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	<title>Wissenschaft | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<title>Wissenschaft | Frankfurter Kunstverein</title>
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		<title>The Alternative Limb Project</title>
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		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Oct 2025 09:45:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Materialise, 2015 Armprothese 3D-Druck, CNC-Fräsung, handgeschnitzt und -geformt, unter Verwendung von Stahl, Stein, Erde, Holz, Moos, Öl, Kork, Wolle, Bronze, Rhodium, Gold und Magneten 50 x 13 x 13 cm VINE 2.0, 2022 Armprothese Harz, Elektronik, Metallkomponenten und vergoldetes Metall 70 x 14 x 14 cm Foto- und Videoinstallation mit Fotos von Rosie Williams, Ewelina <a href="https://www.fkv.de/the-alternative-limb-project/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Materialise</em>, 2015<br />
Armprothese<br />
3D-Druck, CNC-Fräsung, handgeschnitzt und -geformt, unter Verwendung von Stahl, Stein, Erde, Holz, Moos, Öl, Kork, Wolle, Bronze, Rhodium, Gold und Magneten<br />
50 x 13 x 13 cm</p>
<p><em>VINE 2.0</em>, 2022<br />
Armprothese<br />
Harz, Elektronik, Metallkomponenten und vergoldetes Metall<br />
70 x 14 x 14 cm</p>
<p>Foto- und Videoinstallation mit Fotos von Rosie Williams, Ewelina Stechnij, Louie Banks, Lukasz Suchorab, Omkaar Kotedia, Rosemary Williams, Simon Clemenger, Andrew Perris</p>
<p>Courtesy The Alternative Limb Project</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Sophie de Oliveira Barata ist Designerin, Künstlerin und Prothetikerin. Ihre Arbeit entsteht mit Menschen, die dank einer künstlerischen und künstlichen Erweiterung eine selbstermächtigte Form ihres Körpers entwerfen und tragen. „Prothese“ leitet sich vom Griechischen „hinzufügen“ ab. Im medizinischen Sinn bezeichnet sie ein künstliches Körperteil, das ein fehlendes Glied ersetzt. Doch im Kontext des Alternative Limb Project bedeutet das Hinzufügen mehr. Es handelt sich nicht rein um eine Ergänzung des Körpers, um den Ersatz einer Gliedmaße. Ihre „Alternativen Gliedmaße“ sind ein Empowerment der Persönlichkeit. Sie sind Ausdruck eines Körpers, der durch unsere eigenen Erzählungen eine selbst gewählte, erweiterte Form annimmt.</p>
<p>Das Fehlen einer Gliedmaße – ob von Geburt an, durch Unfall oder wegen einer medizinischen Notwendigkeit – ist seit jeher mit gesellschaftlicher Stigmatisierung verbunden. Die Idee eines nicht der Norm entsprechenden Körpers trägt für betroffene Menschen häufig zu Ausgrenzung und Scham bei. Prothesen können fehlende Funktionen des Körpers teilweise kompensieren. Mit fortschreitender Technik auch so, dass der Unterschied zwischen Körper und künstlichem Teil weitgehend unauffällig und unsichtbar bleibt.</p>
<p>Sophie de Oliveira Barata steht für eine Arbeit, die den Träger:innen nicht nur eine funktionstüchtige Prothese zur Verfügung stellt, sondern gemeinsam mit ihnen eine Idee der stolzen Andersartigkeit entwickelt. Es geht um ein Empowerment ihres Seins und das Tragen eines Schmucks, der ihre Körper erweitert und für die Einmaligkeit der Träger:innen steht. So nennt de Oliveira Barata ihre Objekte nicht Prothesen, sondern offensiv „Alternative Gliedmaße“ – dort wo das Alternative für Erweiterung und Unnachahmlichkeit steht.</p>
<p>De Oliveira Baratas Arbeiten verbinden Wissenschaft, Technologie, Medizin und Kunst. Hinter jedem ihrer Projekte und Objekte steht eine individuelle Person mit ihrer persönlichen Geschichte und ihrer Psychologie. De Oliveira Barata arbeitet heute mit vielen Gewerken und Spezialist:innen zusammen, darunter Elektronikingenieur:innen, Maschinenbauingenieur:innen, Orthopädietechniker:innen, traditionelle Handwerker:innen (Holzschnitzer:innen), Metallarbeiter:innen und Schmuckdesigner:innen. Zusätzlich zu viel handwerklicher Arbeit nutzt de Oliveira Barata auch Verfahren wie 3D-Druck und computergestütze Fräsung.</p>
<p>Nach einem Kunststudium begann de Oliveira Barata beim Film als Fachfrau für Spezialeffekte. Danach wechselte sie in den medizinischen Bereich, wo sie acht Jahre lang in einem Rehabilitationszentrum mit Menschen mit Amputationen arbeitete. Danach entschied sie, nicht mehr nur hyperrealistische Nachbildungen zu fertigen, sondern mit den Betroffenen Prothesen als künstlerische und persönliche Ausdrucksform zu entwickeln. Dort wo anfänglich Realismus der Anspruch war, wo es darum ging, den Prothesen ein möglichst naturidentisches Aussehen und eine optische Übereinstimmung mit dem Körper zu verleihen, erweiterte sie den Anspruch an ein Artefakt, das vom Individuum erzählt. Körper verändern in ihrer Lebendigkeit und Veränderlichkeit Aussehen und Form. Die Hautfarbe schwankt nach aktuellem Stand der Durchblutung und Sonneneinwirkung, die Körperform nach der Tageszeit oder Gewichtsveränderung oder Alterungsprozess. Das Statische der Prothese bleibt ein Gegenpol.</p>
<p>Die Arbeit an hyperrealistischen Gliedmaßen beginnt mit einer Schaumform, die das fehlende Körperteil nachbildet. Anschließend wird ein Silikonabguss erstellt, der maßgeschneidert zum Körper passt. Hautoberflächen entstehen aus Silikon, das mit Pigmenten eingefärbt und in vielen Schichten aufgetragen wird, bis der natürliche Hautton erreicht ist. Um die Transluzenz echter Haut zu erzeugen, wird das Material gedehnt und mit feinen Fasern durchzogen. Dann folgen die Details: Muttermale, Narben, Sommersprossen, Falten oder Tattoos – alles kann individuell ergänzt werden. Auch Nägel werden in Form, Farbe und Länge angepasst. Auf Wunsch kann Nagellack verwendet werden. Die Auftraggeber:innen sind während des gesamten Prozesses eingebunden und entscheiden, welche Details ihnen wichtig sind. So entsteht ein Stück, das so echt wirkt, dass es sich ins Leben der Träger:innen einfügt.</p>
<p>Wenn es nicht um Täuschung, sondern um Ausdruck geht, arbeitet de Oliveira Barata freier. Die Prothese wird dann zur Skulptur, zum Accessoire oder Kunstobjekt. Auch hier beginnt alles mit Gesprächen: Was will die tragende Person zeigen? Welche Geschichte soll das Objekt erzählen? Das Team kombiniert zahlreiche handwerkliche Techniken, um ein einzigartiges Stück zu schaffen.</p>
<p>Denn de Oliveira Barata erkannte früh, dass Menschen sich nach etwas anderem sehnten als allein nach dem Ersatz eines fehlenden Gliedmaßes und dessen Funktion. Sie suchten Heilung. Sie ging auf die Suche nach Personen, die mit ihr einen neuartigen Ansatz für artifizielle Gliedmaße entwickeln würden. Die erste war Viktoria Modesta, eine britische Sängerin und Model. Nach ihr kamen paralympische Athlet:innen, Musiker:innen, Künstler:innen, ehemalige Soldat:innen, die sich ihren Traum von einem funktionalen Zusatz ihres Körpers erfüllten. Ihre „Alternativen Gliedmaße“ tragen sie mit Stolz, sie stehen für den Ausdruck ihrer Persönlichkeit und Identität.</p>
<p>Das Andersartige, das in einer Mehrheitsgesellschaft immer noch als anormal gelten kann, wird hier zum Schmuck und in eine offensive Geste nicht des Vertuschens, sondern des Feierns umgekehrt. Spielerisch, mutig, humorvoll und schön anstelle einer Opferhaltung, die das Mitleid anderer weckt. Dies ändert vollständig die Beziehungen und das Selbstbild.</p>
<p>De Oliveira Baratas Prothesen verbergen körperliche Unterschiede nicht – sie machen sie sichtbar. Sie verwandeln sie in etwas Besonderes und geben ihnen eine eigene Kraft. „Ich mag es, diese Stücke zu machen“, betont Sophie de Oliveira Barata, „weil sich die Gespräche ändern – von Mitleid zu Staunen.“ Die „Alternativen Gliedmaße“ eröffnen den Dialog über die Idee von menschlichem Körper, über Unterschiede in Körperbildern und feiern diese.</p>
<p>„Wenn Menschen ihre alternativen Prothesen tragen, verändert sich oft ihre Haltung“, sagt Sophie de Oliveira Barata. „Das liegt daran, dass sie selbst am Entstehungsprozess beteiligt waren – und daran, dass die Stücke Aufmerksamkeit erregen. Statt Mitleid erfahren sie Neugier, manchmal sogar Bewunderung. Das gibt ihnen Kraft. Manche tragen ihre Prothesen zu besonderen Anlässen und schlüpfen dann in eine Art Alter Ego. Andere machen sie zu einem festen Teil ihrer Identität.“</p>
