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	<title>Architektur | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<title>Architektur | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<item>
		<title>Gregor Lau</title>
		<link>https://www.fkv.de/gregor-lau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 11:03:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
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		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
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					<description><![CDATA[Von der Straße für die Straße (Sonnemann Ecke Howaldtstraße), 2025 Gemischte Materialien Maße variabel Courtesy der Künstler Gregor Lau (*1995, Karlsruhe, DE) ist Studierender an der Städelschule. In sein Studium mit Schwerpunkt Bildhauerei bringt er eine abgeschlossene Ausbildung als Stuckateur ein. Laus Recherche reflektiert einerseits den Wert von Arbeit und andererseits die Beschaffenheit von Räumen <a href="https://www.fkv.de/gregor-lau/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von der Straße für die Straße (Sonnemann Ecke Howaldtstraße)</em>, 2025</p>
<p>Gemischte Materialien</p>
<p>Maße variabel</p>
<p>Courtesy der Künstler</p>
<p>Gregor Lau (*1995, Karlsruhe, DE) ist Studierender an der Städelschule. In sein Studium mit Schwerpunkt Bildhauerei bringt er eine abgeschlossene Ausbildung als Stuckateur ein. Laus Recherche reflektiert einerseits den Wert von Arbeit und andererseits die Beschaffenheit von Räumen und Architektur, die je nach Kontext ihren Stellenwert grundlegend verändern.</p>
<p>Für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein schafft Lau eine großformatige Rauminstallation die einem realen Ort in Frankfurt nachempfunden ist. Howaldtstraße, Ecke Sonnemannstraße, vor der Europäischen Zentralbank. Einige Quadratmeter, auf denen jeden Morgen Menschen ihre Arbeitskraft auf dem Schwarzmarkt anbieten und verkaufen. Lau hat während seiner mehrjährigen Arbeitserfahrung in der Bauwirtschaft erlebt, wie sich die Arbeiter:innenschaft in zwei Klassen aufteilt – die Mitarbeiter:innen von Firmen mit Sozialversicherung und festem Lohn, und die Lohnarbeiter:innen, die als Prekariat täglich auf dem Arbeiterstrich abgeholt und ausgebeutet werden.</p>
<p>Die Straßenecke an der Sonnemannstraße und das täglich Geschehen dort ist für alle Passant:innen sichtbar. Sogar über Google Streetviews sind die wartenden Menschen zu sehen. Wie ein in der Zeit eingefrorener Zustand, der das offen sichtbare Prekariat als festen Bestandteil der wirtschaftlichen Topografie der Moderne kartiert. Lau druckt die Ansicht aus der Geolokalisierung aus, entnimmt sie so der digitalen Weltabbildung und bindet sie zurück in den physischen Raum seiner skulpturalen Installation ein.</p>
<p>Laus Themen und Materialien ergeben sich in enger Stringenz aus dem Kontext seiner Untersuchung. Der Ort bestimmt seine Form und Beschaffenheit. Der Bildhauer nimmt sie auf und transformiert sie zu einer Skulptur zwischen Realismus und Symbol. So gießt Lau jeden dieser Pflastersteine einzeln aus Beton. In deren Oberflächen bringt er Elemente aus dem Lebensbezug ein. Münzen, Kronkorken von Bierflaschen oder Straßenmarkierungen, aber auch ein Fußabdruck als Negativvertiefung, als Erinnerung an eine Anwesenheit gewarteter Zeit. Er baut die Wände in Trockenbaumethode, verputzt sie mit Außenputz und passt die Ausstellungsräume an die gefundene Realität des öffentlichen Raumes an. Im Kontext des institutionellen Raumes im Frankfurter Kunstverein schafft er eine neue, fokussierte Wahrnehmung der Betrachtenden auf eine vertraute und ungesehene Wirklichkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gregor Lau (*1995, Karlsruhe, DE) studiert seit 2022 an der Hochschule für bildende Künste –Städelschule in Frankfurt am Main (DE) in der Klasse von Prof. Monika Baer. Zuvor hat er an der Kunstakademie Karlsruhe (DE) bei Prof. Marcel van Eeden, Prof. Vivian Greven und Prof. Sophie von Hellermann studiert sowie eine Ausbildung zum Stuckateur absolviert. In seiner künstlerischen Praxis setzt Lau geographische und soziale Räume in neue Kontexte. Ausgangspunkt seiner bildhauerischen Arbeiten und Installationen an der Schnittstelle zwischen Malerei und Skulptur sind oftmals politische oder historische Ereignisse, sowie soziale Begebenheiten und Strukturen.</p>
