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	<title>Initiative 19. Februar Hanau | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<title>Initiative 19. Februar Hanau | Frankfurter Kunstverein</title>
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		<title>Pressestimmen zu „Three Doors”</title>
		<link>https://www.fkv.de/pressestimmen-three-doors/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2022 10:54:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[dessau]]></category>
		<category><![CDATA[Forensic Architecture]]></category>
		<category><![CDATA[forensis]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Hanau]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative 19. Februar Hanau]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative in Gedenken an Oury Jalloh]]></category>
		<category><![CDATA[Oury Jalloh]]></category>
		<category><![CDATA[Pressestimmen]]></category>
		<category><![CDATA[Three Doors]]></category>
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					<description><![CDATA[Künstlerische Ermittlungen zu tödlichem Rassismus „Die Kraft der Ausstellung bestehe darin, dass sie einerseits über das von Forensic Architecture gesammelte Wissen sehr objektiv funktioniere und sehr sachlich sei, sagt Kunstvereinsleiterin Franziska Nori. Auf der anderen Seite werde aber auch die Gerechtigkeitsfrage gestellt, „die im Raum steht und beantwortet werden muss“. Und so werden Punkt für <a href="https://www.fkv.de/pressestimmen-three-doors/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/forensic-architecture-ausstellung-frankfurt-jalloh-hanau-100.html" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>Künstlerische Ermittlungen zu tödlichem Rassismus</em></strong></a></p>
<p>„Die Kraft der Ausstellung bestehe darin, dass sie einerseits über das von Forensic Architecture gesammelte Wissen sehr objektiv funktioniere und sehr sachlich sei, sagt Kunstvereinsleiterin Franziska Nori. Auf der anderen Seite werde aber auch die Gerechtigkeitsfrage gestellt, „die im Raum steht und beantwortet werden muss“.</p>
<p>Und so werden Punkt für Punkt strittige und quälende Fragen zum Rassismus in der Polizei, zum dilettantisch desinteressierten Einsatz am Täterhaus und zum Ausfall der Notrufnummer in einer präzise recherchierten Gegenerzählung dargestellt.</p>
<p>(…)</p>
<p>Der Frankfurter Kunstverein macht sich mit dieser beklemmenden Ausstellung zum Sprachrohr einer Zivilgesellschaft, die den Rassismus als Kernproblem unserer Gesellschaft begreift. Wunsch und Hoffnung sei, dass der Diskurs lebendig gehalten werde über das, was gesellschaftlich Not tue, sagt die Kunstvereinsleiterin Franziska Nori: ‚Wie wollen wir unsere Gesellschaft in Zukunft denken, was ist eine solidarische Gesellschaft?‘</p>
<p>Schon jetzt ist ‚Three Doors‘ die wichtigste Ausstellung des Jahres und wird zweifellos für heftigen Medientumult sorgen. Und hoffentlich ein paar bislang verschlossene Türen aufsprengen.“</p>
<p>Rudolf Schmitz, Deutschlandfunk Kultur, 02.06.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/die-wahrheit-sie-ist-hier-in-diesem-raum-91589232.html" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>„Die Wahrheit, sie ist hier, in diesem Raum“</em></strong></a></p>
<p>„Hinterher ist man fassungslos. Und wütend. Ohnmächtig. Traurig. Man fragt sich: Wie kann das alles sein?</p>
<p>(…)</p>
<p>Die Ausstellung ist womöglich keine Kunstausstellung. Ästhetik ist allenfalls zur Verdeutlichung von Fakten interessant. Wenn man davon ausgeht, dass es bei Kunst auch um Menschlichkeit und ein lebenswertes Leben geht, um soziale Aspekte und Politik, um Gesellschaftsentwürfe, dann hat diese Ausstellung wiederum sehr viel mit Kunst zu tun.</p>
