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	<title>And This is Us 2023 | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<title>And This is Us 2023 | Frankfurter Kunstverein</title>
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	<item>
		<title>Ramon Keimig</title>
		<link>https://www.fkv.de/ramon-keimig/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 09:58:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Bent cold sidewalk]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[installation]]></category>
		<category><![CDATA[Ramon Keimig]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnung]]></category>
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					<description><![CDATA[Bent cold sidewalk, 2022/2023 Installation Siebdruck auf Leinwand (70 x 70 cm), Digitaldruck auf Netz (432 x 332 cm, 357 x 457 cm, 427 x 352 cm), Digitaldruck auf Papier, Kassettenhüllen (10,16 × 6,35 × 1,27 cm), LP-Hüllen (315 x 312 cm), gewebte Decke (185 x 150cm), Brechstange, Mercedes-Stern, Metallaschenbecher, Aufkleber, bemalter Nachttisch, Matratze, Stoff <a href="https://www.fkv.de/ramon-keimig/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Bent cold sidewalk</em>, 2022/2023</p>
<p>Installation<br />
Siebdruck auf Leinwand (70 x 70 cm), Digitaldruck auf Netz (432 x 332 cm, 357 x 457 cm, 427 x 352 cm), Digitaldruck auf Papier, Kassettenhüllen (10,16 × 6,35 × 1,27 cm), LP-Hüllen (315 x 312 cm), gewebte Decke (185 x 150cm), Brechstange, Mercedes-Stern, Metallaschenbecher, Aufkleber, bemalter Nachttisch, Matratze, Stoff mit Beton (90cm x 200cm)<br />
Courtesy der Künstler</p>
<p>Ramon Keimigs Arbeit hat ihre Wurzeln in der Druckgrafik und der Zeichnung. Seine Materialien sind Tusche und Bleistift auf Papier, die er mit digital erstellten Entwürfen kombiniert. Mit der Hand gezeichnete Elemente bearbeitet er mit digitalen Bild- und Zeichenprogrammen oder vervielfältigt sie am Fotokopierer, Laserdrucker und Scanner, um die technische Brüchigkeit zu thematisieren und zufällig entstehende Störungen als neue Elemente in die Kompositionen aufzunehmen.</p>
<p>Seine Bildmotive stammen sowohl aus Referenzen der Subkultur und Psychedelik Bewegung der 1970er Jahre, als auch aus seinem persönlichen Umfeld. So verwendet Keimig die privaten Bildarchive seines früh verstorbenen Vaters. Dieses umfasst wenige Portraits des Vaters als junger Mann, der auf der Suche nach seiner Identität, in den Strudel der bewegten 1970er Jahre geriet sowie dessen fotografische Impressionen, die seinen empfindsamen Blick auf Welt erkennen lassen. Einzelne Elemente aus diesem Archiv löst der Künstler aus dem Kontext, um sich auf die Reise in eine Zeit zu begeben, die geprägt war von einer starken Gegenkultur, Konsumkritik, Bestrebungen nach Individualismus und einer starken musikalischen Subkultur.</p>
<p>Seine Motive sind geprägt von Referenzen aus der Fotokopie Ästhetik der 1970er und 1980er Jahre. Sie sind ein Tribut an die Tape-Kultur, Underground Comics und Konzertflyer. Hier ist ein sichtbarer Berührungspunkt seines zweiten künstlerischen Arbeitsbereichs: er arbeitet mit experimentellen Musiker:innen aus Psychedelic- und Krautrock und ist Teil einer Underground Konzertszene.</p>
<p>Sowohl für seine musikalische als auch für die bildschaffende Arbeit, hat Ramon Keimig die geschichtlichen Referenzen akkurat untersucht und zieht Parallelen zu sich und seiner Generation. Auf dieser Grundlage schafft er neue und eigene Bildwelten, die er aus eigenen Arbeiten sampelt und neu kombiniert. Am Bildschirm zeichnet und collagiert er gefundenes Bildmaterial mit eigenen Zeichnungen und schafft daraus Entwürfe, die er auf jedes der Elemente seiner Rauminstallation überträgt: ein stilisiertes Bett, eine Decke, verstreute Zeichnungen, Kassettencover, Plattenhüllen und die Wände und Decke des imaginären Raums.</p>
<p>Seine Arbeit ist rigoros in schwarz-weiß gehalten. Für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein ist ein Raum entstanden, ein Ort des Rückzugs – ein intimes Lager &#8211; in innere Welten, für den Schlaf, das Sich-Niederlegen und Erleben von bewusstseinserweiternden Praktiken und eine Flucht in künstliche Paradiese.</p>
<p>Den Raum hat Keimig nur mit den essenziellen Elementen konzipiert. Dadurch ist er zur Skulptur geworden, im monochromen grau, abstrakt und stellvertretend für eine universelle Erfahrung. Diese ist gesetzt in einem angedeuteten Raum. Er besteht aus drei Flächen, die versetzt zueinander in einer imaginäre Flugkraft auseinanderdriften. Diese Flächen sind durchlässige Träger seiner Zeichnungen, die er aus dem intimen Format seiner Zeichenblöcke auf riesige Bildflächen übertragen hat, und die wie Schatten aus einer Traumwelt über dem Lager überdimensionierte Geister und Erzählungen schweben lässt. Die Zeichnungen verweben die Bilder aus unterschiedlichen Epochen, aus der Vergangenheit des Vaters, mit den Referenzen der Subkultur von Gestern und Heute und schaffen einen Kreislauf zwischen den Generationen, den Zeiten, den Fragen, die sich die Menschen schon immer gestellt haben.</p>
<p>Ramon Keimig (*1994 in Aschaffenburg, DE) studiert seit 2019 Zeichnung und Druckgraphik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach bei Prof. Mike Bouchet und Prof. Heiner Blum. Zuvor studierte er Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Zu seiner Praxis zählt die Publikation zahlreicher Kunstbücher zum Beispiel bei Ultimo Mono Press, Sevilla (ES) und Nieves, Zürich (CH). Sein Werk wurde auf zahlreichen Buchmessen präsentiert wie COZI Festival for Contemporary Comics &amp; Zines, Frankfurt am Main (DE), Druckfestival Hot Printing im Klingspormuseum, Offenbach am Main (DE), NY Art Book Fair, New York City (US), Taipei Art Book Fair, Taipeh (TW). Unter anderem präsentierte Ramon Keimig seine Arbeiten im Feinkunst Krüger, Hamburg (DE) und im Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main (DE) als Teil des Ausstellungsprojektes Frankfurter Kunst Vertrieb des Kollektives Magma Maria.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Offert Albers</title>
