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	<title>Zeichnung | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<title>Zeichnung | Frankfurter Kunstverein</title>
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		<title>Oguz Sen &#038; Honji Wang</title>
		<link>https://www.fkv.de/oguz-sen-honji-wang/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Apr 2026 15:35:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Caterina Politi]]></category>
		<category><![CDATA[Facetten der Subkultur in Frankfurt Rhein Main]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Heiner Blum]]></category>
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		<category><![CDATA[Honji Wang]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst im öffentlichen Raum]]></category>
		<category><![CDATA[La La Land]]></category>
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		<category><![CDATA[Oguz Sen]]></category>
		<category><![CDATA[performance]]></category>
		<category><![CDATA[Rudolf Koch Schule Offenbach]]></category>
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		<category><![CDATA[Wang Ramirez]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnung]]></category>
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					<description><![CDATA[La La Land &#8211; Aufhören anzufangen Wandzeichnung und Performance Performer:innen: Schülerinnen der Rudolf Koch Schule Offenbach, Caterina Politi, Marco Di Nardo 2026 Der finale Raum des Ausstellungsparcours ist dem Künstler und Aktivisten Oguz Sen und der Performerin und Choreografin Honji Wang gewidmet. Für den Frankfurter Kunstverein entwickelten Sen und Wang gemeinsam eine partizipative Arbeit an <a href="https://www.fkv.de/oguz-sen-honji-wang/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3><em>La La Land &#8211; Aufhören anzufangen</em></h3>
<p>Wandzeichnung und Performance<br />
Performer:innen: Schülerinnen der Rudolf Koch Schule Offenbach, Caterina Politi, Marco Di Nardo<br />
2026</p>
<p>Der finale Raum des Ausstellungsparcours ist dem Künstler und Aktivisten Oguz Sen und der Performerin und Choreografin Honji Wang gewidmet. Für den Frankfurter Kunstverein entwickelten Sen und Wang gemeinsam eine partizipative Arbeit an der Schnittstelle von Zeichnung und Performance. <em>La La Land – Aufhören anzufangen</em> versteht sich als offenes System, das von kollektiver Beteiligung und kontinuierlicher Transformation lebt.</p>
<p>Über mehrere Wochen entstand im Raum eine großformatige Wandarbeit, die von unterschiedlichen Gruppen gemeinsam entwickelt wurde. Beteiligt waren unter anderem Menschen mit Suchterfahrung, Wohnungslose, Menschen mit Migrationserfahrung sowie Kinder und Jugendliche aus betreuten Kontexten. Sie bringen ihre eigenen Erfahrungen, Perspektiven und Ausdrucksformen ein.</p>
<p>Der Prozess folgte einem einfachen Prinzip: Jede Gruppe setzte fort, was andere begonnen haben. Zeichnungen wurden ergänzt, überlagert oder weitergeführt – ein kollektives Bild entstand, das keinen festen Abschluss kennt.</p>
<p>Parallel dazu entwickelten Sen und Wang eine Performance, die gemeinsam mit Schülerinnen der Rudolf Koch Schule Offenbach und den Tänzer:innen Caterina Politi und Marco Di Nardo den Raum aktiviert. Ohne feste Choreografie entstand Bewegung aus Präsenz, Begegnung und Situation. Performer:innen und Teilnehmende teilten sich den Raum gleichberechtigt – zwischen Handlung und Stillstand, Entscheidung und Offenheit.</p>
<p>Die Arbeit schafft einen temporären, demokratischen Raum, in dem künstlerische Produktion als gemeinschaftlicher Prozess erfahrbar wird. Das Konzept ist übertragbar: Es kann sich an unterschiedliche Orte, Gruppen und Kontexte anpassen und bleibt dabei in seinem Kern gleich – anfangen, aufhören, weiterführen.</p>