<p>(…)</p>
<p>‚Three Doors‘ heißt die Ausstellung, drei Türen stehen im Zentrum der Schau: Ein verschlossener Notausgang in einer Bar in Kesselstadt, die Haustür des Täters in Hanau-Kesselstadt, die von der Polizei nicht gesichert wurde, die Zellentür in Dessau, die ganz offensichtlich zum Brandzeitpunkt nicht verschlossen war. Man kann diese Türen</p>
<p>als Metaphern verstehen, aber dann wird es pathetisch. Die Ausstellung, die formal sehr nüchtern wirkt, braucht kein Pathos, um zu wirken. Das, was zu sehen ist, wirkt beklemmend. Es zeigt, dass in Deutschland erschreckend viel falsch läuft. Man hatte es ja gewusst. Es so deutlich vor Augen geführt zu bekommen, ist trotzdem hart.</p>
<p>Sandra Danicke, Frankfurter Rundschau, 03.06.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.journal-frankfurt.de/journal_news/Gesellschaft-2/Frankfurter-Kunstverein-Die-Zivilgesellschaft-muss-handeln-39256.html" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>Die Zivilgesellschaft muss handeln</em></strong></a></p>
<p>„Wenn der Staat und seine Ermittlungsbehörden versagen, muss die Zivilgesellschaft handeln. Wie das mit den Mitteln der Kunst geschehen kann, wird in der Ausstellung „Three Doors“ im Frankfurter Kunstverein deutlich.</p>
<p>(…)</p>
<p>Jede Tür öffnet eine neue Perspektive auf strukturellen Rassismus in deutschen Behörden, fehlenden Konsequenzen, eingestellten Ermittlungen und vielen offenen Fragen. „Es ist keine normale Kunstausstellung“, sagt Franziska Nori, Direktorin des Frankfurter Kunstvereins und fährt fort: „Hier werden komplexe Informationen sinnlich wahrnehmbar gemacht und wir zeigen: Unsere Gesellschaft ist divers und wir müssen solidarisch bleiben.“ In der Ausstellung geht es darum, mit künstlerischen, bildwissenschaftlichen und investigativ-journalistischen Mitteln sowie den Stimmen der Betroffenen eine Gegenerzählung zu schaffen.</p>
<p>(…)</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse, die hier im Frankfurter Kunstverein präsentiert werden, bis nach Wiesbaden gelangen und dort endlich weitere Ermittlungen in Gang setzen.“</p>
<p>Jasmin Schülke, Journal Frankfurt, 03.06.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.hr-inforadio.de/podcast/kulturlust/kunst-der-aufklaerung---die-ausstellung-three-doors-in-frankfurt,podcast-episode-103634.html" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>Kunst der Aufklärung – die Ausstellung Three Doors in Frankfurt</em></strong></a></p>
<p>„Eine Ausstellung im Frankfurter Kunstverein hat Wellen geschlagen: Sie zeigt neue Erkenntnisse zum rassistischen Anschlag von Hanau und zum Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh. Eine Ausstellung, die mehr ist, als eine Schau von Werken. Es geht um Fragen, die uns als Gesellschaft betreffen. Und es geht um die Frage, welche Rolle die Kunst dabei spielt.“</p>
<p>Juliane Orth, hr-Info Kultur, 05.06.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Türen der Wahrheit</em></strong></p>
<p>„Das Postulat ‚Aufklärung‘ darf in dieser Ausstellung wörtlich genommen werden. Was darin an Informationen und Fakten ausgebreitet wird, zielt auf belastbare Beweisaufnahme und eindeutige Wahrheit, nicht auf produktive Ambiguität, wie man sie von zeitgenössischer Kunst sonst erwartet.“</p>
<p>Georg Imdahl, F.A.Z., 07.06.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.nd-aktuell.de/artikel/1164781.staatlicher-rassismus-die-wahrheit-ist-in-diesem-raum.html" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>Gegenerzählung mit drei Türen</em></strong></a></p>