<p>Die Ausstellung <em>Anatomie der Fragilität</em> im Frankfurter Kunstverein zeigt zwei Arbeiten aus der Serie des Alternative Limb Project. Eine ist als funktionale Prothese entstanden, die andere als Objekt mit ästhetischer Priorisierung.</p>
<p><em>Materialise</em> ist ein alternativer Arm für die Aktivistin und das Model Kelly Knox. Er ist in der Länge in zwei Hälften geteilt: eine Seite besteht aus Silikonhaut, die andere aus zahlreichen Materialien: Stahl, Stein, Erde, Holz, Moos, Öl, Kork, Wolle, Bronze, Rhodium und Gold. Je nach Gefühlslage und Stimmung der Trägerin können die Elemente ausgetauscht werden. Dies verändert nicht nur die Beschaffenheit, sondern auch das Gewicht des Arms. Kelly Knox entscheidet selbst, wie sie ihren Arm tragen will. Gefertigt wurde der Arm mit 3D-Druck- und CNC-Fräsverfahren, viel Handarbeit und Kunsthandwerklichkeit. Die Hautseite ist eine realistische Nachbildung des rechten Arms der Trägerin in silikonartigem Material. Sie steht für Kelly Knoxs körperliche Seite. Die Materialienwahl repräsentiert individuelle, emotionale und spirituelle Aspekte ihrer Persönlichkeit.</p>
<p>Für Kelly Knox entstand auch <em>VINE 2.0</em>. Diese „Alternative Gliedmaße“ entfernt sich noch dezidierter von einer Idee und Ästhetik realistisch anmutender Körperteile. Der Arm wird zum tentakelartigen Gebilde aus 26 Wirbelgliedern. Über Drucksensoren im Schuh steuert die Trägerin die Bewegungen des Armes. Künstliche Sehnen ziehen sich zusammen oder lockern sich und erzeugen geschmeidige Bewegungen. Durch einen Elektromagnet wird die Prothese an eine Metallvorkehrung per Clip-on-System mit dem Körper verbunden. Schaltkreise, Batterien und Sensoren übertragen nun die Impulse des Organismus durch Bluetooth auf das alternative Körperteil.</p>
<p><em>VINE 2.0</em> scheint der Denkerin Donna Haraway einen Tribut zu zollen. Diese stellt unter dem Begriff des „tentakulären Denkens“ eine Weltsicht infrage, in der sich der Mensch mit seiner spezifischen Körperlichkeit und seinen Bedürfnissen zum Zentrum der Schöpfung erhebt. Haraway plädiert für eine Überwindung der typisch westlichen Denkweise in Dualismen: Mensch-Tier, Natur-Technik und Körper-Geist. Die Zukunft von Identität und Körper entsteht jenseits dieser binären Kategorien. In ihrem Cyborg-Manifest wählt Haraway die Figur eines Mischwesens aus biologischem Organismus und Maschine als eine Metapher für emanzipatorische Zwecke und um patriarchale Strukturen zu überwinden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für <em>Anatomie der Fragilität</em> hat der Frankfurter Kunstverein mit Sophie de Oliveira Barata eine umfassende Auswahl an Dokumentationsfilmen, Fotos und technischen Zeichnungen zusammengestellt. Weil die zahlreichen Objekte den Träger:innen gehören, berichten diese von der einzigartigen Arbeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>The Alternative Limb Project</strong> wurde von <strong>Sophie de Oliveira Barata</strong> (*1982 London, GB) gegründet. Ihre Werke wurden international in Institutionen wie dem National Museum of Scotland in Edinburgh (UK); dem Musée de l’Homme in Paris (FR); der Ars Electronica in Linz (AUT); dem Museum of Science and Industry in Chicago (USA); dem Science Museum in London (UK); dem Museum Arnhem (NL) und dem Museum Ulm (DE) präsentiert. Sophie de Oliveira Barata hält regelmäßig international Vorträge, zuletzt bei TED X in London (UK); TED MED in San Francisco (USA) und dem Henry Moore Institute in Leeds (UK).</p>
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		<title>Grußwort von Prof. Dr. Andreas Mulch Direktor Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 11:05:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Welt, in der wir leben, ist das Ergebnis einer mehrere Milliarden Jahre dauernden Entwicklung der Natur. Der Wandel unseres Planeten, der mit dieser Entwicklung einhergeht, kann unentdeckte Einblicke geben in die Art und Weise, wie die Erde mit Veränderung umgeht. Wissenschaft und Kunst bieten sehr unterschiedliche Zugänge zur Entdeckung der Natur. Beide vereinen sich jedoch wunderbar <a href="https://www.fkv.de/grusswort-von-prof-dr-andreas-mulch-direktor-senckenberg-forschungsinstitut-und-naturmuseum-frankfurt/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Welt, in der wir leben, ist das Ergebnis einer mehrere Milliarden Jahre dauernden Entwicklung der Natur. Der Wandel unseres Planeten, der mit dieser Entwicklung einhergeht, kann unentdeckte Einblicke geben in die Art und Weise, wie die Erde mit Veränderung umgeht. Wissenschaft und Kunst bieten sehr unterschiedliche Zugänge zur Entdeckung der Natur. Beide vereinen sich jedoch wunderbar in dieser Ausstellung, in der es um Einblicke in das <em>Abwesende</em> geht.</p>
<p>Wenn wir Funktionszusammenhänge zwischen der Lebewelt, der festen Erde und dem Klimasystem verstehen wollen oder wenn es darum geht, zu rekonstruieren, wie sich unser Planet über Millionen von Jahren verändert hat, müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich Informationen erarbeiten, die indirekt in das Vergangene Einblick geben. Sie nutzen zum Beispiel den chemischen Fingerabdruck, den ein globales Ereignis in geologischen Einheiten hinterlassen hat, um so dem Vergangenen, dem <em>Abwesenden</em> eine Gestalt zu verleihen und dieses greifbar zu machen. Die Erforschung der Entwicklung unseres Planeten, aus der Tiefe der Zeit bis ins Heute, geschieht durch präzise, umfangreiche und idealerweise innovative Messungen an Organismen und Materialien der Natur. Diese speichern die Informationen über ein zu rekonstruierendes Phänomen, eine Entwicklung oder ein einschneidendes Ereignis für die Lebewelt. Damit wir tief in diese Entwicklung des Planeten eintauchen können, müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unfassbar lange Zeiträume überwinden. Wir holen also das Gewesene in die Gegenwart; wir erforschen die Spuren einer Entwicklung. Das <em>Anwesende</em> eröffnet somit die Möglichkeit, Einblick zu nehmen in Prozesse und Abläufe, die vor langer Zeit bereits abgelaufen sind und ansonsten für immer verschlossen blieben.</p>
<p>Wenn man das <em>Abwesende</em> entdecken möchte, ist es notwendig, aus ungewohnter Perspektive auf eine Fragestellung zu schauen. Innovation, Kreativität und der Mut, ungewohnte Wege zu gehen, sind Grundlage für bahnbrechende wissenschaftliche Entdeckungen. Sie sind aber auch eine Chance, Lösungen anzubieten für die vielfältigen Herausforderungen einer sich rapide verändernden Welt. Lösungen, die auf authentischem Wissen aufbauen. Hier wird Wissenschaft Teil des demokratischen Prozesses, den zu schützen unser aller Aufgabe ist. Die Frage, in welcher Welt wir in Zukunft leben wollen, ist eine gesellschaftliche Frage, für die die Wissenschaft – wenn man es so formulieren möchte – die Gestaltungsmöglichkeiten und Konsequenzen des Handelns beschreiben kann. Aus dem <em>Anwesenden</em> das <em>Abwesende</em> sichtbar machen, um Handlungsoptionen für das Wohlergehen von Mensch und Natur zu entwickeln, das ist unsere Chance.</p>
<p>Wir möchten in der Kooperation zwischen dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt und dem Frankfurter Kunstverein, durch die Verbindung von Wissenschaft und Kunst neue Perspektiven und Narrative für das Verhältnis von Mensch und Natur aufzeigen. Beide Kooperationspartner bringen dazu ihre jeweils einzigartigen Kompetenzen ein. Wie verändert sich das Verhältnis zwischen Mensch und Natur vor dem Hintergrund zunehmend drängender globaler Fragen? Welche Zugänge ermöglichen es den Besucherinnen und Besuchern, sich selbst zu hinterfragen, ohne von der Größe und Komplexität dieser Fragestellung irritiert zu werden? In der Kooperation liegt für beide Einrichtungen die Chance, durch gemeinsam erarbeitete Inhalte die Natur und ihre Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen. Das Abwesende zur beschreibbaren Realität werden zu lassen, das ist die Kunst in der Wissenschaft.</p>