<p>Die Rauminstallation wird durch eine Wandarbeit von Mathias Weinfurter erweitert. Eine Serie aus transparenten Zaunelementen legt sich als Raster vor die bestehende Zeichnung. Leichte Verschiebungen und Unterbrechungen innerhalb der Elemente lenken den Blick über die Wand und gliedern die Bildfläche. Einzelne Segmente werden partiell versperrt oder gerahmt. Diese Mechanismen von Schutz und Abgrenzung verändern die Bedingungen des Weiterzeichnens, indem sie Zugänge einschränken und mögliche Setzungen gezielt lenken.</p>
<p>Auf Einladung von Oguz Sen präsentiert Elisa Garçon in der letzten Woche von <em data-start="77" data-end="93">Hidden History</em> im großen Saal des Frankfurter Kunstvereins ihr Werk <em>Restbetrieb</em>: Eine Installation aus Folie, Licht, Projektion, gebrauchten Objekten und codierten Symbolen. Ausgehend von Ravekultur, temporären Räumen und ihren Nachbildern entsteht eine fragile räumliche Situation zwischen Rest, Provisorium und Inszenierung, in der Spuren eines kollektiven Ereignisses sichtbar werden. Während subkulturelle Ästhetiken als Bilder, Oberflächen und konsumierbare Atmosphären zirkulieren, bleiben einzelne Zeichen bewusst nur teilweise lesbar.</p>
<h3>Oguz Sen</h3>
<p>Oguz Sen ist Aktivist im öffentlichen Raum und mischt sich in gesellschaftliche Diskurse ein. Mit seinen großflächigen Wandmalereien thematisiert er politische Fragen und gesellschaftliche Missstände. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen die Wandmalerei am Osthafen, die dem 2015 auf der Flucht aus Syrien im Meer ertrunkenen Jungen Alan Kurdi gewidmet ist, sowie ein 27 Meter langes Gemälde unter der Frankfurter Friedensbrücke, das den Opfern des rassistisch motivierten Anschlags in Hanau gedenkt und gemeinsam mit dem »Kollektiv ohne Namen« realisiert wurde. Mit der international gefeierten und preisgekrönten Tänzerin Honji Wang verbindet ihn eine jahrelange Freundschaft.</p>
<h3>Honji Wang</h3>
<p>Honji Wang ist Choreografin und Performerin, geprägt von der Hip-Hop-Underground-Kultur. In Frankfurt als Tochter koreanischer Eltern aufgewachsen, ist sie eine autodidaktische Künstlerin, die ihre Praxis außerhalb institutioneller Strukturen entwickelt hat. Ihre Arbeit entsteht aus gelebter Erfahrung, in der Bewegung zu einer Form von Wissen wird, verwurzelt im Breakdance, in Kampfkunst und in den physischen Realitäten von Disziplin, Arbeit und Resilienz. In ihren choreografischen und performativen Arbeiten interessiert sich Wang für den Körper als Ort von Erinnerung, Widerspruch und Transformation.</p>
<p>Die Performance konnte im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 17. und am 18. April erlebt werden. Eine Videodokumentation macht die Performance im Raum auch nachträglich erfahrbar.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Chiara Enzo</title>
		<link>https://www.fkv.de/chiara-enzo/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Oct 2025 09:54:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Anatomie der Fragilität]]></category>
		<category><![CDATA[Body]]></category>
		<category><![CDATA[Chiara Enzo]]></category>
		<category><![CDATA[Fragilität]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Haut]]></category>
		<category><![CDATA[Körper]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
		<category><![CDATA[Verletzlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrnehmung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnung]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgenössische kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[A me stessa (An mich selbst), 2019 Tempera-Gouache, Pastellkreide und Buntstiften auf Karton, auf Holzplatte montiert 16,8 x 24 cm, mit Rahmen 17,5 x 24,7 x 3,1 cm Courtesy Private Sammlung, Italien Senza titolo (pelle) (Ohne Titel, Haut), 2019 Tempera-Gouache, Pastellkreide und Buntstiften auf Karton, auf Holzplatte montiert 15 x 17,7 cm, mit Rahmen 15,8 <a href="https://www.fkv.de/chiara-enzo/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>A me stessa</em> (An mich selbst), 2019<br />
Tempera-Gouache, Pastellkreide und Buntstiften auf Karton, auf Holzplatte montiert<br />