<p>„Der Staat hat auf der ganzen Linie versagt, von der Polizei über die Justiz bis zur Politik. Bis heute nicht völlig geklärt ist der rassistische Anschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau bei Frankfurt. Neun Menschen, die selbst oder deren Vorfahren aus Afghanistan, Bosnien, Bulgarien, Rumänien und der Türkei eingewandert sind, wurden von einem Deutschen erschossen. Deshalb hat sich Franziska Nori dazu entschlossen, das Geschehen erneut im Frankfurter Kunstverein aufzurollen. ‚Diese Ausstellung gehört in die Mitte Frankfurts, sie braucht die Aufmerksamkeit unserer Gesellschaft‘, meint Nori, die Chefin des Kunstvereins. Sie versucht eine ‚Gegenerzählung‘, um Gerechtigkeit für die Familien der Getöteten herzustellen. Mit Kunst und Ästhetik hat das nichts zu tun, aber auch das hat Tradition: Schon seit Langem engagieren sich Künstler und Institutionen auch politisch.</p>
<p>(…)</p>
<p>Es gibt zu viele Ungereimtheiten bei all diesen Toten. Denn hinter dem Engagement des Frankfurter Kunstvereins steht die grundsätzliche Frage, wie wir künftig miteinander leben wollen.“</p>
<p>Christian Huther, Main Echo, 09.06.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.nd-aktuell.de/artikel/1164781.staatlicher-rassismus-die-wahrheit-ist-in-diesem-raum.html" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>Die Wahrheit ist in diesem Raum</em></strong></a></p>
<p>„Mit der herkömmlichen Vorstellung von Kunst hat ‚Three Doors‘ wenig zu tun. Dass sie trotzdem in einer Kunstinstitution gezeigt wird und der Frankfurter Kunstverein auch direkt an ihrer Produktion beteiligt war, verweist auf ein erweitertes politisches Verständnis von Kunst. Forensic Architecture bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Aktivismus. Indem sie ihre Arbeiten in visueller Form präsentieren, suchen sie gezielt Öffentlichkeit, wollen aufrütteln und Reflexionen anstoßen.</p>
<p>Gleichzeitig wurden die Ermittlungsergebnisse der Gruppe auch schon mehrfach vor Gericht als Beweise vorgelegt. Es ist auch der Wunsch der Angehörigen von Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili-Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin und Oury Jalloh, dass die Ausstellung tatsächlich etwas bewegt. Niculescu Păun, der Vater von Vili-Viorel Păun, fordert, dass die Staatsanwaltschaft Hanau sich die Ausstellung ansieht. Sein Sohn wurde ermordet, als er versuchte, den Täter zu stoppen. Er wählte mehrfach den Notruf, doch keiner seiner Anrufe ging durch. Wäre die Polizei erreichbar gewesen, könnte er noch leben. ‚Die Wahrheit‘, sagt Niculescu Păun beim Gang durch die Ausstellung, ‚ist in diesem Raum.‘“</p>
<p>Norma Schneider, nd, 24.06.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.publik-forum.de/Leben-Kultur/kunst-die-gerechtigkeit-will" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>Kunst, die Gerechtigkeit will</em></strong></a></p>
<p>„‘Three Doors‘ ist keine normale Kunstausstellung. Nicht Ästhetik, Metaphern, Uneindeutigkeiten stehen in Vordergrund, sondern Aufklärung, Wahrheit – und Solidarität, wie die Direktorin Franziska Nori betont.</p>
<p>(…)</p>
<p>Die Frage, ob das nun Kunst ist, erscheint im Frankfurter Kunstverein, zwischen den Stimmen der Angehörigen, nicht wichtig. Es braucht keine Metaphern, wenn das Konkrete eine so deutliche Sprache spricht. Es geht darum, wem zugehört wird und wem nicht, wessen Perspektive berücksichtigt wird und wer das Monopol darauf hat, die Welt zu deuten und Wahrheiten zu produzieren.“</p>
