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	<title>Regeneration | Frankfurter Kunstverein</title>
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		<title>La Caoba (Larry Bonćhaka und Sopo Kashakashvili)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 10:19:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[La Caoba, 2025-fortlaufend Performative Installation Maße variabel Mit Beiträgen von Anna Pezzoli, Tracy Naa Koshie Thompson, Elene Gelovani und Lizi Kashakashvili Realisiert dank der Unterstützung von Sonja Prochorow, Samuel Götschin, Leonie Englert und Romildo Olympio Courtesy der Künstler:innen La Caoba ist eine globale off-the-grid Bewegung, die von Larry Bonćhaka (*1994, Accra, GH) und Sopo Kashakashvili <a href="https://www.fkv.de/la-caoba-larry-bonchaka-und-sopo-kashakashvili/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>La Caoba</em>, 2025-fortlaufend</p>
<p>Performative Installation</p>
<p>Maße variabel</p>
<p>Mit Beiträgen von Anna Pezzoli, Tracy Naa Koshie Thompson, Elene Gelovani und Lizi Kashakashvili</p>
<p>Realisiert dank der Unterstützung von Sonja Prochorow, Samuel Götschin, Leonie Englert und Romildo Olympio</p>
<p>Courtesy der Künstler:innen</p>
<p>La Caoba ist eine globale <em>off-the-grid</em> Bewegung, die von Larry Bonćhaka (*1994, Accra, GH) und Sopo Kashakashvili (*1994, Tiflis, GE) ins Leben gerufen wurde und sich für die Wiederherstellung der Umwelt, die nachhaltige Entwicklung der Gemeinden und die Stärkung der Wirtschaft einsetzt. Durch die Integration groß angelegter Aufforstungsprojekte mit gemeinschaftlich geführten Initiativen zielt La Caoba darauf ab, sich selbst erhaltende Ökosysteme zu schaffen, in denen Mensch und Natur gemeinsam gedeihen.</p>
<p>Im Frankfurter Kunstverein wächst ein lebendiger Raum heran. Ein gemeinsamer Esstisch steht im Mittelpunkt – ein Ort, an dem das Brot gebrochen und Brücken geschlagen werden. Workshops, forschungsbasierte Beiträge/künstlerische Recherchen und Materialien rund um Landwirtschaft und um den Handel und Transport von Lebensmitteln beleben den Raum im Verlauf der Ausstellung <em>And This is Us 2025</em>. Wir arbeiten mit örtlichen Landwirt:innen, Umweltstiftungen und weiteren kreativen Menschen zusammen, die wie wir tief in den Rhythmen der Natur verwurzelt sind und die Umwelt und Lebensmittel als Orte der Heilung und der Hoffnung neugestalten wollen.</p>
<p>Unsere Präsentation beinhaltet externe Beiträge von Anna Pezzoli, Tracy Naa Koshie Thompson, Elene Gelovani und der Designerin und Architektin Lizi Kashakashvili und wurde realisiert dank der Unterstützung von Sonja Prochorow, Samuel Götschin, Leonie Englert und Romildo Olympio. Gemeinsam verwandeln wir diesen Raum in ein lebendiges Ökosystem – eine gemeinsame Basis für Dialog, Aktion und kollektives Träumen.</p>
<p>Unser gemeinsamer Hunger nach Veränderung brachte uns zusammen. Durch die universellen Sprachen der Musik und des Kochens fanden wir nicht nur eine gemeinsame Basis, sondern auch einen gemeinsamen Herzschlag. Das Vertrauen in die Ideen und Projekte der anderen wuchs organisch, so dass wir ein Geflecht der Zusammenarbeit webten, welches zu einem Kollektiv wurde. Indem wir Menschen mit unterschiedlichen Leidenschaften zusammenbrachten, lernten wir, gemeinsam zu recherchieren, Performances zu entwickeln, Interventionen zu inszenieren, Vorträge zu halten und etwas aufzubauen, das größer ist als wir selbst – eine Familie.</p>
<p>Doch die Fragen, die uns antreiben, sind nach wie vor dringend und unnachgiebig: Wie kann Kunst zu einer lebendigen, atmenden Kraft der Veränderung werden? Welche Arten von Gemeinschaften formen wir, wenn wir Menschen über die Grenzen hinweg zusammenbringen?</p>