		<link>https://www.fkv.de/offert-albers/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 09:49:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Beaufort Skala]]></category>
		<category><![CDATA[concept art]]></category>
		<category><![CDATA[digitale Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Konzeptkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Offert Albers]]></category>
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					<description><![CDATA[0-12 Beaufort, 2023 Bildserie, 13 Bilder, projiziert Faders 0-12, 2023 13 Archivpigmentdrucke, Alu-Rahmen jeweils 30 x 40 cm Courtesy der Künstler Für die Ausstellung And This is Us 2023 schafft Offert Albers eine zweiteilige fotografische Arbeit, deren Teile sich proportional zueinander verhalten, da sie beide auf die Bedeutung von Fotografie als Referentin zweiten Grades hinweisen. <a href="https://www.fkv.de/offert-albers/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>0-12 Beaufort</em>, 2023<br />
Bildserie, 13 Bilder, projiziert</p>
<p><em>Faders 0-12</em>, 2023<br />
13 Archivpigmentdrucke, Alu-Rahmen</p>
<p>jeweils 30 x 40 cm</p>
<p>Courtesy der Künstler</p>
<p>Für die Ausstellung <em>And This is Us 2023</em> schafft Offert Albers eine zweiteilige fotografische Arbeit, deren Teile sich proportional zueinander verhalten, da sie beide auf die Bedeutung von Fotografie als Referentin zweiten Grades hinweisen.</p>
<p>Entstanden sind zwei Bilderserien, die der Künstler gegenüberstellt. Die eine besteht aus Bildern, die die Beaufortskala zum Ausgangspunkt nimmt. Diese Skala verweist auf ein Spektrum von dreizehn Windstärken, um Wind nach seiner Geschwindigkeit &#8211; von Windstille bis Orkan – einzustufen und zu benennen. Das Spektrum entsteht durch Beobachtungen der Auswirkungen von Wind auf die Umwelt, also aus phänomenologischen Kriterien. Albers wählt nicht die Sichtbarmachung von Windstärke an Land, sondern die auf Wasseroberflächen, welche für die Schifffahrt von Bedeutung ist. Der Künstler hat zahlreiche deutsche Museen und Archive recherchiert und angeschrieben, um Zugang zu Darstellungen von verschiedenen Seegangstufen zu erbitten und die Werke – fotografische sowie malerische – im Kontext ihrer Archive zu dokumentieren. Er fotografiert an diesen Orten der Objektaufbewahrung jeweils ein Bild, das eine Stufe der Beaufortskala repräsentiert, im Kontext seiner Institution. Insgesamt 13 Bilder. Darüber hinaus sucht er jeweils ein Abbild der Windmessskala aus gedruckten Fotobänden und aus digitalen Image Stocks. Albers fügt alle 39 Abbilder zu einer Bildsequenz im Videoformat zusammen.</p>
<p>Die zweite Bilderserie besteht ebenfalls aus 13 Abbildungen. Das Motiv ist eine Discokugel, eine popkulturelle Ikone, deren Abbild der Künstler bei Produktfo­tograf:innen über digitale Free-Lancer:innen Plattformen in Auftrag gegeben hat. Alle Fotograf:innen erhielten dieselbe Aufgabenstellung und mussten auf dieser Grundlage eine möglichst getreue Produktabbildung erstellen. Offert Albers interessiert sich nicht für final bearbeitete und postproduzierte Aufnahmen, sondern für die unbearbeiteten digitalen Daten, für die RAW-Dateien. Dies sind die Dateien, bei denen die Kamera weitgehend ohne Bearbeitung auf das Speichermedium schreibt und aus denen Meta-Informationen über die Entstehung des Bildes und der verwendeten Technik abzulesen sind. Ohne digitale Retusche sind auf den 13 Auftragsarbeiten deren erweiterte Bildräume zu sehen, der Raum der Bildentstehung: das Set, die technischen Hilfsmittel, die Leuchten, der Hintergrund, bis hin zur Kamera und den Fotograf:innen selbst, die sich in den Spiegelfragmenten abbilden.</p>
<p>Albers arbeitet konzeptuell. Ihn interessiert an dieser Doppelserie eine Untersuchung dessen, was nicht zum fotografischen Sujet erhoben und trotzdem in die Sichtbarkeit gelangt. Die Arbeit erforscht die Fotografie als bildgebendes Medium von Phänomenen, und zwar nicht als direktes Abbild, sondern über den Umweg von der Methode Das-Eine-Durch-Das-Andere-Sichtbarmachen. Nicht das Motiv, der Bildinhalt steht im Zentrum seiner Untersuchung, sondern der Informationsgehalt zweiten Grades.</p>
<p><u>Offert Albers</u> (*2000 in Wiesbaden, DE) studiert seit 2020 an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (DE) bei Prof. Judith Hopf. Zuvor studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf (DE) bei Prof. Franka Hörnschemeyer. Seine künstlerische Praxis besteht vor allem aus Fotografie und Konzeptkunst. Unter anderem stellte er in folgenden Institutionen aus: Opelvillen, Rüsselsheim (DE), Hotel Nizza, Frankfurt am Main (DE), KIT – Kunst im Tunnel, Düsseldorf (DE). Für 2023 ist eine Ausstellung im 1822 Forum, Frankfurt am Main (DE) geplant.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Benedikt Ackermann</title>
		<link>https://www.fkv.de/benedikt-ackermann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 09:42:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Benedikt Ackermann]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Server Farms]]></category>
		<category><![CDATA[Technologien]]></category>
		<category><![CDATA[Webcam]]></category>
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					<description><![CDATA[Filtered time series (Frankfurt), 2023 Installation 23 Bildschirme, 23 Mediaplayer, Switche, Netzteile, Netzwerkkabel, Videokabel, Stromkabel, Adapter, Velcro Filter #0 (F) Filter #1 (F) Filter #2 (F) Filter #3 (F) Filter #4 (F) Filter #5 (F) Filter #6 (F), 2023 Bildschirmcluster Annual Plots (Frankfurt), 2023 12 Inkjetdrucke auf Papier Courtesy der Künstler Benedikt Ackermann arbeitet konzeptionell <a href="https://www.fkv.de/benedikt-ackermann/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Filtered time series (Frankfurt)</em>, 2023<br />
Installation<br />
23 Bildschirme, 23 Mediaplayer, Switche, Netzteile, Netzwerkkabel, Videokabel, Stromkabel, Adapter, Velcro</p>