<p>Anne Strotmann, Publik-Forum, 28.06.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.monopol-magazin.de/three-doors-forensic-architecture-frankfurter-kunstverein-hanau" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>Entkräftete Ausreden</em></strong></a></p>
<p>„Das in London und Berlin ansässige Kollektiv forschte im Auftrag der Angehörigen und Überlebenden des rassistischen Attentats, deren Anwältinnen und Anwälten und der Initiative 19. Februar Hanau mit der Mission, Ermittlungslücken aufzuklären. Der Frankfurter</p>
<p>Kunstverein klinkte sich ein, nicht nur als Ort der Präsentation der Ergebnisse, sondern als anteiliger Träger der Kosten. Die so entstandene Co-Produktion dieser drei Akteure ist eine Sensation. Der Fachbegriff ‚ausermittelt‘, mit dem die Gesellschaft Ereignisse wie dieses</p>
<p>ad acta legt, wirkt angesichts der technologisch gestützten Recherchen löchrig, lasch und gelogen.</p>
<p>(…)</p>
<p>Ist das eine Kunstausstellung? Der Kunstverein ist Co-Produzent der Ausstellung, seine Direktorin Franziska Nori nennt sich &#8222;Curatorial Host&#8220;. Das Haus, im 19. Jahrhundert von der Bürgerschaft gegründet, wird selbst zum zivilgesellschaftlichen Instrument, 20 Kilometer vom Tatort entfernt, in der Stadt, in der eine wichtige Polizeieinheit wegen Rechtsradikalismus aufgelöst wurde. Wenn Kunst einen Auftrag hat, kann es keinen besseren für sie geben.“</p>
<p>Silke Hohmann, Monopol, 06.07.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.monopol-magazin.de/11-kunst-filme-die-sich-im-juli-lohnen" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>11 Kunst-Filme, die sich im Juli lohnen</em></strong></a></p>
<p>„Im Hessischen Landtag hat Mitte 2021 ein Untersuchungsausschuss zum Anschlag von Hanau seine Arbeit aufgenommen. Ob die Recherchen, die in ihrem Kontext zwischen Kunst und Kriminalistik balancieren, noch etwas in einem Fall ausrichten können, der als &#8222;ausermittelt&#8220; gilt, muss sich noch zeigen. Forensic Architecture zeigen nun noch einmal nüchtern und analytisch die vielen Widersprüche der hessischen Behörden auf &#8211; und die Filme lassen große Zweifel daran aufkommen, dass hier irgendetwas abgeschlossen ist. Ein Umstand, auf die die Angehörigen der Opfer schon lange hinweisen.“</p>
<p>Monopol, 01.07.2022</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.strandgut.de/das-museum-ein-gerichtssaal/" target="_blank" rel="noopener"><strong><em>Das Museum – ein Gerichtssaal</em></strong></a></p>
<p>„Ob das Kunst ist? Ja sehr wohl, wenn man Kunst als etwas versteht, das den Blick in die Gesellschaft verändert. Jede Kunstform beabsichtigt das, es ist ihre Prämisse. »Three Doors«, drei Türen, sind nicht nur ein symbolkräftiges sondern ein wahrhaftiges Bild. Sie meinen die Tür zum Notausgang der Arena Bar in Hanau, die am 19. Februar 2020 verschlossen gewesen war, als die tödlichen Schüsse fielen. Sie meinen die Eingangstür des Täter-Hauses in der Hanauer Helmholtzstraße, die nicht bewacht wurde, und durch die der Täter hätte fliehen oder noch weitere Personen hätte töten können. Und sie meinen die Tür zur Dessauer Gefängniszelle des Oury Jalloh, hinter der er am 7. Januar 2005 verbrannte.</p>