<p>Lau gewann 2023 den Rundgangpreis der Städelschule sowie einen Preis der Albig Stiftung. Unter anderem präsentierte er seine Werke bei Sies+Höke in Düsseldorf (DE), den Opelvillen Rüsselsheim (DE), im Museum Kurhaus, Kleve (DE) und in zahlreichen Off-Spaces.</p>
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		<title>Nelly Habelt</title>
		<link>https://www.fkv.de/nelly-habelt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 10:34:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Akrobatik]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
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		<category><![CDATA[HfG Offenbach]]></category>
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		<category><![CDATA[öffentlicher Raum]]></category>
		<category><![CDATA[Performance im öffentlichen Raum]]></category>
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					<description><![CDATA[pause, 2025 Video, Performance Diverse Videofiles, jeweils 25 Sekunden Kamera: Oskar Lohse Performer:innen: Nelly Habelt, Valentin Huwer Courtesy die Künstlerin Nelly Habelt (*2001, Frankfurt am Main, DE) studiert an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit steht ihr eigener Körper. Sie definiert ihr Schaffen als eine bildhafte Darstellung innerer Prozesse, Gedanken, Wünsche <a href="https://www.fkv.de/nelly-habelt/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>pause</em>, 2025</p>
<p>Video, Performance</p>
<p>Diverse Videofiles, jeweils 25 Sekunden</p>
<p>Kamera: Oskar Lohse</p>
<p>Performer:innen: Nelly Habelt, Valentin Huwer</p>
<p>Courtesy die Künstlerin</p>
<p>Nelly Habelt (*2001, Frankfurt am Main, DE) studiert an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit steht ihr eigener Körper. Sie definiert ihr Schaffen als eine bildhafte Darstellung innerer Prozesse, Gedanken, Wünsche und Sehnsüchte. Sie entwickelt Performances im öffentlichen Raum, führt sie durch und zeichnet sie auf. Performance und Videoarbeit stehen für sie gleichwertig nebeneinander.</p>
<p>Habelts Aufmerksamkeit gilt besonders den unscheinbaren, versteckten Zwischenorten, die von brutalen architektonischen Strukturen gekennzeichnet sind. Das sind die Umgebungen, in denen sie ihre Interventionen schafft. Mit ihrem Körper nimmt sie mit der Umwelt Kontakt auf, verbindet sich mit ihr und verharrt in völliger Regungslosigkeit. Nur durch die Kraft ihres Körpers nimmt sie eine Pose ein, die wie eine eingefrorene Momentaufnahme anmutet, so unbeweglich und still, als sei es ein Foto. Der Körper schwebt in Schwerelosigkeit. Ein eingefrorener Moment inmitten des städtischen Geschehens, in dem der zierliche Körper verharrt, während die Stadt weiter pulsiert. Durch die Rotation der Kamera wird der Körper als eine skulpturale Form im Raum dargestellt.</p>
<p>Eine von Habelts Inspirationen ist der Parkour, eine Bewegungskunst, mit der Traceurs der Stadt durch ihre akrobatischen Moves neue Bedeutung verleihen. In Habelts Performances hält sie den Fluss des Alltags an und deutet ihn zu einem poetischen Moment um. Das Motiv des Schwebens, des Prekären, des potenziellen Falls scheint sinnbildhaft für ein Gefühl zu stehen. Nelly Habelt erzählt, dass für ihre Inspirationen immer auch die Träume eine Rolle spielen. Sie sucht nach Bildern, danach den Stimmungen und Gefühlen eine Form zu geben. Ihren Körper schmiegt sie an die Härte der Außenwelt an und findet einen momentanen Halt. Das Hässliche wird schön, der Kontrast zwischen Umgebung und der zierlichen und gleichzeitig kraftvollen Pose machen den Bruch in der Wahrnehmung aus. Es entsteht ein Bild, das aus dem Kontrast lebt.</p>