16,8 x 24 cm, mit Rahmen 17,5 x 24,7 x 3,1 cm<br />
Courtesy Private Sammlung, Italien</p>
<p><em>Senza titolo (pelle)</em> (Ohne Titel, Haut), 2019<br />
Tempera-Gouache, Pastellkreide und Buntstiften auf Karton, auf Holzplatte montiert<br />
15 x 17,7 cm, mit Rahmen 15,8 x 18,6 x 3,1 cm<br />
Courtesy MA COLLECTION Singapore</p>
<p><em>Visceri III (Addome operato)</em> (Viscera III, operierter Bauch), 2022<br />
Aquarell, Pastellkreide und Buntstiften auf Karton, auf Holzplatte montiert<br />
24,3 x 15 cm, mit Rahmen 25 x 15,7 x 3,1 cm<br />
Courtesy Collezione De Iorio, Italy</p>
<p><em>Senza titolo (doccia)</em> (Ohne Titel, Dusche), 2019<br />
Tempera-Gouache, Pastellkreide und Buntstiften auf Karton, auf Holzplatte montiert<br />
17,7 x 15 cm, mit Rahmen 18,4 x 15,6 x 3,1 cm<br />
Courtesy Private Sammlung, Italien</p>
<p><em>Visceri IV (Gambe)</em> (Viscera IV, Beine), 2023<br />
Aquarell, Pastellkreide und Buntstiften auf Karton, auf Holzplatte montiert<br />
22 x 15 cm, mit Rahmen 22,7 x 15,8 x 3,1 cm<br />
Courtesy Private Sammlung, Italien</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Chiara Enzos Arbeit kreist um die Frage nach den Grenzen des Selbst und des anderen. Wo endet das „Ich“, wo beginnt das „Du“? Haben wir einen Körper oder sind wir ein Körper? Oder vielleicht beides: Sind wir der Körper, den wir haben? Sie stellt Fragen nach den universellen Erfahrungen des Menschseins: Intimität, Verletzlichkeit, Zerbrechlichkeit, Krankheit – und wie wir aus Wahrnehmung eine Idee von Wirklichkeit erschaffen.</p>
<p>Ihr zentrales Sujet ist der menschliche Körper, der Organismus – im Griechischen „organon“, Instrument –, verstanden als lebendiges Untersuchungsinstrument und als Ort von Wahrnehmung. Der Körper wird bei ihr zur Schnittstelle alles menschlichen In-der-Welt-Seins: zum vermittelnden Element, durch das unser Ich in Beziehung zur Welt tritt. Körper, Emotionen und Gefühle verbindet eine untrennbare Wechselwirkung. Durch den Körper empfinden wir Emotionen. Sie lassen biologische und psychologische Reaktionen entstehen, Gefühle, mit denen wir die Wirklichkeit entschlüsseln. Wir HABEN keinen Körper, wir SIND unser Körper, in der Einmaligkeit seiner Beschaffenheit.</p>
<p>Chiara Enzo erzählt, dass ihre Bilder aus dem Gefühl der Zersplitterung heraus entstehen. Sie empfindet es als unmöglich, die Welt in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Daher wendet sie sich den kleinsten Einheiten, den minimalen, detaillierten Erfahrungen zu. Ihre Gemälde zeigen immer Ausschnitte und Teilansichten. Sie fokussiert auf Spuren, die Körper hinterlassen, Abwesenheiten oder Fragmente von Körpern, die in extremen Nahansichten befremdlich privat und intim anmuten. Die Fragmentierung spiegelt nicht nur ihr eigenes Erleben, sondern auch eine zeitgenössische Erfahrung: die Wahrnehmung einer Welt, die uns durch Bilder und Medien in Bruchstücken begegnet. Die Motive stammen aus verschiedenen Bildkontexten, aus Magazinen, den sozialen Medien, persönlichen Aufnahmen, aus denen die Künstlerin ein umfangreiches Archiv geschaffen hat.</p>
<p>In ihrer fragmentarischen Natur erzählen ihre Motive keine große, abgeschlossene Geschichte, sondern zeigen die Bruchstücke, die Lücken, das Unvollständige. Viele ihrer Arbeiten kreisen um Bilder intimer Momente, die zugleich in der digitalen Welt verbreitet sind. Soziale Medien als privates Archiv der Intimität. Dieser ambivalente Ursprung verschiebt die Wahrnehmung: Was persönlich und verletzlich wirkt, ist zugleich öffentlich und massenhaft verfügbar. Auch im Zeitalter technologisch gestützter Medizin bleibt die existenzielle Erfahrung menschlicher Verletzlichkeit grundlegend und unverrückbar.</p>