<p>Sie meinen das nicht besetzte Notfalltelefon, das Vili-Viorel Pǎun in der Tatnacht trotz verzweifelter Versuche nicht erreichen konnte. Sie meinen die nicht gehörten Schreie des verbrennenden, auf der Matratze festgeschnürten Oury Jalloh, sie meinen das Feuerzeug, das erst drei Tage nach der Ermittlungsaufnahme gefunden wurde und bezeugen sollte, das er sich selbst angezündet hatte. Sie meinen den rechtsextremen Chat von 13 Polizisten, die bei der Ermittlungsarbeit im Falle von Hanau hinzugezogen worden. Sie meinen die Aussage von Polizeibeamten, die selbst zugaben, in Hanau nicht so gründlich ermittelt zu haben, weil der Täter ja Selbstmord begangen habe und die Tat somit aufgeklärt sei.</p>
<p>(…)</p>
<p>Es zerreißt einem das Herz. Was es natürlich nicht tun sollte, bei aller wissenschaftlichen Akribie, die Forensic Architecture hat walten lassen. Bei all der nüchternen Präsentation, bei den Schautafeln, Wohnungsplanskizzen, bei der Rekonstruktion des Helikopterfluges, der minutiösen Aufarbeitung der Schallverhältnisse, beim Nachvollzug des Eintreffens des SEK, bei der Platzierung der SEK-Wagen um das Täterwohnhaus in der Hanauer Helmholtzstrasse. Man verliert die Fassung, wie hier mit feinster Akkuratesse alle Fehler, alle Unterlassungen, alle Vertuschungen der Polizei, der Ermittler, aufgelistet werden. Bis heute ist kein einziges Wort der Entschuldigung für die Versäumnisse, Ungenauigkeiten und Unterlassungen gefallen, vielleicht kommt das ja noch. Nach DIESER Ausstellung. Am besten gehen alle hin.“</p>
<p>Susanne Asal, Strandgut, 03.07.2022</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Raum der Initiative 19. Februar Hanau</title>
		<link>https://www.fkv.de/raum-der-initiative-19-februar-hanau/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2022 12:04:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[19. Februar 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative 19. Februar Hanau]]></category>
		<category><![CDATA[Rassistischer Terorranschlag Hanau]]></category>
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					<description><![CDATA[VIDEO „EINLADUNG” Credit: Initiative 19. Februar Hanau, Forensic Architecture/Forensis, 2022 In den Tagen und Monaten nach dem Anschlag in Hanau entwickelte sich eine vielfältige Solidarität zur Unterstützung der Angehörigen und Überlebenden. Im Mai 2020 eröffnete die Initiative 19. Februar Hanau eine Anlaufstelle am Heumarkt, direkt gegenüber dem ersten Anschlagsort. In diesem sozialen Raum wurden alsbald <a href="https://www.fkv.de/raum-der-initiative-19-februar-hanau/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>VIDEO „EINLADUNG”</strong></p>
<p>Credit: Initiative 19. Februar Hanau, Forensic Architecture/Forensis, 2022</p>
<p>In den Tagen und Monaten nach dem Anschlag in Hanau entwickelte sich eine vielfältige Solidarität zur Unterstützung der Angehörigen und Überlebenden. Im Mai 2020 eröffnete die <a href="https://19feb-hanau.org/">Initiative 19. Februar Hanau</a> eine Anlaufstelle am Heumarkt, direkt gegenüber dem ersten Anschlagsort. In diesem sozialen Raum wurden alsbald gemeinsam mit den Betroffenen vier zentrale Forderungen formuliert: Erinnerung, Aufklärung, Gerechtigkeit und Konsequenzen.</p>
<p>Im Sommer 2021 kontaktierte die Initiative 19. Februar Hanau erstmals Forensic Architecture/Forensis. Gemeinsam mit Angehörigen der Opfer und deren Anwält*innen beauftragten sie die unabhängige Ermittlungsagentur, einige wichtige, offene Fragen bezüglich der Abläufe in der Tatnacht sowie zu den Vorgehensweisen der Polizei zu untersuchen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>ZEITTAFEL KOLLEKTIVER HANDLUNGEN</strong><strong><br />
</strong></p>
<p>Das Wandbild <em>Zeittafel kollektiver Handlungen</em> erzählt die Geschichte des zweijährigen Kampfes der Familien der Opfer, der Überlebenden des Anschlags sowie ihrer Verbündeten und Unterstützer*innen in der Initiative 19. Februar Hanau und anderswo um Erinnerung, Aufklärung, Gerechtigkeit und Konsequenzen.</p>