<p><em>Filter #0 (F)<br />
Filter #1 (F)<br />
Filter #2 (F)<br />
</em><em>Filter #3 (F)<br />
Filter #4 (F)<br />
Filter #5 (F)<br />
Filter #6 (F)</em>, 2023<br />
Bildschirmcluster</p>
<p><em>Annual Plots (Frankfurt)</em>, 2023<br />
12 Inkjetdrucke auf Papier</p>
<p>Courtesy der Künstler</p>
<p>Benedikt Ackermann arbeitet konzeptionell und hinterfragt die Bedeutung von Bildern im digitalen Zeitalter. Ihn interessiert die unsichtbar stattfindende Machtverschiebung, die mit der Weiterentwicklung digitaler Technologien einhergeht.</p>
<p>Für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein hat Ackermann eine komplexe Rauminstallation mit über 20 Monitoren und einer Serie von Prints entwickelt, die auf das Bildmaterial einer auf einem Frankfurter Hochhaus montierten Kamera zurückgreift. Im Süden der Stadt installiert, erfasst sie die Skyline und ihre Umgebung. Die Daten sind online abrufbar und werden dort archiviert. Für die Jahre 2021 bis 2022 hat Ackermann die Bilder, die die Kamera alle 5-10 Minuten macht, heruntergeladen. Insgesamt mehr als 100.000.</p>
<p>Er fügt sie zu einer Zeitrafferaufnahme zusammen, die er wiederum so beschneidet, dass oft nur noch sehr verpixelte Videos übrig bleiben. Einige dieser Videos, solche, die einzelne Fenster zeigen, nutzt er als Grundlage für eine Serie von Inkjet-Prints, Bilder zwischen digitalem Kontaktabzug und Diagramm. Wo genau die Fenster sind, lässt er bewusst anonym. Er sortiert alle Frames eines Jahres in ein Koordinatensystem aus Tag und Uhrzeit und macht so Tagesabläufe von Menschen sichtbar, die hinter den jeweiligen Fenstern wohnen und arbeiten. Handschriftlich notiert er an den Rändern Beobachtungen: wann Menschen aufstehen oder wann sie im Urlaub sind, wann sie anfangen zu arbeiten und wann sie damit wieder aufhören. Auf bestechend nachvollziehbare Art deutet Ackermann die Bilder zu Daten und die Kamera zu einem Messinstrument um.</p>
<p>Darüber hinaus haben seine Bilder eine malerische Qualität. Denn die scheinbare Rationalität des Materials verliert seine Konturen und wird zu fließenden, angedeuteten Formen, hinter denen wir das Werden und Vergehen menschlicher Existenzen erkennen, wie auch die unendliche Zirkularität des Alltags. Die Zeitlichkeit aller Dinge, die das Individuum als austauschbaren Teil hinter der Maschinerie der Stadt zurücktreten lässt. Wiederkehrende Abfolgen von Tag und Nacht, von Sommer und Winter, gespiegelt in den gläsernen Türmen der Finanzwelt, hinter denen Licht und Schatten die Geschichten von Menschen erahnen lassen.</p>
<p>Ackermann untersucht die Bilder nicht als einzelne Werke, geschaffen durch einen individuellen Autor, sondern als Daten, als Aufzeichnung. Denn die heutige Produktion an Bildinformationen entsteht als Bits, als zwischen Computern ausgetauschte Information, die oft gar nicht mehr für menschliche Betrachter:innen konzipiert wurde. Allein die Millionen an Überwachungskameras, deren Bilder zunehmend automatisiert, beispielsweise durch Gesichtserkennungssoftware, ausgewertet werden. Doch auch die Zahl von menschengemachten Bildern ist rasant angewachsen. Digitale Dateien, Bilder, Videos, Sound werden ständig produziert und ausgetauscht, kopiert, reproduziert. Ob von der Industrie, dem Finanzsektor oder von privaten Nutzern. Der globale Datendurchsatz wächst beständig. Wir haben Rechenzentren zu Zentren gesellschaftlicher Macht gemacht, ohne dass wir Fragen danach gestellt haben, wem die Daten gehören, wer sie auswertet und nutzt. Mit dem Computer sind wir zu einer Gesellschaft der Datensammler geworden und die Sensoren unserer Kameras sammeln dabei fleißig mit.</p>
<p><u>Benedikt Ackermann</u> (*1994 in Frankfurt am Main, DE) arbeitet vorwiegend mit Fotografie, Video und digitalen Medien. Seit 2019 studiert er an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (DE) bei Prof. Gerard Byrne und Prof. Haegue Yang. Zuvor studierte er Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (DE). Unter anderem hat Benedikt Ackermann im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main (DE) und am Goethe Institut, Dublin (IE) ausgestellt.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Jenny Sofie Kasper</title>
		<link>https://www.fkv.de/jenny-sofie-kasper/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 09:34:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Jenny Sofie Kasper]]></category>
		<category><![CDATA[Keramik]]></category>
		<category><![CDATA[Offenbach]]></category>
		<category><![CDATA[Virtual Reality]]></category>
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					<description><![CDATA[50°06&#8217;20.4&#8243;N 8°45&#8217;52.2&#8243;E, 2023 Virtual Reality Installation 3D Scan Collage, Trnio+, Ue5.03 Länge variabel Film, Ue5.03, 29 min Keramiken, schrühgebrannt, in Tusche getunkt Maße variabel Courtesy die Künstlerin (Bitte beachten Sie, dass die Virtual Reality Brille von Jenny-Sofie Kasper nur an folgenden Tagen ausprobiert werden kann: donnerstags, 16-21 Uhr &#38; samstags, sonntags, 11-19 Uhr) Jenny Kasper <a href="https://www.fkv.de/jenny-sofie-kasper/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>50°06&#8217;20.4&#8243;N 8°45&#8217;52.2&#8243;E</em>, 2023</p>
<p>Virtual Reality Installation</p>
<p>3D Scan Collage, Trnio+, Ue5.03<br />
Länge variabel</p>
<p>Film, Ue5.03, 29 min</p>
<p>Keramiken, schrühgebrannt, in Tusche getunkt<br />
Maße variabel</p>
<p>Courtesy die Künstlerin</p>
<p>(Bitte beachten Sie, dass die Virtual Reality Brille von Jenny-Sofie Kasper nur an folgenden Tagen ausprobiert werden kann: donnerstags, 16-21 Uhr &amp; samstags, sonntags, 11-19 Uhr)</p>
<p>Jenny Kasper kartiert und dokumentiert die Stadt. Sie sammelt seit langer Zeit Impressionen und Beobachtungen von der Stadt, in der sie lebt, Offenbach am Main: ein gesprengter Geldautomat auf einem Platz, eine Unterführung mit defektem Neondeckenlicht, verlassene Straßenzüge und ihre Freund:innen.</p>