<p>Unsere Arbeit beginnt immer mit dem Persönlichen – unseren eigenen Geschichten, unseren Autobiografien. Wir tauschen Ideen aus, graben in Archiven und beschäftigen uns mit Objekten, Architektur und Raum als Orte der Aktivierung. In einer Welt, die durch Spaltung und Angst zerrissen ist, wurzelt unser Widerstand in der Praxis und im Austausch unserer Traditionen. Für uns ist Widerstand keine große Geste, sondern ein intimer Akt – eine gemeinsame Mahlzeit, ein Gespräch, ein Samen, der von Hand zu Hand weitergegeben wird.</p>
<p>Mit La Caoba, unserem Projekt und unserer Bewegung, richten wir unser Augenmerk auf Ghana, wo die Abholzung der Wälder eine Krise darstellt, die sofortiges Handeln erfordert. Dies ist nicht nur ein Umweltproblem, es ist ein Kampf ums Überleben, um das Erbe, um die Zukunft. Ihre Anwesenheit und Ihre Unterstützung sind nicht nur wertvoll &#8211; sie sind lebenswichtig. Schließen Sie sich uns an, wenn wir die Aromen Georgiens und Ghanas miteinander teilen und die Heilung der Vorfahren in einen globalen Wandteppich einweben.</p>
<p>Lebensmittel sind unsere Waffe des Widerstands und der Erneuerung. Durch den Austausch von Konservierungstechniken, Rezepten und Gewürzen beseitigen wir Grenzen &#8211; sowohl physische als auch metaphorische. Wir lehnen Kategorisierung und Trennung ab und laden Sie stattdessen zu Zeremonien des „Wurzelteilens“ und zu kollaborativen Kunstpraktiken ein, die Verbindung statt Trennung feiern.</p>
<p>Handel, Austausch und Gewerbe waren schon immer das Lebenselixier des menschlichen Überlebens und der Gemeinschaft. Wir fordern diese Handlungen zurück und verleihen ihnen einen Sinn. Diese Ausstellung ist nicht nur eine Präsentation, sie ist ein Aufruf zum Handeln, eine Plattform für den Wandel.</p>
<p>La Caoba &#8211; Mahagoni auf Deutsch &#8211; ist mehr als nur ein Baum. Es ist die Verkörperung der Widerstandsfähigkeit. Das in den Tropen beheimatete Mahagoni wurde zu Möbeln, Booten und Musikinstrumenten verarbeitet, und seine Stärke zeugt von seinem Wert. Und doch hat genau diese Stärke zu seinem Niedergang geführt. La Caoba ist auch der zweite Vorname unseres Sohnes, ein Symbol für Wachstum und Vermächtnis. Mit der Unterstützung unseres Projekts leisten Sie einen Beitrag zu einem Wiederaufforstungs- und Skulpturenparkprojekt in Prampram, Ghana, im Großraum Accra &#8211; ein lebendiges Denkmal der Regeneration.</p>
<p>Text von Sopo Kashakashvili und Larry Bonćhaka</p>
<p><strong>WARUM LA CAOBA IHRE UNTERSTÜTZUNG BENÖTIGT</strong></p>
<p>Eingebettet in die Küstenstadt Prampram, Ghana, liegt dieses wertvolle Stück Land – reich an Biodiversität, kulturellem Erbe und natürlicher Schönheit. Benannt nach den majestätischen Mahagonibäumen (<em>caoba</em> auf Spanisch), die einst hier wuchsen, war dieses Gebiet ein Rückzugsort für Wildtiere, eine Quelle heilender Pflanzen und ein unverzichtbarer grüner Raum für die lokale Gemeinschaft.</p>
<p>Doch im Laufe der Jahre haben unkontrollierte Bebauung und Landraub das empfindliche Gleichgewicht von Pflanzen- und Bodenleben bedroht. Wälder wurden gerodet, Feuchtgebiete trockengelegt, Wildtiere verdrängt – und so steht dieses ökologische Juwel kurz davor, für immer verloren zu gehen.</p>
<p>Aber es gibt noch Hoffnung. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, dieses Land vollständig zu erwerben und dauerhaft zu schützen – als Zufluchtsort für die Natur, als CO₂-Speicher und als lebendiges Vermächtnis für kommende Generationen. Durch die Sicherung des Landes können wir seine Ökosysteme wiederherstellen, nachhaltige Landwirtschaft fördern und ein Modell für gemeinschaftlich getragene Naturschutzprojekte schaffen.</p>