<p>Wenn ein Verbrechen begangen wird, sichert die Polizei in der Regel den Tatort und leitet die Ermittlungen. Das ist der Prozess staatlicher Forensik. Doch wenn staatliche Behörden oder Polizei direkt in eine Straftat verwickelt sind oder diese nicht verhindern bzw. gravierende Fehler gemacht haben, dann kann nicht mit wirklicher oder gar lückenloser Aufklärung gerechnet werden und infolgedessen auch nicht mit Gerechtigkeit gegenüber den Opfern.</p>
<p>In solchen Fällen ist es notwendig, dass die Zivilgesellschaft „die Kontrolle über die Beweisführung übernimmt&#8220;, unabhängige Untersuchungen durchführt und mit eigenen Mitteln und Möglichkeiten öffentlichen Druck ausübt. Diese Zeittafel zeigt, wie die Angehörigen und die Initiative 19. Februar Hanau neue Kooperationen entwickelten und ihre Forderungen in verschiedenen Foren zur Geltung brachten: in rechtlichen, politischen und kulturellen Räumen, in der Zivilgesellschaft und in den Medien.</p>
<p>Diese Antwort der Zivilgesellschaft &#8211; zu der auch diese Ausstellung gehört &#8211; ist ein offener, niemals vollständiger sondern sich weiter entwickelnder Prozess. Die Ausstellung zielt darauf ab, neue Öffentlichkeiten mit den Erfahrungen, dem verkörperten Wissen, dem Engagement und der Beharrlichkeit der Betroffenen rassistischer Gewalt ins Gespräch zu bringen. Den Betroffenen und ihren Unterstützer*innen in ihren Ermittlungen innovative Untersuchungsmethoden an die Hand zu geben, bezeichnen wir als „Gegen-Forensik&#8220;.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>AUSSAGEN DER ANGEHÖRIGEN UND ÜBERLEBENDEN ZUR TATNACHT IN HANAU UND IHREN FOLGEN</strong></p>
<p>Die Initiative 19. Februar Hanau dokumentiert in zehn Videos die Aussagen der Angehörigen und Überlebenden vor dem Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtages.</p>
<p>Bereits im Sommer 2020 hatten die Familien und ihre Unterstützer*innen einen parlamentarischen Untersuchungssausschuss gefordert. Selbst wohlgesonnene Parteienvertreter*innen hatten das Vorhaben damals aufgrund zu weniger Belege für Behördenversagen skeptisch gesehen. Nach den kontinuierlichen Forderungen, dem öffentlichen Druck und den beharrlichen Protesten der Familien haben ein Jahr später, am 7. Juli 2021 in Wiesbaden alle Fraktionen außer der AfD für die Einrichtung des Untersuchungsauschuss (UNA) für Hanau gestimmt. Auch Innenminister Beuth musste seine Unterstützung zusagen.</p>
<p>Die zehn zentralen Fragekomplexe für den UNA wurden von der hessischen SPD in enger Absprache mit den Familien, Anwält*innen und der Initiative 19. Februar Hanau erarbeitet. Gegen den Widerstand der Regierungskoalition wurde durchgesetzt, dass die Angehörigen als Erstes gehört werden &#8211; ein Novum in der Geschichte der Untersuchungsausschüsse.</p>
<p>An den vier ersten öffentlichen Terminen am 3.12., 17.12., und 20.12.2021 sowie am 21.01.2022 haben (unter anderen) Vaska Zlateva, Hayrettin Saraçoğlu, Emis Gürbüz, Niculescu Păun, Etris Hashemi, Armin Kurtović, Cetin Gültekin und Serpil Temiz Unvar ihr Zeugnis abgelegt. Deren sowie die Aussagen von Valentino Juliano Kierpacz, dem Sohn von Mercedes Kierpacz und den Überlebenden Piter Minnemann und Muhammed Beyazkendir hat die Initiative 19. Februar Hanau im Mai in ihren Räumlichkeiten in der Krämerstrasse in Hanau aufgezeichnet.</p>
