Hanna-Maria Hammari

Die Skulpturen von Hanna-Maria Hammari sind phantastische Objekte, die auf spielerische Weise unsere unmittelbare Realität umkreisen.

Im konzeptuellen Spiel mit ihren Materialien und den Herstellungsprozessen, in denen das Werk entsteht, stellt sie selbstreferenzielle Bezüge her, die immer wieder gegenseitig aufeinander verweisen. Die aus Keramik bestehenden Flammen entspringen aus einem Prozess, in dem Ton zuerst glasiert und dann in einem Feuerofen gebrannt worden ist. Das Material selbst erzählt bildlich von dem Brennprozess, dem es unterzogen wurde. Die Skulptur verweist auf ihren eigenen Ursprung und überführt diesen durch die Form in den Ausstellungsraum.

Die Keramiken befestigt Hammari an Metallketten unterschiedlicher Dicke. In Arrangements hängen diese von der Decke und ihre Materialbeschaffenheit ist nicht mehr glänzend sondern oxidiert. Sie verdichten sich zu mehreren vertikalen Gruppierungen im Raum. Die Keramiken und Ketten stehen starr im Raum und schaffen so ein Bild eines körperlosen Kombustionsprozesses.

Trotz der möglichen erzählerischen Abzweigungen, die die Werke von Hanna-Maria Hammari eröffnen, besteht sie auf die physische und materielle Substanz ihrer Skulpturen. Die Ausformung ihrer Werke geht stetig einher mit den konkreten Bedingungen, die ihre Praxis rahmen. Handwerkliche Methoden, die sie anwendet, materielle Ressourcen, die nur in bestimmten Dimensionen zur Verfügung stehen und der Kontext des Ausstellungsortes übersetzen sich jedes Mal aufs Neue in die Skulpturen von Hanna-Maria Hammari. Diese materielle Realität, in der ihre Objekte entstehen, ist fester Anker, von dem aus sich konzeptuelle und narrative Stränge entfalten können.

(Text: Franziska Nori, Dennis Brzek)