<p>Dieses Land ist mehr als nur Boden – es ist unser Erbe, unsere Umwelt und unsere Zukunft. Mit Ihrer Unterstützung können wir es wieder zum Leben erwecken – mit Pflanzen, Wasser und Tierwelt.</p>
<p>Unser Ziel ist es, ein etwa 4.000 Quadratmeter großes Grundstück vollständig zu erwerben, den Boden zu regenerieren, Bäume wie Akazien als natürlichen Windschutz zu pflanzen, Betreuer:innen auszubilden und einen Brunnen zu graben, da es in dieser Region bislang keinen Zugang zu Wasser gibt. Um das Wiederaufforstungsprojekt voranzubringen, benötigen wir 25.000 Euro.</p>
<p><strong>UNSERE ZIELE UND WOZU WIR UNS VERPFLICHTEN</strong></p>
<ul>
<li>Erwerb eines 4.000 Quadratmeter großen Grundstücks – 15.000 Euro</li>
<li>Bodensanierung mit Kompost und stickstoffbindenden Pflanzen – 2.500 Euro</li>
<li>Pflanzung von Bäumen wie Akazien, Eichen und Mahagoni als natürlicher Windschutz – 3.000 Euro</li>
<li>Gartenbau-Schulung für Betreuer:innen (Dauer: 3 Monate) – 2.500 Euro</li>
<li>Schaffung eines Wasserzugangs für die Gemeinschaft, Pflanzenwelt und Tierwelt – 2.000 Euro</li>
</ul>
<p>Mit Ihrer Unterstützung – durch den Kauf von Naturprodukten von La Caoba und Spenden über GoFundMe – können wir sicherstellen, dass neues Leben entsteht und die Menschen in Prampram inspiriert werden, Teil dieser Bewegung zu werden.</p>
<p><strong>Spenden Sie jetzt</strong> und werden Sie Teil dieser wichtigen Mission!</p>
<p>GoFundMe-Link: <a href="https://gofund.me/fb6c6e79">https://gofund.me/fb6c6e79</a></p>
<p><strong>Vielen Dank!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Anna Pezzoli</strong></p>
<p><em>Aliveness</em>, 2025</p>
<p>Sojabohnensprossen führen im Inneren eines Aquariums die Choreografie mit dem Titel <em>Aliveness</em> (<em>Lebendigkeit)</em> auf.<br />
Geleitet von der Pumpe – dem pulsierenden Herzen, das durch Luftstöße den Rhythmus vorgibt – drehen sie sich in stillen Schleifen.<br />
Der Blick wird hineingezogen, verführt von der Transparenz, sicher an seinem trockenen Ort.<br />
Diese keimenden Samen stecken im Kreislauf fest. Ist das Drehen eine Überlebensstrategie? Was, wenn wir aufhören? Wäre Wurzeln schlagen vielleicht fruchtbarer? Würde die Ruhe neue Formen des Wachstums ermöglichen?</p>
<p><strong>Tracy Naa Koshie Thompson</strong></p>
<p><em>Kanzo Caves</em>, 2025</p>
<p>Die <em>Kanzo-Höhlen</em> sind Teil meiner topografischen Erkundung der Mikrowelten der Lebensmittel. „Kanzo“ bedeutet in der ghanaischen kulinarischen Tradition ‚verkohlter Reis‘, der sich am Boden von Töpfen bildet. Die digitalen Landschaften für diese Virtual-Reality-Erkundung entstehen durch eine Kombination aus Digital Elevation Modelling und Mikroskopie modifizierter Lebensmittel. Ich verändere Lebensmittel aus Reis, Weizen und Hirse zu unterschiedlichen Kristallisationsstrukturen, die anschließend in digitale Formen zurückübersetzt werden. Dieses Werk verschmilzt und hinterfragt die Genres Stillleben und Landschaft, um sich mit der gemeinsamen Morphogenese und Ökologie der Dinge auf unterschiedlichen Maßstabsebenen auseinanderzusetzen – einschließlich mikrobiellen Lebens und ungewöhnlicher Formen. Auf den digitalen Terrains erscheinen auch die Körper von Buchläusen, die als Teil des Ökosystems die von mir verwendeten Lebensmittel zersetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Larry Bonćhaka und Sopo Kashakashvili arbeiten als künstlerisches Duo zusammen und verbinden in ihrer Arbeit kulinarische Praktiken, theoretische Forschung und Improvisation, um partizipative Erfahrungen zu schaffen. Beide sind Gründungsmitglieder des Künstler:innen- und Architekt:innenkollektivs commune6x3 und haben ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (DE) absolviert, Bonćhaka 2023 und Kashakashvili 2024.</p>