<p>In der Zeit pandemischer Paralyse hat die Künstlerin monatelang die Stadt durchlaufen, die wie eine Kulisse und als geschlossene Fassadenreihung die Zeit überdauerte und darauf zu warten schien, dass das öffentliche Leben wieder beginnt.</p>
<p>Mit dem 3D-Scanner hat Kasper die Oberflächen ganzer Straßenzüge digital erfasst. Für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein hat sie ihr Archiv verwendet und aus den vielen visuellen und akustischen Fundstücken eine fiktionale Welt geschaffen. Entstanden ist eine Collage, eine Verdichtung von Erlebnissen und sinnlichen Erinnerungen an die Zeit verordneter Isolation. Fassaden und Außenansichten haben keine festen Konturen mehr. Geometrien zerfließen in einem Akt digitaler, malerischer Verzerrung.</p>
<p>Mit der VR-Datenbrille kann die Stadt erkundet werden, in der sich User:innen wie in einer Filmszenerie bewegen können. Das räumliche Erlebnis wird verstärkt durch eine Klangkulisse von gesammelten Vor-Ort-Aufnahmen (Field Recordings) und einem Soundtrack, der eine unverkennbare Stimmung erzeugt. Geschaffen hat ihn der Frankfurter Klangkünstler Tim Kernwein, ein Freund der Künstlerin.</p>
<p>Der digitale Stadtparcours wächst mit der Zeit prozesshaft weiter. Er beginnt neben einer Sperrmüll Ansammlung, führt durch Straßenzüge und einem Platz bis hin zum Offenbacher Mainufer. Der Sperrmüll gewinnt für Jenny Kasper eine übergeordnete Bedeutung als Symbol für eine Stadt in der ständigen Transition. Und so fertigt sie eine modulare Skulptur aus gebranntem Ton an, den sie als analoges Element aus der digitalen in die reale Welt des Ausstellungsraumes überträgt.</p>
<p>Immer wieder öffnen sich die Fassaden, die Betrachter:innen können in ihr Inneres blicken und dort menschlichen Figuren begegnen. Wir treten ein in das Atelier von Barnabas Vollmer, Künstler aus Offenbach. Wir begegnen seiner digitalen Persona und seiner Kunst, seinen Skulpturen und Bildern, wir können uns in seinem Raum aufhalten und seiner Musik zuhören. Um dann erneut unseren Weg aufzunehmen. Wir laufen weiter, in einer menschenleeren Einkaufsstraße mit Spielothek, Beautysalon und dem Corona Testzentrum, das zum Merkmal einer Zeit geworden ist.</p>
<p>Der Weg führt auf eine Brücke über den Main. Dem Wasser zugewandt, allein, rezitiert Niklas Linnenbach, Poet aus Offenbach, ein Gedicht, das diesen Ort und diese Zeit mit Worten zeichnet. Jenny hat ihn digital gebannt und die Vergänglichkeit des Augenblicks für immer aufgezeichnet. Fast scheint es, dass wir uns im Abbild einer Erinnerung bewegen, in einer digitalen Realität, die das Gegenstück zum Werk geworden ist.</p>
<p>Auch „Cat Calls of Offenbach“, ein Künstlerinnenkollektiv, ist Teil von Jenny Kaspers Gegenwelt. Die drei Frauen sammeln Berichte sexueller Belästigungen ohne Körperkontakt im öffentlichen Raum und nutzen diese als ihr Material, das sie in den urbanen Raum, auch diesen digitalen, zurückbringen. Mona Nguyen &amp; Minju Oh sind die Protagonistinnen einer Begegnung, bei der wir ihnen bei der Aufführung einer performativen Arbeit begegnen. Den Waggon am Kulturgleis, vom Verein Soziale Plastik betrieben und ein kultureller Treffpunkt Offenbachs, situiert Kasper ebenfalls in ihren Stadtparcours.</p>
<p>Der Ausgangspunkt der digitalen Stadt, der gefundene Sperrmüllhaufen, wird Element der analogen Welt im Hier und Jetzt. Mit Präzision und in Handarbeit hat die Künstlerin weitere Elemente einzeln nachgebildet, die sie zuerst digital und dann in Ton reproduziert. Die Skulptur arrangiert Jenny Kasper im Ausstellungsraum, indem sie diese mit projizierten Bildern in ein fast virtuelles Flirren versetzt, das an die Bilder ihrer virtuellen Welt anknüpft.</p>
<p><u>Jenny Sofie Kasper</u> (*1995 in Waldkirch, DE) studiert seit 2018 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach im Bereich Elektronische Medien und Keramik bei Prof. Alexander Oppermann und Merja Herzog-Hellstén. Zuvor absolvierte sie eine Ausbildung als Grafikdesignerin. 2020 erhielt sie das Stipendium der Hans Böckler Stiftung. Unter anderem hat Jenny Sofie Kasper in folgenden Institutionen ausgestellt: Kunsthalle Darmstadt (DE), Delphi Space, Freiburg (DE), B3 Biennale des bewegten Bildes, Frankfurt am Main (DE).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pia Ferm</title>
		<link>https://www.fkv.de/pia-ferm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 09:24:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Pia Ferm]]></category>
		<category><![CDATA[Tapestry]]></category>
		<category><![CDATA[Tuften]]></category>
		<category><![CDATA[Tufting]]></category>
		<category><![CDATA[Wolle]]></category>
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					<description><![CDATA[Capriccio (study), 2023 Handgetufteter Wandteppich Woll-, Leinen- und Polyestergarn, Polyestergewebe, Textilkleber 225 x 420 cm Courtesy die Künstlerin Pia Ferm zeichnet, ist Bildhauerin und arbeitet mit textilen Materialien und mit Marmor. Ihre Arbeiten entstehen aus dem zeichnerischen Akt, den sie dann in verschiedene Materialien und Praktiken übersetzt. Für die Ausstellung hat die Künstlerin eine großformatige <a href="https://www.fkv.de/pia-ferm/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Capriccio (study)</em>, 2023</p>
<p>Handgetufteter Wandteppich<br />
Woll-, Leinen- und Polyestergarn, Polyestergewebe, Textilkleber<br />
225 x 420 cm<br />
Courtesy die Künstlerin</p>
<p>Pia Ferm zeichnet, ist Bildhauerin und arbeitet mit textilen Materialien und mit Marmor. Ihre Arbeiten entstehen aus dem zeichnerischen Akt, den sie dann in verschiedene Materialien und Praktiken übersetzt.</p>
<p>Für die Ausstellung hat die Künstlerin eine großformatige Rauminstallation, ein skulpturales Textilbild, realisiert. Über Wochen arbeitete Pia Ferm in einer eigens für sie aufgebauten Werkstatt im Frankfurter Kunstverein, um das erste Mal an einem monumentalen Format zu arbeiten. Das Panorama, das sie realisiert hat, zeigt eine abstrahierte, vom Menschen geschaffene Landschaft, die aus ihrer Erinnerung an ganz verschiedene urbane Orte entstanden ist: an eine Baustelle in der Stadt, an ein verlassenes sonnendurchflutetes Industriegebiet mit Flachdächern, ein Steinbruch oder eine große Steinmühle. Ferm denkt diese Orte als freistehende Gebilde, getrennt durch staubige Freiflächen. Diese architektonischen Fundstellen hat sie zu einem Ensemble zusammengefügt. Wie in urbanen Räumen ist Ferms Landschaft durch Verdichtungen und Leerstellen geprägt.</p>
