Honji Wang und Oguz Sen: Performance „La La Land – Aufhören anzufangen”

18.04.2026, 19:00 Uhr

Für den Frankfurter Kunstverein haben der Künstler und Aktivist Oguz Sen und die Performerin und Choreografin Honji Wang gemeinsam  eine partizipative Arbeit an der Schnittstelle von Zeichnung und Performance entwickelt. La La Land – Aufhören anzufangen versteht sich als offenes System, das von kollektiver Beteiligung und kontinuierlicher Transformation lebt.

Über mehrere Wochen entsteht in der Ausstellung Hidden History – Facetten der Subkultur in Frankfurt Rhein Main eine großformatige Wandarbeit, die von unterschiedlichen Gruppen gemeinsam entwickelt wird. Beteiligt sind unter anderem Menschen mit Suchterfahrung, Wohnungslose, Menschen mit Migrationserfahrung sowie Kinder und Jugendliche aus betreuten Kontexten. Sie bringen ihre eigenen Erfahrungen, Perspektiven und Ausdrucksformen ein.

Der Prozess folgt einem einfachen Prinzip: Jede Gruppe setzt fort, was andere begonnen haben. Zeichnungen werden ergänzt, überlagert oder weitergeführt – ein kollektives Bild entsteht, das keinen festen Abschluss kennt.

Parallel dazu entwickeln Sen und Wang eine Performance, die gemeinsam mit Schüler:innen der Rudolf Koch Schule Offenbach und den Tänzer:innen Caterina Politi und Marco Di Nardo den Raum aktiviert. Ohne feste Choreografie entsteht Bewegung aus Präsenz, Begegnung und Situation. Performer:innen und Teilnehmende teilen sich den Raum gleichberechtigt – zwischen Handlung und Stillstand, Entscheidung und Offenheit.

Die Arbeit schafft einen temporären, demokratischen Raum, in dem künstlerische Produktion als gemeinschaftlicher Prozess erfahrbar wird. Das Konzept ist übertragbar: Es kann sich an unterschiedliche Orte, Gruppen und Kontexte anpassen und bleibt dabei in seinem Kern gleich – anfangen, aufhören, weiterführen.

Oguz Sen ist Aktivist im öffentlichen Raum und mischt sich in gesellschaftliche Diskurse ein. Mit seinen großflächigen Wandmalereien thematisiert er politische Fragen und gesellschaftliche Missstände. Zu seinen bekannten Arbeiten zählen die Wandmalerei am Osthafen, die dem 2015 auf der Flucht aus Syrien im Meer ertrunkenen Jungen Alan Kurdi gewidmet ist, sowie ein 27 Meter langes Gemälde unter der Frankfurter Friedensbrücke, das den Opfern des rassistisch motivierten Anschlags in Hanau gedenkt und gemeinsam mit dem „Kollektiv ohne Namen“ realisiert wurde.

Mit der international gefeierten und preisgekrönten Tänzerin Honji Wang verbindet ihn eine jahrelange Freundschaft. Honji Wang ist Choreografin und Performerin, geprägt von der Hip-Hop-Underground-Kultur. In Frankfurt als Tochter koreanischer Eltern aufgewachsen, ist sie eine autodidaktische Künstlerin, die ihre Praxis außerhalb institutioneller Strukturen entwickelt hat. Ihre Arbeit entsteht aus gelebter Erfahrung, in der Bewegung zu einer Form von Wissen wird, verwurzelt im Breakdance, in Kampfkunst und in den physischen Realitäten von Disziplin, Arbeit und Resilienz.

Seit 2010 leitet sie gemeinsam mit Sébastien Ramirez die Kompanie Wang Ramirez. Zusammen haben sie ein eigenständiges Werk entwickelt, das international in Theatern, auf Festivals und im Kontext zeitgenössischer Kunst gezeigt wird. Ihre Praxis bewegt sich dabei fließend zwischen Underground und Mainstream, unter anderem in Zusammenarbeit mit Madonna (Rebel Heart Tour), und bewahrt zugleich eine klare künstlerische Handschrift. Für ihre Arbeit wurde sie mit bedeutenden internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Bessie Award. In ihren choreografischen und performativen Arbeiten interessiert sich Wang für den Körper als Ort von Erinnerung, Widerspruch und Transformation.

Eintritt: 5 € (zzgl. Vorverkaufsgebühr und inkl. Ausstellungsbesuch). Die Tickets sind im Vorverkauf über Eventbrite erhältlich: Jetzt Tickets sichern.