<p>Um ihre vergänglichen Interventionen zeitlich festzuhalten, videodokumentiert sie diese. Dafür arbeitet sie eng mit dem Kameramann Oskar Lohse zusammen. Kamerawinkel und Komposition setzen die Atmosphäre und lassen gleichzeitig die öffentlichen Räume zu Film- oder Theaterkulissen werden.</p>
<p>Die träumerische Ruhe der Objekte, so Nelly Habelt, sei ihre inspirierende Kraft während um sie herum totale Hektik herrscht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nelly Habelt (*2001, Frankfurt am Main, DE) studiert seit 2023 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (DE) bei Prof. Heiner Blum mit dem Schwerpunkt auf Performance. Indem sie den urbanen Raum als Film- und Theaterkulisse für ihre performativen Videoarbeiten nutzt, setzt sie sich mit dessen Wahrnehmung im Kontrast zu inneren Gedanken, Wünschen und Sehnsüchten auseinander.</p>
<p>Gemeinsam mit Len Oswald hat sie im September 2024 das Atelierkollektiv Tschatsch77 gegründet. Das Gemeinschaftsprojekt bespielt ein leerstehendes Industriegebäude in Offenbach am Main (DE) und bietet es als Arbeitsraum für Kunststudierende an. Im März 2025 wird sie am Projektionsprojekt Off World des Diamant Museum of Urban Culture, Offenbach am Main (DE) teilnehmen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Simon Gilmer</title>
		<link>https://www.fkv.de/simon-gilmer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Feb 2025 10:26:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
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		<category><![CDATA[Raummodell]]></category>
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					<description><![CDATA[Im 2. OG rechts hinter der Wand, 2025 Graupappe, Holz, Jeweils 300 x 120 x 180 cm Courtesy der Künstler Simon Gilmer (*1997, Pirmasens, DE) studiert an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Seine Arbeit befindet sich an der Schnittstelle von Bildhauerei, Fotografie und Szenischem Raum. Das Medium Karton ist Gilmers zentrales Material. Mit ihm baut <a href="https://www.fkv.de/simon-gilmer/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Im 2. OG rechts hinter der Wand</em>, 2025<br />
Graupappe, Holz, Jeweils 300 x 120 x 180 cm<br />
Courtesy der Künstler</p>
<p>Simon Gilmer (*1997, Pirmasens, DE) studiert an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Seine Arbeit befindet sich an der Schnittstelle von Bildhauerei, Fotografie und Szenischem Raum.</p>
<p>Das Medium Karton ist Gilmers zentrales Material. Mit ihm baut er Räume und Objekte, die einen Modellcharakter haben. Der Maßstab seiner Konstruktionen orientiert sich am Original. So entstehen Skulpturen im Maßstab von 1:1. Diese fotografiert er, sodass von den temporären Strukturen ein Bild bleibt.</p>
<p>In Gilmers Schaffen erhebt das Modell den Anspruch ein eigenständiges Element mit skulpturaler Bedeutung zu sein. Gilmer hat eine Ausbildung in Architektur. Seine Fähigkeit professionellen Modellbaus rückt er in den Kontext theoretischer Überlegungen zur Wahrnehmung von Räumen.</p>
<p>Im Frankfurter Kunstverein lässt Gilmer eine Wand einziehen, die den Ausstellungsraum teilt, ohne dass die Veränderung offensichtlich wird. Die weiße Wand weist zwei kleine Guckfenster auf, an die Besucher:innen nah herantreten und durch deren Öffnungen sie in jeweils einen Raum blicken. In ihnen stehen Objekte in einer komponierten Anordnung, die gänzlich im monochromen Grau gestaltet wurde. Durch die Monochromie heben sich Form und Struktur besonders hervor und verzichten gänzlich auf den Verweis einer Funktion. Die Lichtführung schafft die Plastizität der Gegenstände. Die Beleuchtung wird Teil der Gestaltung und passt sich formal an die ortsspezifischen Gegebenheiten des Frankfurter Kunstvereins an. Gilmer schafft einen Raum, bei dem Besuchende nicht unmittelbar zuordnen können, ob es ein Blick hinter die Kulisse des Ausstellungshauses, oder eine eigenständige, artifizielle Welt ist.</p>