<p>Chiara Enzo arbeitet rigoros und konsequent in kleinen Formaten, was ihr extreme Präzision und Langsamkeit abverlangt. Aber es ist nicht die Intimität des Schaffensprozesses allein – zwischen Künstlerin und Werk –, die die Künstlerin interessiert, sondern auch diejenige zwischen Werk und Betrachtenden. Das kleine Format und die Detaildichte zwingt diese, sich dem Bild körperlich zu nähern. Der Blick fällt auf Körperoberflächen, die nie intakt und unversehrt sind. Sie tragen Spuren von Verletzung, Eingriffen, epidermischen Reaktionen oder Abdrücke.</p>
<p>Enzo sucht nach einer Erfahrung der Verbindung zwischen dem Motiv, dem Werk und den Betrachtenden. Sie malt Oberflächen, die nicht nur visuell, sondern fast taktil erfahrbar sind. Als ob der Blick selbst tastend würde, als ob die Augen die Funktion von Händen übernehmen könnten. In diesem Spannungsfeld sucht ihre Arbeit nach einer Form von Berührung zwischen Bild, Körper und Wahrnehmung.</p>
<p>Enzos künstlerische Arbeit entsteht aus dem Akt des Zeichnens. Sie zeichnet mit Buntstiften und geht dann über in einen Prozess des Malens in unzähligen Schichten. Sie beschreibt diese Praxis als den Versuch, Wirklichkeit durch die zeichnerische Geste zu rekonstruieren. Mit dem Sehsinn tastet sie die Wirklichkeit ab und schafft so ein Verhältnis zwischen dem Ich und dem Gegenüber. Durch das Gemälde, durch das Abbild eines Körpers, ganz nah und ungeschützt, entsteht ein Gefühl. Die Nähe ist körperlich und Nähe ist auch ein Gefühl. Und Nähe bedeutet Risiko und Verletzlichkeit.</p>
<p>Seit jeher ist der Akt des Zeichnens ein visueller Denkprozess. Durch ihn werden Gedanken und Gefühle bildhaft, Entscheidungen über die Darstellungsweise des Motivs – Grundform, Ausschnitt, Linienführung, Perspektive und Farben – schaffen eine eigenständige Wirklichkeit durch die Kunst. So ist das Sehen, Beobachten und Zeichnen für Chiara Enzo nicht nur Technik, sondern eine Form der Erkenntnis. Eine Weise, die Welt abzutasten, sie zu erfassen und sich mit ihr zu verbinden. Die Zeichnung ist für Chiara Enzo ein Werkzeug, der Realität Sinn zu verleihen. Eine Annäherung an die Wirklichkeit, die wir durch unseren Körper erkunden.</p>
<p>Ihre Arbeitsweise ist von einer großen Langsamkeit und Beharrlichkeit geprägt. Für die Entstehung eines einzelnen Bildes bedarf es oft monatelanger Arbeit. So begleiten die Werke die Künstlerin über einen langen Zeitraum hinweg. Mit Gouache, Aquarell, Pastellkreide und Buntstiften setzt sie beharrlich Zeichen auf Karton, die sich im Verlauf der Zeit zu einem detailreichen Bild verdichten. Die trockene Pulvrigkeit ihrer Materialien erlaubt es ihr, den Prozess bewusst in die Länge zu ziehen.</p>
<p>In der Ausstellung <em>Anatomie der Fragilität</em> werden Chiara Enzos zarte Werke einzeln unter die Votivgaben der Sammlung Hans und Benedikt Hipp und die etruskischen Exvotos der Justus-Liebig-Universität Gießen gehängt. Gemeinsam legen sie Zeugnis ab über die urmenschliche Erfahrung von Verwundbarkeit und den Wunsch nach Heilung. Doch wie dies geschieht und welchen Stellenwert das Abbild des Körpers besitzt, ist gänzlich verschieden. Votivgaben wohnt ein magisches Denken inne, bei dem einem symbolischen Abbild, einem stellvertretenden Teilstück von einer Gemeinschaft die Kraft zugesprochen wird, ein Wunder im Hier und Jetzt am realen Körperteil zu vollziehen. Chiara Enzos Gemälde hingegen verhandeln die Frage, was – im Zeitalter digitaler Technologien und bildgebender Verfahren – die Bilder des Körpers und dessen Inszenierungen aussagen. Chiara Enzo fordert die Fähigkeit des Betrachtenden heraus, in ihre fotorealistischen Körperbilder eine empathische Imagination zur Entschlüsselung hineinzulesen und mit den überhöhten Selbstdarstellungen zu brechen.</p>
<p><em>A me</em> <em>stessa</em> (An mich selbst) zeigt ein weibliches Porträt, das unterhalb des Kinns Hals und Ausschnitt zeigt. Der Titel verrät, dass es sich dabei um ein Selbstporträt handelt. Selbstporträts sind in der Kunst traditionell ein Ort der Selbsterkenntnis und der Selbstinszenierung. Künstler:innen haben so nicht nur ihr äußeres Erscheinungsbild festgehalten, sondern es als Mittel eingesetzt, um sich selbst zu befragen. Es ist weniger ein Abbild als vielmehr ein Versuch, hinter den Spiegel zu blicken und das eigene Dasein zu durchdringen.</p>