<p>Die Zusammenarbeit zwischen Frankfurter Kunstverein und Senckenberg ist immer wieder eine große Freude. Wir hoffen, dass die Besucherinnen und Besucher diese Begeisterung auch in der Ausstellung spüren und mitnehmen.</p>
<p>Prof. Dr. Andreas Mulch, Direktor Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Prof. Dr. Andreas Mulch</strong> ist seit 2010 Professor am Institut für Geowissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und seit 2015 Direktor des Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. Als Mitglied des Senckenberg Direktoriums verantwortet er das Forschungsprogramm der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Letztere ist eine der weltweit bedeutendsten Einrichtungen für Natur- und Biodiversitätsforschung und mit acht Instituten, drei Museen und rund 850 Mitarbeitern weltweit aktiv. Andreas Mulch wurde 2004 an der Universität Lausanne promoviert, seine Arbeiten führten ihn an die University of Minnesota, die Stanford University und die Leibniz-Universität Hannover. Seine Forschung fokussiert insbesondere auf Klimaveränderungen in der Erdgeschichte und die Zusammenhänge zwischen Klima- und Biodiversitätswandel sowie Gebirgsbildung. Andreas Mulch ist Fellow der Geological Society of America und war A. Cox-Professor an der Stanford University.</p>
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		<title>Das Anwesende des Abwesenden  Eine Einführung von Franziska Nori</title>
		<link>https://www.fkv.de/das-anwesende-des-abwesenden-eine-einfuehrung-von-franziska-nori/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 10:21:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Mit der Ausstellung Das Anwesende des Abwesenden schreibt der Frankfurter Kunstverein die Zusammenarbeit mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ein viertes Mal fort. Nach Trees of Life (2019), Edmonds Urzeitreich (2020) und Bending the Curve (2023) entsteht nun diese Schau, in der wir gemeinsam grundsätzliche Fragen des Menschen aus den Wissensfeldern Kunst und Naturwissenschaft beleuchten. <a href="https://www.fkv.de/das-anwesende-des-abwesenden-eine-einfuehrung-von-franziska-nori/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Ausstellung<em> Das Anwesende des Abwesenden</em> schreibt der Frankfurter Kunstverein die Zusammenarbeit mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ein viertes Mal fort. Nach <em>Trees of Life</em> (2019), <em>Edmonds Urzeitreich</em> (2020) und <em>Bending the Curve </em>(2023) entsteht nun diese Schau, in der wir gemeinsam grundsätzliche Fragen des Menschen aus den Wissensfeldern Kunst und Naturwissenschaft beleuchten. Zusätzlich haben wir für diesen Anlass das Institut für Theoretische Physik der Goethe-Universität Frankfurt gewinnen können.</p>
<p>Seit Anbeginn der Menschheit hat Homo Sapiens das Bestreben, seine Beziehung zur Welt als Gefüge von Bedeutungen zu verstehen. Woher kommen wir? In welchem Zusammenhang stehen wir zu den anderen Lebewesen, die mit uns den Planeten bewohnen? Wie sind wir Teil eines unendlichen Alls? Spiritueller Glaube und Mythen, aber auch wissenschaftliche Beobachtungen und daraus folgende Weltbilder verändern sich im Wandel der Zeit und sind Ausdruck davon, wie wir Menschen unsere Beziehung zur Welt jeweils deuten.</p>
<p>Immer mehr erforschen und durchdringen wir die Welt. Wir dechiffrieren Zusammenhänge, wir ordnen, quantifizieren und benennen. Dazu haben wir immer komplexere Instrumente geschaffen. Wir finden Methoden, formulieren überprüfbare Lehrsätze und stellen Kausalitäten zwischen Ursache und Wirkung fest. Forscher:innen beschreiben die Welt, wie sie ist, die physikalische und die biologische. Mittels der Wissenschaften formulieren sie Begriffe und Konzepte und erzielen immer aufs Neue überprüfbare Ergebnisse. Sie entschlüsseln die Welt und folgen methodischen Verfahren, die uns immense Handlungsmöglichkeiten eröffnen. Dadurch machen wir die Welt für uns verfügbar. Aber die Wissenschaft stellt sich nicht als Aufgabe, nach der Sinnhaftigkeit des Lebens zu fragen.</p>
<p>Und was macht Kunst? Kunst führt alles zu uns und auf uns zurück. Sie fragt nach der Bedeutung des Wissens für uns. Künstler:innen beschäftigen sich mit der Wahrnehmung, oder besser gesagt, mit dem Wesen der Erfahrung selbst. Damit, wie wir wahrnehmen: visuell, sprachlich und ästhetisch, aber auch, wie die Erfahrung der Lebendigkeit als existentielles Erleben von „in der Welt sein“ stattfindet. Und Kunst kann unsere Beziehung mit der Welt durch Erzählungen, durch Bilder und Klänge, durch Poesie, zu einer Erfahrung der Resonanz verwandeln.</p>
<p>Sowohl Wissenschaft als auch Kunst haben ihren Ursprung in der Intuition, dem Einfall und der Vermutung. Während Wissenschaftler:innen Beweise erstellen müssen, können Künstler:innen freier vorgehen und Assoziationen und Imagination zum Stoff ihrer Erzählungen machen. Der Sinn der Existenz und die Erlebnisse der Transzendenz sind kaum in der Wissenschaft zu finden. Wir Menschen müssen sie in uns selbst finden. Und oft schaffen wir uns dazu Symbole.</p>
<p><em>Das Anwesende des Abwesenden</em> deutet auf die Materie als Präsenz hin, in die sich das Leben einschreibt. Energie und Leben sind kraftvoll, jedoch flüchtig. Die Beziehung zwischen Leben, Energie und Materie spielt in der Ausstellung eine zentrale Rolle.</p>
<p>Die Ausstellung stellt Exponate einander räumlich gegenüber, die sowohl aus künstlerischer als auch aus wissenschaftlicher Perspektive die abstrakte Idee einer „Anwesenheit des Abwesenden“ in einen erweiterten Denkraum übertragen. Werke bedeutender zeitgenössischer Künstler:innen treten in einen Dialog mit wissenschaftlichen Exponaten der Geologie, der Astrophysik, mit Abgüssen aus Pompeji, mit Fußabdrücken prähistorischer Menschen von der Fundstelle Laetoli im heutigen Tansania und mit Nachbildungen prähistorischer Höhlenzeichnungen.</p>
<p>Die kuratorische Erzählung wagt sich vor bis zum astrophysikalischen Phänomen des Schwarzen Lochs. Das Denken über Ausdehnung und Zeit und die Unendlichkeit des Alls liegen außerhalb unseres Vorstellungsvermögens. Gleichzeitig eröffnen sie die Frage danach, wer wir sind und was uns geschaffen hat. Schwebend, irgendwo zwischen Unermesslichkeit und Ewigkeit, befindet sich unser Planet. Und für einen winzigen Moment öffnet sich das Fenster unseres Lebens. Es ist der einzigartige Moment unseres Seins, den wir durch unseren Körper, die Sinne und den Geist erfahren. Alle Exponate verweisen auf ihre ganz eigene Art und Weise auf die Auseinandersetzung mit dieser existentiellen Erfahrung des Daseins und des Menschseins in den Dimensionen von Raum und Zeit.</p>
<p>Mit dieser Ausstellung sind wir auch auf den Spuren der Kunst als urmenschlicher Wunsch, abstrakten Ideen Ausdruck zu verleihen. Warum hat Homo sapiens bereits vor Zehntausenden von Jahren in Höhlen tief im Inneren der Erde Tierfiguren und abstrakte geometrische Formen in Felswände eingraviert? Warum hat er Bilder von etwas gezeichnet und geritzt, was anderen Menschen als Symbol verständlich war und als Verbindung mit übergeordneten, nicht manifesten, sondern spirituellen Welten diente? Warum entwickelte Homo sapiens im Gegensatz zu anderen Arten ein Bedürfnis nach Transzendenz?</p>
<p>So hat uns eine der unzähligen Geschichten und Mythen berührt, die Plinius der Ältere 77 Jahre nach Christus in seiner „Naturgeschichte“ niederschrieb – nur einige Zeit, bevor er im heißen Ascheregen von Pompeji den Tod fand: den Mythos des Butades von Sykion, des korinthischen Töpfers und seiner Tochter. Die Geschichte geht so: Das junge Mädchen liebte einen jungen Mann, der es verlassen musste, um eine lange Reise anzutreten. Die Trennung nahte, und so zeichnete das Mädchen den Umriss des Kopfes ihres Geliebten, den Feuerschein auf eine Wand fallen ließ. Der Vater hatte Mitgefühl, füllte dieses Schattenbild mit Farbe aus und formte mit Ton von der Oberfläche einen Abdruck, den er im Feuer brannte. Die Kunst entsteht nach Plinius‘ Mythos aus dem Bedürfnis, Vergängliches und Flüchtiges festhalten zu wollen; es zu bannen, aus Wehmut und Sehnsucht, aus Abwesenheit und Erinnerung, aber auch aus Liebe und durch Schönheit. Das Gleichnis berührt, weil es so fundamentale Gefühle in sich vereint.</p>