<p>Pia Ferm geht bei der Umsetzung ihrer Werke extrem planvoll vor. Sie fertigt visuelle Ideen als Skizzen an, sie notiert sich Erinnerungen und Eindrücke von Farben und Formen. Ferm forscht an einer eigenständigen Farbpalette, um präzise konzipierte Farbmischungen und -nuancen durch das Mischen unterschiedlicher Wollfäden zu erzielen. Die fertigen Farbschattierungen innerhalb einer Fläche entstehen durch zeitaufwändige und akkurate Arbeit mit den einzelnen Wollfäden.</p>
<p>Die Künstlerin empfindet ihren Arbeitsprozess als eine Erfahrung des Verstehens und des Bändigens ihres Materials. Die Formen und Oberflächen sind oft durch Linien konturiert. Ausgehend von ihren Zeichnungen setzt sie auf dem gespannten Tufting-Stoff Linien und Konturen, die sie dann mit Farbflächen füllt und dreidimensional modelliert. Einzelne architektonische Körper scheinen durch Sonnenlicht ihre Schatten und Reflektionen zu zeichnen. Pia Ferms Motive sind in der Schwebe zwischen Abstraktem und Figürlichem und werden nicht allein durch Linien und einfarbige Flächen gebildet. Die textile Skulptur wird dank einer tragenden Struktur aus Holz, die der Künstlerin als Tufting-Rahmen gedient hat, im Raum positioniert.</p>
<p>Seit mehreren Jahren arbeitet sie mit der Tufting-Technik. Beim Tuften handelt es sich um eine Praxis, die seit den 1920er Jahren mit der ersten Tufting-Maschine für die industrialisierte Herstellung von Teppichböden genutzt wird. Das Tuften funktioniert ähnlich wie eine Nähmaschine: mit hohem Tempo sticht die Maschine das dicke Garn in den Teppichbodenrücken. Es wird von hinten gearbeitet, auf der Vorderseite entstehen dadurch Schlaufen, die wie ein modellierbares Material behandelt und beschnitten werden, um dreidimensionale textile Flächen herzustellen. Während im industriellen Verfahren mehrere Nadeln nebeneinandergesetzt werden, arbeitet Pia Ferm mit einer speziell entwickelten Handtuftmaschine, die von einer Luftdruckpistole und einem Kompressor aktiviert wird, um Stiche auf das gespannte Trägermaterial zu nähen. Das Arbeiten mit der pistolenähnlichen Maschine wählt die Künstlerin auch, um Assoziationen mit weiblich konnotierter Textilproduktion zu brechen.</p>
<p>Die prozesshafte Handarbeit spielt eine zentrale Rolle in ihrer Praxis: von der sorgfältigen Auswahl ihrer Materialien über den Einsatz der kontrollierten körperlichen Bewegungen für den Arbeitsablauf bis hin zum profunden Wissen um ihren Werkstoff und dem technischen Know-how.</p>
<p>Vertraut mit traditionellen Handwerkstechniken, die Zeit, Wissen und konzentriertes manuelles Arbeiten erfordern, entscheidet sich Pia Ferm bewusst für das Tuften, um dreidimensionale Bilder zu schaffen, die sie gleichzeitig als Zeichnung, Malerei und als Skulpturen betrachtet. Ob Wolle, Leinen, Baumwolle oder Cottolin, Pia Ferm bezieht ihr Material immer aus familiengeführten Unternehmen aus Schweden, wo es von einer kleinen Färberei mit Naturpigmenten gefärbt wird. Der Arbeitsprozess ist langwierig, dynamisch und körperlich anstrengend. Er besteht aus einer ständigen Wiederholung von Schauen, Schießen, Zurücktreten, Schauen, Schießen und immer wieder das Überprüfen der anderen Seite. Der Prozess des Schaffens wird zu einem Akt malerischen Ringens um die finale Komposition.</p>
<p><u>Pia Ferm</u> (*1986 in Lykesil, SE) absolvierte 2020 ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (DE) bei Prof. Tobias Rehberger. Seitdem produziert sie Wandteppiche und Marmorskulpturen. Zuvor studierte Sie Druckgraphik und Malerei an der Dômen Artschool in Göteborg (SE). Unter anderem stellte sie in folgenden Institutionen aus: Galerie Judith Andreae, Bonn (DE), Nassauischer Kunstverein Wiesbaden (DE), Opelvillen, Rüsselsheim, (DE), Museum Villa Rot, Burgrieden (DE), Portikus, Frankfurt am Main (DE), Göteborgs Konstförening, Göteborg (SE).</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Anita Esfandiari</title>
		<link>https://www.fkv.de/anita-esfandiari/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 09:14:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Anita Esfandiari]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Haft Peykar]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.fkv.de/?p=38979</guid>

					<description><![CDATA[Gave to the cypress a rosy shade of the redbud; and to the tulip gave the stature of a bambuseae, 2023 Mischtechnik ⌀ 150 x 300 cm Courtesy die Künstlerin Ausgebildet als Malerin in Teheran, Iran, hat Anita Esfandiari während ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule mit Skulptur, Zeichnung und Installation <a href="https://www.fkv.de/anita-esfandiari/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gave to the cypress a rosy shade of the redbud; and to the tulip gave the stature of a bambuseae</em>, 2023<br />
Mischtechnik<br />
⌀ 150 x 300 cm<br />
Courtesy die Künstlerin</p>
<p>Ausgebildet als Malerin in Teheran, Iran, hat Anita Esfandiari während ihres Studiums an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule mit Skulptur, Zeichnung und Installation gearbeitet. Der formale Ausgangspunkt ihrer gesamten künstlerischen Produktion ist immer wieder der Brunnen: als Zeichnung, Keramik- oder Stoffskulptur, als Installation mit Sound. Brunnen sind typische Elemente der Architektur in Iran. Sie sind Teil privater und öffentlicher Räume, dienen als Erholungsort sowie als Treffpunkt in großen Städten. Sie symbolisieren Fülle in einer von Dürre gezeichneten Region. Ehemals von großer Bedeutung, werden Brunnen heute zum Symbol der Verlassenheit. Sie werden seit Jahren nicht mehr gebaut, sind aber in traditionellen Häusern zu finden. In öffentlichen Räumen verlieren sie ihre Funktion als Treffpunkt und werden zu U-Bahn-Stationen oder Denkmalen umfunktioniert.</p>