<p>Das Gesicht und besonders der Blick sind immer Hauptträger von Identität, Projektionsfläche von Innerlichkeit und Sichtbarmachung eines Selbst. Chiara Enzo bricht mit dieser Tradition und zeigt bewusst nicht ihr Gesicht. Sie verlagert die Aufmerksamkeit auf den Körper, auf jene Partien, die meist am Rande des Bildes stehen: Kinn, Haarspitzen, Hals, ein Ausschnitt des Brustbeins. Und dieses rückt sie ins Zentrum, gezeichnet durch Kratzspuren, von einer geröteten, verletzlich wirkenden Haut. Es erzählt von Empfindlichkeit, von einer leiblichen Erfahrung, ohne dass ein konkretes Ereignis benannt wird. Das Gesicht bleibt verborgen, die Identität anonymisiert. Und dennoch tritt ihre persönliche Erfahrung hervor.</p>
<p>Damit formuliert Enzo ein anderes Verständnis des Selbstporträts: Nicht das Wiedererkennen des Individuums steht im Vordergrund, sondern das Erspüren einer körperlichen Wahrheit. Das Selbst wird nicht über das Gesicht, sondern über die Spur, über die Haut, über die Zeichen von Verletzlichkeit erzählt.</p>
<p>Das Bild <em>Senza titolo (pelle)</em> (Ohne Titel, Haut) zeigt eine Nahaufnahme von Haut. Die Haarbälge treten hervor, die Haare sind aufgerichtet. Gänsehaut. Es ist eine Emotion, eine körperliche Reaktion, die hier dargestellt wird – und die die Haut als Organ hervorhebt. Ein im Bild eingefrorener Moment, in dem sich das Flüchtige des Empfindens in eine dauerhafte Spur verwandelt.</p>
<p>Die Haut spielt dabei eine zentrale Rolle für Enzos Auffassung vom In-der-Welt-Sein. Sie ist Grenzorgan und Kontaktfläche zugleich – mächtig und extrem empfindlich. Der Raum von Lust und Schmerz zugleich. Über sie erfahren wir Berührung, Lebendigkeit und Verbindung zur Welt. Und sie ist die Grenze zur Außenwelt. Zugleich ist sie das intimste Organ, das man von sich zeigen kann. Ihre Unvollkommenheit macht sie besonders interessant: Sie altert, vernarbt, trägt Spuren. In ihr lässt sich die Geschichte eines Menschen lesen, sie bewahrt Spuren des gelebten Lebens und erzählt von der Vergangenheit und Vergänglichkeit eines Menschen.</p>
<p>In der Arbeit <em>Visceri III </em>(Viscera III) zeigt Chiara Enzo einen operierten Unterleib. Der Ausschnitt fokussiert auf den Bauchnabel, auf dem der Abdruck eines frisch entfernten Pflasters zu erkennen ist. Darum herum sind Stiche und Fäden einer Operation zu sehen. Enzo richtet den Blick auf verletzte Hautpartien, auf Spuren, Rötungen, Kratzer, Narben. Es sind Körper, die jeder Form von Idealisierung entzogen sind. So auch in der Arbeit <em>Visceri IV (Gambe) </em>(Viscera IV, Beine): Statt eines makellosen Körpers, einer makellosen Haut eröffnet sie einen ungefilterten Blick auf die Imperfektion alles Körperlichen und die Abweichung vom Ideal als Inhalt von Kunst.</p>
<p>Es finden sich in Chiara Enzos Werk auch Bildräume, in denen der Körper abwesend ist, aber dennoch als Präsenz spürbar bleibt: Darstellungen von Oberflächen und Räumen, die keine Körper zeigen, und doch von Körperlichkeit durchdrungen sind. Das Werk <em>Senza titolo (doccia) </em>(Ohne Titel, Dusche) eröffnet einen isolierten Blick auf den Schlauch eines Duschkopfes. Abbild und Erinnerung zugleich, atmosphärisch dicht in der Leere eines Krankenhauswaschraums.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Chiara Enzo</strong> (*1989 Venedig, IT) lebt und arbeitet in Venedig. Ihre Praxis bewegt sich zwischen Malerei und Zeichnung. 2018 schloss sie ihr Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Venedig ab. 2013 studierte sie ein Jahr lang an der De Montfort University in Leicester (UK). Enzo nahm an der 59. Biennale von Venedig (IT) teil und ist teilnehmende Künstlerin der diesjährigen 18. Quadriennale di Roma (IT). Zuletzt wurden ihre Werke in den folgenden Institutionen gezeigt: bei By Art Matters in Hangzhou (CN); im MACRO Museum in Rom (IT); in der Triennale Milano, Mailand (IT); im Studio Neil Beloufa in Paris (FR), in der Fondazione ICA in Mailand (IT), in der Fondazione Bevilacqua La Masa in Venedig (IT) sowie in der Galleria Zero in Mailand (IT).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Oscar Kargruber</title>