<p>Der Umriss, die Felswand und das Feuer. Erinnert Sie das nicht an die ersten Höhlenmalereien und Gravuren, die Paläoanthropolog:innen und -archäolog:innen auf allen Kontinenten gefunden haben? Waren diese der Ursprung der Kunst zu Anbeginn der Menschheit?</p>
<p>Die ältesten Zeugnisse werden der Blombos-Höhle in Südafrika zugeschrieben: Sie entstanden 140.000 Jahre vor unserer Zeit. Mit den Wanderungsbewegungen des Homo sapiens hat sich die Höhlenkunst auf alle Kontinente verteilt. Trotz so unglaublich gedehnter Zeiträume weist diese erste Kunst aber ähnliche Techniken und Motive auf. Sie wurden scheinbar weitergegeben von Gruppe zu Gruppe, von Generation zu Generation, lange bevor die physiognomische Evolution des Kehlkopfs und des Gehirns die Entstehung von Sprache und Schrift vermuten lässt.</p>
<p>Über Zehntausende von Jahren schufen Menschen – frühe Künstler:innen – Bilder von Tieren, menschlichen Figuren und abstrakte Zeichen. Hatten sie dieselben Fragen und Ideen, die uns moderne Menschen auch umtreiben?</p>
<p>Die Höhlenmalereien des San-Volkes in Südafrika und Botswana oder die der Kulturstufe des Magdalénien in der Steinzeit auf dem europäischen Kontinent waren für die Urmenschen eine lesbare Bildsprache. Sie bildeten die erlebte Umwelt ab, gleichzeitig stellten sie den spirituellen Ideenkosmos der Urmenschen dar. Die Felswände, auf denen Menschen ihre Malerei schufen, fernab von der Außenwelt und tief im Dunkel der Erde, waren mehr als ein Bildträger. Sie waren eine Art Haut, die das Diesseits vom Jenseits trennte. Die Negativformen und Abdrücke menschlicher Hände wurden auf allen Kontinenten in Höhlen gefunden. Sie deuten auf die Magie des Kontaktes, auf die Berührung einer Hand auf der Oberfläche des Gesteins als Tor zu einer anderen Welt hin. Die Hand als Abdruck zu hinterlassen, war vielleicht Teil einer sakralen Handlung der Verbundenheit mit einem unsichtbaren Jenseits. Eine Erfahrung der Transzendenz. Der Beweis des urmenschlichen Bedürfnisses, der ewigen Suche nach einer tieferen Beziehung mit einer über das Individuum hinausgehenden Wirklichkeit.</p>
<p>Das Staunen in Anbetracht der Natur. Das Ahnen, dass es mehr gibt, als man weiß. Das Streben danach zu begreifen, mit den Sinnen und dem Geist nachzuspüren, welche ewigen Strukturen alles in diesem Universum und uns selbst als Teil einer Ordnung erkennen lassen.</p>
<p>Seit es den Menschen gibt, schaut dieser in den nächtlichen Sternenhimmel. Mathematik ist die Sprache, in der das Buch des Universums geschrieben wurde, sagte Galileo Galilei. Sie ist eine Zuschreibung von Bedeutung zu Symbolen, die dann von anderen gelesen und verstanden werden kann. Mathematik ist eine universelle Sprache menschlichen Denkens. Mathematische Regeln spiegeln die Ordnung wider, die sich in allen natürlichen Prozessen findet. Das gilt für die Fibonacci-Folge wie für Einsteins Gleichung. Dadurch wird Mathematik zur reinsten Form, universellen Prinzipien einen Ausdruck zu verleihen. Musik folgt präzisen mathematischen Ordnungen, das Wachstum von Pflanzen, die Abfolge der Gezeiten und jede Form des Daseins kann durch mathematische Gleichungen ausgedrückt werden. Und doch gibt es so vieles, was der Mensch noch nicht versteht. Immer wieder wird er mit der Kraft seines Geistes versuchen, Grenzen zu durchbrechen.</p>
<p>Was ist der Ursprung aller Materie auf der Erde und in der Unendlichkeit des Kosmos? Welche Auswirkungen schaffen Naturereignisse, die die Erde umformen und das Leben der Menschen mit ihrer Macht verändern? Und wie gehen Menschen mit dem existentiellen Bedürfnis um, sich in ihrer Endlichkeit der Ewigkeit zu stellen? Welche Mythen und welche Bilder schaffen sie, um sich mit dem Spirituellen zu verbinden? Ist Kunst ein Weg, ein Zeugnis seiner selbst in die Zeit einzuschreiben? Die Ausstellung ist diesen Fragen gewidmet, die das menschliche Vorstellungsvermögen seit der Urzeit bis in die heutige Epoche umtreiben. Seit es uns Menschen auf der Erde gibt, erfinden wir Erzählungen, Symbole und Zeichen, um unserem Fühlen, Denken und Wissen eine Form zu geben, Spuren in der Zeit zu hinterlassen und sich vielleicht so mit der Ewigkeit zu verbinden.</p>
<p>Das Ich erlebt das Wunder der Realität durch die Sinne unseres Körpers. Dieser besteht aus den Elementen geborstener Sterne im All: dem Stickstoff in unserer DNA, dem Kalzium in unseren Knochen, dem Eisen in unserem Blut und dem Kohlenstoff in unseren Zellen. In flüchtigen Augenblicken verbinden wir uns mit der Ewigkeit und geben Spuren des Seins eine materielle Form. Kunst ist da ein Weg.</p>
<p>Ich danke Claudio Parmiggiani, Indigo und Mayo Bucher, den Söhnen von Heidi Bucher, Toni R. Toivonen, Petra Noordkamp, den Künstler:innen des Marshmallow Laser Feast-Kollektivs und Lawrence Malstaf, sowie den institutionellen Leihgeberinnen und Leihgebern, Dr. Gabriel Zuchtriegel und dem Archäologischen Park von Pompeji, Prof. Dr. Fabio Martini und Dr. Lapo Baglioni des Prähistorischen Museums Florenz „Paolo Graziosi“, dem Naturhistorischen Museum Wien, dem LWL-Museum für Naturkunde Münster, Nicolò Stabile, Gründer der Initiative <em>Il Cretto è casa mia</em> der Überlebenden des Erdbebens in der Stadt Gibellina, sowie dem Fotografen Giuseppe Ippolito, dem VR-creator Alberto Stabile und der Schriftstellerin Giovanna Giordano. Für die Schirmherrschaft danke ich dem Italienischen Generalkonsulat. Mein besonderer Dank für eine Zeit gemeinsamen Denkens und Arbeitens gilt Prof. Dr. Andreas Mulch, Direktor Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, und Prof. Dr. Luciano Rezzolla vom Institut für Theoretische Physik an der Goethe-Universität Frankfurt.</p>
<p>Franziska Nori<br />
Direktorin Frankfurter Kunstverein</p>
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		<title>„Guts”, ein Film von Taylor Hess und Noah Hutton</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Oct 2023 08:51:11 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Guts, 2019 HD-Video, 12:52 min Mit der Insel Neufundland, CLEAR, Rick Chavolla, und Max Liboiron Kameraführung und Schnitt von Taylor Hess und Noah Hutton Courtesy Taylor Hess und Noah Hutton Der Kurzfilm Guts von Noah Hutton und Taylor Hess adressiert die Verantwortung der Wissenschaft und ihre Unabhängigkeit im Dienst der sozial-ökologischen Transformation. Protagonist ist das <a href="https://www.fkv.de/guts-ein-film-von-taylor-hess-und-noah-hutton/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Guts</strong>, 2019<br />
HD-Video, 12:52 min<br />
Mit der Insel Neufundland, CLEAR, Rick Chavolla, und Max Liboiron<br />
Kameraführung und Schnitt von Taylor Hess und Noah Hutton<br />
Courtesy Taylor Hess und Noah Hutton</p>
<p>Der Kurzfilm Guts von Noah Hutton und Taylor Hess adressiert die Verantwortung der Wissenschaft und ihre Unabhängigkeit im Dienst der sozial-ökologischen Transformation. Protagonist ist das Forschungskollektiv CLEAR im kanadischen Neufundland. Gedreht in den Gebieten Beothuk und Mi’kmaq, die von den indigenen Gemeinschaften der NunatuKavut, Nunatsiavut und der Innu Nation bewohnt werden, dokumentiert der Film die Arbeit von CLEAR, das von Dr. Max Liboiron geleitet wird. CLEAR steht für Civic Laboratory for Environmental Action Research (Bürger:innen-Labor für Umweltforschung und -handlung) und beschreibt sich selbst als ein aktivistisches, anti-koloniales und feministisches Labor.</p>
<p>Das Kollektiv steht für eine neue Wissenschaftler:innen-Generation, die westlich geprägte naturwissenschaftliche Methoden mit lokalem indigenem traditionellem Wissen und ethischem Umgang mit nicht-menschlichen Lebewesen sowie Menschen verbindet. CLEAR ist auf die gemeindebasierte und bürgerschaftliche Überwachung von Plastikverschmutzung spezialisiert, insbesondere in wilden Nahrungsketten, sowie auf die Entwicklung und Anwendung anti-kolonialer Forschungsmethoden. Der Film führt vor Augen, wie sehr die Meere durch Plastik verschmutzt sind und welche Auswirkungen dies auf Mensch und Natur hat. Wie wichtig neue, nachhaltige Materialien und Alternativen zu Plastik sind, wird dadurch umso deutlicher.</p>
