dreidimensionale Schwebezustand kann unzählige Assoziationen eröffnen: von der <em>nature morte</em> im Sinne von Körpern, die als Ware oder Produkt ausgestellt werden, bis hin zum Zustand vor der Geburt und der Schwerelosigkeit im Mutterleib. Malstafs Kunst will keine Geschichte erzählen. Er erzeugt keine bildhaften Metaphern. Er stellt Räume her, die ganz ursprüngliche Kräfte erfahrbar machen.</p>
<p>Der Frankfurter Kunstverein hat den Sommer über einen öffentlichen Aufruf gestartet, um Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und mit verschiedensten Hintergründen dafür zu gewinnen, Teil von Malstafs Werk zu sein. Der Künstler hat die Teilnehmenden in mehreren Sitzungen auf die Erfahrung vorbereitet. Sie erleben <em>Shrink 01995</em> aus einer persönlichen Perspektive, agieren nicht nur als Beobachter:innen des Kunstwerks, sondern auch als Mitgestalter:innen, die die Grenzen ihrer körperlichen und sensorischen Wahrnehmung erforschen und das Werk des Künstlers auf einer intensiven Ebene zum Leben erwecken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Lawrence Malstaf</strong> (*1972, Brügge, BE) lebt und arbeitet zwischen Tromsø (NO) und Oudenaarde (BE). Malstafs Kunst bewegt sich zwischen visueller Kunst und Theater. Er ist bekannt für seine sensorischen Installationen, die sich mit Raum und Orientierung auseinandersetzen und Besucher:innen als Co-Akteur:innen einbeziehen. Seit seinem Abschluss in Industriedesign am Henry van de Velde Instituut in Antwerpen (BE) im Jahr 1995 ist er sowohl als Künstler als auch als innovativer Szenograf in der internationalen Tanz- und Theaterszene tätig. Allein seine Aufführung <em>Shrink</em> wurde weltweit mehr als fünfzig Mal gezeigt. Malstafs Werke wurden in bedeutenden Institutionen wie dem Musée des Beaux-Arts, Le Havre (FR), dem IOMA Art Center, Peking (CN), dem CCBB – Centro Cultural Banco do Brasil, in São Paulo (BR), dem Centre Pompidou, Paris (FR), dem Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg (DE), dem Trondheim Kunstmuseum (NO), Palais des Beaux Arts &#8211; BOZAR, Brüssel (BE), FACT, Liverpool (UK), Eyebeam Art + Technology Center, New York (US) sowie Z33, Hasselt (BE) und auf zahlreichen Festivals ausgestellt. Er hat mehrere internationale Auszeichnungen im Bereich Kunst und neue Technologien erhalten, darunter den Golden Nica der Ars Electronica in Linz (AT) und den Excellence Prize beim Japan Media Arts Festival in Tokio (JP).</p>
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