		<link>https://www.fkv.de/oscar-kargruber/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 10:56:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[FKV]]></category>
		<category><![CDATA[Holz]]></category>
		<category><![CDATA[Holzskulptur]]></category>
		<category><![CDATA[Karl Blossfeld]]></category>
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		<category><![CDATA[Städelschule]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Rebecca, 2025 Linde, Schnitzerei 29 x 21 x 73 cm Ohne Titel (swarm), 2025 Wasserfarbe auf Hartfaserplatte, Holz, Acryl 200 x 120 cm Ohne Titel (man and bird), 2025 Bleistift auf Papier, Glas, Holz 22,5 x 15,5 cm Courtesy der Künstler Oscar Kargruber (*1999, Sulzrain, DE) studiert Bildhauerei an der Städelschule in Frankfurt. Seine Arbeitsweise <a href="https://www.fkv.de/oscar-kargruber/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rebecca</em>, 2025<br />
Linde, Schnitzerei<br />
29 x 21 x 73 cm</p>
<p><em>Ohne Titel (swarm)</em>, 2025<br />
Wasserfarbe auf Hartfaserplatte, Holz, Acryl<br />
200 x 120 cm</p>
<p><em>Ohne Titel (man and bird)</em>, 2025<br />
Bleistift auf Papier, Glas, Holz<br />
22,5 x 15,5 cm</p>
<p>Courtesy der Künstler</p>
<p>Oscar Kargruber (*1999, Sulzrain, DE) studiert Bildhauerei an der Städelschule in Frankfurt. Seine Arbeitsweise umfasst Zeichnung, Malerei und Skulptur. Seine Bildwelten suchen nach einer Stimmung, die durch essenzielle Formen Momente des Unheimlichen und Ambivalenten greifbar machen.</p>
<p>Für <em>And This is Us 2025</em> hat er eine Holzskulptur geschaffen, die mit Elementen der abstrakten Malerei und Zeichnungen inszeniert wird. Die Holzskulptur stellt eine menschliche Figur dar, die aufrecht schreitend aus einem Gebüsch tritt und mit den Händen Pflanzen umklammert. Mit ihrem Blick sucht sie den unsrigen. Ihr Ausdruck ist mehrdeutig, rätselhaft, der Mund leicht geöffnet. Die Skulptur scheint einen in der Zeit eingefrorenen Moment darzustellen, eine Handlung, die in ihrer Bewegung festgehalten und in Holz gebannt wurde. In ihrer unaufgelösten Spannung verweigert sie sich jedoch der genauen Deutung.</p>
<p>Kargruber beschreibt seine Motive als intuitive Momente, die beim Zeichnen und aus persönlichen Erinnerungen heraus entstehen. Sie verweisen in ihrer Symbolik und ihren formalen Anlagen auf kunsthistorische, literarische und filmische Werke. In seinen Skulpturen sucht er nach einer Ursprünglichkeit der Form, nach dem Seltsamen, Manischen, Authentischen und Leidenschaftlichen.</p>
<p>So dienen Karl Blossfelds fotografische Nahaufnahmen von Pflanzen aus der frühen Moderne Kargruber als Vorlage des geschnitzten Gebüschs. Ihn faszinieren Vielfalt und strenge Form in Blossfelds Vergrößerungen, die so eine totemhafte und fast bedrohliche Schönheit schaffen. Diese überträgt Kargruber als ästhetische Elemente in seine Holzskulptur.</p>
<p>Kargruber tastet sich in seiner Arbeit fast programmatisch an die Darstellung von atmosphärischen Kipppunkten heran, an denen das Schöne in etwas Unheimliches umzuschlagen droht und so die Grenzen zwischen Gut und Böse, Schönheit und Gefahr verwischen. Er sucht nach der Zweideutigkeit. Fühlt sich die Person bedroht und greift nach den Pflanzen, um Halt zu finden oder ist sie selbst eine Bedrohung, die sich im Gebüsch versteckt und die Pflanzen mit aller Kraft festhält?</p>
<p>Die Ausbildung zum Holzbildhauermeister erlaubt es Kargruber seine virtuose Fertigkeit einzusetzen, um aus dem intakten Holzblock filigrane Figuren mit delikaten Durchbrüchen herauszuarbeiten. Die Holzfigur wird räumlich um zwei Wandarbeiten erweitert. Eine abstrakte Malerei getupfter Farbpunkte, die eine spiralförmige Bewegung beschreibt. Und eine kleine Bleistiftzeichnung, auf der eine Figur im Profil einen Kern zwischen ihren Lippen hält, den ein Vogel mit seinem Schnabel fasst. Die Bilder versteht Kargruber als eine Materie gewordene Energie, die das Kraftfeld um seine Figuren als gestische Spur erfahrbar macht.</p>