<p>In ihrem neuen Werk für den Frankfurter Kunstverein schafft die Künstlerin eine kinetische skulpturale Malerei, deren Form aus der eines Brunnens abgeleitet ist. 12 Leinwandbahnen von 3 m Höhe hängen zirkulär von der Decke und bilden einen leicht offenen Zylinder, der sich dreht. Die Besucher:innen können die fragmentierten Bildoberflächen von außen betrachten und durch die Schlitze nur vorbeiziehende Ausschnitte erfassen. Der Zylinder erinnert an das Praxinoskop des frühen Kinos, das eine Geschichte in vielen Einzelbildern durch deren zirkuläre Bewegung erzählen. Die Bilder können auf zwei miteinander verknüpften Ebenen gelesen werden: als Zitate aus der persischen Literatur und der Miniaturmalerei sowie als singuläre, symbolische Medienbilder, die ständig im Umlauf sind, aber kein vollständiges Bild der gegenwärtigen Zeit und der politischen Situation im Iran vermitteln.</p>
<p>Anita Esfandiari schafft ein Bildpanorama, das symbolische Elemente aus dem klassischen Epos und der Gegenwart miteinander verwebt. Im Vordergrund sind ornamentale Brunnen, geometrische Gebäude und Straßen zu sehen. Eine Frau, die Protagonistin, trägt ein Lamm auf ihren Schultern. Immer wieder läuft sie eine unendliche Treppe hoch. Es handelt sich um eine Erzählung aus dem persischen Epos <em>Haft Peykar</em>, eine berühmte literarische Referenz in Iran, die vom Leben des Königs Bahram Gur und seinen sieben Prinzessinnen handelt. Am Anfang der Geschichte steht das Schicksal von Feṭna, der Liebhaberin von Bahram Gur, die zum Tod verurteilt wird, weil sie den überheblichen und selbsternannten Jagdvirtuosen König Bahram Gur herausgefordert hat. Dank ihrer Klugheit überlebt sie das Todesurteil und widmet ihr Leben dem Ziel, am König Rache zu üben. Sie wird somit zum weiblichen Symbol der Resilienz.</p>
<p><u>Anita Esfandiari</u> (*Teheran, IR) absolvierte 2022 ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main (DE) bei Prof. Judith Hopf. Zuvor studierte sie Malerei, Kunst und Architektur an der Islamic Azad University in Teheran (IR). Ihre Schwerpunkte liegen in der Bildhauerei, Malerei und Videoarbeit. 2022 verbrachte sie einen Auslandsaufenthalt in Hendaye (FR). Unter anderem stellte Anita Esfandiari ihre Arbeit in folgenden Institutionen aus: Medium P, Frankfurt am Main (DE), Opelvillen, Rüsselsheim (DE), Abi Gallery, Teheran (IR), Delgosha Art Gallery, Teheran (IR), Columbus Museum of Art, Ohio (US).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Meret Kern</title>
		<link>https://www.fkv.de/meret-kern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 09:03:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Gouache]]></category>
		<category><![CDATA[Meret Kern]]></category>
		<category><![CDATA[Zeichnungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.fkv.de/?p=38972</guid>

					<description><![CDATA[Ohne Titel, 2022/2023 24 Zeichnungen mit Gouche auf Papier, Kohle auf Papier, Kohle und Gouache auf Papier, Bleistift auf Papier 21 x 29,7 cm, 76 x 112 cm, 50 x 70 cm, 53 x 76 cm, 150 x 248 cm Courtesy die Künstlerin Meret Kern arbeitet aktuell mit der Technik der Gouache und neuerdings mit <a href="https://www.fkv.de/meret-kern/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ohne Titel</em>, 2022/2023</p>
<p>24 Zeichnungen mit Gouche auf Papier, Kohle auf Papier, Kohle und Gouache auf Papier, Bleistift auf Papier<br />
21 x 29,7 cm, 76 x 112 cm, 50 x 70 cm, 53 x 76 cm, 150 x 248 cm<br />
Courtesy die Künstlerin</p>
<p>Meret Kern arbeitet aktuell mit der Technik der Gouache und neuerdings mit Kohle auf Papier. Fotografie und digitale Zeichnung sind Techniken, die sie ebenfalls beherrscht. Für die Ausstellung entstanden zahlreiche Zeichnungen, aus denen nur eine Auswahl präsentiert wird und als malerische Installation den Raum füllt.</p>
<p>Kerns Arbeitsweise ist schnell. Sie entsteht aus der ständigen Wiederholung eines malerischen Aktes und gleichzeitig aus der Intensität einer momentanen Stimmung. Die Künstlerin sucht mit einer fast als automatisches Malen zu bezeichnenden Praxis nach ihren Figuren. Sie arbeitet ohne Vorlage und ihr zentrales Motiv sind Köpfe und Büsten. Die Figuren entstehen durch Farbschüttungen auf mit Wasser imprägnierten Papieren, die dann zum Trocknen gelegt werden. Ihr Malmaterial sind Gouache, Bleistift und Kohlestift.</p>
<p>In die entstandenen Farbflächen zeichnet die Künstlerin nachträgliche minimale Interventionen mit feinen Pinselzeichen, um einzelne physiognomische Elemente auszuformulieren. Ein Ohr, der Mund, Zähne, Brustwarzen werden ausgearbeitet. Oft sind es nur einzelne Elemente, die aus Abstraktem Farbflächen entstehen lassen. Kerns Malerei ist in der Schwebe zwischen Abstraktion und Figuration.</p>
<p>Eine zentrale Bedeutung haben immer die Augen und der Blick der Figuren auf das Gegenüber. Wir schauen auf stilisierte und auf das Wesentliche reduzierte Gesichter, keine Portraits existierender Menschen. Es ist nicht der individuelle Kopf, den Meret Kern abzubilden sucht, sondern es handelt sich um eine möglichst große Annäherung an innere Topografien.</p>
<p>Bei den Kohlezeichnungen ist die Linie das wesentliche Element. Diese verwischt Meret Kern punktuell und erzeugt somit Plastizität und Schatten auf den Körpern. Sie zeichnet und malt in einem kontinuierlichen Prozess. In einem intensiven Schaffensfluss ist sie auf der Suche nach Formen, Ausdruck und Gefühlen, bis ein Gesicht vertraut erscheint. Es sind Form gewordene Gefühle, seelische Stimmungen, die in menschlichen Gesichtern auf Papier gebannt werden.</p>