<p>Dr. Max Liboiron erklärt im Film, dass Wissenschaft keineswegs apolitisch ist. Die Geschichte von Wissenschaft, Technologie und Medizin ist untrennbar mit der Geschichte von Kolonialismus, Imperialismus und Kriegen verbunden. Sogar die Entscheidung darüber, welche Aspekte eines Phänomens untersucht werden – etwa die Wahl der Quantifizierungsmethoden, welche Statistiken zugrunde gelegt oder erstellt werden, in welchen Bezug Sachverhalte gestellt werden, wo Ergebnisse veröffentlicht werden, mit wem zusammengearbeitet wird, wer die Forschung finanziert – all dies ist politisch. Denn es bedeutet, dass manche Strukturen und Machtverhältnisse sich fortsetzen und beeinflussen, dass manches Wissen gehört wird und anderes nicht. Die dominierenden Wissenssysteme geben traditionell hauptsächlich die Perspektiven weißer, männlicher, westlicher Wissenschaftler wieder, und dies hat zu einer eingeschränkten und voreingenommenen Sicht auf die Welt geführt. Somit ist die Fortsetzung eines Status quo auch in der wissenschaftlichen Arbeit intrinsisch politisch.</p>
<p>Die Arbeit des CLEAR-Labs stützt sich auf das Denken von Donna Haraway und weiteren feministischen Wissenschaftsforscher:innen, die in den 1980er-Jahren den Begriff der situated knowledge geprägt haben. Laut Haraway et al. ist jegliches Wissen situiert, da es von Menschen in spezifischen sozialen, kulturellen und historischen Kontexten erzeugt wird. Diese Auffassung ist für feministische und marginalisierte Perspektiven besonders wichtig: Situiertes Wissen erkennt die vielfältigen Erfahrungen und Perspektiven verschiedener Gruppen an und würdigt den Wert des Wissens, das aus diesen Erfahrungen entsteht. Indem wir die Situiertheit des Wissens erkennen, können wir uns der Machtstrukturen bewusster werden, die die Wissensproduktion prägen, und daran arbeiten, inklusivere und gerechtere Wissenssysteme zu schaffen. CLEAR-Lab engagiert sich auf dieser Ebene für die Anwendung neuer Methoden und Ethiken in der Wissenschaft sowie für das Teilen von Wissen und DIY-Forschungsmethoden mit den Bürger:innen (Citizen Science).</p>
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		<title>Bending the Curve – Eine Einführung von Franziska Nori (Co-Kreation Kunst)</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Oct 2023 08:49:39 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Bending the Curve – Wissen, Handeln [Für&#124;Sorge für Biodiversität Co-Kreation Kunst: Franziska Nori WARUM CO-KREATIONEN? Bending the Curve schließt sich an eine Reihe von Ausstellungen (Trees of Life – Erzählungen für einen beschädigten Planeten 2019/2020, Die Intelligenz der Pflanzen 2021/2022) an, in denen der Frankfurter Kunstverein mit internationalen naturwissenschaftlichen Forschungsinstituten und zeitgenössischen Künstler:innen zusammenarbeitet, um <a href="https://www.fkv.de/bending-the-curve-eine-einfuehrung-von-franziska-nori-co-kreation-kunst/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>Bending the Curve – Wissen, Handeln [Für|Sorge für Biodiversität</em></strong><br />
<strong>Co-Kreation Kunst: Franziska Nori</strong></p>
<p><u>WARUM CO-KREATIONEN?</u></p>
<p><em>Bending the Curve</em> schließt sich an eine Reihe von Ausstellungen (<em>Trees of Life – Erzählungen für einen beschädigten Planeten</em> 2019/2020, <em>Die Intelligenz der Pflanzen</em> 2021/2022) an, in denen der Frankfurter Kunstverein mit internationalen naturwissenschaftlichen Forschungsinstituten und zeitgenössischen Künstler:innen zusammenarbeitet, um eine Vielzahl von Aspekten rund um die Frage der sozial-ökologischen Transformation und des sich verändernden Verhältnisses zwischen Mensch und Natur gezielt zu untersuchen.</p>
<p>Diese Ausstellung entsteht angesichts der Erkenntnis, dass die weltweite Artenvielfalt seit Jahrzehnten in alarmierendem Maße abnimmt. Um diesen Abwärtstrend aufzuhalten oder umzukehren, ist es wesentlich, zu wissen, was getan werden kann, noch wesentlicher ist es aber, ins aktive Handeln überzugehen. „Klimawandel bestimmt, wie wir leben, Artensterben bestimmt, ob wir in Zukunft überhaupt überleben“, so fasst Katrin Böhning-Gaese die Komplexität der Krisen prägnant zusammen. <em>Bending the Curve</em> entsteht in der Hoffnung und aus der Überzeugung, für einen noch möglichen Wandel öffentlich einzutreten.</p>
<p>Seit der Ausstellung <em>Trees of Life</em>, unserer ersten Kooperation mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, sind Katrin Böhning-Gaese und ich fortwährend im Gespräch geblieben. Uns vereint eine tief empfundene Dringlichkeit, nicht darin nachzulassen, immer wieder Menschen dafür zu begeistern, sich für den Erhalt der Schönheit und Vielfalt von Leben auf diesem Planeten einzusetzen. Jede durch ihre Kompetenz und ihre Netzwerke. So haben wir uns entschlossen, diese Ausstellung gemeinsam anzugehen und diesen Weg mit zahlreichen Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Entwickler:innen transformativer Ansätze zu beschreiten.</p>
<p>Katrin Böhning-Gaeses Blick ist der einer profunden Kennerin der Zusammenhänge von Biodiversität. Nicht nur ihre Arbeit als Wissenschaftlerin, als Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und als Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2021, sondern auch ihr Engagement als Expertin in politischen Beratungsgremien und internationalen Foren macht sie zu einer Fachfrau im Kampf um den Erhalt der Artenvielfalt.</p>
<p>Der Frankfurter Kunstverein versteht sich als kulturelles Forum in der Mitte der Gesellschaft, in dem Künstler:innen und Expert:innen aus verschiedenen Bereichen sich mit unterschiedlichen Akteur:innen aus der Zivilgesellschaft austauschen können, um mit den Mitteln der Kunst und des bildhaften Denkens einen öffentlichen Diskurs zu führen und politisches Handeln herauszufordern.</p>
<p><u>KUNST UND WISSENSCHAFT IN DER VERANTWORTUNG</u></p>
<p>Seit Jahren steht die kuratorische Arbeit des Frankfurter Kunstvereins für Ausstellungen, die die Visionen von Wissenschaft und Kunst gleichberechtigt würdigt. Es sind wesentliche gesellschaftliche Themen, die aus deren Perspektiven immer wieder eingehend untersucht und befragt werden.</p>
<p>Wissenschaft ist ein System, um kausale Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten zu beobachten und zu kategorisieren. Sie ist methodisch und prozesshaft und unterliegt Regeln, um diese Erkenntnisse nachvollziehbar zu veranschaulichen. Wissenschaft kann Vergangenes analysieren, aber auch Prognosen entwickeln. Durch bestehende Evidenzen, Daten und Informationen erstellt sie Modelle. <em>Bending the Curve</em> ist das Resultat unzähliger Informationen, die Zukunftsszenarien aufspannen. Hier bringen Wissenschaftler:innen das vorhandene Wissen in den öffentlichen Diskurs ein, damit gesellschaftliches und politisches Handeln immer wieder anders und aktuell diskutiert und danach ausgerichtet werden kann.</p>
<p>Kunst erzeugt ebenfalls Wissen. Ein Wissen, das die Ebene der Information und Faktizität erweitert, und zwar um die Erfahrung eines Erfühlens. Kunst entwickelt so eine transformative Macht. Für jede:n Einzelne:n als Kontemplation und somit als privater Akt und, darüber hinaus, für Gemeinschaften als Symbol. Kunst kann die Wirklichkeit mit gänzlich unabhängigen Verfahren untersuchen und Realität unvertraut und anders darstellen. Sie schafft Bilder und Erzählungen, die die Welt der menschlichen Imagination subversiv verändern können.</p>