<p>Oscar Kargruber lässt sich von bildhauerischen Bezügen aus der Antike und der Moderne inspirieren. Die Kraft frontaler Repräsentation aus der griechisch-archaischen und ägyptischen Skulptur, aber auch der etruskischen Kunst klingen in seiner Bildsprache nach. Ihn interessieren reduzierte Formen, die nur das Essenzielle zulassen. In seinen Arbeiten ist der Künstler nicht an naturalistischen Darstellungen interessiert. Sein Umgang mit Volumen und Anatomie ist eher stilisiert als idealisiert. Die Silhouette des Körpers ist in seiner linearen Form universell. Sie verwirft geschlechtliche Attribute und individuelle Züge. Und doch ist der Blick von zentraler Bedeutung und in seiner Ausarbeitung ausdrucksvoll. Dank seines zeitlosen und roh anmutenden Stils, ist Kargruber ein Vertreter der zeitgenössischen Haltung, die sich bewusst aus den aktuellen Formen gegenwärtiger Ausdrucksweisen löst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Oscar Kargruber (*1999, Sulzrain, DE) studiert seit 2022 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (DE) bei Prof. Tobias Rehberger. Zuvor studierte er von 2021 bis 2022 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (DE). Zwischen 2016 bis 2021 absolvierte Kargruber eine Lehre zum Holzbildhauermeister an der Städtischen Berufs- und Meisterschule für das Holzbildhauerhandwerk in München (DE). In seiner Arbeit setzt er vor allem auf traditionelle künstlerische Techniken wie Skulptur, Malerei und Zeichnung. Während seine Motive meist in intuitiven Momenten entstehen, bauen sie in ihrer Symbolik und Formalität bewusst Bezüge zu Kunsthistorie, Literatur und Film auf.</p>
<p>Oscar Kargruber präsentierte sein Werk in folgenden Institutionen: Piktogram, Warschau (PL), Galleria Fuocherello, Turin (IT), Halfsister, Berlin (DE), Delphispace, Freiburg (DE), Kornhäuschen, Aschaffenburg (DE). Seit 2024 ist er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Ramon Keimig</title>
		<link>https://www.fkv.de/ramon-keimig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 09:58:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Bent cold sidewalk]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[installation]]></category>
		<category><![CDATA[Ramon Keimig]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.fkv.de/?p=39013</guid>

					<description><![CDATA[Bent cold sidewalk, 2022/2023 Installation Siebdruck auf Leinwand (70 x 70 cm), Digitaldruck auf Netz (432 x 332 cm, 357 x 457 cm, 427 x 352 cm), Digitaldruck auf Papier, Kassettenhüllen (10,16 × 6,35 × 1,27 cm), LP-Hüllen (315 x 312 cm), gewebte Decke (185 x 150cm), Brechstange, Mercedes-Stern, Metallaschenbecher, Aufkleber, bemalter Nachttisch, Matratze, Stoff <a href="https://www.fkv.de/ramon-keimig/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Bent cold sidewalk</em>, 2022/2023</p>
<p>Installation<br />
Siebdruck auf Leinwand (70 x 70 cm), Digitaldruck auf Netz (432 x 332 cm, 357 x 457 cm, 427 x 352 cm), Digitaldruck auf Papier, Kassettenhüllen (10,16 × 6,35 × 1,27 cm), LP-Hüllen (315 x 312 cm), gewebte Decke (185 x 150cm), Brechstange, Mercedes-Stern, Metallaschenbecher, Aufkleber, bemalter Nachttisch, Matratze, Stoff mit Beton (90cm x 200cm)<br />
Courtesy der Künstler</p>
<p>Ramon Keimigs Arbeit hat ihre Wurzeln in der Druckgrafik und der Zeichnung. Seine Materialien sind Tusche und Bleistift auf Papier, die er mit digital erstellten Entwürfen kombiniert. Mit der Hand gezeichnete Elemente bearbeitet er mit digitalen Bild- und Zeichenprogrammen oder vervielfältigt sie am Fotokopierer, Laserdrucker und Scanner, um die technische Brüchigkeit zu thematisieren und zufällig entstehende Störungen als neue Elemente in die Kompositionen aufzunehmen.</p>