<p>Meret Kern forscht nach der Essenz des Ausdrucks. Fast obsessiv wiederholt sie den malerischen Akt auf der Suche nach den wahrhaftigen Gefühlen, nach dem Ausdruck des Menschseins, der sich mit der Zeit und den Jahren in Gesichter eingräbt. Ihre Figuren tragen die Einschreibungen ihrer inneren Welten in Haut und Fleisch. Sie sind nicht geschönt und nicht idealisiert. Sie weisen Merkmale der Zeit auf, Unvollkommenheiten bis an die Grenze einer Hässlichkeit, die anrührt. Melancholisch und still blicken uns diese meist kahlen Wesen an. Nie haben ihre Figuren einen Umraum. Es gibt um sie herum kein Gefüge, das sie hält. Sie stehen allein und vereinzelt in der Leere.</p>
<p><u>Meret Kern</u> (*1997 in Frankfurt am Main, DE) wuchs in Hamburg (DE) auf und lebt und arbeitet in Frankfurt am Main (DE). Sie studiert seit 2019 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (DE) bei Prof. Heiner Blum mit dem Schwerpunkt Zeichnung, Malerei und Fotografie. Unter anderem stellte Meret Kern ihre Arbeit in folgenden Institutionen aus: noroomgalery, Hamburg (DE) Zollamt Galerie, Offenbach am Main (DE), Magma Maria, Offenbach am Main (DE), Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am Main (DE).</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Lisa-Sophie Gehrmann</title>
		<link>https://www.fkv.de/lisa-sophie-gehrmann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 08:50:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[3D Druck]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Latex-Reliefs]]></category>
		<category><![CDATA[Lisa-Sophie Gehrmann]]></category>
		<category><![CDATA[Narrenfreiheit]]></category>
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					<description><![CDATA[Horizontsucher, 2023 Fünf Latex-Reliefs 120 x 80 cm, 160 x 130 cm, 50 x 140 cm Narrenfreiheit, 2023 Vier 3D-Drucke, Öl-Farbe, Gips 50 x 27 x 20 cm, 50 x 22 x 20 cm, 50 x 26 x 27 cm Courtesy die Künstlerin Lisa-Sophie Gehrmanns künstlerische Praxis hat ihren Ursprung in der Zeichnung und ist <a href="https://www.fkv.de/lisa-sophie-gehrmann/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Horizontsucher</em>, 2023<br />
Fünf Latex-Reliefs<br />
120 x 80 cm, 160 x 130 cm, 50 x 140 cm</p>
<p><em>Narrenfreiheit</em>, 2023<br />
Vier 3D-Drucke, Öl-Farbe, Gips<br />
50 x 27 x 20 cm, 50 x 22 x 20 cm, 50 x 26 x 27 cm</p>
<p>Courtesy die Künstlerin</p>
<p>Lisa-Sophie Gehrmanns künstlerische Praxis hat ihren Ursprung in der Zeichnung und ist geprägt durch den eklektischen Einsatz verschiedener Ideen, Techniken, Materialien, Stilelemente und Bildmotiven. Ob mit Bleistift auf Papier, in glasierte Keramiken mit offenen Formen, in Reliefs, 3D Zeichnungen und Drucke, immer handelt es sich um fantastische Figuren, die ihre visuellen Welten bewohnen. Die Wesen sind das Ergebnis einer Worldmaking-Praxis, die sie als Fragmente unterschiedlicher Bezugssysteme herauslöst und verwendet. Viele Elemente stammen aus einer fiktiven surrealen Welt, andere haben symbolhafte Züge und verkörpern soziale Bräuche oder menschliche Eigenschaften, die die Künstlerin faszinieren.</p>
<p>Ihre Figuren befinden sich immer in einem angedeuteten Naturumfeld und werden oft von Tieren begleitet, die an Insekten erinnern. Es handelt sich um Urzeitkrebse, lebendige Fossilien, die älteste bekannte noch lebende Tierart auf unserem Planeten. Die Anatomie der Tiere sowie der Menschen ist markant gezeichnet. Auffällig ist die Ausführung der Knochen, die bei Gehrmann nicht für Trauer und Tod stehen, sondern zum Symbol der Ewigkeit werden. Mit den dreidimensionalen Einzelfiguren greift die Künstlerin das Motiv des Fauns auf. Diese Figur aus der griechischen Mythologie steht als Gottheit der Natur und des Waldes, als Mischwesen, zwischen Mensch und Tier. Diese Figuren schillern zwischen Faun, Satyr, Pan und Narr. Ihre Wesen tragen eine selbstbewusste Sinnlichkeit und Erotik zur Schau, die ihre Freiheit und Subversivität zu feiern scheinen.</p>
<p>Gehrmann zeichnet Archetypen als Urbilder, die mit bestimmten Eigenschaften verbunden werden. Es geht um das Triebhafte im Menschen, um dessen Irrationalität und um eine Faszination für Randfiguren der Gesellschaft. Einige tragen eine Kopfbedeckung, die an phrygische Mützen erinnern. Diese sind historisch konnotiert und stehen oft als Symbol des Widerspruchs und der Unabhängigkeit. Die Kappe gab es in den unterschiedlichsten kulturellen Referenzräumen: vom antiken Rom, wo sie von befreiten Sklav:innen getragen wurde, bis zur französischen Revolution als Allegorie für Freiheit und Republik. Andere Figuren sind als Till Eulenspiegel oder Narren zu erkennen. In sämtlichen Kulturen galt für Hofnarren die Narrenfreiheit, die es ihnen ermöglichte, ungestraft Kritik und Satire an den bestehenden Verhältnissen zu üben. Als Außenstehende der Gesellschaft verkörpern Narren den Geist der Meinungsfreiheit, indem sie auf humorvolle Weise Missstände der Gesellschaft thematisieren.</p>
<p>Damit verbunden sind in ihren Zeichnungen kindhafte Figuren. Auch Kinder lassen sich nicht einordnen in das Schema einer gesellschaftlichen Funktionsweise: sie haben noch kein historisches Gedächtnis oder soziale Prägung. Mit ihrer oft unvoreingenommenen Haltung sind sie frei in ihren Handlungen.</p>
<p>Für den Frankfurter Kunstverein wurde eine Präsentation konzipiert, die Einblick in neue Experimente und die aktuelle Arbeitsweise Gehrmanns gewährt: Latex-Reliefs und mit 3D-Druckern erzeugte Plastiken. Haptik spielt dabei immer eine Rolle. Die Latex-Reliefs sind die Weiterführung einer Praxis, die Gehrmann schon seit mehreren Jahren durchführt. Sie ritzt auf frischen Tonplatten ihre Zeichnungen ein und gießt sie dann mit Latex auf. Die daraus entstandenen Negativformen lassen die Zeichnungslinien erhaben und dreidimensional aussehen. Die Latex-Reliefs werden dann mit silberner Farbe bearbeitet, wodurch eine monochrome Ästhetik die Anmutung von Fossilien erzeugt wird.</p>
<p>Diese Praxis des Zeichnens auf Ton erinnert an die frühen Techniken des Schreibens auf Oberflächen. Bereits in der Frühantike ritzten Menschen mit einfachen Werkzeugen Schrift und Zeichnungen in Tonplatten ein, wodurch sie zu ersten Formen schriftlicher Aufzeichnung die Zeit überdauerten.</p>