<p>Die für die Ausstellung <em>Three Doors</em> versammelten Aussagen ergeben ein gleichermaßen umfassendes wie erschütterndes Bild vom Versagen der Behörden und der Polizei vor, in und nach der Tatnacht des 19.02.2020 in Hanau, das hiermit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.</p>
<p>Die Familien, Überlebenden und Unterstützer*innen sehen diese Dokumentation als einen weiteren Beitrag für ihren Kampf um Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen.</p>
<p>Ihr Bemühen und Engagement ist den neun Opfern gewidmet:</p>
<p>Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili-Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin.</p>
<p>Und dass niemand das Gleiche nochmal erleben soll.</p>
<p>Gegen das Vergessen, gegen das Verschweigen, gegen die Angst.</p>
<p>Erinnern heißt verändern.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Initiative 19. Februar Hanau</strong></p>
<p>In den Videos sprechen:<br />
Muhammed Beyazkendir, Çetin Gültekin, Emiş Gürbüz, Etris Hashemi, Valentino Juliano und Sofia Kierpacz, Armin Kurtović, Piter Minnemann, Niculescu Păun, Hayrettin Saraçoğlu, Serpil Temiz Unvar, Vaska Zlateva.</p>
<p>Realisation<br />
Initiative 19. Februar Hanau</p>
<p>Produziert durch die Initiative 19. Februar Hanau, deren Freund*innen und den Frankfurter Kunstverein</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>SCHLICHT STILLE<br />
</strong><strong>Das Notruf-Desaster von Hanau</strong></p>
<p>Vili-Viorel Păun ist das einzige, nicht zufällige Opfer von Hanau. Er verlor sein Leben, weil er in einem besonderen Akt der Zivilcourage versuchte, den rassistischen Mörder zu stoppen. Vili verhinderte wahrscheinlich mit seinem Einsatz weitere geplante Morde am ersten Tatort, weil er die Verfolgung aufnahm und die Pläne des Täter durchkreuzte. Er selbst hätte überleben können &#8211; wenn die Polizei über 110 für ihn erreichbar gewesen wäre.</p>
<p>Das Video-Triptychon erzählt die Geschichte von Vili und vom Notrufversagen in der Tatnacht. Sein Auto war vom Täter am Heumarkt beschossen worden, Vili nahm daraufhin die Verfolgung auf. Er fuhr dem Täter hinterher, blockierte kurzfristig dessen Auto und versuchte immer wieder, über den Notruf die Polizei zu alarmieren. Aber er kam nicht durch. Drei Mal blieb die 110 für ihn unerreichbar. Auf dem Parkplatz vor der Arena Bar, dem zweiten Tatort, wurde Vili-Viorel Păun in seinem Auto vom Täter erschossen.</p>
<p>Wie sich erst später durch Ermittlungen der Angehörigen und der Initiative 19. Februar herausstellte, war der Hanauer Notruf nicht mit einer Ruf-Weiterleitung ausgestattet sowie personell unterbesetzt. Auch andere Anrufer kamen in dieser Nacht nicht zur 110 durch, die Leitung blieb &#8211; wie die Staatsanwaltschaft feststellte &#8211; „schlicht still“.</p>
<p>Die Videos zeigen die Abläufe in der Tatnacht und rekonstruieren das Versagen des polizeilichen Notrufs. Gleichzeitig wird der lange Kampf von Niculescu und Iulia Păun, den Eltern des Opfers, um eine Aufklärung der Geschehnisse sowie um eine Anerkennung des Verschuldens der Behörden nachgezeichnet.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Credits: Katharina Pelosi, Pola Sell, Marcin Wierzchowski</strong></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die drei Türen: Eine Einführung von Forensic Architecture/Forensis</title>
		<link>https://www.fkv.de/die-drei-tueren-eine-einfuehrung-von-forensic-architecture-forensis/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Jun 2022 11:44:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[19 Februar Hanau 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Drei Türen]]></category>