<p>Denker:innen und Wissenschaftler:innen wie Donna Haraway, Anna Lowenhaupt Tsing, Frédéric Lenoir, Stefano Mancuso, Andreas Weber und viele weitere vermitteln uns, dass diese Transformation nicht nur über den Intellekt, über das Wissen um makroökologische Aspekte oder Modellierungen allein, geschieht. Sie erzählen Geschichten von Individuen, von einzelnen Lebewesen, die sie beobachten und kennenlernen. Sie erzählen von Verbindungen zwischen den Arten und von Formen der Verständigung. Wer will, kann darin eine Art von Ode an die Liebe zu allem Lebendigen herauslesen sowie die Erkenntnis, dass das Leben so furchtbar fragil, so furchtbar vergänglich und so furchtbar einmalig ist. Nicht jedem Menschen gelingt es, empathisch auf Mitlebewesen zu schauen. Ich bin der Überzeugung, dass die Fähigkeit, sich einzufühlen und eine Achtung vor allem Lebenden zu empfinden, Teil der Transformation und ein sogenannter Deep Leverage Point ist. Es führt zu der Frage nach Ethik und Verantwortung, wenn wir über andere Lebewesen verfügen und ihr Recht auf Leben missachten. Und es führt zu der Frage nach Machtgefügen. Die Künste leisten hier bereits einen nicht unwesentlichen Beitrag für dieses Bewusstsein.</p>
<p>Das Werk wird zu Kunst, wenn die künstlerische Untersuchung mehr ist als eine objektive Feststellung und gleichzeitig auf mehr verweist als auf das subjektiv Erlebte.</p>
<p>Die Ausstellung <em>Bending the Curve</em> möchte nicht den Abgesang auf den Planeten anhand dystopischer Narrative perpetuieren, sondern im Gegenteil denjenigen Stimmen der Kunst und der Wissenschaft folgen, die konkrete Wege aufzeigen, welche Handlungsmöglichkeiten jede:r Einzelne, aber auch Unternehmen, politische Akteur:innen und die gesamte Gesellschaft umsetzen können, um eine Wiederherstellung von Ökosystemen und Biodiversität anzustreben.</p>
<p><u>KNOWING, ACTING, CARING FOR BIODIVERSITY</u></p>
<p>Zunächst einige Gedanken zum Untertitel der Ausstellung <em>Bending the Curve</em>, den wir im Laufe der zweijährigen Recherchen zu einer programmatischen Setzung gewählt haben: <em>Wissen, Handeln, [Für]Sorge für Biodiversität</em> (im Englischen <em>Knowing, Acting, Caring for Biodiversity</em>). Er wurde für die kuratorische Arbeit zu einem wesentlichen Prisma, das die zugrunde liegende Haltung und die Auswahl der Exponate bestimmt hat. Die Werke der eingeladenen Künstler:innen stehen für mehr als nur symbolhafte Verweise. Die Auswahl haben wir getroffen, um exemplarische Projekte und Initiativen vorzustellen, die sich einer sozial-ökologischen Transformation aktiv verschrieben haben.</p>
<p>Denn rund um den Planeten haben sich Menschen auf den Weg gemacht, Teil des Wandels zu werden. Die meisten Exponate in  sind in einer Haltung und mit der Idee der Co-Creation entstanden: mit anderen Menschen, aber auch mit nicht-menschlichen Lebewesen. Die eingeladenen Künstler:innen suchen nach Wegen, die Ausbeutung planetarer Materialien und Lebewesen zu überwinden. Sie kooperieren mit ihnen, kennen ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen und treten mit ihnen in einen Austausch. Sie verfolgen veränderte, paradigmatische Sichtweisen, indem sie nicht-menschlichen Lebensformen eine „<em>Agency</em>“, also eine Handlungsmacht, zuschreiben und sie anerkennen. Somit beschreiten sie einen neuen Weg der Verortung des Menschen als Teil eines Ganzen, in dem Mitlebewesen hierarchielos(er) gesehen werden. Die Künstler:innen und Wissenschaftler:innen sind Teil einer Durchwurzelung dieses neuen und gleichzeitig alten Denksubstrats. Ihre Werke und Arbeitsmethoden weisen darauf hin, wie eine veränderte Handlung und Priorisierung von Werten aussehen und sich anfühlen kann. Sie sind Zeugnis von <strong>Wissen</strong>, von <strong>Handeln</strong> und einer tiefen <strong>(Für)Sorge</strong> für das Verlassen des menschlichen Anthropozentrismus hin zu dem Gedanken transformativer Naturecultures (D. Haraway, 2008).</p>
<p>Das kurzfristige Denken, das Denken in Regierungs- und Wahlperioden, in Wachstumsmaximierung und Jahresabschlüssen, in Ausbeutung von Gemeinschaften und Landschaften, ist stark unter Druck geraten. Es ist ein Kampf der Weltbilder im Gange, bei dem globale Gemeinschaften Forderungen nach einem gesellschaftlich und ökologisch gerechten und generationsübergreifenden Denken und Handeln erheben. Die Konsequenzen der Klimakrise und des Artensterbens werden alle gleichermaßen betreffen, Menschen, Tiere, Pflanzen und ganze Ökosysteme, auch jenseits jeder politischen oder kulturellen Verortung. Und hier sind wir alle, als Zivilgesellschaft und als menschliche Art, gefragt, in unserem unmittelbaren Umfeld in ein verändertes, bewussteres und verantwortungsvolleres Handeln zu kommen.</p>
<p>Werden wir dieses Ziel gemeinsam erreichen? Was bedeutet es, mit dem Vertrauten zu brechen und es aufzubrechen? Wie funktioniert Veränderung, wie sieht sie aus?</p>
<p>Was wir in den vielen Monaten der Recherchearbeit, der unzähligen Gespräche und Begegnungen mit Künstler:innen, Forscher:innen, Wissenschaftler:innen, New-Material-Designer:innen und Gesellschaftswissenschaftler:innen immer wieder erlebt haben, ist, dass eine grundlegende Transformation hin zu einem veränderten Handeln tatsächlich bereits im Gange ist. An unzähligen Orten entwickelt sich neues Wissen, entstehen Initiativen, Labore, Ateliers und Kooperativen sowie internationale Forschungsprojekte und Start-ups.</p>
<p><u>BENDING THE CURVE – WEITERE POSITIVE ANSÄTZE DER MACHBARKEIT</u></p>
<p>Der Titel der Ausstellung ist eine Würdigung des Konzepts „Bending the Curve of Biodiversity Loss“. Die Naturschutzbiologin Georgina Mace hat in ihrem gleichnamigen Text 2018 in „Nature Sustainability“ diesen Begriff geprägt. Auf dieser Arbeit aufbauend haben David Leclère und ein internationales Netzwerk von etwa 60 Wissenschaftler:innen und 46 Institutionen erste umfassende Modellierungen unterschiedlicher Zukunftsszenarien entwickelt. Wir konnten Leclère für die Zusammenarbeit gewinnen und somit einen weiteren Resonanzraum in der Kulturwelt für dieses zentrale Unterfangen öffnen. In seinem Textbeitrag stellt er die Arbeit und die Ziele der Bending the Curve-Initiative selbst vor.</p>
<p>Die vorgeschlagenen Handlungsoptionen der Bending the Curve-Initiative sind Stimmen aus den Naturwissenschaften und deren Aufruf zu einer Veränderung, die an die Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft gerichtet ist. In den Gesellschaftswissenschaften findet international und disziplinübergreifend eine mit der sozial-ökologischen Transformation einhergehende Debatte über die Notwendigkeit eines great mindshifts mit unzähligen Positionen statt. Dabei geht es um Überzeugungen und Orientierungsmuster, die Gesellschaften und Individuen in der Welt verorten, und um eine daraus folgende veränderte Praxis. Publikationen wie Uwe Schneidewinds <em>Die Große Transformation: Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels</em> (2018), Maja Göpels <em>The Great Mindshift: How a New Economic Paradigm and Sustainability Transformations go Hand in Hand</em> (2016), Paul Hawkens <em>Regeneration: Ending the Climate Crisis in One Generation</em> (2021) oder Karen O’Brians <em>You matter more than you think: Quantum Social Change for a Thriving World</em> (2021) sind nur einige, die bereits im Titel einen positiven Habitus der Machbarkeit aufzeigen.</p>
<p><u>SOZIAL-ÖKOLOGISCHE TRANSFORMATIONEN</u></p>
<p>Was in naturwissenschaftlichen und ökonomischen Kontexten oft außer Acht gelassen wird, ist, dass sozial-ökologische Transformationen nicht nur mit einer materiellen, sondern auch mit kulturellen Transformationen einhergehen müssen. Was immer mit der Forderung um einen verantwortlicheren Umgang mit natürlichen Ressourcen und Mitlebewesen mitverhandelt wird, sind mögliche Modelle des Wirtschaftens. Naomi Kleins Publikation <em>Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima</em> von 2015 kann hier stellvertretend genannt werden. Die Suffizienz- und Postmaterialismus-Debatten schließen jedoch diejenigen aus, die nicht zu den wohlhabenden Klassen und Weltregionen zählen und dementsprechend nicht weiterhin verzichten können. Forderungen nach Wachstumsverzicht müssen mit einem solidarischen Blick gestellt werden und unterschiedliche Perspektiven einbeziehen.</p>