<p>Ihre Performances und Interventionen wurden u.a. im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden e.V., Wiesbaden (DE), den Opelvillen, Rüsselsheim (DE), dem Theater der Welt, Frankfurt am Main (DE), der Kressmann Halle, Offenbach am Main (DE), dem Diamant Museum of Urban Culture, Offenbach am Main (DE), der Documenta 15 mit commune6x3, Kassel (DE), dem Künstler*innenhaus Mousonturm, Frankfurt am Main (DE) und den Royal Parade Grounds, Kumasi (GH) präsentiert. Sie haben auch Interventionen im öffentlichen Raum geschaffen, Dinner-Performances veranstaltet, an Modenschauen gearbeitet und 2024 ein mobiles Skulpturenpark-Projekt in Kumasi (GH) initiiert.</p>
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		<title>Neue Materialien</title>
		<link>https://www.fkv.de/neue-materialien/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Oct 2023 08:51:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Magna Glaskeramik Stormy Grey Bodenplatten, 2017 24 Glasplatten aus recyceltem Glasbruch und Überschuss beschichteter Solarpaneele Jeweils 135 x 60 x 2 cm Samples 6 Glasfliesen aus recyceltem Glasbruch und Überschuss beschichteter Solarpaneele Courtesy Magna Glaskeramik BlueBlocks: Seawood Samples Faserplatten aus braunem Seetang Courtesy BlueBlocks RikMakes: Compostboard Samples Bretter aus agrarwirtschaftlichen Abfällen Courtesy RikMakes Shards – <a href="https://www.fkv.de/neue-materialien/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Magna Glaskeramik<br />
</strong></p>
<p>Stormy Grey Bodenplatten, 2017<br />
24 Glasplatten aus recyceltem Glasbruch und Überschuss beschichteter Solarpaneele<br />
Jeweils 135 x 60 x 2 cm</p>
<p>Samples<br />
6 Glasfliesen aus recyceltem Glasbruch und Überschuss beschichteter Solarpaneele</p>
<p>Courtesy Magna Glaskeramik</p>
<p><strong>BlueBlocks: Seawood</strong><br />
Samples<br />
Faserplatten aus braunem Seetang<br />
Courtesy BlueBlocks</p>
<p><strong>RikMakes: Compostboard</strong><br />
Samples<br />
Bretter aus agrarwirtschaftlichen Abfällen<br />
Courtesy RikMakes</p>
<p><strong>Shards – Fliesen aus Bauschutt</strong><br />
Samples<br />
Fliesen aus Bauschutt<br />
Courtesy Shards – Fliesen aus Bauschutt</p>
<p><strong>Smile Plastics  </strong><br />
Samples<br />
Paneele aus recycelten Kunststoffabfällen<br />
Courtesy Smile Plastics</p>
<p><strong>Spared</strong><br />
Samples<br />
Recycelte Muscheln aus der Fischereiindustrie</p>
<p><strong>StoneCycling</strong><br />
Samples<br />
Ziegelsteine aus Bauschutt<br />
Courtesy StoneCycling</p>
<p><strong>UpBoards</strong><br />
Samples<br />
Platten aus recycelten Kunststoffabfällen</p>
<p>Das 21. Jahrhundert steht vor einem radikalen Paradigmenwechsel dafür, wie viele Materialien unter welchen Produktionsbedingungen hergestellt werden und zum Einsatz kommen. Das lineare Konzept von „Produzieren, verwenden, wegwerfen“ hat sich angesichts knapper Ressourcen und eines exponentiell wachsenden Abfallaufkommens sowie einer rapide steigenden Weltbevölkerung als nicht tragbar für die zukünftige Bewohnbarkeit des Planeten erwiesen. Um den Abbau natürlicher Rohstoffe zu minimieren, müssen Kreisläufe aus Produktion, Nutzung und Wiederverwendung entwickelt werden, die neben einem geringeren Verbrauch von Ressourcen eine Transformation des Wirtschaftens ermöglichen.</p>