		<category><![CDATA[Forensic Architecture]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative 19. Februar Hanau]]></category>
		<category><![CDATA[Initiative in Gedenken an Oury Jalloh]]></category>
		<category><![CDATA[Oury Jalloh]]></category>
		<category><![CDATA[Three Doors]]></category>
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					<description><![CDATA[In dieser Ausstellung geht es um drei Untersuchungen zu drei verschiedenen Türen im Zusammenhang mit rassistischen Gewaltereignissen in Deutschland. Türen sind physische Objekte, aber sie stellen auch soziale Verträge dar und bestimmen, was privat und was öffentlich ist, was staatlich und was zivil. Der Zustand dieser drei Türen – ob sie offen oder geschlossen waren, <a href="https://www.fkv.de/die-drei-tueren-eine-einfuehrung-von-forensic-architecture-forensis/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Ausstellung geht es um drei Untersuchungen zu drei verschiedenen Türen im Zusammenhang mit rassistischen Gewaltereignissen in Deutschland. Türen sind physische Objekte, aber sie stellen auch soziale Verträge dar und bestimmen, was privat und was öffentlich ist, was staatlich und was zivil.</p>
<p>Der Zustand dieser drei Türen – ob sie offen oder geschlossen waren, verriegelt oder entriegelt – verdeutlicht die problematische Beziehung zwischen rassistischen Täter*innen und staatlichen Behörden.</p>
<p>Die erste Tür ist der Notausgang der Arena Bar in Kesselstadt, jenem Stadtteil von Hanau, in dem sechs der neun Opfer des rassistischen Terroranschlags vom 19. Februar 2020 ermordet wurden. Unsere Analyse zeigt, dass zwei dieser Opfer lebend durch den Notausgang der Bar hätten entkommen können – Überlebende geben hingegen an, dass sie dies gar nicht erst versucht hätten, weil sie wussten, dass dieser routinemäßig verschlossen war.</p>
<p>Die zweite Tür ist die Haustür des Täters, ebenfalls in Hanau-Kesselstadt, die nicht von der Polizei gesichert oder überwacht wurde. Der bewaffnete und gefährliche Täter hätte also wieder durch sie hinausgehen und weiter morden können.</p>
<p>Diese beiden Türen &#8211; verschlossen, als sie hätten offen sein müssen &#8211; stehen für die exzessive Kontrolle und den mangelnden Schutz, denen rassifizierte Communities in Deutschland durch die Behörden ausgesetzt sind. Sie stehen auch für das fortdauernde systemische Versagen des Staates und seiner Nachlässigkeit gegenüber rassistisch motivierten Gewalttäter*innen.</p>
<p>Die dritte Tür in dieser Ausstellung ist die der Polizeizelle in Dessau, in der Oury Jalloh, ein Asylsuchender aus Sierra Leone, am 7. Januar 2005 verbrannte. In Zusammenarbeit mit der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh haben wir Rauchspuren an der Zellentür analysiert, die darauf hindeuten, dass Oury Jalloh sehr wahrscheinlich von den Polizeibeamt*innen, die ihn in Gewahrsam hielten, ermordet wurde.</p>
<p>Die Ereignisse in Hanau und Dessau sind eruptive Momente rassistischer Gewalt vor dem Hintergrund langfristiger sozialer Verhältnisse. Die Folgen dieser Morde werden über Generationen hinweg nachhallen, und das Streben nach Rechenschaft wird noch viele Jahre andauern.</p>
<p>Eingeleitet wird die Ausstellung von der Initiative 19. Februar Hanau. Ihre Videoinstallationen erzählen von den Auswirkungen der Morde auf das Leben derjenigen, die den Opfern am nächsten standen, und von ihrem Kampf um Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Forensic Architecture, London &amp; Forensis, Berlin</strong></p>
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