<p>In der Geschichte der Architektur ist das Modell seit jeher ein zentrales Instrument, um Ideen anhand von dreidimensionalen Umsetzungen körperlich anschaulich und erfahrbar zu machen. Das Modell dient dazu, die Entwicklung von Gebäuden im Voraus zu sehen.</p>
<p>Für den Renaissance Architekturtheoretiker Leon Battista Alberti (1404-72) konnte die Idee des Projekts nur durch ein Modell gebührend veranschaulicht werden, da ansonsten die Idee nur im Kopf der Planer:innen existierte. Die vermasste Zeichnung, aber in umfassender Form das Modell, hilft mit seiner dreidimensionalen Körperlichkeit, Auftragsgeber:innen aber auch Gewerken die Planung allseitig zu vermitteln.  Das Modell sei, so Alberti, das beste Werkzeug zur Untersuchung und Umsetzung einer Idee. Charakteristisch für das Modell war das Fehlen von Verzierungen, da es als Mittel zur Beurteilung der Strenge von Formen und architektonischen Entscheidungen dienen sollte.</p>
<p>Simon Gilmer löst das Modell vom operativen und funktionalen System und verleiht ihm einen künstlerischen Status. Seine Konstruktionen weisen eine geheimnisvolle Aura auf, in der eine Zuordnung in der Schwebe bleibt und eine suggestive Distanz zum Erfahrungsraum gewahrt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Simon Gilmer (*1997, Pirmasens, DE) studiert seit 2021 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (DE) bei Prof. Heike Schuppelius. Zuvor schloss er seinen Bachelor in Architektur an der Frankfurt University of Applied Sciences (DE) ab. Seine Arbeit befindet sich an der Schnittstelle von Bildhauerei, Fotografie und szenischem Raum. In seinen skulpturalen Arbeiten setzt sich Gilmer mit der ästhetischen und räumlichen Wirkung funktionaler Objekte auseinander, indem er deren formale Strukturen durch modellhafte Konstruktionen abstrahiert und neu kontextualisiert.</p>
<p>Gilmer präsentierte seine Arbeiten in verschiedenen Institutionen und Off-Spaces wie unter anderem dem Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main (DE), dem AAArbeitsamt Offenbach (DE), dem Kunstverein Ludwigshafen (DE), dem Zollamt in Offenbach am Main (DE), dem G10 Projektraum in Darmstadt (DE), dem Kunstraum Potsdamerstraße in Berlin (DE) und dem Magma Maria in Offenbach (DE). 2021 gründete er den Verein raumfahrt e.V. für aktive Auseinandersetzung mit Raum. Er gewann in der Architektur sowie in der Kunst bereits verschiedene Preise und erhält aktuell das Deutschlandstipendium.</p>
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			</item>
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		<title>Heidi Bucher</title>
		<link>https://www.fkv.de/heidi-bucher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Oct 2024 12:54:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Bellevue Kreuzlingen]]></category>
		<category><![CDATA[Das Anwesende des Abwesenden]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerung und Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Franziska Nori]]></category>
		<category><![CDATA[Heidi Bucher]]></category>
		<category><![CDATA[Kleines Glasportal]]></category>
		<category><![CDATA[Latexskulpturen]]></category>
		<category><![CDATA[Libellenmanifest]]></category>
		<category><![CDATA[Raumhäutung]]></category>
		<category><![CDATA[Sanatorium Bellevue Kreuzlingen]]></category>
		<category><![CDATA[Textilarbeiten]]></category>
		<category><![CDATA[The Estate of Heidi Bucher]]></category>
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					<description><![CDATA[Kleines Glasportal (Sanatorium Bellevue, Kreuzlingen), 1988 Gaze, Fischleim und Latex 455 x 340 cm Ablösen der Haut, Herrenzimmer, 1979 Drei Fotografien von Hans Peter Siffert 75 x 50 cm; 44,5 x 30 cm; 30 x 44,3 cm; 44,2 x 30 cm © The Estate of Heidi Bucher Heidi Bucher im Libellenkostüm, Libellenlust, 1976 Fotografie von <a href="https://www.fkv.de/heidi-bucher/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kleines Glasportal (Sanatorium Bellevue, Kreuzlingen)</em>, 1988<br />
Gaze, Fischleim und Latex<br />
455 x 340 cm</p>
<p><em>Ablösen der Haut, Herrenzimmer</em>, 1979<br />