<p><em>Knowing, Acting, Caring</em> als Haltung eines veränderten Handelns hat unterschiedliche Stufen der Produktion und eine Bandbreite von Materialien hervorgebracht, die nicht mehr nur als spekulative Forschungsprojekte, sondern zur realen Anwendung zur Verfügung stehen.</p>
<p>Die hier präsentierte Auswahl junger Unternehmen steht stellvertretend für eine neue Generation von Firmen, die ihr wirtschaftliches Modell im Zeichen der Transformation entwickelt haben. Magna Glaskeramik, Blue Blocks Seawood, Compost Board, Shards-Fliesen aus Bauschutt, Smile Plastics, Spared, Stone Cycling, UpBoards und Mogu stehen für innovatives Wirtschaften im Bereich der New Materials. Recycling, Urban Mining, der Einsatz natürlich nachwachsender und abbaubarer Rohstoffe bilden das Zentrum ihrer Produktpaletten.</p>
<p>Die erste Stufe für veränderten Wertstoffverbrauch besteht im Ansatz des Recyclings bereits bestehender Stoffe. Hier geht es darum, bereits vorhandene, oft ölbasierte Materialien wieder zu verwerten, anstatt sie zu entsorgen. Dies reduziert nicht nur den Energieverbrauch bei Neuproduktionen, sondern verringert auch die Menge der Abfälle, die weltweit auf den Deponien landen. Recycling trägt dazu bei, unsere begrenzten natürlichen Ressourcen zu schonen und die Umweltbelastung zu minimieren. Voraussetzung für das Recycling ist die Trennung in einzelne Stoffe. Weil viele Produkte als Verbund zahlreicher Einzelstoffe designt werden, deren Trennung schwierig ist, landen wertvolle Materialien als Ganzes auf den Deponien. Verändertes Design, neue Produktionsverfahren und effizientere Trennung in einzelne Stoffe sind daher die neuen Herausforderungen.</p>
<p>Städte und die gebaute Umwelt befinden sich im ständigen Wandel. Was bleibt, sind Tonnen von Trümmern aus Beton, Ziegeln und diversen anderen Baumaterialien. Die Reste werden als Bauschutt auf Müllhalden entsorgt. Immer mehr wird jedoch verstanden, dass dieser Abbruch auch recycelbare Stoffe liefern kann. Als Urban Mining werden eine neue Wirtschaft und ein Prozess genannt, der Rohstoff nicht aus der Natur, sondern aus bereits verursachtem Abbruch extrahiert und die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus städtischen Abfällen und Altprodukten betreibt. Dabei werden Techniken wie Recycling, Wiederverwendung und Aufbereitung eingesetzt, um Metalle, Kunststoffe, Elektronik und andere Ressourcen aus Haushalten, Gewerbegebieten und Industrieabfällen zurückzugewinnen. Urban Mining trägt dazu bei, die Abhängigkeit von primären Rohstoffquellen zu reduzieren, und fördert eine nachhaltigere Nutzung von Ressourcen in urbanen Umgebungen.</p>
<p>Shards ist ein junges Unternehmen aus Kassel, das sich auf die nachhaltige Verwertung von Abfällen aus der Bauindustrie spezialisiert hat, indem es Fliesen aus Bauschutt herstellt. Die Fliesen verzichten vollständig auf Primärrohstoffe, geben mineralischen Abfallstoffen, die normalerweise auf Deponien landen würden, ein zweites Leben und etablieren gleichzeitig ein zirkuläres System. Bei einer Beschädigung können sie, ohne zu Abfall zu werden, zu neuen Fliesen recycelt werden. Die Palette von Farben und Oberflächenstrukturen wird ohne Farbstoffe produziert und reicht von Weiß, Creme, Braun, Grau, Schwarz bis zu Grün- und Blautönen. Sie können glänzend, griffig oder rau sein. Bei der Herstellung der Shards-Fliesen setzt das Unternehmen auf erneuerbare Energiequellen und verzichtet vollständig auf fossile Brennstoffe. Aufgrund seiner Nachhaltigkeit wurde das Unternehmen 2018 mit dem Bundespreis Ecodesign und 2021 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design ausgezeichnet.</p>