<p>Seine Bildmotive stammen sowohl aus Referenzen der Subkultur und Psychedelik Bewegung der 1970er Jahre, als auch aus seinem persönlichen Umfeld. So verwendet Keimig die privaten Bildarchive seines früh verstorbenen Vaters. Dieses umfasst wenige Portraits des Vaters als junger Mann, der auf der Suche nach seiner Identität, in den Strudel der bewegten 1970er Jahre geriet sowie dessen fotografische Impressionen, die seinen empfindsamen Blick auf Welt erkennen lassen. Einzelne Elemente aus diesem Archiv löst der Künstler aus dem Kontext, um sich auf die Reise in eine Zeit zu begeben, die geprägt war von einer starken Gegenkultur, Konsumkritik, Bestrebungen nach Individualismus und einer starken musikalischen Subkultur.</p>
<p>Seine Motive sind geprägt von Referenzen aus der Fotokopie Ästhetik der 1970er und 1980er Jahre. Sie sind ein Tribut an die Tape-Kultur, Underground Comics und Konzertflyer. Hier ist ein sichtbarer Berührungspunkt seines zweiten künstlerischen Arbeitsbereichs: er arbeitet mit experimentellen Musiker:innen aus Psychedelic- und Krautrock und ist Teil einer Underground Konzertszene.</p>
<p>Sowohl für seine musikalische als auch für die bildschaffende Arbeit, hat Ramon Keimig die geschichtlichen Referenzen akkurat untersucht und zieht Parallelen zu sich und seiner Generation. Auf dieser Grundlage schafft er neue und eigene Bildwelten, die er aus eigenen Arbeiten sampelt und neu kombiniert. Am Bildschirm zeichnet und collagiert er gefundenes Bildmaterial mit eigenen Zeichnungen und schafft daraus Entwürfe, die er auf jedes der Elemente seiner Rauminstallation überträgt: ein stilisiertes Bett, eine Decke, verstreute Zeichnungen, Kassettencover, Plattenhüllen und die Wände und Decke des imaginären Raums.</p>
<p>Seine Arbeit ist rigoros in schwarz-weiß gehalten. Für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein ist ein Raum entstanden, ein Ort des Rückzugs – ein intimes Lager &#8211; in innere Welten, für den Schlaf, das Sich-Niederlegen und Erleben von bewusstseinserweiternden Praktiken und eine Flucht in künstliche Paradiese.</p>
<p>Den Raum hat Keimig nur mit den essenziellen Elementen konzipiert. Dadurch ist er zur Skulptur geworden, im monochromen grau, abstrakt und stellvertretend für eine universelle Erfahrung. Diese ist gesetzt in einem angedeuteten Raum. Er besteht aus drei Flächen, die versetzt zueinander in einer imaginäre Flugkraft auseinanderdriften. Diese Flächen sind durchlässige Träger seiner Zeichnungen, die er aus dem intimen Format seiner Zeichenblöcke auf riesige Bildflächen übertragen hat, und die wie Schatten aus einer Traumwelt über dem Lager überdimensionierte Geister und Erzählungen schweben lässt. Die Zeichnungen verweben die Bilder aus unterschiedlichen Epochen, aus der Vergangenheit des Vaters, mit den Referenzen der Subkultur von Gestern und Heute und schaffen einen Kreislauf zwischen den Generationen, den Zeiten, den Fragen, die sich die Menschen schon immer gestellt haben.</p>
<p>Ramon Keimig (*1994 in Aschaffenburg, DE) studiert seit 2019 Zeichnung und Druckgraphik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach bei Prof. Mike Bouchet und Prof. Heiner Blum. Zuvor studierte er Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Zu seiner Praxis zählt die Publikation zahlreicher Kunstbücher zum Beispiel bei Ultimo Mono Press, Sevilla (ES) und Nieves, Zürich (CH). Sein Werk wurde auf zahlreichen Buchmessen präsentiert wie COZI Festival for Contemporary Comics &amp; Zines, Frankfurt am Main (DE), Druckfestival Hot Printing im Klingspormuseum, Offenbach am Main (DE), NY Art Book Fair, New York City (US), Taipei Art Book Fair, Taipeh (TW). Unter anderem präsentierte Ramon Keimig seine Arbeiten im Feinkunst Krüger, Hamburg (DE) und im Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main (DE) als Teil des Ausstellungsprojektes Frankfurter Kunst Vertrieb des Kollektives Magma Maria.</p>
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