Drei Fotografien von Hans Peter Siffert<br />
75 x 50 cm; 44,5 x 30 cm; 30 x 44,3 cm; 44,2 x 30 cm<br />
© The Estate of Heidi Bucher</p>
<p><em>Heidi Bucher im Libellenkostüm, Libellenlust</em>, 1976<br />
Fotografie von Thomas Burla<br />
20 x 27,8 cm<br />
© The Estate of Heidi Bucher</p>
<p><em>Ablösen des Kleinen Glasportals (Sanatorium Bellevue, Kreuzlingen)</em>, 1988<br />
Video, Ein-Kanal-16-mm-Film (Farbe)<br />
8:57 min<br />
Film von Michael Koechlin<br />
Produziert vom SWR (SWR Beitrag <em>Kulturszene, Häutungen</em>)<br />
© The Estate of Heidi Bucher</p>
<p>Courtesy The Estate of Heidi Bucher und Lehmann Maupin, New York, Seoul and London</p>
<p>Heidi Bucher hat sich intensiv mit der Beziehung zwischen Raum, Materie und den Spuren flüchtigen menschlichen Lebens, das sich in die Materie einschreibt, befasst. Sie entwickelte eine einzigartige Technik und Arbeitsweise, die als „Raumhäutung“ bekannt ist: Bucher fixierte Gaze, ein leichtes, gitterartiges, halbtransparentes Baumwollgewebe, mit Fischleim auf Wänden, bestrich das Gewebe mit flüssigem Latex und zog dann die getrockneten Membranen mit großem körperlichem Kraftaufwand ab. Die entstandene Latexschicht zeigt das Relief des Raumes, aber gleichzeitig enthält es auch Partikel der Farben und der Patina, die beim Abziehen am Latex haften geblieben sind.</p>
<p>Bucher interessierte sich für das, was in den Räumen erlebt worden ist, für was die Orte sinnbildhaft stehen und welche Machtverhältnisse sie hervorgebracht haben. Als Künstlerin lebte sie in einer Zeit patriarchaler Strukturen, der herrschenden Ungleichheit von Frauen – die auch in der Kunstwelt der Avantgarde dominant war –, der sie sich mit ihrer freien künstlerischen Lebensweise entgegenstellte.</p>
<p>Wie Heidi Bucher selbst im Film von 1988 von Michael Koechlin sagt, der in der Ausstellung zu sehen ist, möchte sie das Verborgene &#8211; die in der Architektur eingeschriebenen Gefühle, Erinnerungen und Strukturen &#8211; enthüllen: „Räume sind Hüllen, sind Häute. Eine Haut nach der anderen abziehen, ablegen: das Verdrängte, Vernachlässigte, Verschwendete, Verpasste, Versunkene, Verflachte, Verödete, Verkehrte, Verwässerte, Vergessene, Verfolgte, Verwundete“ (in: <em>Ablösen des Kleinen Glasportals (Sanatorium Bellevue, Kreuzlingen)</em>, 1988, 8:02 min).</p>
<p>Ihre „Häutungen“ sind Skulpturen in Negativformen, die aber als symbolhafte Akte der Befreiung von einer antiquierten und patriarchalischen Weltanschauung gelesen werden können.</p>
<p>Bucher begann ihre „Raumhäutungen“ ab 1973 in ihrem Atelier in Zürich, einer ehemaligen Metzgerei mit Kühlraum. Diesen Ort nannte sie „Borg“, wegen eines Gefühls der Geborgenheit, das sie hier verspürte. Später wandte sie sich ihrem Elternhaus in Winterthur zu: insbesondere dem „Herrenzimmer“, einem Raum, der im 19. Jahrhundert wohlhabenden bürgerlichen Hausherren und ihren männlichen Gästen vorbehalten war. Das gleichnamige Werk wurde zu einem ihrer bekanntesten. Danach entstanden die Häutungen im Ahnenhaus ihrer Großeltern. In den darauffolgenden Jahren arbeitete sie in geschichtsbeladenen Gebäuden, wie der Ruine des Grande Albergo in Brissago, das während des Faschismus als staatliches Internierungslager diente.</p>
<p>Im Frankfurter Kunstverein wird das Werk <em>Kleines Glasportal (Sanatorium Bellevue, Kreuzlingen)</em> gezeigt. Heidi Bucher fertigte es 1988 im Sanatorium Bellevue in Kreuzlingen am Bodensee an. Zwischen 1857 und 1980 war Bellevue eine private psychiatrische Heilanstalt. Hier praktizierte über viele Jahrzehnte die Psychiaterdynastie Binswanger. An diesem Ort nahm auch die Arbeit von Sigmund Freud und Carl Gustav Jung ihren Lauf.</p>