<p>StoneCycling ist ein niederländisches Unternehmen mit Sitz in Amsterdam, das ebenfalls das Ziel verfolgt, den Einsatz von Primärrohstoffen in der Baubranche zu reduzieren. Bereits im Studium hatte der Industrial-Designer Tom van Soest einen Mixer entworfen, der Abbruchabfälle wie Fensterglas, Ziegel und Beton pulverisiert. Dieses Verfahren brachte er später in einem größeren Maßstab mit der Gründung von StoneCycling zu unternehmerischer Reife. Das resultierende Pulver wird gemischt und gebrannt. Recyceltes Glas dient als Bindemittel. Das Material, das aus dem Ofen kommt, hat steinähnliche Eigenschaften. Das Unternehmen StoneCycling produziert heute Ziegel oder Fliesen für nachhaltige Bauprojekte. In der Ausstellung <em>Bending the Curve</em> werden Produkte aus der Serie WasteBasedBricks vorgestellt. Die Backsteine werden zu zwischen 60 % und 100 % aus Abfallmaterialien hergestellt und tragen zur Abfallreduzierung bei, indem sie zwischen 91 kg und 150 kg Abfall pro Quadratmeter aufwerten. Die Produktion ist CO₂-kompensiert und entspricht den Branchenstandards. WasteBasedBricks eignen sich sowohl für den Innen- als auch den Außenbereich und können in individuellen Formen und Größen geliefert werden.</p>
<p>Die Firma Magna Glaskeramik mit Sitz in Teutschenthal produziert Designprodukte mit Glasabfällen. Für die Ausstellung <em>Bending the Curve</em> präsentiert die Firma eine Installation mit Bodenplatten in der Farbe Stormy Grey. Aus 100 % recyceltem Brauchglas stellt Magna Glaskeramik-Platten her, die aus farblich getrennten und geschmolzenen Scherben bestehen. Die Farbpalette umfasst Grau, das aus dem Glas beschichteter Solarpaneele hergestellt wird, Blau aus blauen Mineralwasserflaschen, Grün aus Bierflaschen, Schwarz aus Fehlproduktionen von grauem Flachglas und Weiß aus Abfallglas von Schutzgläsern für Solarzellen. Bei der Herstellung von Flach-, Solar-, Farb- oder Flaschenglas fallen Ausschüsse, Fehlproduktionen und Übermengen von ca. 5 % der gesamten Glasproduktion an. Diese Industrieabfälle stellen die Rohstoffquelle für die Produktion von Magna Glaskeramik dar: Sie werden kontrolliert in Scherben gebrochen und durchlaufen ohne Zusatz von Bindemitteln und ohne Druck, nur mithilfe von Temperatur und Zeit, einen aufwendigen Kompaktierungsprozess, Sinterungsprozess genannt. Anschließend werden die gesinterten Platten in Kühlhauben abgekühlt. In der Endverarbeitung werden die Rohplatten kalibriert, auf Wunsch poliert und auf Endmaß geschnitten. Der Energiebedarf im Produktionsprozess wird aus eigenen Solaranlagen generiert und das Wasser für den Herstellungsprozess wiederaufbereitet und mehrfach verwendet.</p>
<p>Die Unternehmen Smile Plastics, Spared und UpBoards präsentieren in <em>Bending the Curve</em> Materialproben aus ihren Produktpaletten, die zu 100 % aus recyceltem Plastikgranulat herstellt wurden. Plastikabfälle lassen sich zu allen möglichen Formen pressen. Die so entstandenen neuen Materialien haben jeweils eigene Qualitäten und ein verschieden designtes Aussehen. Sie sind für eine breite Palette von Anwendungen konzipiert, die an den Bedarf angepasst werden können. Zusätzlich präsentiert das Unternehmen Spared auch eine Probe des Verbundmaterials Molelk, das aus recycelten Muscheln aus der Fischereiindustrie entsteht. 6 bis 8 Millionen Tonnen Muschelabfälle fallen jedes Jahr in der Lebensmittelindustrie an. Der größte Teil davon landet auf der Mülldeponie.</p>