<p>Das hierarchische Gefälle, die Ausübung von Macht und somit der Nutzung, die Objektivierung entrechteter Wesen steht unter Druck. Es geht um ein neues Verhältnis, eher als Zusammenspiel, als Kooperation und Co-Existenz des Menschen mit anderen Menschen, aber auch mit nicht-menschlichen Lebewesen und zwischen verschiedenen Systemen. Machtverhältnisse, Klassenstrukturen, Verschiebungen in den überholten Hegemonien zwischen globalem Norden und Süden verlangen nach neuen Deutungen der Geschichte. Es herrscht das Ringen um Narrative, die die jeweilige Verortung einer Gesellschaft und deren geschichtliche Erfahrung abbilden. Es wird ein Wandel der Beziehungen gefordert. „Care“, „Healing“, „Reciprocity“ und „Repair“ sind nur einige Bezeichnungen für eine veränderte Haltung.</p>
<p>Der Wandel erwächst aus einer historischen Aufarbeitung und manifestiert sich als kollektive Forderung nach Fürsorge, nach Heilungsprozessen, nach Gleichberechtigung und Solidarität. Er betrifft Kulturen und Gemeinschaften, die in der Vergangenheit unter kolonialem Unrecht, gewaltsamen Konflikten, Kulturgutraub, Vertreibung und Unterdrückung gelitten haben. Und es betrifft die Ausbeutung von Landschaften, die für dort lebende Menschen Orte der Bedeutung und der kulturellen Identität waren.</p>
<p><u>VERÄNDERTE PERSPEKTIVEN UND WISSENSFORMEN</u></p>
<p>Wie geht das, mit dem Dualismus „Kultur vs. Natur“, mit der Aufklärung zu brechen und neue Wege des Seins in der Welt zu versuchen? Lässt sich altes und zum Teil verlorenes Wissen neu beleben? Kann man Ökonomie auch jenseits industrieller Nutzung und kapitalistischer Ausbeutung praktizieren? Das Versprechen liegt darin, das alte und das neue Wissen miteinander zu verbinden und es für die Spezifizität des jeweiligen Ortes und Kontextes angepasst anzuwenden – eine Form des Wissens, die sich aus der situativen Verankerung ergibt:<em> situated knowledge</em> (Donna Haraway). Diese Idee stellt die Vorstellung von Wissen als objektive, allgemeingültige und neutrale Wirklichkeit fundamental infrage. Wissen wird somit als eine dynamische Größe verstanden, nicht als absolute Wirklichkeit. Es entsteht über Individuen und Gruppen zu einem bestimmten historischen Moment, an einem bestimmten Ort, mit einer spezifischen Erfahrung.</p>
<p>Der Ökonom und Sozialwissenschaftler Enrique Leff definiert die Umweltkrise als eine Folge der Krise des westlichen Denkens. Um die Dominanz vorherrschender Wissensansichten aufzubrechen und einen Wissensdialog, eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kulturen, zu fördern, ist interkulturelle Vermittlung notwendig. Diese umfasst nicht nur unterschiedliche Sprachen und Kulturen, sondern auch unterschiedliche Vorstellungen und Definitionen von menschlichen Gemeinschaften, Natur und der entsprechenden gegenseitigen Abhängigkeit.</p>
<p>Immer häufiger werden indigene, nicht-westliche Naturvorstellungen vermittelt, aktiv in Erinnerung gerufen oder erst wiedergefunden. Sie werden erkannt und erweitern naturwissenschaftliche Entwürfe in der Biodiversitätsforschung. Es existieren nicht nur zwei Grundtypen von Naturkonzepten (naturwissenschaftlich oder mythologisch), sondern eine heterogene Vielfalt. An diesem grundlegenden Wandel nehmen viele Künstler:innen, aber auch Wissenschaftler:innen teil. Robin Wall Kimmerer, Dr. Teresa Ryan, Dr. Max Liboiron, Elizabeth A. Povinelli mit dem Karrabing Film Collective – und dies sind nur einige Namen – stehen für veränderte Grundsätze, die in unterschiedlichen kulturellen Kontexten eine Rückbindung von lokalem Wissen mit den Naturwissenschaften praktizieren. Daten, Informationen und quantifizierendes Sachwissen werden zunehmend um die Ebene des Gefühls erweitert, um eine existenzielle Erfahrung der Verbundenheit einzubeziehen.</p>
<p>Auch in der Landwirtschaft finden wir Anwendungsbeispiele. Angesichts von Klimawandel, Bodenerosion und Wassermangel steht diese global vor enormen Herausforderungen. Neben nachhaltiger Bioökonomie sind auch zahlreiche Projekte entstanden, die traditionelle Methoden wie die Agroforstwirtschaft und Permakultur als gangbare Wege für zukunftsorientiertes Handeln einsetzen.</p>
<p>Wenn Wirklichkeit eine kulturelle Konstruktion ist, die auf einem gedachten Verhältnis zwischen einem Subjekt und seinem Gegenüber in der Welt basiert, so stehen wir gegenwärtig erneut vor der Herausforderung einer Neudefinition unseres Selbst.</p>
<p>Was wir derzeitig erleben, ist das Ringen um neue kollektive Narrative. Transformation kann auch als Chance begriffen werden. Sie kann gelingen, wenn wir alle etwas aufmerksamer, selbstloser und liebevoller werden. Voraussetzungen sind Kenntnis und Verantwortlichkeit. Mut, Leidenschaft und Imagination sind die notwendigen Fähigkeiten für das Gestalten der Zukunft in Anbetracht der aktuellen Lage. Aber auch Solidarität und Einfühlungsvermögen, Neugierde und Begegnung. Vielleicht vereint in der Idee der Fürsorge. Transformation kann aus der Sorge um die Folgen einer massiven Bedrohung erwachsen und dazu motivieren, Verantwortung zu übernehmen. Transformation hat das Potential, Sinn zu erzeugen und eine Verbundenheit mit Übergeordnetem (wieder)herzustellen.</p>
<p>Franziska Nori, Direktorin Frankfurter Kunstverein</p>
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		<title>MYRIAD. Where we connect.</title>
		<link>https://www.fkv.de/myriad-where-we-connect/</link>
		
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		<pubDate>Thu, 19 Oct 2023 08:47:01 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[MYRIAD. Where we connect. ist ein Projekt der Interactive Media Foundation und Filmtank, in Co-Kreation mit Miiqo Studios, Context Film und Artificial Rome MYRIAD. Installation, 2023 Vierzehn Module, fünf Sitzblöcke, zwei Sitzbänke aus Holz, Resysta und Ytong, beschichtet mit gefärbtem Beton verschiedene Größen Interaktives Projektions-Mapping auf drei Karbonmodulen, Bodenprojektion, reaktive Multi-Kanal-Audioinstallation MYRIAD. Virtual Reality Experience, <a href="https://www.fkv.de/myriad-where-we-connect/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>MYRIAD. Where we connect. ist ein Projekt der Interactive Media Foundation und Filmtank, in Co-Kreation mit Miiqo Studios, Context Film und Artificial Rome</p>
<p><strong>MYRIAD. Installation</strong>, 2023<br />
Vierzehn Module, fünf Sitzblöcke, zwei Sitzbänke aus Holz, Resysta und Ytong, beschichtet mit gefärbtem Beton<br />
verschiedene Größen</p>
<p>Interaktives Projektions-Mapping auf drei Karbonmodulen, Bodenprojektion, reaktive Multi-Kanal-Audioinstallation</p>
<p><strong>MYRIAD. Virtual Reality Experience</strong>, 2023<br />
Virtual-Reality Anwendung<br />
10 min pro Geschichte<br />
Präsentationsmodul, ein Sitzblock aus Holz, beschichtet mit gefärbtem Beton<br />
verschiedene Größen</p>
<p><strong>MYRIAD. 360°-3D-Dokumentation</strong>, 2021<br />
Stationäre Virtual-Reality Station mit zwei Videos<br />
10:09 min<br />
Präsentationsmodul, drei Sitzblöcke aus Holz beschichtet mit gefärbtem Beton<br />
verschiedene Größen</p>
<p>Courtesy MYRIAD. Where we connect., Interactive Media Foundation und Filmtank, in Co-Kreation mit Miiqo Studios, Context Film und Artificial Rome</p>
<p>Jedes Jahr ziehen Myriaden von Lebewesen über unseren Planeten. Ihre Wanderungen in regelmäßigen Rhythmen takten das Leben unseres Planeten wie das eines pulsierenden Gesamtorganismus. Welche Entscheidungen Tiere auf ihren Reisen treffen, wie sie mit der sich stets wandelnden Umgebung interagieren und welche Konsequenzen ihre Wanderungen auf Ökosysteme haben, verändert unser Verständnis über die wechselseitigen Abhängigkeiten aller Lebewesen und die gemeinsam belebten Räume. Die Naturwissenschaften erforschen diese Zusammenhänge, die somit auch in gesellschaftswissenschaftlichen und philosophischen Deutungen Widerhall finden. Und schon antike Geschichten und Mythen unterschiedlicher Kulturen erzählten von der Ganzheitlichkeit, die alle Lebewesen miteinander verbindet.</p>