<p>Bucher stellte eine Abformung des Eingangsbereichs des Gebäudes her. Wie viele Menschen und mit welchem Schicksal traten durch dieses Portal ein? Historische Aufzeichnungen berichten, dass auch Künstler und Wissenschaftler wie der Maler Ernst Ludwig Kirchner, der Schauspieler und Regisseur Gustaf Gründgens oder der Kulturanthropologe Aby Warburg hier Patienten gewesen sind. Sigmund Freud und Ludwig Binswanger führten in Bellevue ihre ersten Studien zu hysterischen Patientinnen durch. Hysterie war ein Zustand, der einst nur Patientinnen zugeschrieben wurde. Die psychiatrische Anstalt, ein Ort der Kontrolle und psychologischen Intervention, wird in Buchers Kunst zum Symbol für Machtstrukturen und fremdbestimmte Körperpolitiken. Bucher legt verdrängte und vernachlässigte Schichten frei, die mit der Unterdrückung und Regulierung von Körper und Geist, insbesondere der Frau, einhergehen.</p>
<p>Der Latex legt sich über die holzgetäfelten Wände, als wolle die Künstlerin eine unsichtbare Essenz des dort gelebten Lebens einfangen, der Gefühle und Geschicke, der gesprochenen Worte und letztendlich die Anwesenheit der Abwesenheit einfangen.</p>
<p>Heidi Buchers Werk ist ein Zeugnis der Komplexität der menschlichen Existenz und der unsichtbaren, emotionalen Spuren, die unser Leben und unsere Räume prägen. Ihre Kunst fordert dazu auf, das Verborgene und Vergessene neu zu betrachten und bietet eine tiefgründige Reflexion über die Vergegenwärtigung von Erinnerung und Emotion im Raum. Die Transformation der Architektur durch Buchers „Häutungen“ ist ein poetischer Prozess, der sowohl das Materielle als auch das Immaterielle umfasst und durch die Zerbrechlichkeit und Ästhetik ihrer Abdrücke eine besondere Art der Präsenz schafft.</p>
<p>Jede ihrer „Häutungen“ dokumentierte die Künstlerin filmisch oder fotografisch. Dadurch werden ihre physische Anstrengung und der intensive Entstehungsprozess erkennbar. Nach der Abnahme hüllte Bucher ihren eigenen Körper in die „Häute“ ein und verdeutlichte somit die intime Beziehung zwischen Körper, Raum und Zeit. Wie bei Insekten und Reptilien, die immer von neuem ihre Haut abstreifen, bleibt eine leere, verhärtete Form eines befreiten Körpers zurück. Buchers Werke können als symbolischer Akt der Selbstbefreiung gelesen werden, welche die Emanzipation von gesellschaftlichen und kulturellen Zwängen verkörpern. Das Wissen darum, wie tief ihr künstlerisches Handeln und ihre Methode in ihr eigenes Leben und ihre Erfahrungen eingebettet sind, berührt noch heute.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Heidi Bucher</strong> (*1926, Winterthur, CH; †1993, Brunnen, CH) war eine bedeutende Schweizer Künstlerin, bekannt für ihre einzigartigen Textilarbeiten und Latexskulpturen. Bucher wuchs als Adelheid Hildegard Müller in Wülflingen, CH, auf. Ihr Bezug zur Mode begann bereits während einer Lehre als Damenschneiderin, gefolgt von einem Studium an der Kunstgewerbeschule in Zürich von 1944 bis 1947 mit dem Schwerpunkt Modegestaltung. Danach lebte und arbeitete sie u.a. in den USA und Kanada, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Carl Bucher tätig war und mit feministischen Positionen der Neo-Avantgarde in Kontakt kam, die ihr späteres Werk prägten. 1973 kehrte Bucher in die Schweiz, nach Zürich, zurück, wo sie an ihren Latexskulpturen arbeitete. Diese untersuchen die Beziehung zwischen Körper, Raum und Erinnerung durch abstrahierte architektonische Formen. Ihre letzten Jahre verbrachte Bucher auf den Kanarischen Inseln. In Europa wurde ihr Werk vor allem posthum in zahlreichen Ausstellungen gewürdigt. Zu ihren wichtigsten Einzelausstellungen zählen unter anderem das Kunstmuseum Bern (CH), Red Brick Art Museum, Beijing (CN), Haus der Kunst, München (DE), Parasol Unit, London (GB), Swiss Institute of Contemporary Art, New York (US), Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich (CH) und Los Angeles County Museum of Art (LACMA) (US). Buchers Arbeiten befinden sich in bedeutenden Sammlungen, wie dem Kunstmuseum Winterthur (CH), Centre Pompidou, Paris (FR), Museum of Modern Art, New York (US), Tate, London (GB), Solomon R. Guggenheim Museum, New York (US), Kunsthaus Zürich (CH) und dem Metropolitan Museum of Art, New York (US).</p>
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