<p><u>Lisa-Sophie Gehrmann</u> (*1999 in Gera, DE) studiert seit 2019 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach bei Prof. Manfred Stumpf mit Schwerpunkt auf Keramik und Zeichnung. 2021 erhielt sie die Stipendien der Cusanus und Johaness-Mosbach-Stiftung. Lisa-Sophie Gehrmann präsentierte ihr Werk im Haus der Stadtgeschichte, Offenbach am Main (DE) und war 2021 Teil des Ausstellungsprojektes Frankfurter Kunst Vertrieb des Kollektives Magma Maria, das im Frankfurter Kunstverein präsentiert wurde.</p>
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		<title>Sonja Rychkova</title>
		<link>https://www.fkv.de/sonja-rychkova/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[FKV]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Apr 2023 08:38:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unkategorisiert]]></category>
		<category><![CDATA[And This is Us 2023]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Kunstverein]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
		<category><![CDATA[Sonja Rychkova]]></category>
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					<description><![CDATA[Blessed 2, 2023 Öl auf Leinwand 380 x 280 cm Views, 2023 Öl auf Leinwand 260 x 280 cm Courtesy die Künstlerin Sonja Rychkova portraitiert Menschen aus ihrem Umfeld, Freunde, auch Jugendliche aus der Siedlung, in der sie aufgewachsen ist. Ihr Blick ist nicht der einer Fremden, er ist intim und vertraut. Seit Beginn ihres <a href="https://www.fkv.de/sonja-rychkova/" class="more-link">...</a>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Blessed 2</em>, 2023<br />
Öl auf Leinwand<br />
380 x 280 cm</p>
<p><em>Views</em>, 2023<br />
Öl auf Leinwand<br />
260 x 280 cm</p>
<p>Courtesy die Künstlerin</p>
<p>Sonja Rychkova portraitiert Menschen aus ihrem Umfeld, Freunde, auch Jugendliche aus der Siedlung, in der sie aufgewachsen ist. Ihr Blick ist nicht der einer Fremden, er ist intim und vertraut. Seit Beginn ihres künstlerischen Arbeitens hat sie ihre Freunde als den Mittelpunkt ihrer Motivauswahl gesetzt. Diese bezeichnet sie als zentral für das, was sie bannt, was ihren Arbeitseifer antreibt, was sie obsessiv wieder und wieder in ihren Motiven bildhaft zu fassen versucht. Jugendliche auf der Suche nach ihrer Identität und Zugehörigkeit. Kleidung, Accessoires, Posen, Gesten sind Selbstinszenierung und Provokation zugleich.</p>
<p>Die Künstlerin zeichnet das Bild ihrer engsten Mitmenschen und ihrer Zeit und schafft monumentale Gemälde, bei denen die Körper dieser jungen Menschen den Bildraum zu sprengen scheinen. Ihre Menschenstudien macht sie durch Videoaufzeichnungen. Sie schaut und sucht nach der essenziellen Pose, fertigt daraus ihre Skizzen an, nach denen sie den Bildaufbau komponiert. Intimität der Nähe und doch Inszenierung der Personen, so wie sie gesehen werden möchten. Immer erkennen sich die Sujets auf den Bildern selbst, sie wissen, dass sie gemeint sind. Rychkova ist auf der Suche nach der einzelnen und einzigen Geste, die das portraitierte Individuum charakterisiert und gleichzeitig zur Ikone macht. <em>Bigger than life</em> und als Protagonisten behaupten sich diese Körper im Raum, den der Leinwand zuerst und dadurch auch den institutionellen Ausstellungsraum.</p>
<p>Sonja Rychkova beherrscht ihr Material. Auf rohem Baumwollstoff, grundiert mit Hasenleim, setzt sie eine erste, transparente Ölschicht, deren schnell gesetzte breite Pinselstriche explizit sichtbar bleiben. Die rostbraune Farbe ist ihr zentrales Element, in dem sie alle ihre Figuren auf die Leinwand bringt. Eigentlich als Imprimitur, in der klassischen Malerei zur Grundierung für weitere Farbschichten gedacht, benutzt die Künstlerin diese Farbe als stilistisches Mittel, als zentrales Merkmal ihrer Malerei. Sie verdünnt die Ölfarbe mit Terpentin, um Transparenz und Pastosität gekonnt einzusetzen und damit ihren Figuren Plastizität und Dreidimensionalität zu verleihen.</p>
<p>In ihren neuen für den Frankfurter Kunstverein entwickelten Werken arbeitet Rychkova zum ersten Mal mit kompositorischen Referenzen aus der klassischen Malerei. Fasziniert ist sie von den Figuren ihrer manieristischen Epoche: gestreckt und in der Bewegung eingefroren, mit der markanten Anatomie der schmalen und entblößten Körper. Auf den beiden Bildflächen teilt die Künstlerin die Figuren nach einer klassischen Komposition auf.</p>
<p>Für die Ausstellung im Frankfurter Kunstverein sind zwei monumentale Gemälde entstanden. Die Malerin hat die beiden Bilder als Ensemble ortsspezifisch konzipiert. Das untere Bild zeigt zwei auf dem Boden liegende und aneinander gelehnte Figuren, deren Blicke und Körperhaltungen von den Betrachter:innen abgewandt ist. Wir schauen auf ihre Rücken. Auf dem oberen Bild heben sich zwei weitere Figuren auf der Leinwand ab. Sie halten sich an den Schultern und breiten ihre Arme aus. Die Geste bleibt offen und in der Schwebe, wie die Figuren selbst. Was in den meisten von Sonja Rychkovas Gemälden immer weggelassen wird, ist die Darstellung dessen, was in der klassischen Portraitmalerei den zentralen Fluchtpunkt darstellte: die Augen und der Blick eines erkennbaren Gesichts. Auch in diesen neuen Werken bleiben die Gesichter abgewandt, oder schemenhaft im Schatten verborgen. Denn die individuelle Portraitierung ist nicht ihr Thema. Die Malerin sucht in ihren Werken nach Posen, nach Haltungen, die eine Stimmung verkörpern und programmatisch für das Lebensgefühl eines Freundeskreises stehen. Dazugehörigkeit, Zusammenhalt und bedingungslose Freundschaft als Anker in einer Zeit, in der sich viele Menschen ausgeschlossen fühlen.</p>
<p><u>Sonja Rychkova</u> (*1998 in Darmstadt, DE) studiert seit 2020 Malerei an der Hochschule für Gestaltung Offenbach bei Prof. Heiner Blum und Prof. Mike Bouchet. 2022 erhielt sie das Stipendium der Frankfurter Künstlerhilfe und 2021 gewann sie den Rundgangspreis der Hochschule für Gestaltung Offenbach. 2022 fand ihre erste Einzelausstellung im Bürohaus an der Alten Oper in Frankfurt am Main (DE) statt.</p>
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