<p>Für das Recycling von Plastik setzen sich nicht nur junge Unternehmen aus der Designbranche ein. Dafür engagieren sich auch weltweite Bürger:innenbewegungen, wie zum Beispiel die Initiative „Precious Plastic“. Diese wurde 2012 von Dave Hakkens in den Niederlanden gegründet. Die Idee basiert auf von Hakkens selbstgebautem Werkzeug für das Recycling von Plastik: einem Schredder, einer Spritzgussmaschine und einer Formpresse. Später stellte Hakkens die Baupläne für die „Recycling-Infrastruktur“ unter dem Creative-Commons-Siegel für jeden verfügbar ins Internet, was bewirkte, dass sich weltweit ca. vierhundert von Bürger:innen gegründete Werkstätten der Bewegung anschlossen.</p>
<p>Diese zweite Stufe veränderter Produktion konzentriert sich auf die Entwicklung und Verwendung neuer Materialien, die organisch und abbaubar sind. Die Materialien sind eine Alternative zu herkömmlichen, nicht abbaubaren Kunststoffen und Chemikalien. Sie sind umweltfreundlicher und bauen sich nach ihrer Verwendung schneller ab, indem sie möglichst wenige oder gar keine schädlichen Rückstände hinterlassen. Solche Materialien sind besonders wichtig, um die Verschmutzung der Ozeane und Böden zu reduzieren.</p>
<p>Das Holz-ähnliche Produkt CompostBoard basiert auf dem Prinzip Zero Waste. Das Material besteht aus landwirtschaftlichen Abfällen und ist zu 100 % biobasiert, erneuerbar und vollständig kompostierbar. Die Fasern für CompostBoard stammen aus den Niederlanden (Flachs) und Belgien (Hanf), die Verarbeitung erfolgt auf herkömmlichen Holzbearbeitungsmaschinen mit Verfahren wie Fräsen, Sägen und Mahlen. Das Material fördert eine Kreislaufwirtschaft, da es nach Gebrauch zu fruchtbarem Boden für den Anbau von Nutzpflanzen verwandelt werden kann. Der verwendete Klebstoff ist umweltschonend hergestellt und ungiftig, da er keine ölbasierten Stoffe verwendet. Er ist nicht flüchtig sowie umweltschonend hergestellt. Das damit kompaktierte Material bleibt intakt, solange es trocken gehalten wird, und bietet den Benutzer:innen vorteilhafte Eigenschaften wie Atmungsaktivität und ein neutrales Raumklima. Es bindet Wasserdampf, wenn die Luft feucht ist, und gibt ihn in trockenen Zeiten wieder ab. CompostBoard beginnt zu zerfallen, wenn es mehrere Tage lang Regen ausgesetzt ist. Nach sieben bis 14 Tagen in Kontakt mit Wasser zerfällt das Material und kann von Würmen und Insekten zersetzt werden.</p>
<p>SeaWood ist das Resultat einer Kooperation zwischen The Seaweed Company, North Sea Farmers, BlueCity und Circular Factory. Sie produzieren Faserplatten, die aus braunem Seetang hergestellt werden. SeaWood ist ein zu 100 % natürliches, kompostierbares und chemikalienfreies Plattenmaterial, das als Baumaterial für Produkte im Bereich der Inneneinrichtung und als akustische Wandpaneele verwendet werden kann.</p>
<p>Die dritte Stufe transformativen Wirtschaftens wird aktuell unter dem Begriff der Regeneration diskutiert. Der Begriff wurde von Paul Hawkens geprägt und sieht eine Umstellung in allen Bereichen der Herstellung, der Gewinnung, des Verbrauchs und der Wiederverwendung von Dingen vor, die Menschen zum Leben brauchen. Die zentrale Forderung ist, dass der Mensch einen weiter belebbaren Planeten hinterlässt und Ökosysteme, Klima und Biodiversität versteht und respektiert. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn ein radikaler kultureller Wandel stattfindet und damit einhergehend neue Methoden und Materialien in möglichst allen Bereichen menschlichen Lebens zum Einsatz kommen.</p>
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