<p><em>MYRIAD. Where we connect.</em> Ist eine immersive, multimediale Installation an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Storytelling. In der Ausstellung <em>Bending the Curve – Wissen, Handeln, [Für]Sorge für Biodiversität</em> feiert das begehbare interaktive Projekt zusammen mit der bereits erfolgreich gezeigten VR-Experience und einer 360-Grad-3D-Dokumentation Premiere. Die Arbeit lässt uns die Perspektive einzelner Tiere einnehmen und nimmt uns mit auf ihre langen Reisen über die Kontinente der Erde.</p>
<p>In der international preisgekrönten Virtual-Reality-Experience <em>MYRIAD. Where we connect. </em>folgen Besucher:innen den Wanderungen einer Grünen Meeresschildkröte, eines Polarfuchsweibchens und einer Gruppe von Waldrappen. Jede Reise verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit ergreifenden Bildern und visuellem Wissen über die Routen der Tiere durch eine Welt, die zunehmend unter dem Einfluss des Menschen steht.</p>
<p>Der ebenfalls ausgezeichnete 360-Grad-3D-Film zeigt den Flug von Waldrappen über die Alpen und ihre erfolgreiche Wiedereingliederung in ihr natürliches Umfeld. Die spektakulären Aufnahmen entstanden mithilfe eines Ultraleichtflugzeugs.</p>
<p>Zentrales Element von <em>MYRIAD. Where we connect. </em>ist der Kohlenstoff. In den Äonen des Kosmos entstand der Grundstoff im Inneren von Sternen durch die Fusion von Helium. Aus dem All gelangte er durch unzählige Einschläge von Asteroiden auf unseren Planeten, wo er zum chemischen Grundbaustoff des Lebens wurde. Die Körper aller Lebewesen, von Pilzen und anderen Pflanzen, von Tieren und Menschen, enthalten dieses Element. Daher ist Kohlenstoff eines der zentralen gestalterischen Mittel der multimedialen Kunstinstallation geworden. Die Bildwelten von <em>MYRIAD. Where we connect. </em>basieren auf schwarz-weißen Kohlezeichnungen, aus denen digitale Animationen geschaffen wurden. Die Formen der Bindungsstrukturen von Kohlenstoff leben in den skulpturalen Raumelementen und in ihren taktilen, haptischen Oberflächen fort. Alle 3D-Animationen und Elemente der multimedialen Installation sind monochrom gehalten. Sie blenden Wissensfragmente ein und visualisieren künstlerisch Dateninterpretationen.</p>
<p>Auf drei raumgreifenden Karbonobjekten wird die Reise einzelner Tiere auf ihrer Wanderung erzählt. In der insgesamt 22-minütigen Animation folgen Besucher:innen den Flugrouten von Tierschwärmen und den Geschichten einzelner Arten. Zu sehen sind Amur-Falken, Monarchfalter und Graukraniche. Die Luft als eines der Elemente von Tierwanderungen bildet den Auftakt zur Eröffnung im Frankfurter Kunstverein. Grenzen, Hindernisse und Landnutzungen, aber auch Veränderungen im Erdsystem und das Abschmelzen der Pole stellen Lebewesen während ihrer Wanderungen vor große Herausforderungen.</p>
<p>Die Objekte der Installation bestehen aus Holz, beschichtet mit schwarz pigmentiertem Betonspachtel. Diese Materialien wurden durch den Audioeffekt „Convolution Reverb“ klanglich dekonstruiert, erfasst und für den Soundscape verwendet. Die Klangeigenschaften und das Audioprocessing der Stoffe prägen die Atmosphäre und erzeugen neuartige Klänge von stofflicher Qualität.</p>
<p>Die skulpturalen Elemente der Rauminstallation sind eingebettet in eine 360-Grad-Klanglandschaft. Das akustische Raumerlebnis folgt dem Konzept der Soundscape Ecology. Sie orchestriert biologische Klänge (Biophonie), menschliche Klänge (Anthropophonie) und nichtbiologische, aber klangerzeugende natürliche Phänomene. Das geschaffene akustische Ökosystem reagiert auf die Anwesenheit der Besucher:innen im Raum und symbolisiert so klanglich den sie/sich verändernden Einfluss des Menschen auf seine Umwelt.</p>
<p><em>MYRIAD. Where we connect. </em>entstand in enger Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Team. Die Darstellungen beruhen auf den realen Daten von über 20.000 besenderten Tieren, die zu Wasser, zu Land und in der Luft migrieren. Die Daten stammen aus der Movebank-Datenbank, dem Langzeitprojekt der Abteilung für Tierwanderungen des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie. <em>MYRIAD. Where we connect. </em>vereint aktuelle Forschungsinhalte aus den Bereichen Tiermigration, Verhaltensbiologie, Klimaforschung und Infrastrukturentwicklung und greift unter anderem auf die Big Data des Movebank-Projektes zurück. Die Abstraktion der Daten und Informationen werden durch die Kraft poetischer Erzählungen, skulpturaler Inszenierungen und Klanglandschaften zu Erlebnissen, die durch die Mittel der Kunst eine Verbindung zwischen der Imagination der Menschen und dem Wissen über die globale Vernetzung der Ökosysteme unseres Planeten herstellen.</p>
<p><em>MYRIAD. Where we connect. </em>ist ein Projekt der Interactive Media Foundation und Filmtank in Co-Kreation mit Miiqo Studios, Context Film und Artificial Rome. Künstlerische Leitung: Lena Thiele, Sebastian Baurmann und Dirk Hoffmann. Die Soundszenografie wurde von kling klang klong entwickelt, die Ausstellungsarchitektur wurde von unit-berlin gestaltet.</p>
<p><u>Interactive Media Foundation gGmbH<br />
</u>Die Interactive Media Foundation ist eine gemeinnützige Organisation mit philanthropischem Hintergrund, die sich der Entwicklung gesellschaftlich relevanter Themen durch audiovisuelle Medienformate (Film, Virtual Reality, Ausstellungen) widmet. Sie produziert und finanziert ihre Projekte mithilfe privater Stiftungen und öffentlicher Mittel und führt den Vertrieb gemeinsam mit diversen Partner:innen durch. Die Grundlagen ihrer Arbeit sind ein gemeinschaftlicher kreativer Prozess und ein großes Partner:innennetzwerk. Die Interactive Media Foundation bringt Spezialist:innen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammen und kombiniert Fachwissen, Erkenntnisse und Techniken aus unterschiedlichen Disziplinen, um neue, oft überraschende Perspektiven auf Themen zu eröffnen, die faszinieren und berühren. Ihre Produktionen werden weltweit auf Medienkunst- und Filmfestivals sowie in zahlreichen Kultureinrichtungen gezeigt. Die Anerkennung von Expert:innen und Jurys aus verschiedenen Bereichen spiegelt sich in renommierten Auszeichnungen wie dem Bundespreis für kulturelle Bildung, dem Grand Prix des Art Directors Clubs oder der Aufnahme in die Forbes-Liste für herausragende Kreativität wider. Die Interactive Media Foundation wurde 2013 in Berlin gegründet.</p>
<p><u>Filmtank GmbH<br />
</u>Filmtank ist eine vielfach preisgekrönte Produktionsfirma mit Sitz in Hamburg, Berlin und Stuttgart. Die Macher:innen kommen ursprünglich aus dem Dokumentarfilmbereich und produzieren heute ganze Themenuniversen. Filmtank bringt alte Meister:innen und junge Erfinder:innen zusammen. Dadurch entstehen neue Perspektiven.</p>
<p><u>Miiqo Studios UG<br />
</u>Miiqo Studios wurden 2012 in Berlin gegründet und legen ihren Fokus auf die Gestaltung immersiver Welten an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Storytelling. Sie verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz und verbinden zeitgemäße digitale Technologien und gesellschaftsrelevante Themen zu emotionalen und berührenden Erlebnissen.</p>
<p><u>Context Film GmbH<br />
</u>Die Context Film steht seit 2004 für anspruchsvolle Dokumentationen, innovatives fiktionales Erzählen und hochwertige Informationsfilme, die sich mit vielfältigen und komplexen Lebenswirklichkeiten beschäftigen. Die Arbeiten brechen gewohnte Denkmuster auf, frei in der Form und unabhängig erzählt.</p>
<p><u>Artificial Rome GmbH<br />
</u>Artificial Rome ist ein Studio für digitales Design und visuelle Kommunikation mit Fokus auf immersiven Erlebnissen. Seit 2014 entwickelt das Team interaktive Kommunikationsformate aus der Verbindung von digitaler Technologie, schöpferischer Vision und klarer gestalterischer Handschrift.</p>
<p><u>kling klang klong GmbH &amp; Co. KG<br />
</u>Das Berliner Kreativstudio kling klang klong komponiert Sounds und Codes für Klangerlebnisse. Das Team aus Komponist:innen, Sounddesigner:innen, kreativen Denker:innen, Wissenschaftler:innen und Techniker:innen erkundet neue Wege, um Menschen durch Klang zu berühren. Die Arbeiten sind in physischen und virtuellen Umgebungen, Ausstellungen, Museen und bei Events international präsent.</p>
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